Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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wurde. Dieter hatte 'Hoffnung, den Cardinals-Hut zu erlan-und wollte deswegen Erasmum mit sich nach RomAMen, weil ihm aber selbige fehl schlug, hielt sich zwarKalmus ermge zeit an dessen Hofe in seinem gewöhnlichen ha-verließ aber hernach den Bischoff, und begab sich.«.A.dans in das Lollegium von Montaigu, worzu ihmer-^Mr Bischoff ein llipsnclium versprochen. . Da aber diesesb, und er inzwischen in kranckheit verfiel, kehrte er zu-n-« / ließ sich zu Bergen wiederum curiren. Nach seinergenest,ng gieng er abermals nach Paris, um in seinem stu-fen fortzufahren, hatte aber allezeit einen abscheu vor dem^ruNio IKsoloZiLo, weil er besorgte, er möchte den ketzer-titulKommen; und auch sonsten die dorne und runtzeln der scho-lastischen terminorum , und vieler seltsamer fragen, sehr forch-ttre. Hingegen unterließ er nichts, was ihn in den 8 ruäü 8oieskmrioribuZ geschickt machen konnte, dadurch er sich auch,wen ohnedem niemand zu Paris war, der hterinnen etwaswnderliches that, grossen rühm zuwege brachte, so, daß vielnch bemüheten, seiner unterrichtung zu gemessen. Darunterwaren zwey junge vom Adel aus Enqelland, welche, nachWer zurückkunft in ihr vatterland , Erasmum zu sich berie-ten , welches er auch annahm, und dadurch gelegenheit be-kam , sich Mt den gelehrtesten leuthen in Engelland in be-kanntschafft einzulassen. Man will auch, daß ihm der Königem ansehnliches geschenck gegeben, und da man ihm solches,ms er nach Holland gehen wollen, unter dem vorwand einerSewvhnheit des Königreichs , an dem ufer weggenommen, dop-pelt so viel verehret habe. Von andern vornehmen und ge-ehrten Männern, als Thoma Moro, Johanne Coleto » Tho-ma Linacro, rc. wurde er mit aller Höflichkeit empfangen, so,?aß er nachgehends , an Engeüand sein anders vatterland zuhaben, vielfältig gerühmt. Nachdem er aber daselbst einigeM der Universität Cambridge gelehret , trat er mit zweylohnen des Baptistä Boerii, eines Königlichen Leib-Vlcäicl,klne reise nach Italien an. Als er nach Turin gekommen,nahm er daselbst den voüor-titul in der Theologie an, und zu-üononien brachte er seine llä-igis zu ende, davon er bereitsvorhero einen entwurf zu Paris heraus gegeben hatte. Alskr an diesem letzter» orte Baptistam Pium mit hohen, weitvergesüchten und ungewöhnlichen Worten peroriren gehört,lagte er: Dieser mann hat meine gedancken, die ich von ihmSchabt, weit übertreffen. Als man ihn nun fragte, wie erloiches meynte ? versetzte er: Ich habe ihn zuvor nur für unsbeschickt gehalten, nun aber sehe ich, daß er gar unsinnig ist.

