Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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A^ilde die vormundschafft über den jungen König Clotari-hat xx hernach nicht lange mehr geledet , dennrv/ als Clotarius zum Könige erkläret worden, an.lwey weiber; von der ersten war Leudesius seinNachfolger gebohren. Die andere war Leutstndis, mit welchere-vi» lchledene kinder gezeuget; worunter ihm Leudesius snc-revirte. Lontin. IVetkesL»-. Lc^baxk , isr.

kmnL. XIV. 2.

Ercombertus, König von Kent in Engelland, folgte sei-^ vatter Edbaldo um das fahr 641. Unter seiner regierungnmroen die Heydnischen tempel zerstöret, und die Christliche re-«gion eingeführet. Lcka/»rerö. Ilb. 1. Leä«, lib. II.

bist. ä'än§Iet. tom. I. liv. VI. c. 12.

, Erdeödi, oder Erdwdy , ist ein bestes schloß in Ober-ungarn, auf einer insul der Donau, wo die Drau mit dcr-ieiven sich vereinigt, der stadt Esseck fast gegen über, gelegen,«n. 1687. ward es den Türcken abgenommen. Die Grafenl)alfy schreiben sich kerxetui Lomitss sb Lrclocl. Desgleichenw auch eine vornehme Ungarische familie Erdödi von Monio-rokececk. *

Erdeödi, (Thomas) Graf zu Monte Claudii und Wa-rasdin, war aus einem vornehmen Ungarischen gefchlecht ent-Moffen , welches seinen Ursprung aus dem Hertzogthum Crainhat, und noch heut zu tage blühet. Sein vatter Petrus Er-hobt , Lirnus in Dalmatien, Croatien und Sclavonien, wel-cher an. 1^66. gestorben, zeugte ihn mit Margaretha, Johan-ns Alapi iochter, an. 1558. Die Verdienste, die sich sowolMn vatter als er selbst erworben, brachten ihm an. 1584. diewurde eines Königlichen Statthalters in gemeldten;. König-Elchen zuwege. Seine begierde, dem vatterlande zu dienen,wurde dadurch desto mehr aufgemuntert, daß er in gedachtemwhre nebst dem Grafen Iobst Joseph von Thurn von den Tür-"ch, so m das Hertzogthum Crain eingefallen, viele erlegte,«no 10. sahnen ihnen abnahm, da er hingegen nur;. mannverlohren. Hierauf erhielt er wider den Türckischen Veg zuHvseg noch grösser» Vortheil, indem dieser 20. sahnen zurückjähen muste. An. r 592. entsetzte er die stadt Siseck, welche der^»Mische Hassan-Vassa belagerte, und nöthigte ihn, mit ziem-lichem Verlust zu weichen. Als gedachter Bassa zum andern malvor Siseck rückte, conjungirte sich Erdeödi mit der Christlichen^wee, und lieferte ihm eine schlackst, darinnen der Bassa selbstWst 12000. der seinigen aufdem platz blieb. Der Papst Clemens/UI. danckte ihm hievor durch ein eigenes schreiben, und dieseswar genug, ihn zu neuen Unternehmungen anzufrischen, wieV denn an. 1595. nebst dem Grafen George von Serin die ve-Wig Petriniam einnahm, und das castell davon schleifen ließ.

