Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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in dem adelichett Gottshauseund Stift Olfferg,ohnweit Rhein«selbe» gelegen (allwo sie nachgehends zur Priorin erwehletwurde) mit einer ansehnlichen aussteurung nebst einem jährli-chen leib-gedinge gar reichlich versorgte. Die übrigen zwo töch-ter, weil er grosse Mittel besässe, wurden annoch bey seinenlebzeiten durch heurarhen an die besten familien gebracht. Erwar sonsten ein fürtreflicher Jurist, und hatte genauen Umgangmit den gelehrtesten Männern selbiger zelt, insonderheit mitConrado Decio von Weidenberg, Ferdinande Ertz-Hertzogs zuOesterreich geheimen 8ecrstario, welcher an. 1592. die äima-les voinüs Lustri-iLB heraus gegeben, dem er durch beyschaf-fung der besten hierzu gehörigen documenten, zu Verfertigungdieses wercks, getreulich an dre Hand gegangen, wie solchesDecius selbst in einem gar verbindlichen an ihn gestelltenschreiben cke äsro lexto Non äsn. I59Z. bezeuget, zugleich,auch erwehntes werck ihm übersendet hatte. Äo-

* Eggs , (Joh. Jgnatius) ein Capuciner und Mittonarius,

ist den 4. oct. an. 161g. zu Rheinfelden gebohren. Im an-sang des Schwedischen kriegs, da sein vatterland von demfeinde sehr hart mitgenommen wurde, begab er sich in dem16. jähre seines alters in den Capuciner-orden, in welchem ernach ausgestandenem Tvrocinio und absolvirten 8ruäü8 Zravio-ribv8 kKiloloxlüT und ssbeoloN-x, wegen seiner frömmigkeit undaelehrtheit, auch ohnermüdeten eifer in dem predigen in solcheHochachtung kam, daß er von seinen Obern würdig und taug-lich geschätzt wurde , als Mlliouarim, zu fortpflantzung der Ca-tholifchen religion, in die Orientalische länder verschickt zu wer-den. Dahero als die Venetianische Republick unter anführungLaurentii Marcelli und Alexandri äe Borro in dem Lrckipe-lago wider die Türcken krieg führten, auch mit göttlichem fe-gen einen nahmhafften sieg erfochten; und darauf die zweymeer-insuln Tenedos und Lemnos einnahmen, war er alsMWooariu8 jedesmal zugegen, und machte durch seinen eiferso gute progresscn unter den gefangenen ungläubigen ,,daß erderen über 600. mit eigener Hand getauft. Nach so glücklicherSpedition begab er sich in die Morgenländische provintzen, undweil er mit authentischen creditiv-schreiben wohl versehen war,wurde ihm gestattet, alles merckwürdige zu sehen, so ernachgehends, als eine zu seiner vorhabenden Morgenlandischenbeschreibung dienende Materie, gar fleißig aufzeichnete. Hier-auf verfügte er sich in gesellschafst des Grafen Octavii vonThurn und Taxis in das land; durchwanderte gautz Palästi-nam, und kam nach Jerusalem, allwo er sich mit gemeld-tem Grafen drey monat lang verweilte, und mit demselben zueinem Ritter des heiligen grabs auf-und angenommen wur-de; wie er dann zeit seines lebens sich keines andern liZilli ge-brauchte, als eben dieses Ritterlichen; unangesehen er doch nurein Capuciner war. Während seines aufenthalts zu Jerusa-lem unterließ er keineswegs alle monumema und merckwür-digkeiten in genaue obacht zu nehmen, und aufzuzeichnen, wor-zu ihm sowol die Griechen als Türcken um das baare geld,dessen sie ungemein begierig seyn, gantz bereitwillig an die Handgiengen, und sechsten gewisse abschilderungen zu verfertigen ver-hülflich waren. Nachdem er nun nach verflossenen 18. Mona-ten über Venedig wiederum in seinem vatterlande angekommen,war seine erste arbeit, die glücklich vollendete Orientalische reisein kurtzer Verfassung an das tag-licht zu bringen, und zwar un-ter dem titul: Ierosolymitanifche reise-beschreibung desx. Ignatii von Rheinfelden rc. Dieses werck wurde in4. erstlich zu Costnitz gedruckt, und wegen dem schnellen abgangder exemplarien wiederum auf ein neues nachgedruckt zu Dil-lingen, Würtzburg und Augspurg. Er brachte in sein vatter-land allerhand rare fachen von antiquitäten, Medaillen, bu-chern, manuscripten und heiligthümmern, so er in Palästinaund andern Morgenländischen orten gesammlet, die er da unddorten in vornehme klöster und bibliothecken verschencket hat.Ob er nun schon seine mehreste lebens-zeit mit reisen, predigen 5bücher-schreiben zubrachte, und also mit dieser arbeit vergnü-get, sich um keine ordens-stelle bewarbe, muste er doch auf be-seht seiner Obern hin und wieder, bald als Guardian, bald alsLustos und veünitor den seinigen vorstehen , wobey er wegenseiner gelinden aufführung bey dem gantzen orden in besondereHochachtung gelangte. Seine starcke natur erhielt ihn bis insspate alter gesund, bis er endlich zu Lauffenburg in dem 84.jähre seines alters an. 1702. den i.febr. als an seinem Nahmens-tage, verstürbe. eM. Fo».

