Band 
Dritter Theil. D - Ha.
Seite
258
JPEG-Download
 

258 e l L

St. Elisabeth, wurde an. 1140. eine Nonne Benedicti-ner-ordens, und hernach Priorin in dem kloster Schonaug, indem Trierifthen. Sie starb an. n6;. in dem ;6. rahre ihresalters, nachdem sie ein buch von den nooo. Jungfrauen ge-schrieben, und diese erbärmliche Legenden zuerst hervor gebrachtHat, welches ihr aber keine grosse ehre beywerstandigen leuthenmachen kan; ingleichen unterschiedene Orstwues, ein buchvon Episteln, und ein büchlein von dem göttlichen wege her-aus gegeben. Ihr bruder Egbertus hat thr leben beschrieben,und Heinrich Stephanus der altere hat ihre viliones nebst denerscheinungen derH. Hildegard und der H. Mechttld an. i;i;.zu Paris heraus gegeben. Noch eine andere ausgäbe der werckedieser Elisabethä ist zu Cöln gedruckt an. 1628. äs

Isript ecslsl. in MArtvrol. De biblioeli.kliltsrc.

x. 296. in Lrlulg vinclicats lik. III. c. 2;.

äs Iläi. 1.3t. c. ;o. L O« HIHI. nouv. tom. IX. *

Rayserinnen:

Elisabeth, Kaysers Alberti I. von Oesterreich gemahlin,war Mainhardi, Hertzogs zu Kärndten, Grafen zu Tyrol undGörtz, tochter. Sie wurde an. 128». vermählet, stiftete unter-schiedene mal friede, erfand an. i;o2. das saltzwerck zu Gemr'in-den in Oesterreich, und starb den 28. oct. an. i;iz. nachdemsie 2i. kinder zur weit gebohren. Durch diese Heurath istKärndten und Tyrol an das Haus Oesterreich gekommen. Bro-ckens ehren-fpiegel. snn-rl. Larimk.

Elisabeth , Kaysers Alberti II. gemahlin, war eine tochterKaysers Stgismundi, und wurde an. 1422. an Albertum II.,damaligen Ertz-Hertzog in Oesterreich, vermählt,welchem sie dieKönigreiche Ungarn und Böhmen zubrachte. Sie gebahr nachihres gemahls tode, welcher an. 14; 9. den 29. oct. erfolgte,an. 1440. den 2i.febr. Ladislaum, und ließ ihn in windeln zumKönig in Ungarn crönen. Weil aber die Ungarn hernach denPolnischen König Uladislaum III. oder IV., wie ihn einige nen-nen, zu ihrem König erwehlten, bemächtigte sie sich der Ungari-schen göldenen crone mit list. Denn als die Ungarischen Magna,ten selbige auf dem schloß Vicegrad in einem futteral versiegelnwollten, schob sie ein ander futteral unter, und gieng mit ihremPrintzen in Teutsthland zu dem Kayser Friderico III. Endlichkehrte sie wieder nach Ungarn, und starb zu Raab nicht ohneargwohn beygebrachten giftes, an. 1442. Btrckens ehren-spie,gel. exit. LeZ. Lob.

Römgin von Dänemarck und Schweden:

Elisabeth, von Oesterreich , die andere tochter Philippi I.Königs von Spanien, war zu Brüssel an. 1501. gebohren. Ihrgemahl Christiernus II. König von Dänemarck, Schweden undNorwegen, war ein grausamer und sehr unordentlicher Herr,welcher endlich seine Reiche verlohr, und in gesanglicher hasstsein leben beschließen muste. Sie bediente diesen ihren gemahlstets mit einer ungemeinen beständigkeit, und begab sich mit ih-rem söhne und 2. töchtern, zu ihrem bruder Carolo V. Dersöhn aber starb vor Verdruß, weil ihm seiner Mutter bruder, derin andere geschäffte verwickelt war, nicht helffen wollte, und siegesegnete dieses zeitliche zu Gent den 19. jan. an. 152z. L-

elog. äes Lames iUulir.

