z-r-6
e ß l
gelegen. Sie hat , nach einiger meynung, ihren nahmen von-dem klänge der eisen-hämmer, welche vor diesem allda gar häu-fig im schwänge grenzen, wiewol man davon heut zu tagekern veüiAium mehr findet. Daß es eine uralte stadt sey, istdaraus abzunehmen, daß Kayser Carolus N- einem Abt der da-selbst befindlichen St. Dionyfii - kirche, Volrado genannt, rn ei-nem sammel-patent die erlaubnrs gegeben, sowol m selbiger stadtwelche darin» Lells Lrreünxs genennet wird, als auch zuGmünd, einige beysteuer vor verschiedene kloster zu sammlen.Hierauf hat fich diese stadt dergestalt vermehret, daß KayserHeinrich IV. allda an. 1077. ein Reichs - Convent gehalten,weswegen Kayser Friedrich II- anlas genommen, solche an.irr;, mit thürnen zu umgeben, worauf dieselbe immer besserangebauet worden, so daß man nach der zeit verschiedene Reichs-kreis-und städt-täge, wie auch gar viele turnierc mehr fast alsan einem ort allda gehalten, wie dann auch an. 155;. dasKayserliche Cammer-Gerrcht, wie auch das Kegimencum Im-perii dahin transferirt worden. Die bürgerschafft, und inson-derheit der Rath, ist der Evangelisch-Lutherischen religion zuge-than. Die gegend um dre stadt ist sehr angenehm und frucht-bar, insonderheit wachst allda herum, zumal in der sogenann-ten Neccar-Hallden, ausbündig guter wein. Die Haupt-kircheder stadt ist zu St. Dionyfio, neben welcher das Hospital ste-het , so in altern zeiten gar reich gewesen, ietzo aber wegen dervielen ausgestandenen grossen kriegs-fatalitäterr in grosses abneh-men gerathen , sonst aber wegen seines anfferordentlich grossenkellers weit und breit bekannt ist. Die Vt. Marien - kirche istauf einem Hügel erbauet, daraus ein gesunder brunnen entsprin-get; so find.auch verschiedene klöster sowol in der stadt als denVorstädten, darunter das Dominicaner - kloster zu erziehungder findel-kinder gewiedmet ist. Ausser diesen befinden sich auchdarinnen viele Höfe, so theils dem Hochwürdigen Dom-Capilulzu Costantz, den respektive unmittelbaren Reichs - Gottes - Häu-sern Kaysersheim und Fürstenfeld in Bayern, die meisten aberdem Hochfürstlichen Hause Wurtemberg zugehören, die aberalle unter der jurisdiction der stadt stehen, wie dann dieselbeerst in an. 1721. ein Kayserlich ksssripeum in sonttsäiAoriodahin erhalten, daß man die stadt in der wohlhergebrachten pos-sellions vel gusli jurisciickionis unangefochten lassen solle. Unzter den weltlichen gebäuben rst das Rathhaus das vornehmste,welches zwar an. 1701. nebst 200. Häusern abgebrannt, nach derHand aber wiederum also wohl gebauet worden, daß daraufgar füglich allerley conventen oder conferentzien von grossen Mi-nistern können gehalten werden; Diesem ist nicht unähnlich,das von dem Ritter Canton Kocher gleich darneben aufgebauete,und gleichfalls unter der stadt jurisdiction stehende haus, alswelches zu Haltung seiner Conventen und der Cantzley dienet,und gar commod ist; so ist auch die Univerfität zu Tübingen zuzweyen malen, nemlich in an. 1567. und 1571. in diese stadtwegen der peü auf eine zeitlang transferirt worden. Solisten istvon dieser stadt zu mercken, daß ste schon von vielen jähren indes benachbarten Hochfürstlichen Hauses Würtemberg schützund protection stehe, wiewol selbiger nicht perpetuirlich, son-dern gemeiniglich zu gewissen jähren erneuert wird, deswegenauch verschiedene vertrüge zwischen beyden theilen errichtet wor-den , darunter vornemlich der vertrag von an. 1477. merckwür-dig, als wodurch sich die stadt in punNo des zolls gar wohl pro-spiciret hat, wann sie ausser schirm sollten gefetzt werden. Hie-bevor hat diese stadt zu dem Römischen Reich und dem Schwä-bischen