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geschlecht soll durchgezogen haben, hat Lutherus in der vorrede,so er Joh. Freders tractat von dem ehestand voran gesetzet, scharfwiderleget, und ihn einen Enthusiasten gescholten. sonkl.
NelsriLÜtüon. ?. I. p. ;8;. leg- Otr,«,. snusl. Lnsbspt. sä an.i;;;. §. ic>. <L sliki. bist. such. üb. III. H. 78 - »6ä. 4. L
§. 128- n. 10. Arnolds ketzer-hist. k. II. üb. XVI. c. 21.
Franecker, lat. kraneckera, eine stadt in per Niederländi-schen provintz Frießland, 2. weilen von Leuwarden in dem so-genannten Westergoe, einer sehr lustige» gegend, gelegen, wes-wegen sich auch viel Edellenthe allda aufhalten, und feine Häuserhaben. Die bevestigung taugt nicht viel, und das schloß ist einalt zerfallenes gebäu, doch hat man den wall zum spatzieren gehensehr bequem gemacht, indem ihn der Rath vor einigen jährengleich erhöhen, und mit bäumen besetzen lassen. Die Univer-sität ist an. i;8;> von den vereinigten General-Staaten angelegtworden. Das LoHegium ist bey dem Harlinger-thore, und dieIluäitoria darinnen lassen sich alle wohl sehen. Die Anatomie-cammer ist gleichfalls schön, und der Mediciner-garten ist durchVorschub des berühmten Joh. Antonii von der Linden zu ziemli-cher Vollkommenheit gebracht worden. In demselbigen stehet einHaus, welches allezeit der 8snior der medicinischen Facultät zurWohnung bekommt. Eben dieses Neäici sorgfalt hat man auchdas aufnehmen der Universitäts-bibliotheck zu dancken. L,
äs Iksp. krillor. leinen kUlio-IIoüsnä. 6Ä,'ccrne^r».
äel'cr. Lelg. p. 2;o. feg. circuÜ Lurg. p. ic>i.
Frangerius, (Arnaldus) stehe Arnaldus Frangerius.
Frangipani, ein sehr altes geschlecht zu Rom, welchessonst Pierleon geheissen, durch Jordan Pierleon aber, der indem VII. Lsulo gelebet, den nahmen Frangipani bekommen.Denn als die Tiber zur selbigen zeit durch stetigen regen sehr an-gelanffen, daß die einwohner selbiger gegend in die gröste nothgerathen, hat er viel brodt unter dieselben ausgetheilet, daherer von den leuthen den nahmen Frangipani, als der das brodtden hungerigen gebrochen, bekommen. Damit aber der ge-schlechts-nahme nicht gantz vergessen werden möchte, behielt seinerster söhn Vtephanus den nahmen Pierleon, und der andereLeo den von Frangipani. Des erstem linie ist bald ausgestor-ben; der Frangipanische stamm aber hat sich in den Italiäni-schen und Ungarischen äst gerheilet. Jener hat das Marggraf-thum äi Nemi in der Römischen landschafft, neben andern gu-thern und Fürstlichen gedäuden in Rom besessen, ist aber mitMarqgrafen Mario Frangipani um die mitte des XVII. steculiabgestorben. Der Ungarische äst hat sich unter dem Könige Be-ta IV. um die mitte des XIII. üsculi in Ungarn ausgebreitet,und die Marggrafschafften Modrusta, Segnia, Voglia undTersa; besessen, ist aber endlich in Francifto Christophoro Fran-gipani , (von dem unten besonders) welcher wegen seinerverrätherey wider den Kayser, davon in den artickuln Nadasttund Serini nachzusehen, an. 1671. zu Neustadt in Oesterreichenthauptet worden, erloschen. Lehmanns jetzt-herrschendesEuropa, k. III. p. 126. feg. sääit. sux memoir. äs
Lsüslnsu tom. II. p. 704. keg. Lobest'- Üb. I. ep. 8-
stemm. Sair/r». rer. Ungar, äeesä. II. üb. VI.L VIII. äs migr. gent. üb. VI.
