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tend, worauf Constantius selbst im schnellsten Ritte die Lanze gegen kniende und bittendeFeinde wirft. Mehrere liegen auf dem Boden. Dem Constantius fliegt eine Siegesgöttin vor-aus, in der rechten Hand einen Kranz, in der linken einen Paimzweig haltend. Rückwärtsfolgen mehrere bewaffnete Soldaten. Die Vorseite dieses ausgezeichneten Medaillons ist miteiner wenig verzierten Einfassung umgeben.
CRevJ GAVDIVM ROMANORVM Eine Hand aus den Wolken ist im Begriffe dasHaupt der mittleren grösseren Gestalt mit dem Diadem zu umgeben; die zweite wird voneiner Siegesgöttin und die dritte kleinere von der Roma oder Virtus mit einem Lorbeer ge-krönt. Unten: M CONS (Moneta Constantinopolitana). 73V 2 Ducaten im Gewichte. XV.
Öhr gleichzeitig.
Die Vorstellung der Krönung dieser drei Gestalten erinnert sehr an die Krönungendes Diocletian und Maximian durch die Victoria, dem Galerius und Constantius stehen zweiPersonificationen zur Seite
Auf dem oben bei Nr. 5. beschriebenen Medaillon ist die mittlere grössere Figur, wel-cher die Hand, die aus den Wolken ragt, selbst das Diadem aufsetzt, wahrscheinlich C 011 -stantin der Grosse, auf der auch seine zwei Söhne, Constantius und Constans folgen, jenervon der Victoria, dieser von der Virtus mit Lorbeer gekrönt. Es stellt also dieser Medail-lon ein ähnliches Bild der Familie Constantins des Grossen vor, wie der Medaillon des Con-stans zu Gotha * 2 ).
Vielleicht auch, dass diese beiden Medaillons wie obiger (Nr. 4.) im Jahre 335 nachChr. Geb. bei der Theilung des Reichs gemacht wurden; denn in diesem Jahre war Con-stantius achtzehn Jahre alt, welches Alter die Züge zum wenigsten anzeigen. Da Constan-tius beim Tode seines Vaters den Titel Augustus annahm, war er erst zwanzig Jahre alt,so, dass es wahrscheinlich, dieser Medaillon sei vom Jahre 335.
Auf dem Medaillon zu Gotha, dessen Vorseite das Brustbild des jüngsten der SöhneConstantins des Grossen, Constans vorstellt, kann dieser kaum jünger gedacht werden alsfünfzehnjährig. Die Rückseite des Medaillon zu Gotha führt die Umschrift: SECVR1TASPERPETVA, unter dieser stehen vier Figuren, von denen die mittlere grössere in der rech-ten Hand das Labarum, in der linken Hand einen Köcher mit drei Pfeilen? — Symbole seinerdrei Söhne? — hält; diese mit Lorbeer geschmückte Gestalt stellt Constantin den Grossenvor; ihm zunächst steht die kleinste unbewaffnete Gestalt, Constans; links Constantin derjüngere; rechts entfernter Constantius bewaffnet, ihre rechten Hände auf Lanzen, ihre lin-ken auf Schilde gestützt. Die Umschrift zeiget wahrscheinlich entweder das Jahr der Thei-lung 335 oder jenes der Ernennung des Constans zum Caesar im Jahre 333 an, da dieBrüder diese Würde schon bekleideten. Dieser Medaillon stammt daher entweder vom Jalire333 oder 335 3 }.
Der Medaillon des Constantius ist auch desshalb sehr merkwürdig, weil Constantinusder Grosse als von Gott selbst gekrönt darauf vorgestellt wird, welches die aus den Wol-
') Cassas. Voyage pittoresque de l’Istrie et de la Dalmatie. pl. 38. p. 142.
J ) Liebe. Gotha numaria. 360.
3 ) Unten: CONS. Constantinopolis.