Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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nein bruder Octavio an. i^i. ein bündnis zu Wiedererlangungder von den Kayserlicheu besetzten stadt Placentz, und hielt sichin dem daher entstandenen Italiänischen kriege überaus wohl.Endlich ward er in Hesdin , da es an die Kayserüchen uber-qieng, wenige zeit nach seiner Vermählung an. i?;;. erjchojien.

Ich. XII. /Mb»/. ZLNSLl. 2°. Mullr. IN Itsl. Lmil.Alemoircs lies Lours ckltsüs.

Farnese, (Octavius) stehe Octavius.

Farnese , (Petrus Aloystus) siehe Petrus.

Farnese, (Rainutius) war ein söhn Pet« Aloysii Farnesii,Hertzvgs von Parma und Hieronyma Orsina. Er wurde denn. aug. an. i;z°. gebohren, und in mnen gingen jähren zurfrömmigkcit und erlernung nöthiger wlstenschafften angehalten,die er auf den Universitäten zu Bonomen und Padua zur ziem-lichen Vollkommenheit gebracht. Man nahm ihn, seiner jungenjähre ungeachtet, in den Malteier-Ritter-orden auf, und die Re-publick Venebig ertheilte ihm die würde eines Groß-Priors.Sein groß-valter, der Papst Paulus III., machte ihn an. 1544.zumErtz-BischoffvonNeapolis, 1545. zum Cardinal, 1547.zum Grvß-kosnitentmrio und bald darauf zum Patriarchen vonConstantinopel, wovor er jedoch an. 1550. das Ertz Bißthum vonRavenna annahm, so er an. 1^64. mit dem zuBononien verwech-selte. Unter Iulio III. bekam er die legation von dem kmri-inonlo Petri, die ihm jedoch in währenden Verdrießlichkeitenseiner familie genommen ward. Gleichwol unterließ er nichts,was zu dem besten der Römischen kirche dienen konnte, suchteso viel möglich den frieden zu befördern, und half nach Ju-lii tode Marcello II. auf den Päpstlichen stuhl. Endlich, alser nach Parma kam, bey seinem bruder dem Hertzog Octavioeine Visite abzulegen , starb er an. 1565. in dem z;. jähre sei-nes alkers. Er wird wegen seiner gelehrsamkeit, klugheit undsittsamkeit gerühmt. Sem/,, kill. üb. II. üb. XV. ex>. 9.

oe 10. kiK. üb. VIII. XII.

* Farnese , (Rainutius) der erste dieses nahmens, Hertzogvon Parma und Piacenza, ein söhn Alexandri, Hertzvgs vonParma, und Mariä von Portugalhward gebohren an. 15 69. undhätte bey nahem in der jugend das leben verlohren. Der PapstSirtus V. nachdem er das verbot verborgene waffen zu tra-gen erneuert, wurde berichtet, daß dieser junge Prink zwey sack-pistolen bey sich trüge; er ließ ihn deswegen in einem saal sei-nes pallasts in arrest nehmen,da er zur audientz kam. Der Cardi-nal Farnese, des Printzen oncle,wendete alles an, um den jungenPrintzen von dem arrest zu befreyen; es war aber vergebens.Auf den abend fieng der Cardinal wieder an, sich deswegen beySirto zu melden; der Papst aber blieb wiedrum unbeweglich,und sendete gegen io. uhr einen befehl an den Gouverneurdes schlosses , Rainutinm zu enthaupten. Nachdem er dieseordre ertheilet, fieng er an sich zu stellen, als würckte end-lich des Cardinals flehentliches bitten etwas bey ihm, undschickte einen zweyten befehl, krafft dessen man den jungen Prin-tzen begnadigen,und dem zu folge auf freyen fuß stellen sollte. Ei-nige reden hiervon, als hätte der Papst gehoffet, der FarnesischePrintz würde mittlerweile enthauptet worden seyn, andere aberbehaupten, daß er dem Printzen nur habe wollen eine furcht ein-jagen; dem sey aber wie ihm wolle, so lief der Cardinal, dernichts von der ersten ordre gewußt, auf den zweyten befehlhin, gleich nach dem gefängnis in der Engelsburg, undwar gantz bestächet, seinen jungen vetter unter den Händen ei-nes Beicht-vatters anzutreffen, und zu vernehmen, daß sein todnur dadurch sey abgewendet worden, dieweil der junge Printzetwas zeit ausgebäten, sich zu dem tode zu bereiten. Der Gou-verneur , da er den neuen befehl vernommen, zweifelte nichtdaran, daß sich der Papst auf anhalten des Cardinals nicht ha-be lassen zur erbarmung bewegen, und gab derowegen den ge-fangenen los; der Cardinal aber befahl ihm alsobald die post zunehmen, um sich auf das schleunigste von dem ort hinweg zu be-geben , welcher ihm so gefährlich seyn sollte. Da dieser Printznach der Hand Hertzog von Parma geworden , vermählte ersich im dreißigsten jähre seines aliers den 17. april an. 1600.und starb an. 1622. Siehe seine Nachkömmlinge im ge-schlechts-artickul.

