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den. Ausser den bereits erwehnten fchriften hat er auch nochfolgende heraus gegeben : Gespräche über die frage, wie weitder lebendige GOtt bey den götzen gesucht und gefunden wor-den ; Anfang, mitte! und ende der vrthodoxie und heterodorie;der vor dem thron der Wahrheit angeklagte, verhörte und ver-urtheilte Beicht-vatter; Christen-stadt auf erden ohne gewöhnli-che lehr - wehr - und nehr - stand ; Summarische aufrichtigebekänntnis über diejenige lehr-puncte, so bisher in seinen schuf-ten erörtert worden; Illuminirter Grund-riß der akademischenGottsgelahrtheit; Wegweiser zum verlohrnen licht und recht;ein Hirt und eine Heerde; Berlinische Arrest-gedancken; Ls-wm fswum , d. i. thörichte Nothwendigkeit, welches auch vor-hero Holländisch an das licht gekommen; Hell-polirter Secten-spiege!; Vera vsmonkratio Lvgngelics. oder gegründeter be-weis der lehre von dem Mittler-amte Christi; Vertheidigungdieses tractats , nebst einer zugäbe von der Gottheit Christi;Lnslylis contra Wemata Lartsln . Lpinorke <L seibnitü;Haupt-summa der theologischen grund-lehren Christ. Democri-ti; Christ. Demvcritus ein aufrichtiger Protestant; und ver-schiedene andre mehr. So auch noch nach feinem tode zweygantz unterschiedene fthriften, welche beyde Lllr. Democritusbetitelt sind, ingleichen eine andre unter der auffchrift: LKr.vemocriti reciivivi umständliche erzehlung, wie es mit seinemvermeynten tode zugegangen rc. heraus gekommen, welche aberohne zweifel jemand anders zum verfasset haben.
Dwpoldiswalde, oder Dippoldswalde, eine kleine stadt,mit einem schloß und Amt, an der Weisseritz in Meisten, 2. Mei-len von Dreßden, und fast eben so weit von Pirna entfernet. Siesoll ihren nahmen von Dippoldo, einem heiligen Ordens-mann,bekommen haben , welcher sich in dem nächst dabey gelegenenWalde aufgehalten, wie man denn daselbst dessen celle, capelleund andere reliquien, zum Einsiedler-stein genannt, noch jetzozeigen will. An.1568. hat Churfürst Augustus diesen ort vondenen von Maltitz erkauffet. chestr. 8ax.
xroäroM. Nissi. DrsMiä. sccur. gevgr.
vlkss^Mks^' oder kirchen-bücher. Dieses Wort wird inden alten Griechischen liturgien gefunden, und heisset so viel alszwey an einander gefügte tafeln, gleichwie die tafeln Mosis wa-ren. Auf der einen wurden die nahmen der verstorbenem derengedächtnis in der kirche feyerlich sollte begangen werden, auf derandern aber vieler lebendigen, und vornemlich der Bifchöffe ,welche die erste stelle auf diesen tafeln hatten, geschrieben. DerDiaconus muste, krafft seines amts, diese nahmen unter währen-dem gottesdienste Herlesen. Nachgehends wurde der gebrauchdieser tafeln auch in der Lateinischen kirche angenommen , ebenso, wie er in den Morgenländischen war. , in Aoilllr.
DrXco-bsrbsro p. i zo. K-rrn«.
Dirce, eine gemahlin des Thebanischen Königs Lyci, welchersie geheurathet, nachdem er die Antiope verstoßen, dahero diekinder dieser letztem, Zetus und Amphion, ihre Mutter zu rächen,die Dirce hernach an einen unbändigen ochs bunden, und jäm-merlich zerschleißen liessen. Eine andere dieses nahmens unter-stünde sich, ihre schönheit mit der Pallas zu vergleichen, wurdeaber in einen fisch verwandelt, nach andern in einen brunnen.
/Vr». *
* Dircenna, ein kleiner fluß in Spanien, welcher nahe beyCalatayud in Aragonien in den fluß Talon fällt, dessen quellund kalten wassers Martialis epigramm. 1 .50. v. 17. geden-cket, wiewol andre Dercenna oder Dereelia, oder Derceta da-ftlbst lesen.