erhielt allda vom Papst Julio II. freyheit, sein ordens-kkld abzulegen , weil solches derjenigen kleidung gleich sahe,worinnen die lVleäici zu den mit der pest angesteckten per-lenen giengen , dadurch er, weil er nicht wie die andern, de««en ihm begegnenden Personen aus dem wege weichen wollte,w die gefahr kam, gesteiniget zu werden , welche freyheit ihm«achgchendS Leo X. bestätigte. Als er sich über ein jähr all-M aufgehalten, begab er sich zu dtm Aldo Manutio nachAnedig, welcher seine LciüZis zu drucken versprochen hatte.^aMst machte er mit Hieronymo Alexandra Mottensi, soM einer stube mit ihm gewöhnet, und nachmals CardinalWorden, desgleichen mit Ambrosia Nolano, und mit Bapti-N Egnatio, gute Vertraulichkeit, und gab 2. tragödien vond-ntipjde, desgleichen die comödien Terentii und Plauti, Her-As. Um diese zeit studirte zu Padua der Ertz - Bischoff vonAndrews in Schottland , ein söhn Königs Jacobi inMottland. Dieser ließ Erasmum, so, wegen der morositätBoerii, seine söhne nicht über ein jähr bey sich behal-^n, und also ohne condition war, zu sich beruffen, um sichlhm in kbetoricis unterrichten zu lassen, nahm ihn auchWt nach Siena. Daselbst unterhielt er noch ferner die freund-j-chafft, welche er mit einem gelehrten Griechen, Marco Mu-Mo,, gemacht, der ihm, zu gründlicher verstehung des Pau-Mia, Eustathii, Euripidis, Pindari, Sophoclis, Theocri-rc. sehr viel geholffen. Von hier gieng er nach Rom, wo-'ttvst er sich nicht allein bey mittelmäßigen standes-personen,Mvern auch bey den Cardinälen selbst, als Johanne von Me-Ms , welcher nachgehends unter dem nahmen Leonis X.Mpst worden, Dominico Grimano und Aegidio Vireibienli,k W insinuiren gewußt, daß sie alles hervor gesucht, ihnin« ^ behalten. Doch schlug er es, aus liebe zu demumgen Ertz - Bischoff, aus, reisete mit ihm durch Italien,, als sich dieser nach Schottland zurück zu kehrena",Moß, gleichfalls nach Holland, und von dar nach En-^aanb, allwo ihn seine alten freunde und Patronen mit gro-Sti^eude empfiengcn, absonderlich verschaffte ihm der Ertz-h.Wsff von Canterbury, Wilhelmus Waramus, die pra-bi-i^ von Aldington. Er war auch des Vorsatzes, allda zu«j'ven, doch, weil man ihm das versprochene nicht hielt,M br nach Flandern, allwo ihn der Ertz-Hertzog von Oester-wÄ' Carolus , so nachmals Kayser worden, zu seinemannahm. Nachdem er gehöret, daß zu Basel einigeder "ckhe, unter der aufsicht Johannis Amerbachii, antkten ^tzfflstron des Hleronymi, und anderer kritrum, arbei-hchg-'»?bgab er sich gleichfalls dahin, stund selbigen mit mög-m fleisse bey, und demuhete sich sonderlich, über die epi-Sleisw»"^^?^" kind kurtze summarien zu verfertigen; des,W rn^rderte er das Griechische Testament mit seinenmUmdruck; nicht wmrger emige zeit hernach Llüliaäas»'stör. Lemss» ///. Theil.

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Läaglorum , ?grrplirases ksulinLs und LvsnFelrcss. Weilman nun daselbst eme religions-änderung vornahm, und Eras-mus besorgte, es möchten deswegen gefährliche ungewitter sichwider die stadt erregen, auch sonsten seine vornehme Päpst-liche Patronen und freunde, insonderheit den Kayser Caro-lum V. selbst, nicht erbittern wollte, retirirte er sich nachFreyburg im Brißgow , und kaufte allda Haus «nd Hof, kehr-te aber nach einigen jähren wieder nach.Basel, umsein buchvon dem Lcclelmlle, oder Prediger, völlig zu ende zu brin-gen , und bey Veränderung der luft seine vorige gesundheit zuerlangen. Er giebt in verschiedenen briefen zu erkennen, wieer damals vorgehabt, weiter zu reisen, anfangs zwar genBesangon, vielleicht auch gar in die Niederlande, wohin ihndie Gouvernantin , sowol als andere seiner freunde, sehrhöflich eingeladen; als er unter andern Ursachen, warum ersich nicht gern allzuweit von Basel entfernen könnte, die komm-lichkeit des Burgundischen weins anzöge, dessen er bey seinerleibes-beschaffenheit sehr vonnöthen hätte, versicherte ihn Eras-mus Schetus, ein gelehrter kaufmann aus Antwerpen, (derallda Erasmi geschäffte verrichtete, sonderlich dessen jährlichepensionen aus Engelland empfienge, und ihm solche fernersin die Schweitz Übermächte,) man würde ihm auch in denNiederlanden, ohngeachtet der entlegenheit der örter, diesesweins genug anschaffen ; bey diesem allem wurde ErasmuSnach seiner Wiederkunft zu Basel von tag zu tage schwächer,und starb endlich an der rühr den 12. jul. an. In sei-

