Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Dreyeicherwald, Dreyeichische gebiethe, vMo in-ciuernkltL8 , Irclc^u« LxiciuerLetÄNus , ein gewisser strich landes,meilen lang, und eben so viel breit, nahe an der Wetteraü,unweit Hanau und Franckfurt am Mayn, gelegen. Er ist miteinem schönen Walde umgeben, begreift etliche flecken, wie auchunterschiedene dorfschafften in sich, und gehöret theil? ^ °n Gra-fen von Hanau, theils den Grafen von Jsenburg, a-eils denLandgrafen von Hessen-Darmstadt.

H. Dreifaltigkeit, ein Cistercienser-kloster in der Wieneri-schen Neustadt in Oesterreich/so um das jähr Christi irr?, vorden Dominicaner-orden gestiftet, nachgehends aber an. 14; o.von dem Kayser Friderico III. den Cistercienstrn eingeräumetworden.

H. Drevfaltigketts-Vrden, 8. irinit^tis Onlo, ein geist-licher orden , welchen Johann von Maltha, ein Sicilianischervom Adel, an. 1209. zu erlösung der gefangenen gestiftet, nach-dem ihm, wie man sagt, ein Engel im weissen kleide, und aufder brüst ein rothes und blaues creutz habend, erschienen , wel-cher seine Hände über 2. gefangene, deren einer ein Christ, derandere ein Mohr gewesen, ausgestreckt gehabt. Es tragen dieÖrdens-drüder in Spanien und Franckrcich ein roth und blauescreutz auf einem weissen fcapular, und werden auch Irmitsriigenannt. catal. relig. k. I. n. 88- leg.

* H Dreyfaltigkeits-fäule zu Wien auf dem sogenanntenGraben, ist ein vortrefliches stücke der bildhauer-kunst, welchesden Kayser Leopold über; 00000. gülden gekostet hat. Er hatsolche der H. Dreyfaltigkeit zu ehren wegen der an. 1679. abge-wendeten pest aufrichten lassen, selbst den ersten stein an. 1687.Larzu geleget, herrliche Lateinische inlcriptionss selber dazuverfertiget, und haben die grösten künstler dieser zeit daran ge-arbeitet. Sie ist aus dem schönsten marmor zusammen ge-setzt , 66. Wienerische werck-fchuh hoch, mit einem zierlichengeländer. Sie stellet unten den glauben nebst einem engel für,welcher mit einer brennenden fackel auf die zu den füssen liegen-de pest stösset. Über ihn ist das bild des knienden Kaysers, her-nach viel engels-köpfe, und oben die H. Dreyfaltigkeit selbst aus-gehauen. Sie ist an. 169;. allererst völlig zu stände kommen,aufgerichtet und eingeweyhet worden.

Drey-kirchen , fo die Armenier Egmiasin, oder Ecs-miazin,die Türcken aber Utchclißir nennen, ist der erste merckwürdigeort, wenn man aus Persien in Armenien reisen will, liegt 2. blsmeilen von Erivan, und bestehet aus;. nach einander gele-genen klöstern. Das erste, welches das gröste und schönste ist,soll vom Nirose, dem 29. Armenischen Patriarchen, erbauetseyn. Es residirt der Groß-Patriarche von Armenien darin-nen , dessen einkommen sich jährlich auf 5. bis 600000. thalerbelauffen soll; wie dann jeder Armenischer Christ demselbenjährlich den wehrt einiger groschen zahlen muß. Er hat 47.Ertz-Bischöffe unter sich, und deren jeder 4. bis ?. Weyh-Bi-schöffe. Das andere kloster ist der H. Cajane, und das dritte-er H. Ruflne gewiedmet, welches 2. Römische jungfrauen ge-wesen, von denen man vorgiebt, daß sie in der 9. Verfolgung inArmenien geflüchtet, und an eben dem orte, wo die beyden Ar-chen aufgebauet,hingerichtet worden. volles karr.I.

siv. I. x. 28. 29. c?z>a^r«, voisges tom. II. x. 224-228. L«.

