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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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(Itev.J HERCVLI CONSERVATORI AVGG Rrustbild des mit der Löwenhaut be-deckten, belorbeerten Hercules; in der reckten Hand über der rechten Schulter die Keulehaltend. 15/ 4 Ducaten im Gewichte. XV.

Es ist bekannt, dass Diocletian sich den Jovischen und Maximian den Herculischennannte, dass Jupiter und Hercules die göttlichen Wesen waren, welche beide Imperatorenals die Urheber ihres Stammes verehrten und auf ihre Münzen setzten. Die Münzen dieserPeriode sind auch noch ziemlich gut gearbeitet, weil beide Imperatoren eine gewisse Ord-nung ins Reich einzuführen wussten, obschon sie die Grundideen römischer Herrschaft er-schütterten. Merkwürdig ist auch die Einfassung der Vorseite mit den Glaspasten; obschonähnliche Einfassungen sehr alt sind, so haben doch einige zu auffallende Gleichartigkeit inder Weise der Fassung und in der Farbe der Pasta, als dass man dieselbe nicht in naheZeiten setzen sollte. Ich meine den mit der Medaille gefundenen Schmuck fS. G. XI. 238);ferner aber auch die in Alt-Ofen 1836 gefundenen Ohrgehänge G. I. und die im Salzhur-gischen ausgegrabenen

hier abgebildeten Schnallen, die ich desshalb nicht den Kelten, sondern den Römern zu-schreiben möchte. Da die Römer im Jahre 14 vor Chr. von unseren Gegenden Resitz nah-men, die Medaille des Maximian aber zwischen die Jahre 286 304 nach dir. Geb. fällt,und die Fassung wohl gleichzeitig seyn dürfte, sich aber ein Geschmack an Schmucksachenkaum durch 300 Jahre auf ähnlicher Stufe erhält, so schiene mir die Epoche der so ge-stalteten Schmuckgegenstände ungefähr bestimmt.

Öhr mit der Medaille gleichzeitig.

4. COXSTAXTINVS MAX AVG Brustbild Constantins des Grossen mit dem Palu-damentum, um die Stirne das Diadem, das Constantin zuerst unter den römischen Kaisernannahm.

CRevJ CONSTANTINI AVG Auf einem mit einem Kranze umgebenen Schilde ge-schrieben, den zwei Siegesgöttinen halten: VOT XXX Unten: T?reviris? 7% Duc. XV.

Constantin der Grosse wurde zum Caesar im Jahre 306 nach Chr. Geb. ernannt,er brachte also die Gelübde zum dreissigstenmale im Jahre 335, als er sein Weltreich infünf Theile theilte. Er gab seinem ältesten Sohne Constantin alles Land jenseits der Alpen:Gallien, Britannien, Ilispanien; dem Constans: Illyricum, Italien, Africa; den Söhnen seinesBruders, dem Delmatius: Thracien, Macedonien, Achaia; dem Hanniballianus: Klein-Arme-nien, Kappadocien und den Pontus mit dem Titel eines Königs; folglich rührt dieser Me-daillon von einem der merkwürdigsten Jahre der Weltgeschichte her.

Öhr gleichzeitig.

5. FL IVL CONSTANTIVS NOR CAES Das Brustbild des Constantius mit demLorbeer umgeben, die Brust mit dem Paludamentum, in der linken Hand einen Schild lial-

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