Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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andern hatte sie zu dem tractat zu St. Germain zwischen demFranzösischen Hof, und Hertzog Carl von Lothringen an. 1641.anlas gegeben, dafür ihr anfangs beyde theile danck wußten.Aber da sie hernach den Hertzog warnete, Franckreich gedachteihn beym köpfe nehmen zu lassen, schickte dieser ihren eigenenbrief an den Cardinal äs Richelieu , welcher sich deswegen sosehr entrüstete, daß er die Charlotte auf eines ihres manns gu-thern verweisen ließ , und ihm selbst , der damals m Lo-thringen für den König commandiere,*n«cht mehr recht trauenWollte. msmoires.

Essars, (Petrus äe8) war Intendant von den finanzen des

Königs von Franckreich, Philipp'Valssti, gewesen, und hatte

sich in solchem amte mit nachtherl des gemeinen Wesens garsehr bereichert. Da nun einsmals gedachter König gelb von-nölhen halte, ließ er an. 1346. nach vorhergegangener Über-zeugung ihn zu erkanffung der verdienten todes-strafe in einesumme von 100000. gülden verdammen, wovon ihm auf desGrafen von Flandern vorbitte die helfte erlassen ward. Einanderer Petrus äes Essards, vermuthlich ein söhn oder Vetterdes vorhergehenden, war noch unglücklicher. Dieser hatte desKönigs von Franckreich, Caroli VI., finanzen unter den Hän-den gehabt; da nun die stadt Paris und sonderlich die Univer-sität daselbst inständig anhielt, daß man ihn nebst andern Fi-nanciers bey dem köpfe nehmen 'möchte, salvirte er sich in dieNormandie. Nachdem er aber vernommen, daß der Hertzogvon Burgund, Johannes, (welchen er sich durch entdeckung ei-ner von demselben wider die 3. Printzen von Orleans vorge-habten verratherey zum feinde gemacht hatte) mit dem Dau-Pyin zerfallen war, kam er nach Paris zurück und begab sich un-ter dieses letztem protection. Kaum war er 2. tage da gewe-sen , so ließ der gedachte Hertzog unter dem volck ausstreuen,daß der Dauphin bey gelegenheit eines turniers 500. lantzenierSdurch diesen äes Essards in die stadt zu practiciren, und selbi-ge plündern zu lassen gesonnen wäre. Wiewol er nun bey demheftigen tumult, welcher hierüber entstund, sich in die Bastilleretirirte, so belagerten ihn doch die aufrührische Pariser dar-innen , und brachten es durch ihre drohungen bey der besa-tzung so weit, daß dieselbe ihn dem Gouverneur von Paris ,Helion von Iaqueville, auslieferte. Selbiger ließ ihn etlichetage hernach enthaupten, seinen köpf auf eine lantze stecken, sei-nen cörper aber zu Montfaucon aufhencken. Dieses geschahean. 1411. bist. äekmnLL rom. II. p. 417. 563.

* Essars, (Nicolaus ein Französischer Edelmann ,

lebte zu den zelten Francisti I. und Henrici II. und machte sichdurch die Übersetzung des Josephi äe bello äuäaico, der 8.ersten bücher des Amadis , des Guevara boroloZü Lrinci-pu,n, und einiger romanen bekannt, welche zwar wohl nochzu selbiger zeit von einigen gelesen worden , aber heut zu tagegantz in Vergessenheit gerathen sind. O« 4 «

bibl. VrunL. juZem. ctes rraäuckeurs.

EM, (ä'i siehe Msntlambert.

* Esse, ein kleiner fluß in Hessen , bey Fritzlar, welcher demausfluß der Eber über in die Fulda fliesset. Ayermann in dereinleitung zur Heßischen Historie der ältern und mittlern zeit,abtheil. II. o. 1. p. 106. muthmasset, daß vielleicht hievon, weiler eben in der gegend des alten kugi Hessen sey, das land Hes-sen den nahmen habe.