nem testament setzte er Bonifacium Amerbachium zum Haupt-erben ein; zu Erecutoren aber die beyde berühmte buchdruckerHier. Frobenium und Nicolaum Episcopium, vermachte da-neben allen seinen freunden, nur wenige ausgenommen, an-sehnliche legsta, theils in geld, theils in schönen und kostbarensilbernen und goldenen geschirren, uhren, ringen, rc. die ermeistentheils geschencks-weise von grossen Herren empfangenhatte. Aus dem Überrest befahl er stiftungen zu machen füralte unvermögende leuthe , für arme ledige weibs - Personenzum heurath-guth , und endlich für junge knaben von guterHoffnung; in summa, wie Erasmus selbst bezeuget, für alle,die man hülffe und allmofens würdig schätzen wurde; welchesalles Amerbach mit grosser treue ausgerichtet, und noch vondem seinigen viel darauf gewendet hat , wie davon die inBasel annoch vorhandene und täglich gangbare stiftungeneinen klaren beweis geben. Sonsten, weil Erasinus jederzeit eintheil seiner Mitteln , und nahmentlich etliche 1000. ducaten,in den Niederlanden, in den Händen Conradi Goclemi, eine-krokellori» zu Loven, hatte, um sich deren zu bedienen, w»er etwan durch die in Ober-Teutschland entstandene kriege vonBasel möchte vertrieben werden, hat er auch über solche sum-me eine besondere Verordnung gemachet, welche er in demBaßlerischen testament bekräfftiget, und die auch von Scrive-rio in seiner kleinen collectiv» der lebens-beschreibungen, undnoch unausgegebenen schriften Erasmi, eingerücket worden.Es ist hernach über diese letztere Vermächtnis, zwischen der Uni,vcrsität Löven (deren Erasmus ein ansehnliches davon legirt)und den erben Goclemi, einiger streit entstanden, welchen all«hier einzubringen zu weitläuftig wäre, jedoch bey einer an-dern gelegenheit ohnvergessen bleiben soll. Ehe wir Erasmi te-stament beyseils legen , wird hoffentlich die merckwürdige anec-dote dem lefer nicht unangenehm fallen , daß nemlich Erasmuseine ziemliche zeit in den gedancken gestanden, die von ihm ver»fertigte schriften und opera gleichsam zu erben einzusetzen,indem er zu dem ende all sein guth einem buchführer ver-machen wollte, unter dem bedieng, daß solcher dieselbe nett,sauber und correct , in mehrcrn bänden zusammen druckensollte. Unterschiedliche aufsätze von Erasmi Hand, welche nochauf der bibliotheck zu Basel, nebst andern Amerbachifch-undErasmischen schriften, aufbehalten werden, zeugen von die,sem vorhaben mit mehrerm. Gleichwie er aber schon infeiner jugend, wegen seines herrlichen ingemi und vortrefli,chen gedächtnisses , jedermans äugen auf sich zog, da erden gantzen Terentium und Horatium von wort zu Worthersagen konnte, ja seine exerciüa so wohl machte, daß ihmRudolphus Agricola mit einem kuß verhieß , er würde eingrosser mann werden; also achteten ihn in feinen erwachse,neu jähren die grösten Potentaten ihrer gnade würdig. Pau-lus III. wollte ihm den Cardinals-Hut schencken, den er aberanzunehmen mit grosser descheidenheit weigerte. Eben dieserPapst wollte ihm auch die Probstey zu Deventer verschaffen,welche er aber gleichfalls ausschlug. Clemens VII. und derKonig Henricus VIII. in Engelland , schrieben mit eigenerHand an ihn. Der Kayser Carolus V. die Könige, Frau-ciscus I. in Franckreich, Ferdinandus in Ungarn, Sigismun.dus in Polen, suchten ihn durch ansthnliche pensionen naherbey sich zu haben. So war auch sonsten kein gelehrter Fürstin Europa, der sich nicht, mit ihm zu correspondwen, füreine ehre gehalten hätte. Dem erempel der Fürsten folgtendie Reichs - und andere vornehmste städte nach, welche ihn beyseiner durchreise mit wein und anderm zu regauren pflegten,welches sonst nur Durchläuchtigen Häuptern geschiehet. Dochist gewiß, daß er am meisten aus Engelland gezogen, son-derlich aus den allda gehabten getstltchenLsneüciis. Ab.sonderlich wollte sich sein geburts-ort danckdar gegen ihn be-zeugen , und beschloß daher», daß man das haus, wo ergebvhren worden, mit emer aufschrrft zieren, das Loils-

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