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Armbänder, Fingerringe, Fibulae und die dem Norden eigenthümlichen Goldbracteaten,deren viele mit bis jetzt unleserlichen Runen versehen, und die wahrscheinlich nur Schmuck-sachen oder auch Amulete gewesen sind. — Bisweilen wurden Goldsachen von grossem Me-tallwerthe beisammen gefunden, so wie bei Broholm in Föhnen, wo 1833 goldene Ge-schmeide ausgegraben wurden, deren Gewicht über 8 Pfund betrug und die sonach einenWerth von etwa 1300 Ducaten hatten 1 ), und bei Slotsbjergby bei Slagelse auf Seeland, woim Jahre 1817 drei goldene Ringe, die sogenannten Eidsringe, in einer Kieselbank gefun-den wurden, die zusammen 2% Pfund wogen und sonach einen Werth von beiläufig 350 Ducatenhatten. Von Silbersachen, die alle der letzten heidnischen Zeit angehören, ist im Museumnicht eine so grosse Menge vorhanden, wie von Goldsachen; dennoch findet sich eine ziem-liche Anzahl von silbernen Torques, Armringen, zum Theil von geflochtenem Silberdrahte,Fibulae etc. Der bedeutendste Fund von Silbersachen geschah im Jahre 1835 bei Vaalse aufFalster 2 ).
Die schwedischen Gold-Alterthümer befinden sich im sogenannten Antiquitäten - Ar-chive in Stockholm 3 ). Die Hauptgegenstände, vorzüglich in Silber, sind in Gothland, einemStationsplatz der Wikingen zur Versammlung, um nach Constantinopel zu ziehen, gefunden.Unter den Goldsachen sind Torques, Armbänder, Fibulae und Goldbracteaten. Ausgezeichnetist der Fund im Motala- Flusse. Auf Gothland werden häufig Münzen zwischen 750—1050von Deutschland, England, den Chalifen, auch ungarische gefunden; unter den Byzantinernmit Goldsachen Leo, Arcadius u. s. w.
In Norwegen wurden ain 12. und 16. August 1834 auf dem Gute Hoen, Pfarre Eger inder Diöcese Aggershusen Gold- und Silbergegenstände gefunden, bestehend aus gewunde-nen und glatten Torques und Fibeln im Gewichte von 88Vi6 Unzen oder ungefähr 880 Du-caten, 19 Gold- und Silbermünzen, worunter acht goldene und eine silberne kufische derAbassiden aus dem 8. und 9. Jahrhunderte, 4 goldene Byzantiner, 3 goldene von Ludwigdem Frommen, eine silberne und vergoldete von dessen Sohne Pipin und eine silberne undvergoldete von Kaiser Lothar. Alle diese Münzen sind mit Oehren zum Anhängen versehen,mit denen sie vielleicht an der Torques befestiget waren, so wie mehrere kleine zierlicheBlättchen in Gold und Silber, Glas- und Thonkugeln, welche zugleich mit ausgegrabenwurden. Der ganze Fund wurde mit ungefähr 4000 Gulden 0. M. dem Finder und Grund-eigenthümer vom Staate ersetzt, die Sachen selbst der Universität zu Cbristiania zur Auf-bewahrung übergeben.
Herr Holmboe, der Herausgeber dieser Merkwürdigkeiten, hat mehrere Stellenangeführt, aus denen hervorgeht, wie die heidnischen Götzenbilder mit Torques und ähn-lichem Geschmeide geziert waren 4 )»
Petersburg bewahrt viele in der Krimm aufgefundene Goldgeschmeide, Halsketten,
') Historisch - antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1833. S. 92 u. s. w. Tab. 5.
2 ) Beschreibungen dieser verschiedenen neueren Funde linden sich in: I. Antiquariske Annaler. (1.—4. Bd.) II. Nordisk Tidskrift for Old-kyndighes. (I.—3. Bd.) III. Annaler for nordisk Oldkyndigkes. (1. —4. Bd.) (Gütige Mittheilung des Herrn Etatsrathes Thomsen.)Worsaae. Dänemarks Vorzeit durch Alterthümer und Grabhügel. Kopenhagen 1844. S. 46 u. ff.
) Vitterhets-Historie och Antiquitets Akademien’s Handlingar.
) Die seltene Dissertation: Descriptio ornamentorum maximam partem aureorum et numorum saeculi VIII. et IX. etc. Christianiae 1835,verdanke ich der Güte des gelehrten Herrn Verfassers.