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Disse, ^Wäscher) ein Carmeliter-Mönch, gebürtig aus Cn-gestand, allwo er eine zeitlang Päpstlicher Legat gewesen. BeyJohann von Gaunt, Hertzoge von Lancaster / und bey dessen ge-mahlin, Constantia, war er eine geraume zeit Beicht-vatter. DercÄti-loAU8 von unterschiedenen schriften, so er verfertigt, ist beyTrithemio zu finden. Er starb um das ende des XIV. steculi.Tke complent Kilt. okLngl. vol. I. p ;° 7 -
^ Dissen, oder D'ssene, Dyssen, Dyssene, Devisen, einflecken nebst einer viel dörfer unter fich begreiffenden Pfarrer, indem Bißthum Osnabrück, an einem kleinen flüßlein, unweitPalsterkamp und Ravenspurg gelegen. Schneiders Beschrei-bung des alten Sachsenlandes, p. zzq. Ehemals war dieserort eine stadt, nebst einem schloß und Herrschafft, zwischen demBißthum Osnabrück, und der Grafschafft Ravensperg gelegen.Als sich aber in dem Xlll. steculc, Wibboldus, Wickboldus,Wigboldns, Herr, oder Freyherr von Dissen, in die streitigkeitenzwischen Bischofs Engelberts zu Osnabrück , und seinem bru-der Othone, Grafen von Teckelnburg, mischete, und auch inselbiger schlackst sein leben verlohr, so brachte ermeldtcr Bi-schoff dessen Herrschafft, weil er keine erben hinterlassen , an seinStift, die stadt und schloß aber zerstörete er, daß es also jetzonur ein flecken oder grosses dorf ist. , ckron. L»
ckicom. Olüenk. gp. rer. 6erm. script. tom. II. p. 146.
ckron. Osnskr. ik. p. 216. logg. op.
x. 58. 608. 676.
Dissenius, (Henricus) ein Carthäuser-Mönch zu Cöln,war von Osnabrück gebürtig , und starb an. 1484. Er hat sichdurch seine frömmigkeit und verschiedene schriften bekannt ge-macht ; wie dann Petreius bey 22. tractate von ihm angemer-cket. Liklintkec. Lilrekuf.
* Dißidenten, heissen in Polen die Lutheraner und Refor-mirtcn, welche durch öffentliche Verträge bey ihrem religions-cxercirio gelassen, auch deswegen von keinen ehren-ämtern aus-geschlossen werden, und verspricht der König in den Loctis wn-vemüs daß er sie dulden , und friede unter ihnen erhalten wolle.Sie sind von den Reichs-tribunalicn durch die LoiMmrionesvon an. 1578. i6n. und 1627. wie auch iszg. und 1667. be-freyet. Bey der letztem am zo. ian. an. 1717. vollzogenenpacification aber haben sie sich beschweret, daß durch den viertenartickli! ihren bisherigen rechten und freyheiten einiges Nachtheilgeschehen, daher sie eine mollification oder linderung gesucht,und hat der König in Preussen ihrentwegen eine solenne pro-testation übergeben. Die Arianer und Socinianer haben sichvormals auch unter die Dißidenten zehlen wollen, sie sind aberdavon ausgeschlossen worden.
Distel, (Orden von der! soll an. 140z. von Ludovico II. demgütigen, Hertzoge in Burgund, oder wie andere wollen, an.i;7o. von Ludovico II. Hertzoge von Bourbon, an seinem ver-mählunas-tage, der Mutter GOttes zu ehren , gestiftet wordenseyn. Die Ritter, deren 26. waren , trugen an einer güldenenaus ranken bestehenden kette, in, welcher das Wort elperLNLszweymal eingeflochten war, ein güldenes oval, daran unten eindistel-knopf hieng; in der mitten aber stund die Jungfrau Maria,welche mit sonncn-strahlen umgeben, und mit 12. silbernen ster-nen gecrönet war, auch zu ihren füssen einen halben mond hatte.Der übrige Habit, als mantel, Hut und gehencke, hat eine grosseverwandtschafft mit dem orden des Hosenbandes.cle orcl. egu.
* Distelberg, eine hab-insul in der Schwedischen provintzBahus in Norwegen, welche fich gegen nord-osten in die Nord-see erstrecket.
