verneur von Ia Fere; ihre mutter aber Francisca Babou, einetochter Iohannis , Herrn von Bourdaisiere. Ihre sonderbareschönheit, um deren willen man sie nur die schone Gabrielle zunennen pflegte, brachte ihr des Königs Henrici IV. liebe zuwe-ge , deren frucht Cäsar, nachmaliger Hertzog von Vendome,war, welchen sie im tun. an. 1594. aufdem schloß Coucy gebahr.Ausser demselben hatte sie von dem Könige noch zwey Ander, soaber kein sonderliches alter erreichet, nemlich einen söhn und ei-ne tochter, welche letztere an. 1596. zu Rouen mit grosser Prachtgetauft ward. Gedachter König hatte sich dermaßen von ihreinnehmen lassen, daß er fast gar nicht ohne sie leben konnte,und dannenhero auch so gar in seinen feldzugen sie mit sichherum führte, wie er denn kaum durch den Marschall von Bt-ron sich bereden ließ, sie in währender gefährlichen belagerungvon Amiens von sich zu entfernen. Diese ungemeine gewogen-heit des Königs ließ sich dadurch sehen, daß er sie erstlich zurMarggräfin von Monceaux und hernach zur Hertzogin vonBcaufort machte, durch öftere und sehr ansehnliche geschenckesie bereicherte, und nicht leicht in einiger fache, die sie suchte,mit abschlägiger antwort abwies. Ihr vatter erhielt an. 1597.die würde eines Großmeisters von der artillerie ; ihr söhn,Cäsar, ward an. 159;. legitimirt, bekam von dem Königeselbst, und folglich auch von andern, den bey natürlichenAndern gantz ungewöhnlichen titul eines Vi>8 äe Lrance,empfieng an. I? 98 . das Hertzogthum und die Paine Vendo-me, und ward noch in eben demselbigen jähre mit grossen so-lennitäten an Franciscam, die einzige erbin Philippt Emanuelsvon Lothringen, Hertzogs von Mercöur, und Mariä vonLuxembourg, einer Printzeßin von Martigues, versprochen;ihr Vetter, Franciscus ä'Escoubleau äs Sourdis, empfiengan. 1^99. nur wegen ihrer den Cardinals - Hut; vieler ande-rer gnaden - bezeugungen , so ihr selbst oder den ihrigen wi-derfahren, nicht zu gedencken. Bey diesem allem führte siesich sehr vernünftig und großmüthig auf, hatte auch denrühm, daß sie nicht leicht mit willen jemand beleidigte, aus-ser den Duc cle Suüy, dessen bey dem Könige genossene gunstsie nicht wohl vertragen konnte, und das um so viel desto mehr,weil er sich den vielfältigen gnaden, die sie ohne unterlaß be-gehrte , und durch welche die schätz - cammer allzu sehr erschö-pfet wurde, mit aller macht zu widersetzen pflegte; allein derKönig nahm vielmehr des Suüy partey, und gab ihr so deut-lich zu verstehen, wie ihr die fortsetzung eines solchen Hassesohnfehlbar schaden würde, daß sie endlich mit ihm freund-schafft zu halten suchte. Gegen andern war sie immer gü-tig , und machte sich ein vergnügen daraus , wenn sie je-mand dienste leisten konnte. Sie war aber nicht zufrieden,des Königs Maitresse zu heissen , sondern strebte darnach, wiesie gar desselben gemahlin werden möchte. Es schien auch, alsob Henricus IV. fast eben so grosse tust darzu hätte, als siesechsten; wie er denn allbereit gegen den Päpstlichen Legaten,den Cardinal von Medicis , diesen seinen Vorsatz erwehnte, auchdabey destomehr beharrete, weil sein Leib-lVleäicu8, Is Riviere,der Hertzogm von Beaufort zu gefallen, ihm weiß gemacht,daß er wegen einer gewissen