rrs. r« II. kvl. 8yc>.

* EgZS, (Joh. Ulrich) ein söhn Ludwigs Eggsen, Ferdi-nandi, Ertz-Hertzogs zu Oesterreich, Raths und Ober-Amt-manns der Herrfchafft Rhemfelden rc. Er wurde gebohren zuRheinfelden den 6. mayan. i;8i. und legte den gründ seinerstudien zu Freyburg in dem Vreißgau. Reisete darauf nachJngolstadt in Bayern, , nahm alldort das IVlaZiKerium kkl-

, und zwey jähr hernach den Zraäum Ooc^orLlemm mroc^us 7 ure an. Um das jähr 1606. wurde er zu Wienmit dem berühmten Rechtsgelehrten und Kayserl. Rath, Geor-gio Edero, bekannt, welcher ihn in ansehung seiner fürtrefli-chen gemüths-gaaben zu sich in seine behausung zur juridischenpraxi aufnahm; zugleich auch sowol in theologischen als an-dern wissenschafften treflich unterrichtete. In dieser occupa-tion wendete er einige jähre niit bestem fortgang an; ergriff

auch die Griechische spräche, als deren Ederus ein meisterwar, besähe darauf die berühmteste städt und länder in Ita-lien und Franckreich, und langte endlich wiederum in seinemvatterlande an. Kurtz hernach vermählte er sich mit einerFräulin aus dem Kaßlerischen geschlechte, nahmens Maria Sa-lome, und wurde bald darauf Fürstl. Bischöfflich - Constantzi-fcher Rath und Obervogt zu Mörspurg; verwaltete diese an-sehnliche ehren-stelle mit besonderm rühm und nutzen der Un-terthanen bis an. i6;o. in welchem jähr er von einer tödli-chen kranckheit überfallen wurde, und innert wenig tagendieses zeitliche mit dem ewigen verwechselte. Er war einmann, gleichwie von grosser geschicklichkeit, erfahrung und wis-senschasst; also auch von grossem reichthum und Mitteln. Erhinterliesse seiner einigen tochter, Anna Maria von Eggs, über80000. gülden an barschafft und capitalien, welche summ sienachgehends (weil sie ledigen stands geblieben) nach ihremtode ausser den mobilien durch nahmhaffte lexata und mildestiftungen den Archen, klöstern, spitälern und armen vermachte.Sie ist in dem jähr 1670. gestorben, und wurde zu Constantz inder kirche der katrum äocieratia .je tu zur erden bestattet, auchfür eine der grösten gutthäterinnen von der Societät gehalten,als welche diesem LolleZio allein an maßiv-silbern grossen brust-bildern zur zierde der kirche über 18000. gl. vermacht hatte.

