Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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est

Musen gemacht. Wann unser Poet von andern über ihre auf-sähe , sonderlich von Versen, raths gefragt wurde, pflegte erein sehr scharfer Lenlor zu seyn/ und die fehler einem jeden gantzfrey unter die äugen zu sagen; als ihm einsmals eine scene voneiner comödie vorgelesen ward / darinnen man einen Komg re-dend einführte / ihm aber solche reden vorfielen, als warensie der Majestät eines Königs allzu unanständig / sprang er ausungedult von ftinem sitz auf/ und bestrafte die ausgelassene re-dens-art des surkoris mit diesen Worten : Euer Konig hatsich vollgesoffen, sonst würde er dergleichen reden nicht gebrau-chen. Ein junger mensch aus Languedoc soll sich gar zu tode ge-grämt haben, als ihm l'Estoile in einer comodie, darinnen erein sonderbares meister-stück abzulegen vermeynte, eine ziemli-che anzahl grober fehler gantz deutlich hervor legte. Sonstenwar dieser mann auch sehr geneigt zur liebe, zog sich aber damitviel Verdruß auf den hals, wie er dann, als er letztlich eineperson ohne mittet geheurathet , darüber grosse ürmuth erlei-den muste, welche er doch standhafftig, und ohne jemand be-schwerlich zu fallen, ertragen ; für das sicherste hielte er in die-sem zustande, um seine Haushaltung desto besser einschrancken zukönnen, Paris aufzugeben, und das land - leben zu erwehlen,in welcher einsamkeit er auch bis auf seinen an. i6;i. er-folgten tod verblieben. ?bist. äs I'llcsäemis

frsngoils. *

* Eftöile, (Petrus äel') war aus eben dem geschlechte,wovon auch Petrus äs l'Estoile, Herr von Gland, von demein eigener artickul folget, entjprvssen war. Er trat in seinerjugend in den geistlichen stand, und ward anfänglich kroiettorsun'8 zu Orleans , woselbst er an. 1529. unter andern auchJoh. Calvinum zu einem zuhörer hatte, nach diesem aber Ls-nomLus zum heiligen Creutz und zu St. Aignan in eben dieserstadt, ingleichen Official des Bischoffs, und Lrcbiäisconubvon Sully. Als nun hierauf Francifcus l. seine Verdienstekennen lernen, zog ihn derselbe nach Paris, und machte ihnanfangs zu einem Parlements-Rath, nachher« aber zum Präsi-denten bey einer Enqusten-Cammer von eben diesem Parlement,in welcher würde er denn auch, vermuthlich um die mitte desXVI. s-eLuIi, das zeitliche gesegnet.

* Estoile, (Petrus äs 1') Herr von Wand, ein söhn Lm

dovici, der Präsident sux knguEtes bey dem Parlement zu Pa-ris war, und diesen söhn mit der tochter Francisci Montolon,Siegel - Verwahrers von Franckreich, gczeuget hatte. Petrusward Groß-Nuäiencier bey der Cantzley zu Paris, und starban. IÜH. Erlist sonderlich wegen des Journals äs Henri III.bekannt, welches von ihm gesammelt, und nach seinem todevon seinen freunden zu verschiedenen malen,am allervollständig-sten aber an. 1719. zu Brüssel in zwey theilen in 8. unter demtitul: lffemoirsZ xiour lervir s 1'kittsire äs franse heraus ge-geben worden, und viele besondere umstände, so zur HistorieHenrici III. und IV. von Franckreich gehören, in sich hält«Hiezu kam auch an. sein .lournsl äs Henri IV. worin«nen vorgebuchtes buch erst recht ergäntzet wird. Von seinensöhnen sind zu mercken: Francifcus, Prior von Hornoy, desCardinals von Richelieu 8esrersriu8, und Claudius , von demoben gehandelt worden. biblisch, bitt. äs 1s frsnce.

* Eftora, lat. 8wrs, eine stadt vor dem in Numidiett,oder jetzo in Constantine, einer provintz im Königreich Algier inAfrica, etwa» zwölf meilen von Colle, hat einen grossen undguten Hafen am Golfo , so von Estora den nahmen hat.

