Band 
Erster Theil. A - Be.
Seite
426
JPEG-Download
 

426

ann

Wilhelmum, Printzm von Oranien, zu Leipzig vermahltward. Strada erzehlt, es habe die Regentin in den Nie-derlanden dem Printzen anfänglich solche Heurath auszuredengesucht, weil die Printzeßin der Lutherischen rettgwn zugethangewesen, dazu dieser -mrlior setzt, es habe Wilhelmus versi-chert , wie sich der Churfürst und die braut bereits durchbries und sieget erklärt, daß die Prmtzeßin den Catholischengottesdienst annehmen solle, »vornüber sich zwar der braut groß-vatter, der Landgraf von Hessen setzte, aber nur in dein ab-sehen , selbst eine tochter mit dieser bedingung los zu werden.Es scheinet aber, wenn ja der Printz also geredet, daß solchesbloß geschehen sey, um die Regentin mit guten Worten abzuspei-sen,weil nach der Hand, »vie Strada selbst bekennen muß, nichtsvon diesen bedingunaen erfüllet worden. Gleichwol hat dieseVerbindung keinen glücklichen ausgang genommen, indem diePrmtzeßin, nachdem sie ihrem gemahl einen söhn Mauritiumnebst zwey töchtern gebohren, an. wieder nach Sachsenzu Churfürst Augusto geschickt worden, und Printz Wilhelmsich noch bey ihrem leben anderwerts vermählt. Die eigentli-che Ursache dieser trennung kan man nicht sagen. Stradagiebt zwar abermal vor, sie sey säulrsiü mMikstts gewesen.Ändere aber reden davon nicht mit solcher gewißheit und deut-lichkeit. Thuanus sagt schlechterdings, sie sey oh more.8, we-gen ihrer aufführung , von ihrem geinahl geschieden worden.Haräus, es sey lülpiclnnum qu-auncl-un crmlä, um einigenVerdachts »Villen geschehen, wie auch Herr Müller in den Säch-sischen Lnnsllbus zugiebt. Wenn man die umstände der dama-ligen zeit ansieht, in welcher die Lutheraner mit den Refor-mirten mehr als jemals gespannt waren, und in Sachsen son-derlich die Crypto-Calvinischen streitigkeiten grossen lerinen er-regten, möchte es fast wahrscheinlich seyn, daß der unterschied derreligion hiezu ein grosses beygetragen. So viel ist jedoch gewiß,daß diese Änna von Churfürst Augusto, als sie wieder nachSachsen gekommen, zu Dreßden in Verwahrung genommenworden, in welcher sie auch an. 1577. den »8. dec. verstorben,und nach Meisten in die Dom-kirche, »viewol ohne gepränge,begraben worden. Müllers Sächs snu->ls8, p. 201.iz;. 17;.

cle bello Lslg. clec. I. lib. II. rul kmn.1561. in

snnsl. örsb. roin. III. x. 22;. lib. I.X.

Anna , Hertzogin von Savoyen, siehe Ludovicus I. Her-tzog von Savoyen.

Anna , von Franckreich, eine tochter Königs Ludovici XI.wurde an. 1474. an Petrum von Bourbon , Herrn von Beau-jeu, hernach Hertzog von Bourbon verheurathet, auch durchdas testament ihres vatters zu einer Regentin des Königreichs,und vormünderin des jungen Königs Caroli VIII. ernennet,welches ihr aber von dem Hertzog von Orleans, Ludovico,als dem nächsten Cron-erben, der auch hernach König wor-den , streitig gemacht wurde. Die Stände des Reichs bestä-tigten ihr zwar dieses recht von neuem; aber der Hertzog von Or-leans erregte doch einen krieg deswegen, den sie aber mit grosserklugheit ausführte, auch sonst bey ihrer vormundscbafftlichenregierung grossen verstand blicken ließ , davon der articku! Ca-rolus VIII. weiter nachzulesen. Der König trat aber an. 1491.selber die regierung an, und ließ gleich beym ansang derselbenihren feind, den Hertzog von Orleans, der vorher in einerWacht war gefangen worden, los, worauf sie ihr ansehenziemlich wieder verlohr, doch aber ihre zeit in ruhe zubrachte.Sie starb den 4. nov. an. »-522. im 60. jähr ihres alters. o-«n-r. lud Lmo-

lo VIII.