Frangipani, (Latinus) ein Cardinal, gebürtig vonRom. Erstlich studirte er die.surs, und empfieng zu Paris denZraäum vockoris darinnen. Hernach trat er in den Domini-caner-orden , und ward NaMer Theologie, ferner Prior 8.8sbinL äs Urbe, nachmals veünitor des Provincial-Capituls zuOrvieto, endlich aber von seiner mutter bruder Nicolao III., umdas jähr 1273. zum Cardinal-Bischoff von Ostia und Velitri,wie auch zum General - Inquisitor gemacht. In abwesenheitdieses Papsts muste er dessen stelle zu Rom eine zeitlang, nebstdem Cardinal Jacobo Colonna, vertreten. Nachgehends warder als Legat nach Bononien und in Romandiola geschickt; da erdenn durch seine beredtsamkeit und klugheit die zwischen den fa-ctionen der Guelphen und Gibellinen uberhand genommene Ver-bitterungen grossen theils tilgte, oder doch unterdrückte, auchdes Päpstlichen stuhls autoritär mit grossem Nachdruck behau-ptete. Nach dem tobe Nicolai III. muste er sich von Viterbo,allwo man zu einer neuen wähl schreiten wollte, vor dem auf-rührischen volck mit der flucht retten. Als nach dem absterbenNicolai IV. der Päpstliche thron über 2. jähr »erledigt gewesen,brachte er es durch seine bewegliche Vorstellungen bey den uneini-gen Cardmalen dahin, daß Cölestinus V. erwehlet ward. Er starbden y. aug. an. 1294. zu Perugia, und hinterließ einige schrif-ten , als äsrmones äs Tempore L äs 8snökis, Orationes, H7-innos Lc. Etliche scridenten melden, daß durch ihn unterschie-dene wunderwercke, jowol in seinem leben als nach seinem tobegeschehen waren. -""e. bibl. krseäicstor.
snn. tom. XIV. kurp. blsrisus. k/s^c//r.
Frangipani, (Nicolaus) Graf zu Tersatz in Ungarn, warein söhn'Caspars Frangipani, welchen er mit Catharina,Freyin von Lenckowltz gezeuget. Er diente dem Kayser Rudol-pho II. m den Ungarischen kriegen wlder dre Türcken mit grossemrühme , und wurde bahero an. 1616. von dem Kayser Matthiazum Lsnno der Königreiche Dalmatien, Croatien und Scla-vonien ernennet. Allein, ob er gleich guten verstand hatte, sowar er doch dabey viel zu hitzig, als daß er bey den Ungarischenaemüthern etwas hätte fruchten sollen. Die erste quelle zur Un-einigkeit war der Reichs-Richter und die Grafen Erbeödi, welche
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er sich durch die fckeidunsi von feiner gemahlin, welcheErdeödischen Hause war, zu feinden gemacht. Tuest vnten sich täglich, und wendeten alle gemüthcr, sowolmen als geringen von ihm ab. Die erste frucht davon ^ ^sich an. 1620., als er wider den Fürsten Gabriel B»"'. MSiebenbürgen, der sich wider den Kayser Ferdinandum'pöret, einige mannschafft aus Sclavonien und Csoam>mandircn wollte; da ihm diese sogar allen gehorsam ' xstdaß er sich nach Warasdein zu begeben, und dem mKeglewich das commando zu überlassen genöthiget bet""^durch aber gleichwol nicht verhindern konnte, baßgantze lager auseinander gegangen wäre. Doch als oerBudiani auf des gedachten Fürsten von Siebenbürgentreten war, wurde er befehlichet, dessen schloß GrebeM >" ge-vonien wegzunehmen, welches er auch endlich nach tapst Ge-genwehr einbekam, weswegen ihm der Kayser vor o«e ^wendete kriegs-kosten einige güther und das schloß ^7' peiie"Mähren gab. Als er nun hierauf zu Agram einen .Reichs-tag hielte, und die gemüther noch nicht besanM ,de, wurde er dadurch bewogen, feine hohe Charge E"welches er den sämtlichen Ständen' in einer andern» -menkunst an. 1622. anzeigen lassen. Die übrige zeit st'bens brachte er in der stille zu, ausser, daß er an. §lsfriedens-tractaten mit demTürckischenKayser Amuraw^jen,Bevollmächtigter mit beywohnte, woraus er an. 1647 »"wohin er sich von dem Reichs-tage zu Preßburg bringe" Apgestorben, nachdem er bereits über 70. jähr alt worden-seinen beyden gemahlinnen, davon die letztere PeM des ^Grafen zu Erdeödi tochter gewesen, von der er sich. ^nach der Vermählung wiederum scheiden lassen, H'"A Hrmkeine kinber, bahero sein erb-guth an seinen bru,e>.^ j„Wokfgang Christoph fiel, ausser, daß er das schloßMähren den Jesuiten zu Agram mit dem bedinge Medaß sie die schule nach ihm nennen, und jährlichoder Sclavonische knaben, davon die hei fte durchpantsche familie zu denvminiren, unterrichten sollten. „ses legte er 17000. cronen zu Agram bey den Geistlichen ^um davon seine leichen-kosten zu bezahlen, das übrige -armen auszutheilen. .