Aönigitmen von Engelland:

Elisabeth, oder Isabella von Angouleme, Königin vonEngelland, eine tochter Aimari I- Grafen von Angouleme, wel-cher sie an Hugonem X. Grafen von Marche, verlobet. Alleinder König von Engelland, Johannes lme rerm, welcher zurHochzeit eingeladen worden, verliebte sich in sie, und nahm sieihrem bräutigam hinweg, nachdem er seine erste gemahlin Ha-voise von Glocester verflossen halte. Er heurathele diese Eli-sabeth, welche schön und jung, aber dabey wollüstig und nochmehr raachgierig war. Sie zog ihrem gemahl dem Königeviel Unglück über den hals, denn der Graf Hugo, welchem siewar weggenommen worden, war voller Verzweiflung, und un-terließ nichts, damit er sich rächen konnte. Jedoch zeugte derKönig mit ihr 2. söhne undtöchter, darunter Elisabeth einegemahlin des Kaysers Friderici II. war. Nach dem tobe desKönigs an. 1214. vermählte sie sich mit dem vorgebuchten Hu-gone, welchem sie war entführet worden, zeugte mit ihm verschie-Hene kinder, und starb an. 1245. O« Le.

Elisabeth, oder Isabella, eine tochter des KönigS Philip-pi IV. in Franckreich, war an. 1292. gebohren, und wurde an.i;c>8. den 2;. jan. an Eduardum II. Printzen von Wallis, nach-mals König in Engelland, zu Bononien vermählet. Sie wareine der schönsten Prmtzeßmnen ihrer zeit, aber ihre lügendenwaren mäßig. Denn sie unterhielt eme verbotene liebe mit demjungen Grafen von Morttmer, den der Konig deswegen, wieauch auf anhetzung seiner favortten, der beyden Spencers, insgesanqnis gesetzet. Als aber derselbe heimlich nach Franckreichentwischet, gieng sie unter dem verwand, einen frieden zwischenihrem gemahl und bruder Carolo IV. Komg m Franckreich, diekurtz vorher in krieg zerfallen waren, zu vermitteln, blieb abernachhero ohnerachtet der öfter» zurückberuffungen ihres ge-mahls noch lange daselbst, und trieb ihre Vertraulichkeit mitMortimer öffentlich, bis endlich, da die Spencers durch ih-re bestechungen es dahin gebracht, daß sie auch am Franzvsi-

e l i

scheu Hofe nicht mehr gerne gesehen war, sie unversehens nachden Niederlanden gieng, und so dann mit einigem volck nachEngeüand schiffte, ihren gemahl mit hülste einiger mißvergnüg-ten vom thron stieß, und endlich gar elendiglich umbrachte,(siehe Eduardus II. Konig in Engeüand.) Allein ihr eigene«?söhn,Eduardus III. rachete es nachgehends, indem er ihren buh-ler, Mortimer, des nachts aus ihrem bethe mit gemalt nehmen,und hernach umbringen, sie aber auf das land verbannen ließ,und ihr nie mehr eine völlige freyheit verstattete. Sie starb zuRosseing den 21. nov. an. r; 57. luüor. Lngl. O«

t 7 beM, liv. XIV. <L XV. , lid. XVIII.

äe IVosc'e, tom. II. p. ^74.

bist. äs Lrance, tom. II. v. 42;. legg. 0/

tom. I. x. 208. col. 2. segg. bist. ä'Lnglet. tom.