V 0 I 3 AS clu tom. I. p. 2 si. *

Dreypleven, oder Trepievs, ist ein ländlein an dem un-tersten theil der Grafschafft Eleven in Bündten, auf der rechtenseilen des abwärts gehenden Comer-sees, welches den nahmenhat von denen Ire pieri, oder drey kirchspielen, Domasio,Gravedona und Adunco, fo alldort befindlich sind. Es rei-chet von den höchsten spitzen der hochgebürge hinunter bis genMusso, oder Müß, ist schön, fruchtbar und wohl gebauet,bringt guten wein, frucht und obst Herfür, hat auch gute Wai-den. Es gehöret den Graubündtern. 11K. XIII.

P 3 §.i 99 . l>. *

Dreyßig-jähriger krieg, oder Teutscher krieg, wirdderjenige genennet, welcher sich mit der Böhmischen Unruhean. 1618. angefangen, und an. 1648. durch den Westphalifchenfrieden geendiget. Die kriegenden parteyen waren an einemtheil der Kayser, nebst den meisten Römisch-Catholifchen Stän-den , auf deren feite sich die Cron Spanien mit einmengte; amandern anfänglich einzelne Protestantische Stände, hernachaber, als der König in Schweden sich der fachen annahm, ihrgantzes Corpus, nnewol nach dem Pragischen frieden einigeauf des Kaysers feite traten. Mit der Protestantischen undSchwedischen partey aber hm es auch die Cron Franckreich ge-halten , weil sie dadurch die schwächung des Hauses Oester-reich suchte. Das beginnen der Böhmischen Stände Mutrague gegen dem Kayser und Kvnig Ferdinanden, da sie dieKayserlichen Münsters an. 1618. zu Prag zum senster herausstürmen , und Ferdinanden, der indessen Kayser worden war,an. 1619. die Crone gar absprachen, war der ansang zu demunseligen kriege, in welchen Teutschland gar bald mit verwi-ckelt ward , weil sich der Churfürst von Pfaltz zum Könige inBohmen wehlen ließ. Denn bey dieser gelegenheit gedachtensowol die unirten Protestanten, als die Catholische Ciga, dieeinander schon viele jähre her, wegen des sogenannten geist-lichen Vorbehalts , und vieler andern religions-beschwerungen,die zahne gewiesen, ihren zweck zu erlangen. An. 1620. giengder erste lerm rm Reiche an, da bis dato noch keine würckliche