*DifteImeyer, (LambertlM ein berühmter Brandenbur-gischer Staals-Minister, war zu Leipzig den 22. fcbr. an. 1522.gebohren. Philippus Melanchthon hatte ihm bereits in semerjugend aus der Astrologie prophezeyet, daß mit der zeit wasgrosses aus ihm werden würde, wann er sich der Rechte undder beredtsamkeit beflisse. Zwar trieb ihn anfangs seine Nei-gung zu der Theologie, deswegen er auch, nachdem er in sei-ner vatter-ftadt unter der anführung des berühmten CasparisBörneri die anfangs-gründe der wissenschafften wohl begriffen,sich vornemlich auf die erkänntnis der Griechischen und Hebräi-schen spräche geleget; doch änderte er zeitlich seinen sinn, undsieng in dem 20. jähre seines alters an die Rechte zu studi-ren. Drey jähr hernach recommendirte ihn Modestinus Pi-storius an seinen vatter Simonem, damaligen Cantzler in Mer-feburg, welcher ihn zu sich kommen ließ, und ihm gelegenheitverschaffte, das erlernete in Übung zu bringen, und sich hier-nächst in policey-sachen umzufthen. Weil aber gedachter Cantz-ler wegen auswärtiger Verschickungen mehrentheils abwesendseyn müsse, entschlösse sich Distelmeyer 011.1546. wieder nachLeipzig zurück zu kehren, und daselbst seinen studien vollends ob-zuliegen. Er machte sich indessen durch, seine geschicklichkeitbereits so bekannt, daß er nach Bautzen verlangt wurde, so-wol dieser stadt, als der gantzen Oder-Laußnitz in einem öffent-lichen amt zu dienen. Er nahm zwar diese bedienunq an,fand aber wegen verschiedenen Verdrießlichkeiten, in welche da-mals die Marqarafschasst Laußnitz mit dem Römischen KönigeFerdinands verwickelt war, für besser selbige wiederum niederzu legen, und «einen wohn-platz von neuem in Leipzig aufzu-schlagen , woselbst er mit lehren der jugend nutzen schaffenwollte. Zu dem ende ward er vcxckor, erhielt auch an. r;;«.
eine stelle in der Iuristen-Facultät daselbst, und begab sich iftden ehelichen stand. Indessen kamen seine Verdienste in sol-chen ruf - daß ihm verschiedene ansehnliche bediemmgen an-getragen wurden. Der bekannte Cardinal Granveüa bot ihmeine wichtige Charge an dem Hofe des Karsers Caroli V an;und die Hertzoge von Sächsin - Weimar wollten ihn auch inihre dienste ziehen; er schlug aber beydes bedencklicher Ursa-chen halber aus. Doch begab er sich nicht lange hernach beydem Churfürsten Joachims II. zu Brandenburg durch Vor-schub Eustachii von Schieben in bcstallung , und mit «einer gan-tzen familie nach Berlin , woselbst er ssch durch sein ansehen,treue und fleiß gar bald in des Churfürsten gnade, und jeder-mans Hochachtung setzte. Diese vermehrte sich ««gemein , alsDistelmeyer in den wichtigsten Gesandtschafften gebrauchet wur-de, und die aufgetragenen geschäffte jederzeit zum vergnügendes Hofes ausrichtetet Wie er denn an. ,551. zu Magdeburgbey der wühl des Maggrafens Friderici zum Ertz-Bischoff da-selbst, an. 1552. bey dem Land-tage zu Dreßden, und hernachbey Churfürst Mauritio zu Rotenburg an der Tauber, inglei-chen zu Passau bey errichtung des bekannten Passivischen Ver-trags gegenwärtig gewesen, und jederzeit das Interesse seinesHofes bestens beobachtet; dergleichen er auch an. 155;. in derGesandtschafft an den Römischen König Ferdinandum nachFranckfurt, an den Churfürst Mauritium zu Sachsen auf deman. 