Eftotiland, ist eine weitläuftige landschafft im mitternächti-gen America, gegen die mittägige lande und dem nördlichentheile von Neu-Franckreich gelegen. Sie hat einen fruchtbarenboden, ist aber bergicht, und mit Wäldern, die mit wilden thie-ren angefüllet, überwachsen. Sie wurde zu erst von zwey Ve-netianern, nemlich Nicolao und Andrea Zeni, hernach abervon einem Polen, mit nahmen Johann Scolul, entdecket, je-doch nicht weiter, als was die küste betrift, da sie von den Por-tugiesen'Isrrs äikskrsäor, von den Engelländern aber Neu-Britannien genennet wird. O« , 6:c.

Estouteville, ein flecken in der Ober-Normandie, welchenFrancistus l. an. 1^4. zu einem Hertzogthum gemacht, undwoher die adeliche familie von Estouteville ihren nahmen hat.

Estouteville, ein ansehnliches qeschlecht in Franckreich.Der erste, davon in den Historien Meldung geschieht, ist Rober-tus I. Herr von Estouteville, welcher an. ic>66. mit Wilhelmseongusftors nach Engelland gieng. Er hinterließ einen söhnmit ihm gleiches nahmens, Herr von Estouteville lind Valle-mont, dessen söhn, Nicolaus 1., die Abtey unser lieben Frauenzu Vallemont an. ^69. oder, wie andere wollen, an. m6.gestiftet. Er hatte funfsohne, darunter der älteste Robertus III.an. n8c- gestorben, von seiner gemahlin Lconella, einer schwe-ster und erbin Roberti Herrn von Rames, Henricum l. nachsich lassend. Dessen Ahn, Johannes I., lebte noch an. 12; i.und wurde ein vatter Roberti IV. ksllemer zugenannt. Dieservermählte sich mit Alix Bertrand , einer tochter Roberti,Herrn von Briquebec, und zeugte mit ihr verschiedene findetbeyderley gefchlechts. Unter den söhnen hat Estout von Eston-teville die linie der Herren von Torcy aufgerichtet, von wel-chem hernach > dessen bruder Robertus V. lebte um das jährund vermählte sich mit Margaretha von Hotot, die ihmerschiedene kinder gebohren, darunter zn mercken Robertus Vi.,

Nicolaus der Herren von Aussebose, Naulphns der Herrenvon Rames , und Nicolaus der Herren von Bouchet stamm-vatter. Robertus VI., Herr von Estouteville, befand sich an.i;7;. bey der belagerung von Coignac, und starb an. i;?;»den 2r. febr. Seine gemahlin Margaretha von Montmorency,Caroli, Marschalls von Franckreich tochter, gebahr ihm Jo-hannen; II.) Wilhelmum Bischoff von Evreux, und andere.Johannes II. pflantzte das geschlecht fort, und zeugte mit Mar-garetha von Harcourt, Ludovicum l. und Wilhelmum, vondem hernach besonders. Lüdovicus 1 . wurde Groß-Seneschallund Gouverneur von der Normaudie, und an. 144;. zum Groß-Schencken erwehlt. Er erwies seine tapftrkeit in dem kriege wi-der die Engelländer, und kam dem Könige Carolo VII in dereroberung von der Normandie nicht wenig zu statten. Erstarb an. 146;. Sein söhn Michael wohnte der eroberung derstädte Falaize, Caen und Cherbourg an. i>4?o. bey, und hatteeinen söhn , Jacobum, Ritter, Rathund Cammer - Herrndes Königs, wie auch Capitain von Falaize. Dieser vermähltestch an. 1480. mit Lvuife von Albret, die ihm verschiedene kindergebohren, darunter sich Johannes III. auf erhaltene Päpstlichebispensation an. izoy. mit Jacobina von Estouteville, seinernahen anverwandtin, vermählet, und mit ihr Adrianam, Her-tzogin von Estouteville, gezeugt, von welcher gleichfalls ein be-sonderer artickul folget.

