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Als Augustus Symbol des römischen Staates wurde, brachte man für ihn, für seineFamilie Gelübde. So im Jahre 16 vor Chr. Geb. VOT. P. SVSC. PRO. SAL. ET. RED.AVG. — Vota publica suscepta pro salute et reditu Augusti. — I. 0. M. S. P. Q. R. V. S.PR. S. IMP. CAE. QVOD. PER. EV. R. P. IN. A. M. P. AT. 0- T R. AN. S. E. (sic.)— Jovi Optimo Maximo. Senatus populusque Romanus voto suscepto pro salute ImperatorisCaesaris quod per eum respublica in ampliore atque tranquillo statu est. — Innerhalb einesLorbeerkranzes ‘).
Eine andere mit dem Bildnisse des Augustus auf einem Schilde trägt die Umschrift:IMP. CAESAR. AVG VST VS. CONS. S. C. OB. R P- CONS- 2 > — Imperator CaesarAugustus conservator (diess scheint die Umschrift des Clypeus votivus gewesen zu seyn)Senatus Consulto ob rempublicam conservatam. — Dem Augustus zu Ehren wurden mehr-mals Gelübde unternommen; so dem Hadrianus und Severus Alexander wünschte der römi-sche Senat auf den Münzen: AN. N. F. F. OPTIMO PRINCIPI PIO ä ) CAnnum novumfaustum felicem).
Am 1. Januar jeden Jahres wurden immer öffentliche Gelübde für das Reich, undam 3. Januar für den Regenten gemacht, diese sind jedoch zu unterscheiden von jenen,welche die Römischen Kaiser nach einer bestimmten Zeitperiode unternahmen; an derenSpitze abermals Augustus steht, der im Jahre 37 vor Chr. die Republik wieder herzustel-len sich das Ansehen gab, und auf Ansuchen des Senates und Volkes die Regierung aufzehn Jahre übernahm; als diese zehn Jahre vorüber, auf neue fünf Jahre, und als auch dieseverflossen, abermals auf fünf Jahre, so dass er nach fortgesetzten Zeiträumen von zehnJahren sein ganzes Leben an der Spitze des Staates blieb 4 ), so dass die nachfolgendenCaesaren alle zehn Jahre Feste feierten. Diess geschah bis Postumus, der anfing sie allefünf Jahre zu feiern, so dass die Voten von Augustus bis Anastasius, oder vom sechzehn-ten Jahre vor Chr. Geh. bis zum 518. Jahre nach Chr. Geb. mehr oder minder häufig aufden Münzen Vorkommen 5 ).
Bei den christlichen Völkern des Occidents breitete sich die Votiv-Darstellung imhohen Grade aus; denn ausser dem der bessern menschlichen Natur eingebornen Triebe,sich in Verbindung mit höhern Wesen zu glauben, von ihnen abzuhängen, an iliien Einfluss auf unser Schicksal die Gedanken zu richten, ist es auch um so natüilicliei, als dieselben im alten Testamente so häufig Vorkommen. Das älteste Gelübde, das die Geschichtekennt und das dort nicht als etwas Neues erscheint, ist das Jacob’s, indem er sich vornimmtJehova als seinen Gott zu verehren 6 ). So hatte Moses die Gelübde, da sie em Mittel dieNation enger mit Gott zu verbinden, aus dem alten Herkommen beibehalten. Zeugen derGelübde im Mittelalter finden sich ausser zahllosen anderen Monumenten auch in den Ante-pendien, welche vom siebenten bis zum sechzehnten Jahrhundert von Russland bis Sicihen,
■) Eckhel. VI. 105. Arneth. S. N. R. p. 41. n. .113. „ . rY1 .
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3 ) Riccio. Le Monete delle antiche Famiglie di Roma. 2. cd. aaa
3 ) Eckhel. VI. 508.
4 ) Oio LIIl. 13. . 473 — 488 ', und meine Zusammenstellung der Münzen, worauf die
5 ) Eine vortreffliche Abhandlung Eckhel’s de numis votorum
Voten Vorkommen: Arneth. S. N. R. Index p. 29 3. 294.
u ) Moses. I. 28. 22. ^ *