Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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titul eines Vice-Königs von Indien; allein an. !58i. fand ersich genöthiget , sein vatterland mit dem rücken anzusehen, undmit seinem vatter nach Engelland und Franckreich zu gehen.Weil er aber von beyden Hosen nur mit leeren Versprechungenabgespeiset wurde, so begab er sich nach Holland zu Maurmo,Printzen von Oranien, und heurathete an. 1597. dessen schwe-ster Aemiliam. Nach deren tobe, so an. 162;. erfolgte, wen-dete er sich mit seinen beyden söhnen aus dem Haag nach Brustsel, aüwo er von der Gouvernantin der Niederlande, IsabellaClara Euqenia, eine jährliche pension von 12°°°. thalern ge-noß, und sich mit Louise Osorio, die bey der gedachten Ertz-Hertzoqin kille ä'konnsur war, verehlrchte, auch daselbst an.i6;n. den 21. jun. da er sein alter ohngefehr auf 70. jähr ge-bracht hatte, das zeitliche gesegnete. Er war ein kluger Herr,verstund fast alle Europäische sprachen , und schrieb, wie eini-ge wollen , ein buch unter dem titul: ftaswmie äs Is korwnexolitioue, welches er dem Churfürsten von Pfaltz, Fridericov. dediciret, um denselben von annehmung der BöhmischenCrone abzurathen. Mit seiner andern gemahlin hat er keinekinder, mit der ersten aber zwey söhne und fünf töchter gezeu-get, davon folgende drey merckwürdig : i.) Emanuel II. vondem der folgende artickul handelt. 2.) Ludovicus Wilhelmus,g.) Mauricette Eleonora von Portugal!, die mit Georgio Fri-derico , Grafen von Nassau-Siegen, vermählt gewesen.

/e/nie, kiltoir. ^enesl. lom. I. psg. 6n. feg.

* Emanuel II. Titular-Printz von Portugall, war der älte-ste söhn des vorhcrstehenden Emanuelis I. von dessen erster ge-mahlin , Aemilia von Nassau. Er folgte anfänglich dem krie-ge, begab sich aber an. 1623. den i;. jul. in den Carmeliter-orden, und nahm den nahmen Felix an. Nach diesem bekann-te er sich zur Reformirten religion, heurathete an. 1646. Io-hannam, eine tochter Alberti, Grafen von Hanau, Wolf-gangi Friderici, Rheingrafen von Dann witlwe, und starban. 1666. ohne männliche erben. Von seinen töchtern hat sichElisabeth Maria von Portugall, die an. 1643. gebohren, an.1678- mit Adrians, Baron von Gent verglichet,

tiiss. genenl. wm. I. PLA. 612.

Emanuel, (Philibertus) Eisenhaupt zugenannt, einHertzog von Savoyen, war Caroli III. und Beatricis von Portugall söhn, und sollte sich erstlich in geistlichen stand begeben»allein, da sein drnder gestorben, wurde er in Teutfchland ge-sandt , allwo ihn Carolus V. an. 1548. zum Ritter des gol-denen Vlieffes machte. Bey der bekagerung der stadt Metzund in der schlacht bey St. Quinlin war er General über dieKayserliche armee, und erhielt den sieg wider die Franzosen,welches an. 1;<17. geschahe. Nach ersolgtem frieden vermähl-te er sich mit Margarethe des Königs Francifti tochter, undbekam dadurch wieder diejenigen Herrschafften, die fein vatterverlohren hatte. Er war im übrigen ein kluger, glücklicherund tapferer Herr, und ein grosser liebhaber der Gelehrten.Er gieng mit Philippo, dem Könige von Spanien, in Engelland,und würde daselbst an. 1^4. zum Ritter des Hosenbandes ge-macht. Endlich starb er an. 1580. kiü. äs 8^07.