kreise vor einen einfachen Römer-zug bis auf an. 1691.mit 146. fl. 20. kr. concurriret, ist aber s Lselsre L Imperio inrrstbemeldtem jähre bis auf 9a. fl. in ihrem matricular-frrß mo-deriret, und darbey durch unterschiedliche Kayserliche rsscripesmann teniret worden; übrigens so hat diese stadt auch verschie-dene schöne privilegia in ansehung der appellationen, derauskragen, als worinn diese stadt zu Austräg-Richtcrn hat diestädte Ulm, Reutlingen und Heilbronn, ferner was die aus-nahm von fremder Gerichts-Herrlichkeit, und endlich auch diefreye messen und die Jüden betritt. An. i;6o.. hielt Caro-lus IV. allhier einen Reichs-tag, es erregten aber die bürger ei-nen solchen aufstand , daß sich der Kayser mit genauer noth zudem Grafen von Würtemberg salviren konnte. Diesen schimpfzu rachm trug der Kayser dem Grafen die execution auf, wel-cher auch durch eine belagerung 100000. gülden erzwäng. Balddarauf entstunden ihrer im Würtembergischen gelegenen gütherhalber neue Handel, welche durch Vermittelung des Churfürstenzu Trier dahin verglichen wurden, daß Würtemberg ein stückgeld nahm, und von den güthern fürohin nichts zu fordern ver-sprach. Doch zerfielen sie bald wieder, als der Grafan. 1,72.mit Reutlingen m streu gerieth, deren sich unter andern bun-des-städten, auch Eßllngen annehmen muste, dabey aber dieseswegen der Würtembergischen nachdarschafft fast für alle gebüs-set. Ob nun wol dieser streu an. 1,73. durch den Kayser bey-geleget wurde; so entspann sich doch ein neuer, dem aber diestadt durch einen vergleich em ende machen muste, als sie an.izyl. in den Egerischen bund eingenommen seyn wollte. Nachdiesem ist Eßlingen samt andern, und auch allein, mit Wür-temberg in bündnis getreten. An. 1449. entstunden des zollshalber neue Handel, darein sich der Schwäbische Adel auf Wür,tembergischer feite mengte. So bekam auch an. 144^.Marqgraf zu Baden streit mit der stadt, wobey dieses merckwür-dig ist, daß die decken-buben zu Baden ihr besonders absagenliessen. An. 1488. wurde allhier der grosse Schwäbische dnnderrichtet, darein die Eßlinger nicht eher treten wollten, bis
est
Würtemberg und Baden sich darein begaben; Massen sie sich an»1454. auf 60. jähr in des Maragrafen schütz versprochen hatten.Wiewol die stadt auch bey diesem Hunde mercklich zu kurtz ge-kommen, weil Ulrich von Wurtemberg, der durch den Schwa-bischen bund vertrieben worden, nach seiner restitution den er-sten zvrn den Eßlingern empfinden ließ; weshalben diese nach-gehends in keinen bund mehr willigen wollten. Endlich habensie auch in dem Teutschen kriege viel erdulden müssen. DerBischofs zu Speyer hat noch jetzo den zehenden zu heben, wel-chen ihm die stadt abzupachten pfleget. Conradus llrlp. fuhrtsolches von Kayser Friedrichen II. an. 1203. her. So hat si»auch Kayser Friedrich von fremden Gerichten befreyet, rnwwird unter die 12. deputieren Reichs-stadte gezehlet. Es ist auchdieses nicht zu vergessen, daß sie niemals unter einem ander«Herrn gestanden, vocumems monsüer. XVürcsmb.
Lonllsnt. in sppsnä. sä Herm. Lomrskk. ^fua. äe
Lssibus 8. 6slli spuä. tom. I. rer. LIsmsnn.
srussl. k. III. x. 208. KerMer'. äs urb. Imp. ropoA-
8nsvlLe. r>(j an. 1449. Eünigs Reiche-
archiv, sub äosum. ^Vürtemb. ss k. tom. IV. Ub.Vll-
c. 15. n. 6. , cle civ. Imp. Oatt, äs pscs publ-
Re/--/. Lr/i/ sä sn. 1701. *
Eftadilla, eine stadt nebst einem castell in der GrafschamRidagvrqa in Aragvnien, an dem-uß Cinea. An. 1710. giengsie an PhilippumV. über.
* Estagel, lat. 8ts§ellum, eine kleine stadt in der Graf*schafft Roußillon, am fluß Egli, an der grentze von Languedocnicht weit von Perpignan gegen norden.