Estout von Estouteville, ein söhn Roberti IV. ksllemer ge-nannt, war Herr von Torcy und Estouteville, und vermähltsich an. lzoz. mit Alix von Meulant, die ihm Johannem ge-bohren , so von seiner gemahlin Johanna von Fiennes, einvatter worden: r.)Nicolai, 2.) Thoma, erstlich RequetennM-sters, und nachgehends Bischoffs zu Beauvais, so an. i;y4. ge-storben. ;.) Johannis, Herrn von Charlemesnil. 4.) Wwhelmi, Bischoffs von Auxerre, und hierauf von Lisieux, wel-cher zu Paris das Lvllegium von Lisieux,genannt von Torcy,ge-stiftet , und an. 1414. gestorben. ;.) Eines sohns, so Abt voll,Fescamp und Bec worden. 6.) Raulphi, Ertz-Capellans zuEu. 7.) Roberti, Ertz-Capellans zu Neuburg; 8.) Johan-nis, des stamm-vatters der Herren von Villebeon, so an. 1564-gestorben. 9.) Aegidii, Ertz - Capellans zu Eu; und endlicheiner tochter Johanna. Nicolaus , der obgemeldte erstgebohr-ne söhn, genannt Cvlart von Estouteville, Groß-Jagermeistervon Franckreich, welcher von seiner gemahlin Johanna vonDoudeaville, ein vatter verschiedener kinder worden, davonJohannes und Robertus zu mercken. Johannes wurde Rittesdes ordens von St. Michael , Richter zu Paris, Capital» amder vestung Caen, rc. und zeigte in viel geiegenheiten seine twpferkeit, stiftete auch an. 1488. die Collegial-kirche zu Blaw-vtlle, und starb sechs jähr hernach, ohne rechtmäßige kinder whaben. Robertus von Estouteville, Herr von Baine, rc. Rich-ter zn Paris und Königlicher Cammer-Herr, zeugte JacobuMRichter zu Paris, welcher ohne männliche erben gestorben.

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lib. XXIII. ep. 15 . üb. XXXI. es. ;o. le-iser. bitt. ksänv. XI. Ilk. X. Osll. purxvk»

Kitt. äe 8 LsräM. Lc. *

f Estouteville , (Wilhelmus von) Cardinal und WBischoff zu Rouen, Bischoff zu Ostia, Veletri- Porto, Mgers , Terouenne und Beziers, Abt von St- Ouen zu Rouemvon Jumieges, Mvnt St. Michel und Montebourg, Ps^von St. Martin äe 8 LKsmp 8 , Grandmont und Beaumom ,Auge, war der andere söhn Johannis II. Herrn von EstUteville, von dessen gemahlin, Margaretha von Harcourt.wurde an. 1417. oder 1419. von Eugenio IV. zum Enrolw«und bald hernach zum Cämmerling der Kirche gemacht. AlsTürcken an. 14?;. Constantinopel erobert,schickte ihn Nicolaus -als Legaten nach Franckreich, um den König CaroluM vft- »einem frieden mit Engelland, und zum bündnis widergläubigen zu bewegen. Bey einer andern Legation, die "'^diesem Reich verwaltete, verbesserte er die statüten dertat zu Paris, und berathschlagte sich zu Bourges mit der Frazösischen Geistlichkeit über die deobachtung der 8sn<ttioni« rr smstisX. Er starb endlich an. 148z. den 22. dec. als vec»»des heiligen Lollegii zu Rom, und wurde daselbst in der vongestifteten Augustiner-kirche beerdiget, sein Hertz aber mDom-kirche zu Rouen beygesetzt. Von einer Römerin Mach-er zwey söhne, Hieronymum und Augustinum, derenkommen stch in dem Königreich Neapolis aufhalten. Von ^selben starb an. 1679. den ?s>. jan. zu Madrid Francljeuv .^Estouteville oder Tutavilla'! Hertzog von St. Germäin, scv ^lich-Spanischer Staats-Rath , in dem achtzigsten jährealters. 6ali. Ltiriü:. Km. toM«

9v. . cs-

* Estouteville , ( Ädrienne ä') Hertzoqin und Dicow^^von Roncheville, Freyfrau von Cleuville und Briguebec, »tochter und erbin Johannis ill. Herrn von Estouteville, >zu Paris an. 1^4. mit Francisco von Bourbon,

St. Paul, dem jüngern Printzen Francisti von Bourvomfen von Vendome, und Mariä von LnxeMburg , GrumSt. Paul, vermählet. Aus dieser ehe warb stebohren ^scus II. von Bourbon , Hertzog von Estouteville, GoUr - ^über das Dauphins, so an. 1546. gestorben, «nd Mm^