* Emanuel, Fürst zu Anhalt, war der jüngste söhn Augu-sts , Fürstens zu Anhalt in Plötzgau, den ihm feine gemahlin,Sibvlla, eine tochter Johannis Georgii, Grafen zu Solms,an. i6;i. den 6. oct. gebohren hatte. Er reisete an. 1652. mitseinem ältesten bruder, Ernst Gottlieben, nach Franckreich,und hielt sich eine zeitlang zu Genf auf; nachmals aber begaber sich nach Saumur, und kam an. 1654. wieder zu Hausean. Nicht lange hernach besähe er die Niederlande, giengvon dar nach Engelland, und ferner nach Franckreich, woselbster eine geraume zeit verharrete. An. 1657. trat er in Schwe-dische dünste, und bekam von Carolo Gustavs ein regimentzu pferde, da er denn an. 1659. bey dem stürm auf Coppen-yagen verwundet, und nachgehends hinterlistiger weise gefan-gen wurde; wiewol er durch den bald darauf erfolgten friedenseine freyheit wiedrum erlangte. Nach diesem stellete er einereise nach Italien an , und begleitete an. 1662. Philippum,Pfaltzgrafen zu Sultzbach, nach Candia, allwo er den som-mer über seinen muth wider die Türcken sehen ließ. An. 1665.trat er, nebst seinem bruder Lebrechten, die regierung des er-öfneten Kökhenischen antheils an, welches ihm nach dessen an.1669. ersolgtem tobe gäntzlich anheim fiel. Hierauf vermähl-te er sich an. 1070. den 2z. mertz mit einer Gräfin zu Stol-berg, und gesegnete den 8. nov. des besagten jahrs das zeitli-che. seckmanns Anh. hist. k. V. p. 4z 8-

Emanuel, (Franciftns) ein Portugiese, diente anfangsden Spaniern m den Niederlanden , begab sich aber nachge-Lendö in sein vatterland, um das Haus Braganza auf demKöniglichen thron bevestlgen zu helffen. Man sagt, daß er lan-ae reit ein gefangener gewesen , und gezwungen worden, einereise nach Brasilien zu thun. Catharma von Portugall, welchesich an. 1662. mit dem Kömge Carolo II. m Engelland ver-mählt , schickte ihn, in ansehung seines guten Verstandes, an.1654. nach Rom. Er hat verfchledene tractateunterdem titul:OVML Noraies, heraus gegeben. Man findet auch von ihmkoiias Militär. <Ls. Er starb zu Llfabon an. 1666. den i;.oct. kibl. »ist,. kc.

Emanuel Calecas, siehe Lalecas.

Emaus, eine stadt in dem stamme Iuda, fast». Teutsche

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messen von Jerusalem gegen Mitternacht gelegen. Sie ist da-durch sonderlich bekannt, daß der Heyland sich daselbst 2. jun-gem durch das drodt-brechen geoffenbart hat. Die Christen ha-ben vor diesem allda ein schönes kloster erbauet, und soll auchein Bischöfflicher sitz daselbst gewesen seyn; allein nach der zeitist alles in einen elenden zustand gerathen, und halten sich heutzu tage nur einige Araber daselbst auf. Man hat diesen ortauch Nicopolis geheißen. XXIV. lib. V. c. 14.reist, äs terrs lsiictg.

Embdm, lat. kmcls oder kmbäs, und vor zeiten kmetbs,die Haupt-stadt in Ost-Frießland, welche aber den Fürsten die-ses landes nicht unterworffen ist, sondern als eine freye stadtzum Römischen Reiche gehört, und unter dem schütz der verei-nigten Niederlande stehet. Sie liegt an dem fluß Ems, woderselbe in den Dotiert fällt, ist groß, und treibt wegen ihresbequemen Hafens grossen Handel, ist anbey mit einem schloßund 2. castellen versehen. Der König von Preussen und dieHolländer haben eine besatzung darinn. Es befindet sich auchdaselbst die Königlich-Preußische ßotte oder Africanische com-pagnie. Die Catholischen dürfen zwar hier wohnen, habenaber keine freye religions-übung. Anfänglich haben sich dieLbäenü der herrschafft über diese stadt angemasset, davon aberder letzte von den Hamburgern unterdrückt worden. Hieraufhalte die stadt ihre eigene Grafen, mit denen sie aber schonin die r;o. jähr viel streitigkeiten gehabt, jedoch auch inzwi-schen dem Grafen Ennoni, mit vorbehält gewisser Privilegien,an. 1599. Schuldiget; weil er sich aber durch seinen Cantzler zueinem krieg mit der stadt verleiten lassen , stunden die Nieder-länder selbiger bey, und brachten die fache mit sehr grossemVortheile der stadt zum vergleiche, äs rekus

kris. lib. XIV. x. 210. L äs iistu steip. L sssl. in krilinorientsli k. 7. leq. sonnn. 6erm. lib. III. p. §2;. L«,,

in äelis. spoclsm. p. 21;. « äs kebulp. Hanf.