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feindseligkeiten verübt wurden, als die Spanier unter denkGeneral Spinola in die Pfaltz einfielen , und selbige meisten-theils eroberten, ohngeachtet die Unirten mit einer armee imselbe stunden, den fuchs aber nicht zu beissen begehrten. Alsnun vollend der Kayser den sieg bey Prag erhielt, und daraufnicht nur seine erb-länder hin und wieder mit gewalt wiederzum gehorsam bringen muste, sondern auch die gegen denChurfürsten von Pfaltz ergangene acht in der Ober - Pfaltzdurch Chur-Bayern, in der Ünter-Pfaltz aber durch die Spa-nier vollstrecken ließ, welche letzter» auch solche städte be-drängten , die mit dem Böhmischen Wesen gar nichts zu thungehabt, breitete sich das kriegs-feuer in Teutschland gewal-tig aus, wie denn die Catholische lägo immerdar in Waffenblieb, und öffentlich sagte, es sey nunmehro zeit, die geist-lichen Stifter wieder aus der Protestanten Händen zu reisten.Hierzu kam, daß an. 1621. der Nieder - Sächsische kreis überder Spanier beginnen, und des Kaysers verfahren mit denkPfaltzgrafen schwürig zu werden anfieng, Hertzog Christianzu Braunschweig auch würcklich losschlug, und der Graf vonMannsfeld, des Pfaltzgrafen General, sich mit dem restseiner völcker aus Böhmen in die am Rhein und Mayn gelege-ne landschafften zog. Im ansang gieng es dem Kayser undder läga etliche jähr nach wünsch. Der Marggrafvon Äurlacvward an. 1622. bey Wimpsen geschlagen, Mannsfeld und Her-tzog Christian wurden genöthiget, als sie der Pfaltzgraf amder Oesterreicher bereden abdanckte, den Reichs-boden zu ver-lassen : der letzte ward, als er im Nieder-Sächsischen und West-phälischcn kreise eine neue armee aufgerichtet, an. 162z. beyder stadt Loo geschlagen, gleiches nnglück hatte an. 1626. derKönig in Danemarck, mit dem Heer des Niedec-SächsischcNkreises, bey dem dorfe Lütter, womit dieser gantze kreis in desKaysers gemalt gerieth. In summa, die Kayserlichen thatennur was sie wollten , und liessen, durch Unterdrückung und be-drängung der Reichs-Stände, die mit dem Böhmischen undDänischen kriege nichts zu thun gehabt, sonderlich der Hertzv-ge von Mecklenburg und Pommern, ingleichen mit ausgebunsdes edicts von an. 2629. darinnen den Protestirenden die wst-der-einräumung der geistlichen güther auferleget ward , woll'mercken, daß sie die Oesterreichische macht und den Römischengottesdienst über das gantze Reich auszubreiten gedächten, zu-mal die Kayserlichen Generale ihren leuthen fast durchgehendeden grösten übermuth verstatteten, dawider die ordentlichenReichs-verfassungen nichts helffen wollten. Über diesen hamdein kam an. i6;o. der König von Schweden, Gustav AdolMin Teutfchland an, um dem übel zu steuren, weil er theüedas Wachsthum der Oesterreichischen macht, die an der Ost-see einnisten wollte, nicht gern sahe, theils auch von den Esterreichern , sonderlich im Polnischen kriege, und bey der L"-beckischen friedens-handlung mit Dänemarck vorher war be-leidiget worden. Die gelegenheit dazu machte die von denKayserlichen hart bedrängte stadt Stralsund, welche .deswegen sich in den Schwedischen schütz begeben hatte. Dstmit bekam der krieg auf einmal eine gantz andere gestalt.Kayserlichen wurden aus gantz Pommern und dem grollentheil von Mecklenburg vertrieben , und ob sie wol an. zE'Magdeburg zerstörten, auch unterschiedene Stände notlEten, dem Leipziger bunde abzusagen, in welchem die PEstirenden einige Verfassung zu ihrem schütz gegen der Caths"schen gewaltthätigkeiten zu machen beschlossen hatten; fo ww,den ihnen doch diese Vortheile bald zu nichte gemacht,sie dem Churfürsten von Sachsen , eben dieses Leipziger buEwegen, zu der zeit auf den hals fielen, und ihn also iiotMten, mit Schweden in ein bündnis zu treten, darüber sie ^bemeldtem jähre die Macht bey Leipzig verlohren, und dur»/solchen Verlust in eine reihe von vielen unglücklichen begebe«heiten verwickelt wurden: Denn die Schweden giengen inobern Reichs-kreise, denen die Ligisten und Spanier über«weichen musten , und die Sachsen fielen, wiewol mit gecw«rer Hitze, in die Kayserlichen erb-lande, so ward auch derser genöthiget, dem vormals abgedanckten WalleiisteinGeneralat wieder anzubieten , weil des Tilly glück aus zust«schiene. Man meynte, der krieg würde auf einmal zu oc> »pfen geweßt seyn, wenn der König bald nach dem treffen st«in die Kayserlichen erb-länder gegangen wäre, und die gueue ^krieges zugestopft hätte. So ließ er sich belieben, bellst«^Massen an den Rhein und Mayn hinaus zu gehen, da er zu-viel glück hatte, abey doch nichts that, das zur haupt-sachsA,hörte, indem vielmehr dadurch dem Kayser, sich zu stur» >und von dem ersten schrecken sich zu erholen, zeit gelassen w» §Daher konnte der neue General Wallenstein wieder einezusammen bringen, mit der er sich dem Könige in Schweden ^i6;2. von neuem entgegen setzte, über eine weile aber nach ^stn gieng, dahin er die Schweden nach sich zog , die tymLntzen eine Macht lieferten, in welcher sie zwar abernE «siegten, allein hingegen ihren König verlohren, durchtvd das kriegs-wesen wieder eine andere gestalt bekam, «nvden fuß gesetzt ward, daß es hernach noch so viele jähre wav ,,muste, mdem aller dabey Angeflochtenen parteyen a>E«Aeyheiten dergestalt verwirret wurden, daß man kein ende n ^,1konnte. Zwischen dem Churfürsten von Sachsen u>w.^§,1Schweden wüchse die eifersucht und das mißtrauen, weM'bey des Königs leben ihren ansang genommen hatten , Ackmehr und mehr, indem der Schwedische Reichs