Buch 
Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
Entstehung
Seite
44
JPEG-Download
 

44

Nordische Alterthumsforscher könnten aus dem Fundorte, auf der Strasse zu Land,zwischen dem Norden und Byzanz, da so viele Wikinge in der Leibwache byzantinischerKaiser dienten, aus der Ähnlichkeit einiger Öhre mit denen an Geschmeiden und Gold-bracteaten in Dänemark und Schweden gefunden, schliessen, dass diese Medaillen Wikin-gen angehört hätten, die vielleicht auf dem Zuge in die Heimat im heutigen Siebenbürgenverunglückten ').

1. MAXIMIANVS AVGVSTVS Kopf des Maximian mit dem Lorbeer.

CRevJ CONSVL III PPPROCOS Maximian sitzend, in der rechten Hand eine ihnkrönende, auf der Weltkugel stehende Siegesgöttin haltend, die linke Hand auf das Para-zonium gestützt. l a j 3i Ducaten im Gewichte. XV.

Ein gewöhnlicher Aureus des Maximianus, nur wegen des Öhrs zum Anhängenschwerer. Maximians drittes Consulat fällt in das Jahr 290 nach Chr. Geb. Es war diesesJahr durch die Zusammenkunft Diocletians und Maximians zu Mailand, weil dieser demCarausius Britannien überlassen und ihn als Augustus anerkennen musste, bezeichnet.Die Münzen mit Öhren zum Anhängen zeigen gleiche Gewohnheit wie bei uns, und esscheint, dass sie amuletartig oder auch bloss zur Zierde getragen wurden. Dieser Maxi»mianus dürfte die älteste bisher bekannte Münze seyn, die auf die Art verwendet wurde;etwa vom Jahre 330, dem der Einweihung Constantinopels, ist der mit einem Öhr verse-hene Aureus Coustantins des Grossen zu St. Florian; die im Norden, offenbar zu einemHalsgeschmeide verwendet 2 ) gewesenen Münzen sind etwa um 100 Jahre jünger als letzterer,da die älteste derselben von Placid. Valentinianus herstammt; noch 100 Jahre jünger sinddie in Cividale ausgegrabenen und dort aufbewahrten des Justinus und Justinianus.

Öhr gleichzeitig.

2. MAXIMIANVS PFAVG Kopf des Maximianus mit dem Lorbeer.

CRevJ PACATORES GENT1VM Der Imperator auf einem mit vier Pferden be-spannten Triumphwagen, das äusserste Pferd führt ein Soldat mit der rechten Hand, in derlinken hält er ein Parazonium; unten TR? (TReviris?J. XV.

Ein bisher unbekannter Aureus des Maximianus, zum Anhängen gemacht. Obschon aufdieser Münze kein Jahr angedeutet ist, so dürfte sie doch wahrscheinlich im Jahre 303 nachChr. Geb. geschlagen worden seyn, in welchem Dioeletian zu Nicomedien das Edict überdie Christenverfolgung bekannt machte, dann nach Rom ging und mit Maximian über die seitdem Beginne seiner Regierung besiegten Völker einen gemeinschaftlichen Triumph hielt.

Öhr gleichzeitig.

3. AVR VAL MAXIMIANVS PF AVG Kopf Maximians. Die Vorderseite mit einerEinfassung von 21 granatartigen Glaspasten, wovon fünf ausgefallen, umgeben.

') Worsaae. Dänemarks Vorzeit. S. 52 u. s. w.

:) Historisch - antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1835. S. 98.