Band 
Erster Theil. A - Be.
Seite
104
JPEG-Download
 

IO4 adh

Er hebeteauch den zoll auf, welchen die Califen von denen nachMecha ziehenden pilgern zu fordern pflegten, und liesse ver-schiedenen Lehrern, Predigern, kklloloxlns. und Poeten, diedazumalen lebten, merkliche penüones zahlen. Man zehletunter die grossen wercke, die er ausgeführet hat , die grabmahledes Ali und des Hussain, welche auf einem Hügel stehen, undfür die kostbarsten von gantz Asien gehalten werden. Er liesseauch die von ihren mauren fast entblößte stadt Medina wieder-um mit neuen mauren umgeben, und gegen Schiras über er-bauete er eine stadt, welche heutiges tages aber mehrentheilsverwüstet liegt, undSukal Emirs, d. i. desFürften dorfaenennet wird. Endlich fo hat er auch den zu Schiras durch-Aiessenden fluß Bendemir schiffbar gemacht, indeme er einengrossen theil der wassern, welche sich in dem flachen lande ver-rohren , wiederum in ihr altes bette gesammlet hat. Adhad-Ed-dulat wäre übrigens zu Ispahan aebohren in dem jähr der He-gira ;24. und Christi yz 5. und starb zu Bagdad in dem jährder Hegira oder Christi 982. seines alters in dem 47. undseiner regierung in dem ?4. jähr. Durch sein testament hatteer verordnet, daß man ihne bey des Ali seinem grabe, allwo ereine Moschee hatte erbauen lassen, begraben sollte. Den tagda er starb, führte er sehr oft diese worte in dem munde: washelffen mir nun alle meine reichthummen, weilen siemich jetzt verlassen. Es wäre aber dieser Fürst durch einenaußerordentlichen zufall zu sehr grossen reichthummen gelanget.Die fach verhält sich aber also. Adhad-Eddulat hatte unter sei-nen weibern eine fclavin, in welche sich ein soldat seiner leib-wacht verliebet hatte, und bey deren dieser, ohne daß esder Fürst gewahr worden, ziemlich gehör fände. Als nun die-ser soldat einsten auf der jagd einen fuchs verfolgete, schlöffedieses Wer in seine hole, und benähme also seinem Verfolgeralle Hoffnung/einer habhafft zu werden, wann dieser sich nichtentschlossen hatte, die hole des fuchses zu umgraben, um ihne zufangen. Da er nun ziemlich tief gegraben hatte, traf er un-vermuthet eine treppe an, welche ihne in eine höle leitete, inwelcher er einen erstaunlichen schätz an gold und edelgesteinenfände. Er vergnügte sich dißmalen einen theil davon mitzu-nehmen , und übrigens den ort, nachdeme er den eingangwiederum zugedecket hatte, zu bemercken, damit er zu andernreiten wiedrum dahin gehen könnte. Weilen er nun an geldkeinen Mangel hatte, beschenckte er stine liebste sehr oft. Die-se , als deren die armuth ihres liebhabers bekannt wäre, ver-wunderte sich nicht wenig über seine freygebigkeit, und fragteihn endlich mit solchem ernst, wo er doch solche dinge hernehme, daß er ihro sein geheimnis eröffnete. Kaum hatte siesolches erfahren, so nähme sie sich vor, durch diese entdeckungbey dem Sultan ihren begangenen fehler, der ohne demenicht mehr konnte lang verschwiegen bleiben, auszusöhnen.Da sie ihme nun die fache in geheim hatte hinterbringen lasssen, liesse er ihro befehlen, sie sollte sich selbst an den ort füh-ren , und unterwegs unvermerckt von zeit zu zeit ein stuckgenpapier fallen lassen, damit andre durch diese merckmahle denweg auch finden könnten. Die fclavin verrichtete alles pünkt-lich , und der Sultan von einigen seiner vertrautesten begleitet,menge in die höle, in welcher das verliebte paar schon ange-kommen wäre. Der soldat erschracke sehr, als er den Sultansahe, aber dieser sprach ihm alsbald guten muth ein, begabteihn reichlich, und begnadigte die sclavin. Der Sultan wandte«inen guten theil dieses erstaunlichen schatzes auf verschiedenegebäude. Er hatte aber dabey auch die begierde, sich beyausländischen Fürsten in Hochachtung zu setzen, und sonderlichdas bündnis, so die alten Könige von Persten mit denen Grie-chischen Kaysern hatten, zu erneuern. Zu diesem ende wärenöthig eine Gesandtschafft gen Constantinopel zu schicken. Ererwehlete zu seinem Ambassadorn einen klugen und durch vielereisen versuchten kauffmann, «welchem er nebst der nöthigen in,struction, auch viele seltene stücke, die er aus seinem schätz zöge,mitgäbe. Da der Gesandte zu Constantinopel angekommenwäre, liesse er sich als einen kauffmann dem Kayser vorstellen.