es auch die Türcken schon zum andern mal einnahmen , nö-Mgte er sie doch, selbige wiederum zu verlassen. Gleichwie eroch aber im kriege sehr rühmlich aufgeführet, also erwiese ers.M nachachends in fricdens - angelegenheiten grosse geschick-«Hkeit. Her Kayser Rudolphus II. schickte ihn an. 1604. zu, en friedens - tractaten nach Ofen, und ob sich schon selbigeMschlugen, so war er doch ben anderwärts vorfallenden frie-vens-handlungcn desto glücklicher; wie dann selbige mit den^ 'Diebenbürgischen Fürsten, Sigmund Bathori und Stepha-Botzschkay, durch seine ft'rrsichtigkeit gar wohl von stattenUnzen. Bey entstehender zwistigkeit zwischen Kayser Rudol-und dessen bruder Matthia fiel er dem letztem zu , wohnteUch an. iSvz. dessen wähl und crönung zu Preßburg bey. Hier-kam er verschiedene mal bey erwehlung eines kslstinl in"»gärn in Vorschlag, weil er aber durch die menge der votorum""n andern überwogen wurde, so nahm er an. 1611. das amt^nrs Lsni in Dalmatien, Croatien und Sclavonien, so er1596. resignirt hatte, aufs neue an. Allein nach 4. jährenMlgnirte er solches zum andern mal, um desto vergnügterstine übrige lebenszeit zuzubringen; doch verwaltete er dabey diestelle eines Usgillri Isvernicorum oder Cammer-Präsiden«vn,und führte auch die aufsicht über die bergwercke und saltzgru-M in Ungarn. Im übrigen war er der Catholischen religioneifrig zugethan, verbot den andern religions-verwandtenUes fteye «xercitium ihres gottesdienstes in seinen unterha-Men Königreichen, so gar, daß er auch einstens bey einemMchs-tage das schwerdt, welches er blos in seiner Hand hiel-e, wider sie zu gebrauchen drohete, ehe er ihnen die freyheit^f.rellgion verstatten wollte. Endlich starb er an. 1624. nach-^ er von seiner gemahlin Anna Maria Ungnad, Freyin vonZonneck, ein vatter Christophori, Sigismündi, Iohannis,^ephani und zweyer töchter worden.

^Erdeödi, (Sigismundus) Graf zu Monte Claudii undLUasdin , Kayserlicher Lsnus in Dalmatien, Croatien und^ckavonien, war ein söhn des obgedachten Thomä Erdeödi,Marien Ungnadin von Sonneck , Freyin vonMissenwolff. Nachdem er sich in erlernung allerhand wissen-und nöthigen kriegs-exercitien ziemlich vollkommen ge-«' begab er sich m der Kayser Matthiä und Ferdinandi II.^ '^iid brachte sich durch seine glückliche Verrichtung in sol-daß ihm m Croatien und Sclavonien diechargealeb4> ?^^s - Hauptmanns anvertrauet wurde. Ob er auchbey dem schlösse Senn, da er des Grafen Georg« zuana^>"Eunft erwarten sollen, durch einen allzu hitzigen."»griff der Türcken emen ziemlichen fehler begangen, indem

er 600. mann von den seinigen verlohren , so konnte doch sol-ches nicht hindern, daß ihn nicht der Kayser Ferdinandus II.nach absterben des gedachten Grafen mit der würde eines LsnLin Dalmatien, Croatien und Sclavonien sollte begnadiget ha-ben. Gleich bey antritt seiner regierung kam er mit dem Adeldieser Reiche in einige weitläuftigkeit wegen des abgesetztenVice-Lsm, allein er drang dessen ungeachtet mit gewalt durch.Einige zeit hernach wurde er nebst z. andern vornehmen Croa-tischen Herren von einigen Türckischen Officirern ausgefordert,da es aber die Christen annahmen, getraueten sich die Türckennicht zu erscheinen. Im übrigen unterließ er nichts, was zuder zierde der Archen dienen konnte. Die Dom-kirche zu Agrambeschenckte er mit ansehnlichen tapezereyen , und erbauete darin-nen ben neuen altar, so über 7000. thaler gekostet haben soll.Nicht weniger erwies er sich gegen die Franciscaner und andereorden als einen grossen Patron, und verschaffte ihnen Archenund andere güther. Endlich starb er an. 16,9. ohne leibes-erben von seiner gemahlin Anna Maria von Kleckowitz zu hin-terlassen. , in red. Hungsr.

Erdingen, ein feines Bayerisches städtlein an dem Semp-ta-siuß gelegen, hat ein eigenes Pflcg-gericht, wozu nebst demMarck Wartenberg 9. schlösser, 29. Adeliche sitze, und;o. Hof-märckte gehören. Der kvrnbau ist allda sehr gut. Chur-Bavern, x. 294.

