Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Der tod hat ihn in dem 78. jähr seines alters plötzlich weg-genommen. Von feinen vielen schriften sind die bekanntestenseine kb^licotkcclvßia und MrotkeologiL, welche aus seinenpredigten, die er nach der stiftung des Herrn Boyle gehalten/ insolche form von ihm sind gebracht worden. Beyde vortreffi-che bücher sind sowol in die Teutsche als Französische sprächeübersetzet worden / und haben andern Gelehrten anlas gegeben,nach diesem Muster kyrorbeologism, tt^clrotbeoloULN», üicko-tbeoloZism, Inseökorlieologiam <Lc. zu schreiben. Er hat überdieses noch andre natürliche merckwürdigkeiten beschrieben.Sein letztes werck, welches er kurtz vor seinem tod zu ende ge-bracht , war cle 8rrriktur3 Oculi, welches aber noch nicht ge-druckt worden. /hr/fo^o-ecc-/. tom. I.

*Derta-Lhirin, ein see in Persien, zehen stunden von derstadt Erivan. Die Armenier nennen ihn Kiagar-Conni, das ist,den süssen see, weil das wasser desselben süsser als das andreWasser da herum schmecket. Auf der mitte dieses sees ist einekleine insul, wo ein kloster stehet, das schon seit 600. jährensoll gestiftet worden seyn. Der Prior davon ist zugleich einErtz-Bischoff,und nimmet auch den titul eines Patriarchen, danner prätendtret independent zu seyn, und nicht von den andernArmenischen Patriarchen abzuhängen, und entziehet sich auchgäntzlich den befehlen und der gemalt des Groß-Patriarchensechsten. Die Mönche dieses klosters leben nach einer so stren-gen und harten regul, daß sie das gantze jähr durch nurviermal fleisch oder fische essen dürfen. Auch sprechen sie nie-mals als diese bemeldten vier tage mit einander. Die übrigezeit bringen sie in einem Pythagoräischen und traurigen still-schweigen zu, und bedienen sich zu ihrer speise nichts als der trau-ter , die in ihrem garten wachsen, welche sie ohngeschmaltzen es-sen, dann sie sagen, daß es nicht gefastet heisse, wann mansich des butters oder öls zu den speisen bediene. Das brodt,wormit sie sich übrigens erhalten, wird ihnen aus den benach-barten dörfern rc. gebracht; sonsten wächset noch aller gattunggutes obst in dieser insul. , Persische reise.

, Dikt. 6eogr.

Derkmnis, (Ignatius) war an. 1598. zu Antwerpen ge-bühren , und begab sich an. 1614. in die Societät JEsu, da ervenn a.jahr die Mathematik und 10. jähr die Theologie zu Lövengelehrt. Er hat zu Ipern und Löven die stelle eines üekkorinversehen , und an dem letzt-gedachten orte an. »6;6. das zeit-liche gesegnet. Seine schriften sind: Tbe1e8 Tbeoloxicue; ko-litiones 8. äs Luebsriüia cum Lmbl.; Trakt, äe Leo.

He , bibl. 80c. Jet.

* Derlingowe, lat. Darlings, ein kagu8, so von CaroloN. zum Stifte Halberstadt geschlagen worden. Einige suchenihn bey Brandenburg, einige in dem Hertzogthum Braun-schweig. Andre wollen aus den darinnen benannten orten He-besheim , Drongelore und Musich schließen, daß dieser kagusnicht weit von den Magdeburgischen grentzen liege, wie dannauch Kayser Otto diese örter dem Ertz - Stift Magdeburg zuge-wandt hat. Am wahrscheinlichsten ist die meynung, daß er inder Grafschafft Mannsseld liege. Dann daselbst ist bey Gerb-stadt ein alter wüster ort, der noch den nahmen Derlingen führt.In eben dieser gegend findet man Apolderstadt bey Halber-stadt , welches nach dem Zeugnisse eines Dixlomsris im D».

xloMat. Dalksrstsä. apuä ,/e /.«Lie-wig religg. manustriptor.rom. VII. p. 442. zu diesem ksgo gehörte, wie dann überhauptbekannt, daß ein stück der Grafschafft Mannsfeld der Halber-stadtischen vicLLS8 unterworffen gewesen. Hierzu kömmt, daßDerlingau mit dem kago Helmgau gegrentzek habe, welcher vondem flusse Helme in der Grafschafft Mannsfeld seinen nahmengeführt, zu geschweigen, daß es nichts rares ist, daß die nahmender alten kagorum noch in der benennung verwüsteter orterübrig geblieben, dergleichen Derlingen jetzo ist. Oe ,

prsef. ack relii^cj. manulcriptor. tom. VII. x. 64.