* Farnese, (Hieronymus) ein Cardinal, war Marci Far-

nese, Hertzvgs von Latera söhn, und an. 1 ? 99. gebohren. Nach-dem er verschiedene bedienungen zu Rom verwaltet, schickte ihnÜrbanus VIII. als Xunsium nach der Schweitz , von dar er an.1644. nach mancherley rühmlichen Verrichtungen zurück nachRom kam, und besrstsrius bey der LongreZÄtione ÜPÜLOVO-rum k Xegulanum ward. Jnnocentins X., der ihn anfangsals einen redlichen , gelehrten und verständigen mann sehr hochHielt, hernach aber, weil er ihm nicht mehr zu gefallen redenwollte, zu verachten anfieng, verordnete ihn zum Gouverneurvon Rom , und Alexander VII. machte ihn zum IVlaWior vomo,und hernach zu Vergeltung der guten dienste, so er bey vielenConareqationen und anderer gelegenhett gethan, auch insonder-heit wegen der mühe, so er angewendet hatte, dem Hause Chigidie landschafft Farnese, so gar mit ausschliessung des Hertzvgsvon Parma, zu verschaffen, an. 1657. zlim Cardinal und Lega-ten von Bononien. An. 1662. kehrte er wieder nach Rom,und starb daselbst an. 1668. kasti Larämsl. wm. IV.

toxEs, reist, äs I3 Lour äs üoms.

* Farnese, (Odoardus) Hertzog von Parma, Piacenza

und Castro, war der andere söhn Rainutii, vierten HertzUvon Parma und Piacenza, von dessen gemahlin , MargaretsAldobrandina, die ihn an. 16,2. den 28. april gebohren han^-Weil sein älterer bruder taub und stumm war, so folgte er stnem vatter, der an. 1622. das zeitliche gesegnete, in der reg»'rung, zog sich aber durch seine eigene schuld grosse verdrießuwkeit auf den hals. Denn da er sich verleiten ließ, den Fra>zosen zu gefallen die Spanische partey zu verlassen, und w A.Mavland feindlich anzugreiffen, belagerten die Spanier n>Lnur Piacenza, sondern verheerten auch sein gantzes land.er nun gleich seinen fehler bald erkannt , und zu ansang .jahrs 16)7. mit der Crone Spanien einen frieden schloß; M "er doch bald hernach mit dem Päpstlichen Hofe in neue «nu -legenheit, wozu theils die schulden, so er zu bestreitimg v-kriegs bey den sogenannten Montanisten zu Rom machen m"'sen, theils aber einige beleidigung, die ihm das Haus Bar"rini erwiesen, anlas gaben. Er ließ zwar die stadt Castro vö-lligen , und mit einer besatzung belegen, allein Urbanus -citirte ihn öffentlich nach Rom, und befahl binnen zo.wvdie neu angelegte wercke der erde gleich zu machen.nun hiezu keine ohren hatte, so bemächtigten sich die PE ^chen trouppen «11.1641. des gantzen Hertzogthums Castro,ches er jedoch in dem frieden, so an. 1644. zu Venedig zu .de kam, wieder erlangte. Er starb hierauf an. 1646. den /sept. Von seiner gemahlin und kindern siehe den gesch'E«rtickul. /»rds/I ZenesIoZ. 20. ksmil. Itsl. x. 2;.

