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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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7. VALENTINIANVS P F AVG Der Kopf des Valentinianus mit dem Diadem undPaludamentum. (Ihres seltenen Vorkommens wegen gestochen).

(Rev.J TRIVMFATOR GENT BARB Der Kaiser stehend, hält in der rechtenHand das Labarum, in der linken die Weltkugel, neben ihm kniet ein gefesselter Barbar.Unten: TR. OB. XVI.

Valentinianus, in Ungarn geboren, zu Nicaea im Jahre 364 als Augustus ausgerufen,nahm sogleich seinen Bruder Valens zum Mitregenten an. Die Mitregentschaft drückt dieRückseite der Münze Nr. 8. deutlich aus, so wie Nr. 7. den Besieger barbarischer Völker,was er oft war. Er starb zu Birgitio im Lande der Aravisker 1 ) (in Ungarn), weil er gegendie Abgesandten der Quaden sich zu sehr erzürnt hatte.

8. VALENTINIANVS PF AVG Brustbild Valenlini&ns mit Diadem; in der rechtenHand hält er die Weltkugel, in der linken das Scepter. (Diese, obsclion nicht seltene Münzeund keine Medaille, ist hier gestochen, wegen der Aehnlichkeit der Rückseite mit der desValens XIV. Unten Nr. 12.

(Rev.J VOTA PVBLICA Beide Kaiser, Valentinianus und Valens, sitzend, mit denrechten Händen Rollen erhebend, mit den linken Scepter haltend. Auf beiden Seiten desThrones einen Gefangenen, unten: CONS. (Constantinopel). XVI.

Das Ausserordentlichste, was es in Bezug auf die grossen römischen Medaillen gibt,besitzt das k. k. Münzcabinet. Diese Medaillen stammen fast alle von Valens 2 ) her.

Die nach Julians des Apostaten Tode ernannten Imperatoren Jovianus, Valentinia-nus I., Valens, Gratianus, Valentinianus II., waren in Pannonien geboren.

9. D N VALENS MAX AVGVSTVS Die Büste des Valens mit dem Diadem um-geben, hält in der linken Hand die auf der Weltkugel stehende Victoria, welche in derrechten Hand dem Valens, um ihn zu krönen einen Kranz empor hält, in der linken gesenk-ten einen Palmzweig, die rechte Hand etwas erhoben. (Mit zwei wenig verzierten Einfas-sungen umgeben.)

(RevJ D N VALENS VICTOR SEMPER AVG Der Kaiser Valens mit dem Nim-bus umgeben, auf einem von sechs Pferden gezogenen Triumphwagen, die rechte Hand aus-

') Ueber Aravisker etc. v. Arneth. Zwölf römische Militärdiplome. S. 72. 73.

a ) Obschon daher das k. k. Münzcabinet zuverlässig das reichste ist, so hat es Mionnet irrthümlicli noch reicher gemacht als es ist, denner hat in: »De la rarete et du prix des Medailles romaines etc.« 2. edit. Paris 1827. II. 314. die erste da beschriebene Medaille als imk. k. Münz- und Antiken - Cabinette befindlich, aus Eckhel VIII. 151. 152 citirt, der sie aber als Besitz des Apostolo Zeno anführt.Die Sammlung Apostolo Zenos wurde vom Pröpsten J. G. Wiesmayer von St. Florian, 1747 gekauft. (Arneth, über die Sammlungantiker Münzen in St. Florian. Jahrbücher der Literatur. LXXXIII. Band. Wien 1838. A. Bl.) Apostolo Zeno, geboren 11. December1668, gestorben 9. November 1750, erhielt in Wien, wo er Kaiser Karls VI. Hofpoet war, vom Grafen Lippa einen ganz ähn-lichen Medaillon von 10 Ducaten im Gewichte (Lettere 2. ed. III. p. 226. Negri. Vita di Apostolo Zeno, p. 358. 428.), den er jedoch anCardinal Albani mit drei andern Medaillons um 170 Ducaten verkaufte, und der daher nicht nach St. Florian kam.Tanihi (BanduriNumism. Suppl.) gab einen ähnlichen aus dem Vatican heraus. Bei dem des Wiener Museums ist nur die Einfassung und das Öhr ver-schieden, weher auch die ausserordentliche Schwere kömmt. Die von Mionnet Seite 314 und 315 beschriebenen Medaillen, vondenen er die erste auf 2000, die zweite auf 4000 Francs schätzte, sind eine und die nämliche. Mionnet hat ferner 1. c. 316 mitLiberator Reipublicae eine Medaille dem Valens zugeschrieben, welche dem Magnentius gehört, und von Valens kaum mit gleicherRückseite existirt. Der Medaillon des Magnentius ist aber bei dem grossen Unglücke, welches sich in dem königlichen Münzcabinettezu Paris im Jahre 1831 ereignete, zu Grunde gegangen. Lenormant. Tresor de Numismatique et de Gl. Iconographie R. PI. LXII.15. p. 132.