* Erdmann, oder Erdtmann, Ertmann, (Erdwinus

oder Ertwinus) war von geringen eitern im XV. Lculo ge-bohren, brachte es aber durch seine gclehrsamkeit dahin, daßer Bürgermeister zu Osnabrück wurde, und rühmet Hamelmannepic. ckron. Olnsb. in vpp. p. 649. von ihm, daß niemalsern Bürgermeister in Westphalen grösseres ansehen gehabt, alsErdmann, Massen er bey vielen Fürsten, Grafen und Bsschöf-fen sehr beliebt gewesen, und sie sich oft seines raths bedienet,wie er denn auch im .jure sehr wohl soll erfahren, und ein gu-ter Redner gewesen seyn. Er starb, nachdem er seine jähresehr hoch gebracht, den ;o. may an. i;o;. und hinterließ Lkro-niLOQ Lpiscoporum Olnadrugenlium, welches schon Hamelsmann zu ediren in willens gehabt, weil solches aber nicht er-folget , so hat es Meibomius dem tom. II. rer. 6erm. torixr.p. I»;. logg. einverleibet. cke vir. in Weüpligl.

illulkr. V. in Opp. p. 217. I. c. tom. II. p- 26;. leg.

Erdmannsdorff, eines der ältesten und ansehnlichstenadelichen Häuser in Meissen, aüwo es unter andern die gütherNeukirchen und Kösern besitzet. Mennelius hat an. i4ii. demLand-tage zu Grimme beygewohnet, und wider die Hußitengute dienste geleistet, deswegen er zu einem Ritter geschlagenworden. An. 1546. war Dietrich Hof-Marschall zu Coburg.An. 171;. war Wolf Dietrich, Polnisch-und Chur-Sächst-scher Ober-Hof-und Land-Jägermeister, wie auch Hauptmannder Herrschafft Pretzsch; sein bruder aber, Ernst Dietrich,Königlich - Polnischer Cammer - Herr und Haus - Marschall.Rttauthö xroär. Mln. annal. 8ax. Dresi

chron.

Erdmuth Sophia, eine tochter Churfürsten IohannisGeorgü II. zu Sachsen, und Marggraf Christian Ernstens zuBrandenburg-Bayreuth gemahlin, wurde an. 1644. dem;,febr. gebohren. Sie hat einen tractat unter dem titul: Hand-lung von der Welt alter, geschrieben, und an. 1670. zu Leip-zig in der Oster-messe das zeitliche gesegnet. gelehrt,

franenz. V. II. , g^nreo. ckoct. Lnnsl. 8sx.

Ll-ei-,. cabinet des gelehrten franenz.

Erebus, der nähme, welchen die Heyden einem höllischengott beygelegt. Von demselben haben sie gelichtet, daß ernebst der nacht aus dem ersten unförmlichen klumpen, cbaosgenannt, Herfür gekommen , nachgehends mit der nacht sichverheürathet, und mit selbiger den schlaf und den tob ge-zeuget. , p3nt:h. mxch. p. 206.

* Erech, oder Erec, Arach, Aracha, eine stadt in Chal-däa, welche Nimrod erbauet, X. 10. Hieronymus nen-net sie Edessam , dargegen aber Bochart LKsIeg. IV. 16 ein-wendet , daß weder der nähme noch läge darmit überein kamen,vielmehr will er, daß dieser ort die nachmalige zu der provintzSusiana gerechnete stadt Arecca, wie ste Ptolemäus nennet,oder, wie sie beym Ammlano Marcellino XXIII. 21 heisset,Arecha, eben das Erech sey. Von diesem Arecca oder Arac-ca leitet Salmasius sä 8olin. p. 840. des Tibulli VI. i. vers.142. Lreocscos csmpos. Ja es will so gar Bochart 1 . L. daßdes Herodoti ll. 18;. Arderica, oder wie es Herodotus VI. ny.nennet, Anderica mit unserm Erech einerley sey, welches aberCellarius not. orb. ant. III. i y. z. 16. nicht zugeben will, weilSusa von Erech viel weiter als zwey hundertund zehen stadiengelegen, welche weite doch Herodotus VI. 119. setzet.

Erechtheus , der sechste König zu Athen, succedirte Pan«dioni ü. N. 26;;. und regierte ;o. jähr, woraufCecrops II. folg,te. Boreas ein Thracier, Asträi söhn, stahl ihm feine tochterOrithyiam. Sonst will Diodor. 8lcui. einen Egyptrer aus ihmmachen, der in einer theuren zeit viel frucht ms Attische landgebracht, auch selbige einwohner frucht säen gelehret, unddeswegen zur danckbarkeit von ihnen auf den thron erhobenworden. Andere melden, er habe dre kunst des feld-baucsvon der göttin Ceres empfangen , und aus hex ursach ihren

Cc 4 herühm-