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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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nur den Beweis, dass ursprünglich Ein einfaches Alphabet bestanden habe, von dem sichauf so weit entfernter Länderstrecke die Überbleibsel finden; nur vielfache Zusammmen-stellung des Gleichartigen kann die Lösung des Räthselhaften geben.

Nr. 18. Eine Schale, von innen mit einer durchbrochenen, wahrscheinlich mit Pa-sta ausgefüllt gewesenen, Verzierung, um welche die Schrift: BOTEAA. ZOAITAN. TE2E.ATTETOITE. BOTTAOTA. ZA ATI AN. TAI'POTH. HTZirH. TA12H. (B erscheint beide Mal mono-grammartig aus B und _|_) mit dem Griffel eingegraben ist. Die Schale hat eine Schnallezum Anhängen; rückwärts zerreisst ein Greif einen niedergestürzten Hirsch. En relief durchGuss gearbeitet. 60 5 / 8 Ducaten in Gold, 4 V 2 " Durchmesser, 1 hoch.

Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden.

Unwillkürlich denkt man bei Lesung dieser Schrift (die ich für später eingeschnittenhalte, als die Schale verfertigt wurde) an Bela den Zupan an der Theiss und Butaul denZupan der Jazygen ').

Diesen ähnliche Schalen werden noch heute nach der Äusserung des Herrn Mac-Neil, englischen Gesandten in Persien, häufig zum Wasserschöpfen gebraucht. Nichtleicht reitet ein Perser oder eine Perserin aus, ohne eine solche Schale mit gleichen Schnal-len am Sattel des Pferdes hängen zu haben. G. IV.

Nr. 19. Eine Schale mit einer Schnalle zum Anhängen und der eingeschlage-nen Inschrift: \ZaKT > Qi(2 t\ fl

YAAT02

ANAIIATJSON? avrovs eis toxov eipr/vijs (Jesus Christus durchs Wasser führe uns in den Ort des

Friedens); oder TIAAIAOEEA YAAT02 AN AllAT20 N AMEI 2 E@N0J2i (Jesus Christus wasser-schöpfend widerrufe uns Heidenvolk.) Rückwärts neun Schriftzeichen : C 0 (lt o wie

auf Nr. 15. 8 Ä/ 2 Ducaten in Gold. 5%" Durchmesser. IV 4 " hoch.

Die Schriftzüge YAAT02 u. s. f. scheinen mir die ältesten, vielleicht der Anfangeiner Hymne der griechischen Liturgie. G. V. 19. 21.

Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden.

Nr. 20. Fünf kleine Knöpfe und ein Kopf der Pallas, auf dessen Helm rückwärts derKopf des Pan? auf ähnliche Art angebracht ist, wie auf den Münzen der Städte Gross-Grie-chenlands, als:Heraklea u. s. f. die Skylla; nur ist der Panskopf sowohl auf dem Schmuck-gegenstande wie auf den Münzen von Panticapaeum die bildliche Namensbezeichnungdas redende Wappen dieser Stadt. Eingetauscht vom Gr. Pralormo, dem dieses Stück vonKertsch 2 ) zukam. 9 / 16 Ducaten in Gold. G. I. 20.

Zu Kertsch (Panticapaeum) gefunden mit einer zahllosen Menge, welche zur Verzierung einer Rüstung dienten. Geschenkder Gräfin Langeron.

') /UTKPiroi des Dio-Cassius LXXI. 12. und der UZTTE2 desselben 1. c. 13. Einige glauben BOTTJ. Boyta Unterzupan, derim 10. Jahrhunderte zum Christen getauft wurde. Die Arbeit würde ich aus dem fünften Jahrhunderte halten. Die Schrift könnteetwa aus dem 10. Jahrhunderte sein.

a ) cf. Raoul-Rochette. Notice sur quelques objets en or, trouves dans un tombeau de Kertsch. Journal des Savants. 1832. p. 4554.