carnositat, woran er sehr kranckgewesen, keine kinder mehr würde zeugen können. Allein ei-nes theils wollte seine gemahlin, Margaretha von Valots, in diemit ihr vorhabende ehescheidung durchaus nicht willigen , wo-fern Gabrielle an ihre stelle kommen sollte; andern theils warauch der Papst gar nicht geneigt, zur scheidung mit dieser er-ster» gemahlin die erlaubnis zu geben, bis er vorher sehenkönnte, daß der König darauf eine ihm angenehme Heurathtrefft,, würde; Es war auch ein schlechtes ansehen , daß diePrintzen vom geblüt sich ein solches gefallen liessen, als welchesich dadurch desto weiter von der Cron hätten sehen müssen, ohnedes Widerwillens des grösser, und besten theils der nation zu ge-dencken, welche eine solche ehe sowol ihrem Könige als sich sech-sten für sehr nachteilig hielte. Zu aller dieser Personen ver-gnügen geschahe es, daß Gabrielle, da sie fast den einen fußauf dem Königlichen thron hatte, und schon wieder in den vier-ten mvnat schwanger war, den io. april an. 1599. plötzlich mittobe abgieng. Es hatte nemlich des Königlichen Beicht-vat-ters, Renati Benoit, zureden so viel gefruchtet, daß sie Hen-r,cus - gebären, sie möchte ihn die heilige Woche hindurchallem m sontaineblean lassen, und hingegen ihres orts in Pa-ris ihre andacht haben. Daselbst hatte sie sich bey dem be-rühmten Wechsler, Sebastian Zamet, einlogirt, der bey demKönige nnd chro in sehr guten gunsten war, und seinen freun-den zu Wollüsten meisterlich beholffen seyn konnte. Da sie nunden grünen donnerstag die sogenannte ssenebraz in der kleinenAntonius-kirche besuchte, ward sie ohnmächtig, und deswe-gen zurück in das gedachte Haus gebracht, als aber ihre kranck-heit zunahm,, wollte sie durchaus nicht länger daselbst blei-ben , sondern ließ sich zu ihrer schwester, Madame von Svur-dis, tragen , da sie denn ,n gar erschreckliche und seltsameconvuiliones verfiel, und m solchem zustande den folgendenCharfreytag ihren geist aufgab ; wiewol Bassompierre meldet,die ohnmacht, oder vielmehr der erste anstoß der sichten hättesie erst eine stunde nach ihrer zurückkunft aus der kirche über-falle»,, und zwar nicht bey Zamet, sondern in ihrem wohn-hause äu vovsnns äe 8. s ermain. Sie war m den heftigstenSfchten eines todten kindes niederkommen. Der gemeine rusmeng , daß man sie mit gift hingerichtet, und dieses ward umso viel mehr bestarckt, weil ihr entseelter cörper alsbald eine gantz
entsetzliche und schändliche gestalt bekam. Der Koma warschon auf dem Wege, sie zu besuchen, da er zu Villejuif dieNachricht von ihrem tode empfieng, worauf er gleich wiederumkehrte, und zwar mit unbeschreiblicher betrübnis, worm-nen ihm auch äusserlich der gantzeHof durch anlegung der trauernachfolgte. Dieses wird noch unter andern von dieser maitressegemeldet, daß auf ihr einrathen der König die von der stadtCambray ihm angetragene sonverainität ausgeschlagen. IMmit dem Könige erzeugte tochter, Catharina Henrietta, Ma-demoiselle äe Vendome genannt, heurathete an. 16 -9. Caro-lum II. Hertzog von Elboeuf, und zeugte mit demselben Caro-lum 111 . Hertzog von Elboeuf, Franciscum, Printzett vonHarcourt, und Iulium Augustum, Printzen von Lislebonne.Sie starb an. 166;. , kill. Ich. LX 111 . LXVII.