* Eftaire, lat. 8te§rs, eine kleine stadt am fluß Lrs in Flan-dern , an den grentzen von Artois zwischen Aire und Armen-tiers , hat viel Anwohner.
* Eftakre, eine stadt in Persien, in der provintz Fars, et-wa» 10. oder 12. meilen von Chiras unter dem 78. grad ;c>. Mi-nuten lonZimä. und ;o. grad 15. min. Isrimä. gelegey. Ehe-mals wurde sie Perffa genannt, und war die vornehmste iMgantzen lande, wohl gebairet, und mit hohen mauren umge-ben. Die einwohner treiben starcken Handel mit den dattein-Taverniers Perf. reis. III. i;.
Estampes, lat. 8rsmx«, eine stadt in Franckreich, in derlandschafft Beausse, mit dem titul eines Hertzogthums.liegt an dem fluß Juine, zwischen Paris und Orleans, in ei-ner sehr fruchtbaren gegend. Sie hat ein Land - Gerichtee>"Bann-Gerichte, ein Steuer-amt, ein Kriegs-Gerichte, erne»saltz-fpeicher und zwey Collegial-kirchen von Königl. fondation,eine zu Unser Lieben Frauen, die andere zutn H. Creutz, w"'kirch-spiele »nd verschiedene klöster. König Robert legtegründ zu dem schlösse, welches unter Heinrich IV. wieder niedergerissen worden. Diese stadt gehört zn dem alten domaineCrone. König Carl IV. machte es zu einer Graffchafft stlw"vetter Carl ä'Evreux zum besten. Carl VII., dem es wieder r»fiel, gab es an. 1421. Carl von Bretagne, und nachdem esmal mit dem domaine der Crone vereiniget worden, gab es LU»wig XI. Iohanni von Foix an. 1498. Allein als Gaston vo>Foix, Johannis söhn, in der schlacht bey Ravenna blieb, mawte Ludwig XII. seine gemahlin die Annam von BretagneGräfin von Estampes an. 151;. und nach deren tobe stammte^an ihre älteste tochter, Claudiam von Franckreich, welche >'an FranciscumI. damaligen Hertzog von Valois, vermav'^.'Nach dieser Printzeßin tobe gab es Franciscus I. an Jean .Brosse äe Bretagne, und Anna äs Pisseleu dessen frau, wx»Königs maitresse gewesen, und davon Hertzogin ä'EstaMpeo.genennt worden, erhub es also zn einem Hertzogthum-rich II. nahm es ihnen an. 155;. wieder, und gab es D'-'xvon Poitiers, des Louis von Brezs Groß-Seneschalls vonNormandie gemahlin. Carl IX. restituirte es an JeanBrvsse an. 1561. und als er ohne erben starb, gab es -Y*rich III. an. 1576. dem Hertzog Johann Casimir, der ren»cirte ein jähr darauf, da es denn die Hertzogin von Mo>nv.^sier innen hatte, bis der König es seiner schwester der ängaretha von Valois, Königin von Navarra, einräumte, §es nach einigen jähren an Gabriele ä'Estree, Hertzogin "Beaufort, abtrat, von der es ihr söhn Cäsar, Hertzog " ^Vendome, den sie mit König Heinrich IV. erzeuget, eryamund dessen posterität es bis diese stunde besitzet. An.fiel diese stadt durch verrätherey in die Hände der Printzen,auf sie von der Königl. armee sechs Wochen lang belagert wo ^aber vergebens, indem der Hertzog von Lothringen mitlvoov. mann im anzuge war. Es sind verschiedene Provi ^ ^und National-Loncilis hier gehalten worden, und zwarletztere anbetrift, so fällt das erste an. n;o. ein, darinn vk ^schlaget wurde, ob man Jnnocentium II. oder Petrum ""»MiNvor den Papst erkennen sollte, da man denn auf In«»"'fiel, dem derH. Bernhardus das Wort redete. Das a»v^ pern6c>. entschiede eine gleiche streitigkett. Alexander II>-Cardinal Octavianus, stritten um den Römischen stuhbreich aber fiel Alexandro bey. ViAion. p.;c>8;- jib-rsctt. äes villss. >/«//»«. äescript. fium.
XXIV. O« ärolt8 äu Hol. ep.22. a«
ep. 78- sä kliil. Tricslsm. <L ep. i;i. Ls. - >«
Estampes. Das geschlecht der Herren von Estampes 0
zwey Unten getheilet, und hat seinen Ursprung aus Berr»-bertus I. von Estampes, Herr von Sallebris und Röche»,