lib. XI. sci sn. 1^94. ieqq. äs bell. Lsl§. *

Embrach, ist ein grosses dorf, unter dem Canton Zürichin der Graffchafft Kyburg, zwischen Bülach und Winterthnr,auf einem ebenen und fruchtbaren bodey gelegen; vor. altemhatte es ein kloster von regulirten Chor-Herren, dessen erbammgden Grafen von Kyburg , und den herum gesessenen Edelleuthen( als da waren die von Blauwen, von Hagenberg, von Rüde-neck , von Geyisperg, von Heydeck rc.) zugeschrieben wird,aus anlas eines alldort ermordeten Waldbrubers; die zeit aber,wann solches geschehen, ist unbekannt, doch warscheinlich, daßes im XI. lisLuIo aufgekommen; es hatte aber dieses klosterdas unglück, durch brand und andere zufalle zu verarmen undin abgang zu kommen, bis daß Graf Humsried von Kyburg,Lsnonisus zu Straßburg, solches wiederum emporgehoben,in eine Probstey verwandelt, und Regenhardt zum ersten Probstverordnet hat, etliche jähr vor an. n88. Heinrich, ein Probst,hat gelebt an. 1259. Ein anderer Heinrich von Hufen ist ge-storben an. 1277. Nachgehends ward sie oft verschiedenen B>-schöffen aufgetragen, als an. 1)04. dem Bischoff zu Würtz-burg, Heinrich Baron von Tuffen, und an. izig. dem Bi-schoff zu Freysingen Conrado, Baron von Clingenberg. ImSempachcr-kriege, als Johannes Ehinger Probst war, kamendie Zürcher nächtlicher weile gen Einbrach, erstiegen den um-maurten kirch-hof, wohin die leuthe des Grafen von Kyburgviel guths geflüchtet hatten, beraubten denselben, wie nicht we-niger die kirche und den flecken, und steckten bey dem abzu«alles mit feuer an; ein gleiches thaten an. 1444. die Eydgenos-sen aus den ländern, und von Lncern in dem Zürcher-krjege,als sie Eberhard, einen Grafen von Nellenburg zum Probst hat-ten. Der letzte Probst war Heinrich Brennwald von Zürich,welcher an. i;»?. die Evangelische lehre angenommen, undmit bewilligung des damaligen Capituls die Probstey der stadtZürich übergeben hat, die selbige feithero mit Schaffnern be-setzet, welche alle 6. jähr abwechseln müssen. An. 1707. istdie kirche, und an. 1709. das Amt-Haus erneuert und verbes-sert worden. ÄAML/. lib. V. p. n;. ley. Ipes. ssi§'

p. ;6;> BluntschU, merckwürd. x. 67. *

Embrun, oder Ambrun, lat. kboroäunmn, die Haupt-stadt der kleinen provintz Emdrunois in Dauphins, liegt aufe>-nem gähen stiftn am flusse Durance. Sie ist sehr alt, und hatstets mit den Römern so gute freundfchafft gehalten, daß M'ssie mit dem rechte der Lateiner, mithin mit dem zutritt zu deUObrigkeitlichen ämtern und Galba mit dem recht der Bunds-genossen begäbet. Noch jetzo ist sie in gutem stände, hat einestAmtmann und einen Königlichen, wie auch einen Ertz-B'-schöfflichen Richter. Der Ertz-Bischoff ist Herr über die stadt,und führet wegen dem theil, so er mit dem König an den Ge-richten hat, den titul: Printz von Embrun, Graf zu Gume-stre- und Beaufort ; er war vormals des Reichs Cämmere»'Die üuffrsgLnei des Ertz'Stifts sind die Bischöffe von Digst^Grace, Vence, Glandeve und Senez, alle in Provence ge^gen, und gehören darzu 8i. Pfarreyen, ohne diejenigen, die »>"BarcelloNetter-thal liegen; des Ertz-Bischoffs jährliches einkom-men steigt auf igooo. pfund; es sind deren schon 9. oder , ^nonisiret worden. Marcellinus war an. 440. der erste BisitMallhier. An. rz8;. nahmen die Protestanten diese stadt ei»!und fanden viel reichthum in den kirchen. Sie hatte dania^sieben Pfarr-kirchen, unter welchen 2. verbrannt, das c>r»dell aber hernach in ein Capuciner-klvster verwandelt woroe"'