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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Die Hals- und Armbänder, die im Jahre 1832 bei Quentin in der Bretagne gefundenwurden, sind, da ihr innerer Werth an 2200 Ducaten betrug Ceines war über 418 Duca-ten), ungeachtet sie der Goldarbeiter, zu dem sie der Finder brachte, nur um ein Geringesüber den inneren Werth anbot, leider dem Schmelztiegel übergeben worden; sie sind gesto-chen und beschrieben in den Werken der Gesellschaft der Alterthumsforscher von London 1 )*

Der den archäologischen Studien zu früh entrissene Herzog von Blacas zeigte mirselbst ein ungemein schönes, goldenes etruskisches Halsgeschmeide, den Samen, die Pflanzeund die ganze Entwicklung der Lotosblume vorstellend, so vortrefflich gearbeitet, dass ihrwohl nichts ähnliches vorgezogen werden dürfte. Aus dem Besitze des ehemaligen französi-schen Gesandten in Constantinopel, Latour du Pin, kam ein ähnlicher vorzüglicher Hals-schmuck in Gold in den des Herzogs von Blacas.

Auch in Irland werden ähnliche Hals- und Armbänder von Gold gefunden 2 ).

In England fand man mehrmals Gold- und Silbergeschmeide, so Goldmünzen dermerovingischen Könige mit goldenen Fibeln, Ketten u. s. w. in der Grafschaft Kent 3 ). DieGoldarbeiter standen bei den Anglo-Sächsischen Königen in hohem Ansehen 4 ).

In München ist die ungemein merkwürdige Krone aus dem Besitze der Gräfin Li-pona dahin gekommen 5 ); ferner schöne ägyptische Armbänder von D. Ferlini dahin gebracht,dann der konische Hut? Gefäss? u. s. w.

In den Kreis dieser Monumente gehören auch die unweit Tondern im HerzogthumeSchleswig am 20. Juli 1639 und im April 1734 gefundenen goldenen Hörner, zusammen 13Pf. 24 L. im Gewichte, die eine Inschrift haben, welche der auf unseren Gefässen ziem-lich ähnlich ist. Sie kamen ins königl. Museum nach Kopenhagen, woraus sie entwendet undeingeschmolzen wurden 6 > Die Vorstellungen darauf sind jedoch viel verschiedener als aufunseren Gefässen und weichen von diesen mehr ab als die Schriftzüge. Sie verrathen eineviel rohere und spätere Zeit.

Überhaupt besitzt das Museum für nordische Alterthümer in Kopenhagen von heid-nischen Goldsachen bei 400 Stücke, wovon mehrere nicht allein als Antiquitäten höchst inter-essant sondern auch von einem bedeutenden Metallwerthe sind. Besonders merkwürdig sinddie Schalen aus getriebenem Golde, deren das k. Museum jetzt acht Stücke besitzt, und diewahrscheinlich als Opferschalen gebraucht wurden. Die zwei grössten, die bei Boeslundein der Nähe von Skjelskjör auf Seeland aufgepflügt wurden, haben einen Durchmesser von7 Zoll an der Mündung und eine Höhe von 4 Zoll. Auch ist ein grosses Leibband aus mas-sivem mit Silber gemischtem Golde vor einigen Jahren auf Seeland gefunden worden, dasauf der Mitte der Vorderseite zusammengenietet, und desshalb gewiss ein Schmuck fürein Götzenbild gewesen ist 7 ). Die meisten Goldsachen sind Schmucksachen, so wie Torques,

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Archaeologia or miscell. tracts relating to Antiquity. Vol. XXVII. PI. I. II. P- 1

Proceedings of the Royal Irish Academy. 1840 p. 424 und Archaeologia Vol. XXVIII. Lond. 1840. p. 437.

J- G. Akermann. Numismatic Chronicle VI. Ch. R. Smith. Collectanea antiqua Nr. VII.

Ch. R. Smith. Collect, ant. Nr. VII. p. 103, 104.

Gestochen. Gerhard: Antike Bildwerke. Centurie3. LX. Erläutert von Avellino. Memoria della R.Accademia Ercolanese. Vol. I. p.207277. Hier, (G. XIII,) i m Stiche mitgetheilt und beschrieben. Hefner. Vereinigte Sammlungen. Münch. 1845.

P. E. Müller. Antiquarische Untersuchung der unweit Tondern gefundenen Hörner. Kopenhagen 1806. Worsaae. Dänemarks Vorzeit. S. 48.S. Worsaae. Dänemarks Vorzeit. 49.

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