* Eggs, (k.Leontius) war ein Jesuit, und wurde im jähr1666. den 19. august. zu Rheinfelden gebohren. Gleich in sei-nen jungen jähren erweckte er gute Hoffnung von sich, läge demstudiren so emsig ob, daß er in dem Fürstlichen Oymnaüo zuPrundrut durch alle (lassen vor andern seinen mit-schülern denvorzug hatte, und innert 6. jähren alle jährlich aufgesetzte x>rL-mia wegnähme. Nach absolvirten 8tuclü8 iiumsmoribu8 trater in dem 1;. jähre seines alters in die Societät JEsu,und docirte gar bald darauf in verschiedenen kymnalL 6ram-maricam, Loeün, Metoricam, und insonderheit l^inZuam 6r»-ckm , die er aus dem gründ erlernet hatte. Er war eben-falls ein guter ?tüloioplni8, LtKiLU8, TheoloAU8 und Prediger,vor allem aber ein treflicher Lomicu8; wie er dann in Mün-chen, Jngolstadt, Mindelheim, Prundrut, Solothurn, und an-dern orten mehr, gar angenehme und wohl ausgearbeitete Lo-moeäia8, 1ra§oeäia8, veolamatione«, Lxbibitiones, zu Teutsch/Französisch, Lateinisch, sowol in gebundener als ungebundenerart auf öffentlichem tkeatro , mit allgemeinem beyfall viel jährlang vorstellete, und als ein meister in der theatralischen kunstgelobet wurde. Seine Lompolitione8 Üflorale8 und Llceric»,die er theils selbsten gemacht; theils aus andern und zwar denbesten sowol Französisch - als Lateinischen amkoribu8 in dasTeutsche übersetzet, sind mehrmals zu München, Augspurg undandern orten gedruckt und nachgedruckt worden. Im jähr1716. ist er von Emanuele, Churfürsten aus Bayern, denzwey Chur-Printzen, Carolo Alberto und Theodoro, da sie nachUngarn zur Kayserl. armee (so damals unter anführungdes Printzen Eugen» Belgrad belagerte) zogen, als Beicht-nnd Feld-kater mitgegeben worden, allwo er von den erkrank-ten soldaten, die er als ein Geistlicher besorgte, mit einem ht*tzigen fieber angesteckt, den 16. august. an. 1717. verstorben,auch alldort in dem Kayserlichen lager begraben worden.Er hat verschiedene schriften hinterlassen, worunter sind: Ope-ra moralia für das gantze jähr auf jeden tag zu gebrauchen »Lürum Lpbemericum koetieum, aus den i zo. Psalmen zu-sammen gezogen, darinnen auf jeden tag eine LleZia lp'"'tuali8 anzutreffen. Dieses werck wird von ihm, als ambors,Eeneffus Gc>Id benamset ; und heißet anaZrammaties so vlAals Leontius Eggs. In diesem gantzen wercke, unangeschrnes ;6;. elegien in sich halt, ist keine einzige elilion , wol aberlauter zart-fliessende verse anzutreffen. Es ist zu München daserste mal heraus gekommen im jähr 1712. Man hat auwvon ihm Lpißrammata ; LloZis; IiiscriptionLs; Lxercicacw'NL8 lcliolgüica8 L tliestrales , neben allerhand manuscripten.

* Eggs , (k. Richardus) ein Jesuit, ist zu Rheinfelden llttjähr 1621. den 2;. oct.gebohren. Sein vatter war RudolpvtLandsfürstl. Vor-Oesterr. Ober - Forst - oder Jägermeister derHerrfchafft Rheinfelden. Es äusserte sich bey demselben ambald in der jugend eine grosse neigung zu der Poesie, bergestatt, daß er in dem 14. jähre seines alters ein reim-geticht rs'dem H. Märtyrer und Bischoffe zu Antiochia, Jgnatio, M r«teinischer spräche geschrieben, welches dem berühmten PEs.Jacob Bälde 8. s so wohl gefallen, daß er ihn in dieser w»senschafft noch mehr und besser zu unterweist« veranlasset wude. Er trat hierauf (nachdem er die Humaniora unter om.meldtem L. Bälde sowol, als k. Jacobo Bidermann erlerw /in dem 20 jähre seines alters in die Societät JEsu,nachgehends zu München und Jngolstadt eben auch die 8tu^xolitiora, insonderheit die Rhetoric, mit besonderm ruhni' ^zulaufder studirenden jugend, daß oft die schul nicht genug r»» §hatte, alle bequemlich zu fassen. Von seinen Obern wurm ^theils zum predig-amt, theils zu Vorstellung geistlicher co> ,dien und tragödien gebrauchet. Er erwarb in beyden Hj,grosses lob: wie denn seine tragödie von dem Leonide deo-^^genis vatter, so er in Lateinisch - gebundener spräche am -tktzacro zu München vor dem Churfürsten vorstellen,