* Esse, oderEssa, ein kleiner fluß in Nieder- Hessen, wel-cher bey Hohenkirch am Rheinhards-walde entspringet, die bey-den städtletn Grebenstein und Geißmar, wie auch andere orte-vorbey gehet, und hernach bey Drengen-Aldekirch, nachdem erdie Leupe zu sich genommen, in die Dvmel ausgehet. ZeillersRetchs-Geogr. VIII. p. 1158.1170. Schneiders beschreibungdes alten Sachsenlandes, x>. 96. feg. Vielleicht mag von dem-selben das land Hessen seine benennung haben. Apermannseinleitung zur Heßischen histor. der ältern und mittlern zeit, ab-theil. II. c. 1. p. 106. not. **

* Essechie, oder Varia LVKirim, ein see in der Asiatischenlandschafft Georgien, Erivan und Gängen. Er hat 20. stun-den im umfang; in dessen mitte ist ein Armenisches klosterauf einer insu V dahin diejenige Mönche, welche ein unordent-liches leben gefuhret, vom Patriarchen relegirt werden.

Essech? iat. Llleoum, eine stadt in dem östlichen theile vonSclavonien, an der Drau gelegen, wobey eine brücke anzutref-fen , die 8z6?. schuh lang und 17. breit ist, und über gedachtenfluß, einen langen morast, und den fluß Terms von besagterstadt bis zu dem kort Darda, welches auf der andern feite ,gehet. Die stadt Agt medrrg, und die strassen sind mit bäu-men besetzt, ww Brown berichtet. Auf der einen feite desthors ist ern theil von emer Römischen inscription, die sich mitdiesen warten anhebt: M. Lc. auf der andern aber istein steinerner menschenckopf. Die stadt ist groß und volk-reich wegen der guten handetichasst, tue allda getrieben wird,weil die öffentliche Passage vorbey gehet, jedoch nicht veste,weswegen es die Türcken sonderlich wegen, dem lucken undmorastigen boden ehemals viel geld und muhe gekostet hat,sie zu bevestigen. An. 1537. erlitten hier die Christen durchdie flucht ihres Feld-Marschalls des Freyherr» Johann Cazia-ners von Kazenstein, (welcher nach Valvasors bericht, durchdie untreue der Ungarn dazu verleitet worden, ) eine grosse

ess

Niederlage, darinnen etliche taufend blieben, auch viele dervornehmsten Generalen gefangen, und nach Constantinopel ge-bracht wurden. Was am meisten bey diesem ort zu bewun-dern, ist, wie bereits gedacht, die drücke über die W"und die moräste zu beyden feiten. Es ist solche von dem Tunckischen Kayser Solimanno an. 1528. so bald er Griechu^Weissenburg einbekommen, erbauet worden. Sie ist so breit,daß 3. oder 4. wägen neben einander drauf fahren können/und von lauter eichen holtz. GrafNicolaus Serim hat seli-ge an. 1664. abgebrannt, allein die Türcken haben sie naA-gehends in 17. tagen wieder zu einem guten stand gebrach»-An. 1685. verbrannte sie zum andern mal Graf Leslie, u»wbemächtigte sich der stadt Effect; da aber das castell bestän-dig aushielt, sprengte er ihre Magazinen in die luft, plündertedie stadt, und verließ sie. An. r-M. fiengen die Türcken amsie auf eine andere art zu bauen, daß sie viel eichen-baum-in die erde hinein trieben , und so dann selbige mit erAüberdeckten, damit sie also nicht möchte von neuem dur«feuer zernichtet werden; nichts destoweniger ruinirte. sie an-1687. der Hertzog von Lothringen, trieb die Türcken über oieDrau, und machte innerhalb wenig tagen dasjenige, woran8«-c>. mann viele monate hatten bauen müssen, gäntzlickiMnichte. Nachdem die Türcken an. 1690. Griechisch - Weiss^bürg wiederum erobert hatten, liessen sie sich mit einer ar-mer von 15000. mann vor diesem orte nieder, zogen aber,ohne etwas auszurichten , wieder zurücke. , »m-