( Dieser Kayser wäre wahrscheinlicher weise Nieephorus Pho-eas.) Die herrlichen geschenkte, welche dieser fremdling demKayser thäte, erwarben ihme seine gnade, und zu gleicher zeitgelangte er in hohe achtung bey allen Grossen des Hofes. Nach-deme er sich nun eine geraume zeit zu Constantinopel aufge-halten hatte, erhielte er, auf sein begehren, die erlaubnis einHaus allda zu bauen. Man wiese ihme dazu einen platz an,auf welchem einiges altes gemäuer stunde. So bald er sichMeister von diesem platz sahe, liesse er heimlicher weise aufdem-selben eine rolle Pergament tief unter die erde vergraben. Nach-deme nun wiederum einige zeit verstrichen wäre, fienge er andas fundament seines Hauses graben zu lassen. Als nun diearbeiter tief genug gegraben hatten, trafen sie die rolle vonPergament an, und brachten solche alsbald an den Hof, nichtzweifelnde, es enthalte solche das Verzeichnis eines verborgenenschatzes. Allein anstatt dessen fände man auf diesem hirfthfellnur einige m Griechischer sprach geschriebene zeilen, deren in-halt wäre, daß ein grosser stern-ründiqer vorgesagt hätte, eswurde um diese zeit in Persien ein Monarch regieren, derAlexandro dem Grossen an macht nichts nachgeben, ein be-schutzer ferner freunden, und eine geisel seiner feinden seynwurde, dessen fteundschajst folglich alle Könige der weit noth-wendig suchen sollten. Als der Kayser dieses vernommen, liesseer den fremden kauffmann zu sich kommen, und fragte ihn, ob

adh

er den jetzt in Persten herrschenden Adhad-Eddulat kennest.Der kauffmann antwortete, daß er einer seiner ergebensten dl^nern wäre, und erzehlete sehr vieles von der grossen macht undherrlichen eigensthafften dieses Fürsten. Hierauf nun zweifelteder Kayser keines wegs, es müsse diese vermeynte Weissagungauf den Adhad-Eddulat zielen, und nahm sich vor eine prach-tige Gesandtschafft an ihne zu schicken, und ein bündnis mssihme aufzurichten. Der Botschaffter ward auch mit herrli-chen geschencken versehen. Als der Griechische Gesandte beySchiras ankäme, vernahm er, daß der Sultan in der gegend,da der fluß Bendemir entspringet, sich befinde, und richtete alsoseine reise dahin. Er trüge die ursach seiner Gesandtschafft vorund legte seine geschencke ab. Adhad-Eddulät bewirthete ihnherrlich und gab ihme seinen sommer-palast zu bewohnen ein.Übrigens hat Adhad-Eddulat die stadt Kureb Fars, fo in demeigentlich sogenannten Persien lieget, wiederum erneuert. S>rwäre ehemals durch Ardeschir Babegan den ersten König vollPersien aus der vMsüie der Sassaniden erbauet worden; Ad-had-Eddulat aber legte ihro den nahmen Kair-Abad, den sienoch heutiges tag es trägt, bey. Unter denen Gelehrten, welchesich an seinem Hof befanden, wäre auch Abul-Haffan al-Sa-lami, einer der berühmtesten Poeten feiner zeit, der ihme auchein werck, dessen titul wäre: lVletmK al IVl-rmuI, d. i. derMüsse! der Hoffnung, zueignete. Neben denen grossen ge-schenkten, mit welchen der Sultan diesen Poeten überschüttete,redete er auch mit sonderbarem lob von ihme, so daß er zusagen pflegte, wann er den Abul-Hassan sehe, ftye es ihme, ersehe Athared den GOtt der künsten und wissenschafften voMHimmel kommen, um ihne zu besuchen. Unter denen verschie-denen ehren-tituln, welche dem Adhad-Eddulat bey seinen leb-Zeiten Weben wurden, wäre auch dieser, daß man ihne neinnete: sl Nellsr, d. i. die crone seines geschlechtes'

