48 Griechische Schulphilvsophie.
sieht, wenn eine aufgeblasene Blase gepreßt, oder wenn ei>> ^umgekehrtes Glas im Wasser untergetaucht wird. Auf der amder» Seite aber wird wieder angeführt, daß ein mit feinerAsche ganz angefülltes Gefäß doch eben so viel Wasser aufneh-
men kann, als wenn es gar keine Asche enthält, was sich nur »ei
erklären läßt, wenn man zwischen den Aschentheilchen einenleeren Raum annimmt. Darauf entscheidet nun Er selbst dieFrage dahin, daß es keinen leeren Raum gibt, und zwar aus «oi
folgenden Gründen '): „Im leeren Raume kann es keinen Uu-„terschied von Oben und Unten geben, denn da bei einem Nichts„kein Unterschied seyn kann, so kann auch keiner bei einer blo-„ßen Privation oder Negation existiren; der leere Raum ist aber„eine bloße Privation oder Negation der Materie, also würde» .. ^„sich, in einem leeren Raum, die Körper weder auf- noch ab«
„wärts bewegen, was sie doch ihrer Natur nach thun müssen? "
— Es ist klar, daß eine solche Art zu argumentiren die gewöhn-lichen Worte der Sprache und unsere innere Verbindung dieser " ^Worte weit über die Herrschaft der äußern Thatsachen erhebt,indem sie die Wahrheit davon abhängig macht, ob diese Worteoder der damit verbundene Begriff privativ oder nicht ist, »istob wir in der gewöhnlichen Sprache zn sagen pflegen, daß die ^Körper ihrer Natur nach fallen. In einer solchen Philosophie "wird das Ergebniß jeder neuen Beobachtung so lange gedrelflund gezwungen, bis es dem gewöhnlichen Sprachgebrauche » ^entspricht, weil der ganze Begriff auch nur aus diesem Sprach' ^gebrauche selbst entstanden ist.
Wir wollen hiemit nicht sagen, daß die gewöhnliche Aflder äußern Eindrücke auf uns, die offenbar auch die Basis unst ^rer gewöhnlichen Sprache sind, beschränkt oder bloß zufälligseyen. Sie enthalten vielmehr allgemeine und nothwendige Mdingungen unserer Auffassung. So werden z. B. alle Din-fl ^als im Raume und in der Zeit enthalten, als durch die Rel»' da,,tion von Ursache und Wirkung verbunden, von uns aufgefaßt ej^und so weit, als die Aristotelische Philosophie bei diesen A»^ diesfassungen stehen bleibt, hat sie einen reellen Boden, obsch»" uni
selbst in diesem Falle ihre Schlüsse oft sehr unsicher sind. b«„
haben davon ein Beispiel in dem achten Buche"), wo er beweist
1) Aristot. Physik. IV. 7 .
2) Itlei», VIII 1.