* Dircislaus, ein söhn Crescimir II. Herrn von Dalmatien,Crvatien und Bosnien, succedirte an. 1000. seinem vatter inder regierung, und ließ sich zuerst einen König nennen. Erregierte geruhig, aber nicht lange; indem ihm sein söhn Cresci-mir III. an. 1015. nachfolgete. Ausser diesem hatte er nochL. lohne, Sweslas und Goislas, deren der erste an. 1024. nochlebte, als der Griechische Kayser Basilius sich von Crvatien undDalmatien meister machte. , äelcrixt. DiämLt. D« e««-.LL, kämil. Lxxglit.
*Dwgh,ein see, woraus der fluß Liffer entspringet, in derGrafschafft Dungall, der provintz Ulster in dem Königreich Jrr-jand. Es liegt auf einer insul in diesem see ein kloster, so demH. Patricio gewiedmet worden, und ohnferne davon eine sehrtiefe hole, welche das fegfeuer des H. Patricii genennet wird;die ursach zu dieser fabelhafften erzehlung hat gegeben, dieweilaus dieser hole von dem wiederhast ein gewisses getöse gehöretwird, welches das abergläubische volck für das weheklagen derin dem fegfeuer geplagten seelen und geister haltet. Auch sie-bet es deswegen öfters wort-streite in Irrland zwischen den Ca-tholisthen und Protestantischen Jrrlandern, da jene öfters leidenmüssen, daß sie deswegen m dem gelächter von diesen durchgezo-gen werden. , in topograpliig DikerniM.
Dirich, oder van Dirck, ein fürtreflicher mahler von Har-lem, der im XV. Ikculo vor Albrecht Dürer gelebt hat. *
^Dirmentingen, ein residentz-schloß der Grafen Truchseß vonWaldpurg in Schwaben, unweit Trauchdurg, wozu die Herr-schafft Bussen gehöret.
* Dirrenberg, ehemals ein schloß in der Schweitzbey Mang-aepan auf emem berge gelegen. Nunmehro ist es äantzlich zer-störet, und dre davon benannte Edelleuthe ausgestvrben, der berg
dir bis
überführet noch diesen nahmen. Stumpfs Schweitzerischechronick, XI. p. 6ro.
Dirschau , eine kleine stadt in der Preußischen landschafftPomereliien, etwa zwey Meilen von Marjenburg , weffvärtsgelegen. Allhier ist an. 1627. zwischen den Schweden und Po-len, zum Nachtheil der letztem, ein treffen vorgegangen.
Dis, wurde bey den Alten für einen gvtt des reichthnms ge-halten , und war so viel als Pluto. Cäsar saget, daß die Gallierihren Ursprung von dem Dis oder Samothes herführten.lih. VI. äe bellc» 0 :ä 1 . I cie mor. Derm.
* Dis / ehemals Disce, ein kleiner marckt-flecken in Nor-folck. König Henricus I. in Engelland gab ihn Richards vonLucy, dessen tochter brachte ihn an Waltherum, Fitz-Robert.Robert Fitz-Walther, einer von dessen nachkommen, verschaffteihm von König Eduardo I. die marckt-gerechtigkeit. LÄMäe»-
örit. p. ;84-
Discalcius , (Ottonellus) ein berühmter Rechtsgelehrterzu Padua, lehrte bey 40. jähr die geist-und weltliche Rechtsge-lehrsamkeit. Er wurde von Kayser Rudolpho II. in wichtigengeschäfften gebraucht, und zum Comite kslstino gemacht. Erstarb an. 1607. in dem 71. jähre seines alters, und hinterließ ver-schiedene tractate, die aber nicht heraus gekommen. Sein ge-schlecht ist alt, und hat berühmte leuthe hervor gebracht. Es sol-len auch, wie man sagt,die Marquis äs Villa daraus entjprossenseyn. elo§. auls Achsrell-c
* Discalcius, (Aloysius) ein urenckel Ottonelli, welcher dieRechte zu Padua viele jähre mit gröstem rühm gelehret, undnachdem er die wichtigsten ehren-steüen und Legationen verwal-tet , um an. 140;. gestorben, war gleichfalls einer der berühm-testen Rechtsgelehrten in seiner vatter-stadt zu Padua. Er pro-fitirte erst hieselbst das lus Civile eine lange zeit, wandte sichdarauf nach Venedig, und legte sich auf die prsxin , darinnener vor andern excellirte, und deswegen den grösten zuschlaghatte. Nachdem er aber dabey alt worden, trat er seinemsöhne Antonio, der sich durch seine grosse Rechtsgelehrsirmkeitauch schon sehr berühmt gemacht hatte, seine praxin ab, undbegab sich nach Padua zurück, wo er noch seine übrige jährein den diensten seines vatterlandes zubrachte, und an. mittode abgieng, nachdem er kurtz vorher Ottonello, seinem enckeldie voctor-würde conferirt. Abgedachter sein söhn Antoniusist ihm ein halbes jähr daraufnachgestorben. Lar-geo». äs clsr.kat-tv. p. 172.