* Frangipani, (Franciscus Christophorus, Wk „ydwar aus dem mehrmal erwehnten geschlecht entsproll^^eflZein Herr von grossem vermögen. Er ward von sti"A HaEmann dem Grafen Seririi, ingleichen von dem Grate"
in eine Unternehmung, vermöge welcher mit l)üM v«das Königreich Ungarn der Oesterreichischen herrscHE,werden sollte, geflochten, ließ sich auch dazu um st "7' , vo^bereden, weil er noch jung und ehrbegierig, auch vo" ao-stellungen eines neuen Königreichs, so nach seines fE"ficht an dem Adriatischen meere errichtet werden stm » Hostnommen war. Er ließ sich demnach mit dem Tuttr'ia' jr, Mwürcklich in Unterhandlung ein, erwies aber "last "»x restKayserlichen völckern, noch ehe des Serini vorhabe"gediehen war, verschiedene feindseligkeiten, sondernS' „0 Bmit den briefschafften, so den Handel angiengen' <st,.
vorsichtig um, und ward durch dieselben, Hauptlast"^ esdurch einen gewissen Hauptmann, Cbolnitz, istÄf.
deckt gehabt, verrathen; gleichwol konnte man sich st '
nicht bald bemächtigen, bis ihn an. 1671. Graf Ker'v^ ppstsen schloß er nebst dein Serini geflüchtet war, nach , w'-lieferte, allwo man ihm anfangs gantz gelinde, baw " wE,einige sagen, auf anstiften des Kayserlichen ^ r
nach seinem grossen vermögen trachtete, auf einmal » W a"gegnete. Er gestund ohne Verzug alles, wessen ko""'seiner und seiner mitverdundenen briefen ubertuvt.-.^,und sollte laut des Kayserlichen Urtheils alle seineund nachdem ihm vorhero der rechte daum wurde ^chawseyn, das leben verlieren. Dieses urtheil aber wasd vso weit geändert, daß ihm blos das Haupt abgestbw» ^sollte, welches auch im april an. 1671. an >h'" si"l>bM.Er hat in den letzter» tagen seines lebens eine ziemistv,^tigkeit, und eine grosse reue über sein verbreche" st.,, Mkilioris Leopoläi. Rinas leben Leopo ^ ^)fe>eHung. per V/ÄLs/. I. p. 18.186. ,98. 66;. Esttoforts. VII. p. 12;. VIII. p. I;;. gröU
* Frangipani, (Fabius Mirtus) einer vonPrälaten seiner zelt, war auf der insul Ventotiene
von Neapolis gelegen, von adelichen eltern E^siiehLgdurchdringender verstand, dabey er sonderlich erm" hocv'',frömmigkeit hervor leuchten ließ, erhub ib" § ge>v"ehren-stellen. Er war nicht lange Bischoff Nff vo"so machte ihn Gregorius XIII. zum Ertz-Blswost^ er^j,reth, welches den 9. nov. an. 1572. geschaheGouvernement von Bologna und ttmbr-en zwew- §e" »chen auch von der Anconitanischen Marck verwam». Iss'sten rühm aber hat er sich durch seine viele Legauom ^ zuSpanien und Franckreich erworben, und cow-
ns im jähr 1587. gestorben. ^
?"8-787- voN^Ä-
* Frangipani, (AnnaCatharina) GrE^pieund eme schwester des Grafen dieses nahmens; ' ,Landes,anstifterin und beweg-ursach des Ungarische"Achten-ein sie auch ihren mann und bruder m,t ems^