St. Anna , (Anqelus äe) ein Cardinal, war aus einervornehmen familie zu Neapolis. Er »vurde erstlich Bischofs zuLodi, und hernach machte ihn Urbanus VI. an. i;y;. zumCardinal. Einige sagen, er sey als Legat in das KönigreichNeapolis geschickt worden. Dieses ist gewiß, daß er sich beydem Loncüio zu Pisa und zu Costnitz, wie auch bey der wählvon 6. Päpsten befunden. Er starb zu Rom den 21. jul. 1423.

Uc.

Rayserin von Rußland.

* Anna Ivanowna, Czaarin und Kayserin von Rußland,wäre die zweyte tochter des Czaars Ivan Alexiewitz, welchermit Petro dem Grossen, seinem stief-bruder, von an. 1632. bisan. 1688. gemeinsamlich regiert, nachgehends aber die regierungdemselben allein überlassen hatte. Ihre Mutter war ProscopiaFöderowna, des Bojaren Födor Petrowitz Soltikow tochter.Anna ward gebohren den 25. jenner 8r. ver. an. 169;. Siewäre eine ansehnliche , wohlgestaltete, leuthselige und klugePerson, deren geist zu grossen Staats-und Reichs-geschäfftenvöllig geschickt Ware. Der Hertzog Friedrich Wilhelm von Cur-layd vermählte sich mit ihr den n. nov. 1710. zu Petersburg ,um sich der freundschafft des Kaysers Petri, wegen seines Her-tzogthums desto gewisser zu versichern. Allein er siel kurtz nach-em veylager in ein hitziges sicher, und verstarb den 21. jennerHinreise nach Curland in Dudderhof; worauf^ss^ssstttibre Hertzogin ihren sitz zu Mietau nahm. Sie«-n ^^iae schicksale, besonders in der zeit, da

unvÄn^ Alle^ , Hertzog in Curland

zu Werden. Allem nachdem an. 17; o. den so. januar. der Czaar

ann

Petrus ll. verstorben, wurde sie noch in derselbigen naM^Kayserin von den Grossen des Reichs ausgeruffen.tzog von Holstein-Gottorp ließ z»var protestiren, als weiw ^ ^hauptete, die nachfolge gebühre seinem Printzen Petra /tn dem testament der Kayserin Catharinä verordnetMan setzte aber dieser protestation entgegen, diewillkuhrliche Reichs-folge, vermög »velcher Petrusnem tod Anna»» solle ernennt haben: Daher» auch/trag des Reichs-Cantzlers Golvfkin dem RußisthsN»Staats-Rath zu gunsten dieser Printzeßin »vohl geNl-ch

chrer ankunft in der stadt Moscau übernahm sie das

ter einer geivissen capitulatisn, nach »velcher sie sickschranckten regierungs-art begeben, und solche mitRath zu theilen versprechen muste. Jedoch weil die A'A h"ner absoluten herrschasst gewöhnet sind 4 so wurde ihr / fansehnliche Versammlung von z po. fürnehmer Edelleuwunter mehrentheils staats-und kriegs-bediente >varcn^,F>der Feld-Marschall Trubetskoy anführete, die völlige sschische regierung den 8. mertz besagten jahrs aufgetragv' Mvon dem hohen Neichs-Rath verwilliget, und darauf stulation abgethan. Dieses zöge den fall eines FE Zjicpssdes Dolgoruckischen Hauses nach sich, »veil der F"c>tDolgorucki, und sein söhn Ivan, den jungen KaystHE oä'sollten vertvahrloset, und zu dein unreiffen encschM/.A u/Mahlung mit der Dolgoruckischen Printzeßin, AleM ssrvIvans schwester, verleitet haben. Ausser dem trug Sfei das meiste zu ihrem Unglück, daß sie die dem junge« vlobte Printzeßin zur Kayserin vorgeschlagen, auch l«regierungs-form die meiste gelegenheit gegeben hatten.febr. 8r. v. wäre der prächtige einzug der Kayserm l"-und in dem mertzen darauf erfolgte die crönung , den ssvsie gleich zu erkennen gab, mit wie grossem eifer / verss',stapfen des grossen Petri folgen wurde. Sie rief v>, W, Esene aus Siberten zurück, bestätigte die vorige buiw Umachte viele heilsame anstalten. Die kriegs-und geEschassten setzte sie beständig in grossen ffor, und cE^n Uden den einheimischen sowol als den ausländern nach ^ la->^diensten gleiche gnade. Die fürtreffiche einrichtunstHund see-machthat nicht »venig Verwunderung erwE '^,B 'rem Reich grossen nutz gebracht. Die Handlungbessern stand gesetzet; wie sie denn deshalben unteEmercien-tractaten, sowol mit ihren Asiatischen uaclM'^« ^ders mit China, Persien und den Borharischenauch m Europa, hauptsächlich mit Engelland und8^schloffen. Auch die bergwercke wurden fast auf das Ltrieben. An. 17)2. den 26. may schlösse sie ein buh,