* Dtschinger, ( Carolus) ein Schwabe und Rynäicus zu
Donauwerth, hat eine beschreibung von dieser stadt hinterlas-sen ; wiewol er darüber verstorben, ehe er solche völlig zu ständegebracht. snnsl. 8uev. lib. pürsleip. L. 17.
ist der nähme, welchen man in En-gelland bisweilen den Puritanern beygelegt, weil sie die kirchen-disciplin auf einen bessern fuß, als die sogenannte Bischöffliche,gesetzt zu haben vermeynen.
Difciplinen-oder des meisten Adlers orden, ist von den Her-tzogen in Oesterreich gestiftet worden. Die Ritter, so über demkleide einen weißen adler getragen, folgten der regul des heiligenBasilii, und waren schuldig, vor die rcligion die Waffen zu fuh-ren. , äs orä. egu.
Discopius, flehe Benedtctus Discopius.
Discordta, von den Griechen Eris genannt, war bey denallen Heyden eine gewisse göttin , die sie deswegen verehrten,damit sie für allem übel, welches sie, ihren gedancken nach, ^verursachen pflegte, behütet werden möchten. Sie wurde ge-meiniglich abgebildet, daß ihr die haare zu berge stunden, undwie schlangen-kopfe aussahen, daneben hielte sie in der einenHand eine brennende sacket, und in der andern drey binden/woraufdiese worte geschrieben waren: Rechts-processe, kriegeund Verwirrungen. Die Poeten lichten , daß sie Jupiteraus dem Himmel verjaget, wie auch , daß sie, dadurch beleidig»worden , daß man sie nicht auch, wie alle übrigen götter u>wgöttinnen, auf Pelei und Thetis Hochzeit geladen, und her-nach einen göldenen apfel unter sie geschmissen habe, worausgroß unheil entstanden. lynmZw-
smiq. Xomsn. *
Disentis, Desertina, ist ein berühmtes uraltes Benedic^ner-kloster, im grauen Bund, unterhalb Tavetsch lincker HEdes vordem Rheins gelegen, dessen Abt ein Reichs-Fürst ist, un"im obern Bund die erste stelle und stimme hat. Sein erster u^sprung wird von Siegbert, einem Schottländer und jüngerColumbani hergeholet, welcher im ansang des VII. D-culi. nESt. Gallo in die Helvetische lande gekommen, allda den EhnEchen glauben unter denen noch meistentheils dem abgöttische'Heydenthum anhangenden keuchen zu predigen und zu pstantze'''Dieser Siegbert war ein liebhaber des Einsiedler-lebens, dEhalben er an. 614. sich im Urseler-thal am Gotthardt in Ecelle aufgehalten, und weil es ihm da nicht einsam genug ich!,ne, begab er sich über den Crispalt in die Rhätische geE'und baute sich eme celle an dem ort, da jetzt das kloster Dm>',tis stehet. Er wurde sowol seiner lehrreichen predigten, Uauch seines frommen und strengen lebens halber bald unter 0»'herum wohnenden volck bekannt, bekam auch jünger, d«e ^seine fußstapfen zu treten verlangten, unter welchen sondernPlacidus, kin zu Thruns wohnhaffter Ritter und Ober-H^