Band 
[Erster und zweiter Theil.]
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Griechische Schulphilosophie.

„Wirkung von dem, was leuchtet, so fern es leuchtet." Uniwenn, wird dann hinzugefügt, „wenn das Leuchtende in Kraft,„aber nicht in Wirkung ist, so entsteht Finstern iß." Die obigeBeschränkung, „so fern eS leuchtet," wurde daher genom»men, weil ein leuchtender Körper auch auf eine andere Artwirken kann. Eine Fackel z. B. kann sich sowohl bewegen ästauch leuchten, aber ihre Bewegung ist keine Wirkung derselbe»,„so fern sie leuchtet."

Aristoteles schien mit dieser Auseinandersetzung selbst fehlzufrieden gewesen zu seyn, denn er fährt nun so fort: »Den»„nach ist das Licht kein Feuer, noch auch irgend ein anderer„Körper, noch auch der Ausfluß irgend eines Körpers (denn best„würde doch nur wieder ein Körper seyn), sondern es ist die M„genwart von Etwas, gleich dem Feuer in den Körpern, allei»„da es unmöglich ist, daß zwei Körper in derselben Stellt„zugleich seyn sollen, so ist auch das Licht kein Körper."

Aristoteles führte noch ein anderes Wort in seinen philoso*phischen Bortrag ein, das er wahrscheinlich selbst geschaffen hat,um dadurch diejenige Wirkung auszudrücken, die einer nnwirhsamen Kraft entgegen gesetzt ist. Dieß ist das berüchtigte Lvre-— So heißt es von der bekannten Definition derwegung im dritten Buche seiner Physik'): „Die Bewegung ist„die Entelechie eines bewegten Körpers in Beziehung auf seil»„Beweglichkeit." Und eben so ist, nach seiner Definition, „di<„Seele die Entelechie eines lebenden Körpers vermöge seinerKraft.^— Dieses Wort wurde von den Nachfolgern des Stagiriten auf dflmannigfaltgfte Weise übersetzt, und manche haben eS auch für ga»junübersetzlich erklärt, und wollte den meisten nicht geilt»gend erscheinen; uetus vorn«, ixse eursn? ueiioiu8 erhielt von al»anderen den Vorzug; auch primus aotu« wurde von mehreren gt'braucht, vbschon der letztere Ausdruck von einer anderen Schule >'"einer ganz verschiedenen Bedeutung angewendet worden ist. Budäu^braucht dafür Cicero °) paraphrasirt es mit: rsussi gu«»'

stam eontinuatkm mviwnem etperennem. Aber diese Umschreibt»^stimmt, wohl mit der Definition der Seele, wie sie Cicero gil'K

,) Aristot. Phys. l». i.

r) <>ic«ro l'unc. l I».