I. p. 649. legg.

Elisabeth, eine gemahlin Eduardi IV. Königs in Engel-land. Ihr vatter war ein Englischer Ritter, nahmens RichardWoodwtlle, oder Widville, welchen der König Henricus VI. zumLord Rivers machte, ihre Mutter aber Jacobina, eine wittweJohannis Hertzogs von Bedford, und eine tochter Petri vonLuxemburg, Grafen von Saint Paul. Altfangs war sie Hof-Fräulein bey des gemeldten Königs Henri« VI. gemahlin Mar-garethe und heurathele nachmals, da sie noch sehr jung war,den Ritter Johann Gray, welcher etliche jähre hernach, an.14^. in des jetztgedachten Henri« VI. diensten, in der schlachtbey St. Albans, sein leben verlohr. In ihrem wittwen-standelebte sie bey ihrer mutter zu Grafton in Buckinghamshire. Danun an. 1464. der König Eduardus IV. auf der jagd dahin kam,und sie von wegen ihrer jetzt erwehnten mutter eine gewisse gna-de bey ihm ausbitten muste, würckte ihre ungemeine schönheitund die lügend, so sie bey seinen liebes-anfällen erwies, so vielbey ihm, daß er sie den i. may ohne ceremonien heurathele,auch darauf in Westmünster solennster crönen ließ; ungeachtetseine mutter und die Grossen des Reichs weit lieber gesehen hät-ten , wenn er die Savvyische Printzeßin Bonam, (deren schwe-ster an den König von Franckreich, Ludovicum XI. vermähltwar, und um welche er schon ordentlich durch den berühmtenGrafen von Warwick hatte anhalten lassen) zu seiner gemahlingenommen hätte. Eine von ihren ersten bemühungen war, ih-re familie wohl zu versorgen, und der König willfahrte ihr dar-innen nach ihrem eignen gefallen. Denn ihren vatter machteer zum Grafen Rivers, zum Groß-Constable von Engeüandund zum Lord-Schatzmeister. Ihren bruder Antonium erhuber zum Lord Scales, nachdem er ihm zuvor die reiche erbin die-ses Hauses zur gemahlin zuwege gebracht. Ihren ältesten söhnerster ehe, nahmens Thomam, vermählte er mit der erbin desLords Bonvile und Harrington, und gab ihm den titul einesMarggrafen von Dörset. Ihren andern söhn aus der erstenehe, nahmens Richardum, machte er zum Lord Gray, und alleihre übrige anverwandten bekamen einen so grossen vorzug vorandern, daß der Verdruß und neid, welcher über ihre erhcbungentstanden war, sich dadurch um ein grosses vermehrte. Nachverlauf einiger zeit kam es auf anstiften des abgedachten Grase«»von Warwick so weit, daß ihr vatter, nebst ihrem jüngern bru-der, Johanne, zu Northampton, ohne einige gerichts-ftrm, an.1468. enthauptet wurden, ihr gemahl an. ,470. in die Nieder-lande entfliehen muste, und daß sie selbst sich genöthigt sahe, indem sogenannten LanÄusrio zu Westmünster ihre sicherheit ;Nsuchen, worinnen sie.bald hernach ihren ältesten Printz Eduardgebabr. An. 1471. änderte sich das glück dergestalt, daß ihr Emahl wieder zu dem ruhigen besitz der Cron gelangte, woraufsie fortfuhr, in desselben gewogenheit sich vest zu setzen, hingegenaber. vieler haß und Mißgunst dadurch wider sich zu erwecke««,daß sie in ihrem äußerlichen Wesen allzu viel Pracht, und zu be-vestigung des alücks ihrer kinder und ungehörigen allzu viel sorg-fält blicken ließ,welches ihren feinden anlas gab, sie als hochmußthig, geld-geitzig und grausam auszuschreyen. Insonderheitgab man ihr schuld, daß sie ihren gemahl überredet, seinen br«>-der, Georgium, Hertzog von Clarence, an. 1477. hinrichten Mlassen. An. 148;. starb Eduardus IV. Sie hatte es aber ver-mittelt, daß er vorher ihren bruder, Antonium, zu seines soh>«-und Nachfolgers Eduardi V. Hofmeister, ihren ältesten EThomam, Marggrafen von Dorsch zum Gouverneur von demTower, und ihre übrige freunde zu andern «richtigen bediepumgen ernennet. Aller dieser Vorsorge ungeachtet bekarn ihresmahls bruder, Richardus, Hertzog von Glocester, ihren W?Eduardum V. mit list in seine gemalt; woraus sie zwar m>« >0rein andern Konigl. Printz, Richards, HertzogevonZorchu'vmit ihrentöchtern sich rvieder in das 8-m«u3rium zu AVVMünster retirirte, dennoch aber den ersten ausliefern, und geEhen lassen muste, daß sowol derselbe, als auch der ältere Ed««Adus V. heimlich hingerichtet wurden; daß man ihren bruder emtonium, ihren söhn Richard, und 2. andere bluts-freunde, neulieh Richardum Hause und Thomam Haughan, öffentlich rvhauptete; baß der Urheber aller dieser that««, der obgedaw.Hertzog von Glocester, unter dem nahmen Richardi III, den»«glichen thron bestieg; daß derselbe alles ihr vermögen emoja, daß er noch zum Überfluß ihre Vermählung mit Eduarvo(rveil selbiger schon mit des Grafen von SchrewsburyEleonora Talbor, einen rechtmäßigen ehe-contra« aufgenw ^haben sollte) vor ungültig erklären, und anf viel andere ^ten ihre ehre öffentlich schmälern ließ. Diese empflaa«beleidigungen verhinderte» sie gleichwol nicht, «v«'^.