vuriMr. lOek-MS. in äelcr. Hungar. Valvasdrs Cra'N'lib. XV. *

L88VOMH, waren eine art von 6Il>äiatoribu8, welcheauf einem wagen stehen , und theils mit andern ihreschen, theils auch mit solchen, die zu fuß waren, streiten wü-sten , sie konnten auch, wann sie ihren Vortheil ersahen , vo>"wagen abspringen und zu fuß fechten; dahero sowol awauch aus andern umständen erscheinet, daß sie knechte sorsich auf dem wagen gehabt, welche denselben regiert haben»eben so, wie es Homerus und andere alte Poeten von ihre"Helden beschreiben. Sie hatten ihren nahmen von Lsseäuw'welches bey den alten Römern und Galliern einen offenen wa-gen bedeutet. äs re vekic. Lrx/itti, 8sturri. *

ss88LOOE8 , oder I88WOXL8, waren gewisse völckckin dem Europäischen Scythien ohnfern der Laluäs -wiewol sie HerobotuS noch in Asien gegen den fluß Araxes Vtzet; diese sollen die verstorbenen leichen ihrer eitern bei""gen, hernach viel opfer von vieh dabey geschlachtet, alsdandas fleisch des opfer - viehs mit dem fleisch der todten - eorp-,vermischet, und mit ihren nachbarn sie aufgefressen haben, a"^genommen den köpf, welchen sie in gold einfassen liessen,, » >Vals eine gottheit mit jährlichen opfern und anderm religw""gepränge verehrten, kkeraäot. Ilb. 1. öc IV.' -

lib. II. c. 1. *

Essen, lat. Menäia, eine stadt, an den grentzen des Etzogthums Bergen und der Grafschafft Marck, zwischen e'.beyden flüffen Roer oder Ruhr und Emser, ungefehr 4-T §4sche weilen von Düsseldorff, nord - ostwärts gelegen. S'e.!ziemlich klein, geniesset aber grosse freyheitm, deren bE.gung sie von dem Kayser Carola V. an. 1532. erhalten.meisten ist sie berühmt wegen eines gantz nahe dabey best>".chen Kayserlichen freyen weltlichen Stifts, welchem eine A -tißin als Oberhaupt vorstehet. Dieselbe ist ein unmittelo»".Stand des H. Röm.Reichs,wird zu dem Westfälischen erse gerechnet, und hat macht, auf der Rheinischen Prasw^

. .. -

Marck auf die Churfürsten von Brandenburg gekommen-Srists-kloster ist Benedictiner-ordens, und soll um das '86o. durch den heiligen Alfridum, Bischoff von Hildesh"zu erst seyn erbauet worden. Nachgehends hat es an r- ^thum dergestalt zugenommen, daß 52. Stifts-Fräulern, 'fl-auster denselben noch 20. Slifls-Herren, unter der Aebttß'n > ^ficht, ihren überfiüßigen unterhalt daselbst finden können-. ^lein es ist nach diesem gar sehr wieder ins abnehmen g"men , bis endlich Theophania, eine tochtcr Pfaltzgraf^,^.

frieds von Braweiler, es aufs neue in guten standgE,pEs pflegen keine, die nicht zum wenigsten Freyherrlichen >.

des sind, unter die Kloster-Fräulein aufgenommen zu wer p

diesen aber stehet frey, nach ihrem gefallenden geistliche"^oc-wieder zu verlassen und sich zu vermählen, nour.

Imp. Ilb. III. L. 22.

* Essenay, eine städt in Ober-Egypten, jenseit des Nissig

selbst man noch die Überbleibseln von einem alten EgyV)"tempel antrift, der dnrchgehends mit hieroglyphisthenbemahlet ist, aber heut zu tage von den Hirten dazu g"" ,.c.wird, daß sie über nacht ihre cameele, schaafe, ^

dahinein stellen. Die Coptischen Christen haben hwk au^kirche, welche St. Helena, Kaysers Constantint mukrer'Märtyrern zu ehren erbauet haben soll, die unter Kayi-«-cletiano den tod ausgestanden. -s-

* Essenfeld, Essefeld, Eselsfeld, Esselfeld, oder A.sesfeld, eine stadt, welche CarolusM. an. Los. wider t" ^