* Farnese, (Clara) eine schwester des Papfts Pauli IH-die person, die ihm den Cardinals-Hut und die dreyfache ^ ;erworben; sie ward aber von ihm mit dem grösten u»o«belohnet, dann er vergiftete sie und ihre mittler, um ihr gum ^bekommen. Ihr vatter war ein armer mann, welcher v»die gaffen lief, und bralwürst verkaufte. Clara wurde wverheurathet, und bald darauf zur Wittib. Sie war stmlich, obschon kein ausbund von einer schönheit; ihrwar ein armer Priester, und von der zahl derjenigen,sich anfalle weise und wege freunde zu suchen trachten, w«"''^auch schon ihre ehre und gewissen daran setzen sollten. So w«ihm eben recht, daß seine schwester eine Wittwe war. D<mst. ^durch kam er zu einem glück, und erhub sich so hoch,aufalle andere weise nicht daran hätte gedencken dörfe". Dnes tags befände sich Clara Farnese, bey einer grossen feM^sungefehr so nahe bey dem Papst Alexandro IV., und hm"glück ihm so wohl zu gefallen, daß er gleich nach ihro sra> ^und ihre wohnunq ausfündig machen liesse. Die werckzeug^,solchen dingen mangeln grossen Herren niemals, und ovxander damals schon sehr betagt gewesen,so hatte ihn doch ^ ^laster noch nicht verlassen, und war er dahcro nicht ruhigman ihm seine geliebte Farnese zugeführet hatte. Stt " I,sich vor, ihrer schantze wohl warzunehmen, und sowoi ,als ihre gunst, dem alten Papst so theur sie könnte zu verkam'deswegen forderte sie nicht weniger als den Cardinals - vu^,ihren bruder darfür, und da ihro solches versprochen wo^überliesse sie sich dem willen des alten liebhabers. D" n>>ddiese fache bey der nächsten Promotion in die umfrage ka>mder vortrag zu gunsten des Abts Farnese geschehen , ,

es Cäsar Borgia mit grossem Widerwillen und veraa)"^,,,und wie er selbst niemals der sclave seiner Worte g^ärasso wollte er auch dißmal nicht, daß sein vatter sich ^hp,binden sollte. Nachdem aber der vatter endlich mit seü'A'jectesdiese Cardinals-promotion betreffend, in ansehung der M'„f,überein gekommen , so schrieb er alle derselben nahmen ^und Clara Farnese, welche auf das versprechen ihres liess he-llicht zu veste baute, war indessen sehr besorget für ihrender. Deswegen da sie die nacht vor der Promotion bey U^festen zubrachte, und merckte, daß er nunmehr vestroll»wäre, suchte sie in des Papsts säcken den erstgemeldrender neu zu erwehlenden Cardinäle, und fände zwar das v He-ader den nahmen ihres druders konnte sie nirgends sty-sslgen lauf wagte sie es des Papsts Hand bestmöglichst nachzuml" ^und schrieb den nahmen ihres bruders zuerst dareM- xernmorgens frühe behielte sie den Papst so lange sie konnte 'bethe» bis man kam ihm anzusaqen, daß das Lonüfionlm hlte,gäntzlich beysammen wäre , und kein Cardinal mehr ' ^pedann sie schlösse wohl, daß je kürtzere zeit dem D^'i-we ge-biethen sich anzukleiden, je weniger wurde er gedencken n ^ zpmachte listen zu durchgehen. Also kam der Papst vM' wieeröfnen in das LonWorium, und warf alfo das popst Aberer fonsten gewohnt war zu thun, ohngeöfnet aufden tilw- xaßer war sehr besturtzet, fowol als seine geheimeder erste nähme, welcher unter den designirten abgelei«' gel-be , der Abt Farnese wäre. Doch fand er besser, dieten zu lassen , und zu schweigen , als durch widrigesdie umstände zu untersuchen, und die wahre ursacyan den tag zu bringen. Dieses ist der wahre ansang e Lie-des Papsts Pauli III. welcher nach diesem bey ^bet hat, und den gründ zu dem Hause Parma gelegen/ Lilienauch wieder zu gründe gehen gesehen, indem sein M" " , D»lebzeitenmenchelmörderischer weise umgebracht worv ^enckel sich wider ihn aufgelehnet haben, rc. welchesbeschleunigt, ob er schon damals 84. jähr alt gewett> ^isclres ssricss äs Xoms pour tsrvir äs ür^Ieweäs x. 17;. Lc. ^