Römischen Kayser Carolo VI. und dem Komg TksictiÄfli-Christians VI. durch welche sie der Pragmatischen

getreten, und hingegen die Reichs-nachsolge gara»

men hat. Sie hatte sich aber schon damals zu sd^iissdUern

nam Elisabetharn (oder, wie sie andre nennen ,

Catharinam Christinam) ersehen, so eine tochter ^

sthwester Catharinä Jvanownä ist, welche an den r;.»

Leopold zu Mecklenburg vermählt gewesen, unvM M ^

171z. zu Petersburg gestorben. De»m sie legte M M -

dec. 17; 1. ihren nahmen, Anna, bey; und bestaus

darauf das recht der willkührlichen ernennung eines ^

Die Printzeßin bekannte sich auch an. 17;zus ^

ligron. Da sie sich aber den 14. jul. 1719- n"t

dem Printzen von Braunschweig-Lüneburg-W- ^u>-.

söhn des Hertzogs Ferdinand Albert, vermahlet /

aus dieser ehe ein Printz, nahmens Ivan oU tod dMr.

zur welt käme, »vurde dieser, obschon er bey dK<qer eck'M.

ftrm nur wenig Wochen alt wäre, zum naU, ^en s ssss

Indessen, nachdem Augustus II. König m , grofff<hS

an. 17z;. in Warschau verstorben, und^eiu^^zt,s-E

der Polnischen Magnaten, unter ansuhrung des/FraNU,,,^

dorr Potocki, auch mit eifriger bemuhung des ^

Bottschaffters Marquis äe Monti, den deA. tEyB'

kaum Lesczinsky auf den thron bringen zu

Rußische Monarchin aus allen kraften, sssMractss^aK

Dann es hatte Petrus I. die gewähr des ftledm

.

nommen, welchen die Polnischesen den ;. nov. an.

. . . an. 1716. geschlosstir, n«d dss

den i. febr. an. 1717. auf dem aufferordentlichen ^ M

Warschau gebilliget, wie auch ii, eben M Stan'^KstÄgantzl-ch bestat-get; durch dessen achten ar ^e Sewig des Reichs unfähig erklärt wurde. Also „,,0

dl'rch'hren Abgesandten, den Grafen von Ad^schE,, l^-Republick kund thun, wie sie die freye wam^n tvW ^nicht leiden wurde, daß Stanislaus den.PomN rssftN/,p B^steige. Da ferner einige Magnaten ihre hulsssss»vurcklich 24000. inann,u fuß und eben vlv r usche L j-l»

ducken. Dem ohngeacht rief der l nmsL de ^ie ges ^»»'Kjahrs Stanislaum zum König von Pvstn m> Ml, "Kuiss ! >nfoderirten zogen sich nach Prag uber d c We .^ A„gu^,Ptenam octobr. den Churfürsten vo".oa j ^nckt,^^, Mzu eben der zeit, da die Russen vcclE,D

Warschau angelangt waren. Drest amu> 'nach Ej'.chStanislaris mit seinem anhang dei»22.sept' ^lheldig,MDer Cron-Feld-Herr Potocky, somuste sich zurück ziehen, und den i«. oen