LXX. OXXII. , tust. sie Lrsnce tom. III. p. 1040-
1041. 1154. L164. H82. 1194. 122z. ^l»re/or, not. 1ur ftsleitn ä'Ossat II. ^97. III. 288- 296. IV. i;ü. /.e hist-
cks hou-8 XIII. liv. XI. sslemoirer cle L äs
7>renxe. *
* Estrees, ( Cäsar, Cardinal von) Bischofs und Hertzogvon Laon, Pair von Franckreich, Präsident der PäpstlichenCammer, Bischofs zu Aldano, Abt von Long-Pont, Mont-St. Eloy , St. Nicolas-au-Bois , Stafarda in Piemont, St-Claude in der krgnebe-Lomre, St. Anchin bey Douay, undvon St. Germain äe 8 kres zu Paris, Commandeur des ordensvom H. Gerste, vacior der Sorbonne, Vecanu 8 von der Framzysischen Academte, und kroteÄor von deren zu Svissons, warder dritte söhn Francisci Hannibalis I. Hertzogs von Estrees,von dessen erster gemahlin, Maria von Bethune, die ihn an.1628. den 5. febr. zu Rom gebohren hatte. Er wurde an.i 6 zz.im febr. von Ludovico XIV. zum Bischofs von Laon ernennet,und im sept. an. ,6;;. eingeweyhet, worauf er an. 1660. derVersammlung der Geistlichkeit mit beywohnte. Wenige jährhernach müsse er auf Königlichen beseht, und mit genehmhal-tung des Römischen Hofs , die streitigkeiten zwischen dem Papst*liehen Mncio und den freunden derBifchösse von Aleth, Beau-vais, Pamiers und Angers untersuchen, die er so dann glück-lich beylegte, und den frieden in der Französischen kirche wiederherstellte. An. , 66 ;. brachte er die Heurath der Printzeßin Mff-riä Iohannä Bgplistä von Nemours mit Carole Emanuele Ist»Hertzogevon Savoycn, zustande; an. , 666 . aber setzte er dieVermählung Alvhonsi II. Königs von Portugal!, mit der ge-dachten Printzeßin jüngerer schwester, Maria Francisca Elisil*beth, in richtigkeit, und begleitete dieselbe nach Lisabona-An. ,671. den 24. auq. erklärte ihn Clemens X. zum Cardinal,wiewol er solches erst im folgenden jähre öffentlich kund machte,worauf er an. ,674. den 16. may den Hut, nebst dem titul a-1 s ssriruce-äu-Nom , empfieng. An. ,676. ward er pmceciorder Cron Portugal! am Römischen Hof, und befand sich ssmin dem Cvnclave, darinnen InnocentiuS XI. die Päpstlich?würde davon trug. Von dar kam er an. ,677. nach Franck-reich zurück, müsse aber sechs monat hernach nach Münchenhen, und wegen der Vermählung des Dauphins mit der CkssABayerischen Printzeßin Handlung pflegen, woselbst er sichbis an. 1679. aufhielt. An. 1681. trat er seines ältesten bMders söhne, Johanni von Estrees, das Bißthum Laon ab, >>>">dedung sich dabey eine pension von ;c>oo. pfund , welche er jähr-lich dem Hospital zu Laon schenckte. So dann schickte ihn MKönig nach Rom, aüwo er mit den streitigkeiten wegen derM-gale genug zu thun hatte, und sowol die rechte der Malest^als die freyhetl der Französischen kirche mit grossem nachdremzu behaupten suchte. Als nun sein bruder, der Hertzog vo"Estrees, der bis dahin außerordentlicher Ambassador gewejewan. , 687 . zu Rom starb, müsse er die Französischen angelegtHeiken allein besorgen, und trug an. 1689. im Cvnclave MUwenig bey, daß Alexander VIII. den 6. oct. den Päpstlichen st"-!bestieg. In eben diesem jähr langte er wiedrum in seinen, ^terlande an , und legte als Commandeur des ordens vom
gen Geiste, dazu er an. ,688. den ;i. dec. war ernennet woden, den end ab, begab sich aber an. 1691. abermal nach No,'
um dem Cvnclave beyzuwohnen, da er denn unter der regierm »Jnnocentii XIl. zwey jähr in Rom verharrete, undnebstA.Cardinal Ianson an. 1692. die streitigkeiten zwischen dem A.mischen Hofe und der Französischen Geistlichkeit sthWWHieraufrcisete er wieder nach Franckreich, und blieb daseldn 0zu ansang des jahrs 1700. da er aufs neue nach Rom gieng//. ^2z. nov. die wähl Dementis XI. befördern hals, undfehl seines Königs mit der Nepublick Venedig und andernliänischen Fürsten gewisse Handlungen pflog, nach lnessM "sich nach Spanien begeben muste, um nebst andern MMwdie angelegenheiten dieser Monarchie zu besorgen. An.fand er sich wieder in Franckreich ein, und bekam noch M n ^gem jähr die Abtey St. Germain äe8 Vrs8, darinnen er »an. 17,4- den 19. dec. das zeitliche gesegnete,lle Aouis XIV. ^
f Estrees, (Franciscus Hannibal I. Hertzog von) Past A,Marschall von Franckreich , Gras von Nanteuil-le-Haroo ,Rttter der Königlichen orden, Gouverneur von l'Isle asSoissons, Laon und des landes Laonnois , war Antow' ^Estrees IV. Marquis von Coeuvres, und Francisca Baoo ^la Bourdatsiere anderer söhn. Er wurde in seiner nigenvs^,geistlichen stände bestimmt, und an. 1594. von Henrno^