Derlington, siehe Darlington.

* Derlington, (Ioh. 6e) Ertz-Bischoffzu Dublin, warein gebohrner Engellander und Dominicaner-ordens. Als erin solchem etliche jähr den studier» obgelegen, gieng er mitbewilligung feiner Obern nach Paris, und hielt sich daselbstin dem 67MNLÜ0 8an - IZLobeo auf. Nach feiner zurückkauftin Engelland setzte er sich durch seine gelehrsamkeit in grosssen ruf, und Konig Henricus lU. nahm ihn an. 12z 6. zu fer-nem Rath Und Beicht-vatter an. Als hernach König Eduardeinen zug in das gelobte land zu thun vorhatte, schickte er denDerlington nach Rom, um von Nicolao III. die erlaubniszu enthebung des zehenden von der Geistlichkeit in Engellandauszuwürcken, welche auch an. 1278. erfolgte, und wurdeDerlington zum tzusekore bestellet. Im darauf folgenden jäh-re ertheilte ihm Nicolaus III. obgedachtes Ertz-Bißthum, wel-ches in die 7. jähre vacant gewesen war. Endlich starb er zuLonden den 28. mertz an. »284. Pitstus in ibript. stngl. le-get ihm folgende schriften bey : DilLsMtione8 8cKol3üic->8;

8ermone8; Lc»ncoräantia8 Libliorum, Lngücanas äiktas., bibl. Domin. tom. I. P. ,9t-lbg.

Dem, (Freyevon) einadelichesgefchlechtamRheine, zudessen stamm-vatter Dietgerus angegeben wird, welcher um dasjähr z 20. gelebet, und die Collegiät-kirche St. Lubentii zu Diet-kirchen, nahe bey dem schlösse Dem in dem Furstenthnm Nassaugelegen, gestiftet hat. In dem XIII. tTculo legte Petrus das

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kloster Gnadenthal in dein Rhingau an. Crafft, Dom-Herezu Cöln, ward in Wesiphalen erschossen, dessen bruder Friedrichaber muste an. »;76. feinen köpf hergeben, weil er Graf Jo-hannem von Dietz entleibet hatte. Hans Hartmann diente an.1640. dem Kayser als Obrist-Lieutenant, und hinterließ Jo-hann Adolphen, welcher drey männliche erben erlebet hat.Humb. v. R. A. »ab. 22.

Dernbach, eine alte ansehnliche adeliche familie in Hessen,allwo deren stamm-haus gleiches nahmens gelegen. Sie theiltesich sonst in die adeliche und Gräfliche linie, davon aber die letz-tere abgegangen. An. 1281. lebte Conrad, von dessen pvsten-tat folgende vor andern zu mercken. Balthasar war Abt zu Ful-da, von dem ein eigner artickul. Sein bruder, nahmens Mel-chior , war Kayserlicher Rath, Fuldischer Hof-Marschall undgeheimer Rath, wie auch Amtmann zu Rockenstuhl. Pe-ter Philipp, der jüngste söhn dieses letztem, erhielt an. 1672.das Bambergische, und an. 167;. das Würtzburgische Biß-thum, brachte auch seinem geschlecht erstlich die Freyherrlicheund hernach die Reichs - Gräfliche würde an. »68». zuwege.Semes bruders söhn, Johann Otto , war Kayserl. würckli-cher geheimer Rath und Cammer-Herr, wie auch Erb-Mar-sthall des Hertzogthums Francken. Er nennte sich zuerst einenGrafen von Dernbach, und kaufte die in dem Fräuckifchen kreisegelegene Herrschafft Wiesendtheid an sich, welche der Kayser zuemer Grafschafft erhöhete; er starb aber an. 1697. ohne erben.Die adeliche linie wird von Hans Albrechten hergeleitet; dessenenckel Johann George zu anfange des XVII. Lculi gelebet,und Johannen, Henricum, Hessen-Darmstädtischen Ober-Forst-meister zu Breitenbach, nachgelassen, welcher sein geschlecht be-ständig fortgesetzet. not. kroc. Imp. üb. ÜXXXVI. c. 2.

inllgn. p.,87- Humbr. V.R.A. Mb.»58. winckelm.beschr. Hessen, p. 229. leg.