1555. zu Augsvurg gehaltenen Reichs-tag, und das folgendejähr zu Regenspurg rühmlich gethan. Diese und andre der-gleichen wichtige Verdienste mehr waren Ursache, daß er, als an.1558. der Cantzler Johannes Weinleben mit tode abqieng , zudessen Nachfolger ernennet, und an. 1569. von seinem Chur-fürsten in den Ritter-stand erhoben worden. In dieser würdehat er sich ferner angelegen seyn lassen, die ihm anvertrautenVerrichtungen mit ungemeiner sorgfalt abzuwarten. Diese be-zeugete er nicht allein, wann er bey Hose gegenwärtig war,sondern auch vornemlich in auswärtigen Verschickungen. ZUdiesen wurde er , besonders von des Churfürsten Joachimi ll°Nachfolger, Johanne Georgio, zu verschiedenen malen gebraucht.An. 1574. empfieng er an den grentzen den neu-erwehlten Pol-nischen König Henricum von Anjon; an. 1575. gieng er mitseinem Churfürsten nach Prag und Regenspurg , und an. 1582.auf den Reichs-tag nach Augsburg. Endlich zog ihm die über-häufte arbeit nebst den vielfältigen reisen einige Unpäßlichkeitzu , an welcher er den 12. oct. an. 1588. in dem 66. jähre seinesalters gestorben , nachdem er der Cantzler - würde in die zc>.jähre vorgestanden, und aus einer beynahe vierzigjährigen ehe8. kinder und 16. enckel hinterlassen: Unter den söhnen ist ihmeiner nahmens Christian, damals Churfürst!. Rath, in derCantzler-stelle nachgesolget. Sonst war er ein gewissenhaffter undredlicher Minister, in seiner arbeit unermüdet, in den rath-schlägen bedächtlich, und in ausführung derselben beständig.Er hat zwar angefangen einen entwurf eines Märckischen Land-Rechtens aufzufetzen; es ist aber dessen ausführung, weichtnach der zeit sein söhn vorgenommen, durch ihrer beyder andreVerrichtungen unterbrochen worden. Sein leben hat JacobPaul von Gundling an. 1722. in 8. besonders beschrieben'ausser welchem von ihm nachzusehen curricul.
vir. ornt. cke vit. L lüt. DlKeluisz'eri-
FVeberr,/, iu tkeatro.
Dithyrambus, ist ein zunähme, welchen die Griechen defitBaccho gaben. Desgleichen wurde auch ein gewisser gesang m»diesem nahmen benennet, welchen man dem Baccho zu ehrestsang. poetic. üb. I.
* Ditizclla, Nicomedis des grossen, und zweyten Königs istBithynien gemahlin , so von dem bisse eines der Hunden he»Königs gestorben, welcher ihro an die achseln gesprungen, Asie dem König aus liebe um den hals gefallen. Man vergrubtsie mit einem von purem gold gewobenen kleid, und legte sieein prächtiges grab. Seit dem ist es eröfnet, und i i r. pfuudgoldes darinnen gefunden worden. Über diß liesse der Konig ussbeine statue von helfendem aufrichten.
* Ditmaning , oder Dittmamng , lat. vitmsm'nga, ei»»kleine aber wohl-gebauete stadt nebst einer Citadelle und bEschloß, welches vor einen paß gehalten wird, in dem Ertz-WAthum Saltzburg an dem fluß Saltza, zwischen der stadt SaAbürg und Burghausen. irinemr. 6crm. c. 2. x-
conrin. I. c. 2. p. ?8-
*D»tmar, (Jacob Fried.) war zu Stargard in PoMlnek"an. 1697. den 24. april gebohren, und wurde daselbst ^rectoe,nachdcm er zu Berlin, Halle und Helmstädt stlssm'hatte. Er war in der Mathemaric, Historie, Philosophie, z"^nen und mahlen wohl erfahren , schrieb 2. Dich. ÜXwon-bur. einen tractat von der zeichnungs-kunst, wie auch histuEhtabellen, übersetzte des Gautruche Kiiüoirs koecigus, undan. 172z. den az. oct. an steinschmertzen. .
Ditmarschen, eine landschafft in Holstein, so mit der wAfeite an die Nord-see flösset, gegen mittag durch die Elbe ^ edem lande Kedingen und Hadeln, und gegen norden durchs,Eyder von den Schleßwigi,chen «ändern Ulhholm, Eyderfle^Stapelholm, auf der ost-seitc oben durch die Eyder , unddieje abweicht, durch die Gisilau, sonst auch die Landsclieide dp
nannt, sodann^durch eine linie, so der Holstengraben he^!,^r-
lnakl^
endlich gegen sud-osten durch viele tiefe grüben und die!