Jshak den Ibrahim Al-Sabi hat unter diesem ehren-nahmennach dem tod Adhad-Eddulat, die Historie seines geschleckMbeschrieben. Es hat dieser Sultan vier linder hinterlassen?'der älteste söhn, nahmens Sausam-Eddulat Abu Caligiar, foWdem vatter in der würde eines Sultans von Bagdad nach»der zweyte und der dritte söhn Abul Hassan Ahmed und AvllDaher Firuz Schach erhielten Persien für ihr erbtheil,der jüngste Scharf Eddulat Abul Falvares bekäme CaraM^Nie» für seinen theil. , bibliotk. Oriem.

* Udhafta, lat. .suvensrium, war ehemals eine stadt, E

aber nur ein flecken in dem Venetianischen gebiethe, in der lano-schasst Bergamasco. Man fände ehemals daselbst eine mfim'pcion, darinn das Wort fuvenkuiuln gelesen wird: daher euEdem ort diesen nahmen beylegen wollen. Allein man findet beykeinem der alten eine stadt dieses nahmens. , cko

roblis L Lenom. , OiÄ. ftäogr.

* Arche- Ledmillah, der eilfte und letzte Calif in EgyEaus dem geschlecht der Fathimiten, wäre ein söhn Emirseph, eines sohns Hasedh des achten Califs dieses geschlecW'Er folgte in der regierung auf den Faiz in dem z? 4 . oA"55?. jähr der Hegira, welches mit dem jähr nzy. oder li°^nach Christi geburt überein kommet, und regierte seine SMAten als ein prächtiger und freygebiger Fürst. Zu seinerfielen die Francken mit mächtigen armeen in Egypten em'daß dieser Calif sich gezwungen sahe, frieden mit ihnen zu ss"chen und ihnen für die kriegs-kösten eine millione Dinarsbezahlen. Die Francken zogen in Alcatr ein, um diese suMss^zu beziehen, und jageten den einwohnern dieser grossen u«-einen solchen schrecken ein, daß einige der vornehmsten, n>genehmhaltung des Adhed Ledmillah an Nureddin MahM"^

( den die Lateinische geschicht-schreibere den Sultan NoraE,zu nennen pflegen,) der dazumalen Syrien beherrschet,

den, ihme den erbärmlichen zustand, in dene pe von oc>> ^Francken waren gesetzt worden, vorstelleten, und ihne umwider diese mächtige feinde anrüsteten. Nureddin, welchemmit denen Abaßidischeu Califen zu Bagdad hielte, weM §neu Fathimiten zuwider waren, machte sich diese gelegen,W-mnutz, und schickte alsbald seinen besten Generalen Assade^xmit' 8 °o°o. reutern in Egypten. Die Francken erwarteten »"yseine ankunft nicht, sondern begaben sich auf ihreverliessen Egypten. Assadeddm langete aber allda an, undseinen einzug in Alcair in dem 564. jähr der Hegira und 'nach Christi geburt. Der Calif erwiese ihme, als seinem ^ser, sehr grosse ehre, erhöbe ihn zu dem amt seines ersten-'-^nisters, und übergab ihm das höchste commando aller sammeen. Allein Assadeddin genösse diese grosse ehre nicht langdeme er in dem 6 z. tag nach seiner erhöhung von deni j,,oüberfallen worden. Adhed Übergabe also diese ämter S«'"seinem nefe: Dieser nun wäre mit diesem allem nicht veget, sondern trachtete so gar den Calif gäntzlich zu e>m - ckDa er in der that hierinn seinen zweck erreichet hattees dem Sultan Nureddin kund, welcher ihme alsovaw ^ertheilete, nicht nur alle nach dem gebrauch der May"nern übliche seyerlichkeiten öffentlich zu halten, nEUiM

Dieser gÄck

...., 597 .'zu der zeit, va A W

sehr kranck darnieder lag; wie er dann auch gestorbene" ^r.um alles dasjenige zu wissen, was wider ihne geMy.. M

--- den höchsten geE^y

Nach seinem tob eignete sich Saladin