Dernbach, (Balthasar von) war aus jetzt-gedachter fa-milie entsprossen, begab sich in den Benedictiner-orden, undwurde an.»;?o. Abt zu Fulda. Pius V. ertheilte ihm die con-firmation, doch mit beygefügter ermahnung, die Lutheraneraus dem Stift zu vertreiben, solchem nun nachzukommen,verschrieb er einige Jesuiten von Würtzburg, und gab denselbi-gen das leer-gestandene Franciscaner-kloster ein, die dann eine^mnastuin daselbst aufrichteten , und sich mit Matthia Flaciolü^rieo in öffentliche difputation einließen. Weil er aber mirallzugrossem eifer die Catholifche reltgion einzuführen suchte,machte er sich bey seinen Ständen, die meistens Lutherisch wa-ren , sehr verhaßt. Ja, als noch andere fachen dazu kamen,deren man ihm schuld gab, muste er entfliehen, und sich an.»576. seines amts begeben, wurde auch , der Päpstlichen inter-ceßionen ungeachtet, erst an. »602. restituiret. Als er nun den6. dec. seinen einzug gehalten , und von Elemente VIII. stlbst eingratulatwns-fchreiben darüber bekommen, führte er an. »6o;.zu Hammelburg, und das folgende jähr in der stadt Fulda dieCatholifche religion wiederum ein, da bey 79. jähren die Lu-therische allda floriret hatte. Zwey jähr darauf wurde er, alser eben in der kirche war, mit einem oatbarro iustbcarivobefallen, daran er nach wenig stunden starb. , ii»

cbroi». kulkl. Nr'o'wer«,, sntig. such.

Dernis, eine stadt und vestung in Dalmatien, liegt auf ei-nem gebürge nahe an dem fluß Eicola. An. 1648. machte sichder Venetianische General Foscolo meister von diesem platz, wel-chen die Turcken nach seinem abzug wieder besetzten, aber nach-gehends an. 1684. zum andern mal zu verlassen gezwungen wur-den. clelcr. Mors-e.

* Deroute, oder Derote, eine feine stadt in Unter-Egypten,an der see-küste, dem Nilo gegen abend, zwischen Alcair undRossetto, von dem letzter» nur 6. meilen entfernet. ThevenotSMorgenländische reis. k. I. üb. H. 0.84.

Derpt, Dörpt, Dorpat, Moscowitifch Jurigorod, lat.Derpmn», Derbatum, und vor alters TorMum, die Haupt-stadt in dem Dörptischen kreise in Liefland, an dem flusse Em-beck, ;c>. meilen von Riga gelegen. Die Moscvwiter bemäch-tigten sich derfelbigen an. »2,0. Darauf wurde sie von demGroß-Meister des Teutschen ordens erobert, und durch denschoff Hermann zu Uggenussa, der Blfchöfflische sitz, so unterdas Ertz-Bißthum Riga gehörte, hieher verlegt, welcher abernachgehends von den Moscowitern aufgehoben worden. Dennan. »558. bekamen sie diese wiederum m ihre Hände, und an.

» 582. wurde sie, krafft des damals aufgerichteten friedens, nebstdem übrigen Liefland, der Cron Polen überlassen. Doch an.»625. eroberten sie die Schweben, und Gustavus Adolph»»stiftete an. 16,2. eine Universität daselbst, welche aber an. »69;-nach Pernau verlegt wurde. Sie war sonst bevestiget, undhatte eine gute citadelle; allein an. »704. gieng sie an die Russe»über, welche alles gäntzlich ruinirten. Most. reise-besth-

top. üivon. /FoAür««. RegentM-fgal.

s Die Universität daselbst ist von neuem wieder angerichtetworden, und hat an. 17;;. den Rußischen Vice-Cantzler, Gratvon Osterman, zu ihrem Prorektor bekommen. V7. Eur.ma V. theil.

Derry, lat. stoborerum, verra, veria, insgemein LoN-Lon-Derry genannt, eine stadt und Grafschafft in der provilchUlster, im Königreich Jrrland, flösset nord-wärts an das grosts

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