Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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hatte«, abzutreten versprach, welches aber erst;, jähr hernachgeschehen. Die Schweden hatten, nachdem Pommern verloh-nen gegangen, ihre meiste Hoffnung auf eine glückliche expeditionin Preussen gesetzet, fielen derohalbm zu ende des 1678. jahrs vonLiefland aus mit 16000. mann ein, und eroberten in abwefen-heit der Churfürstlichen völcker unterschiedene Plätze; aber derChurfürst eilte mit einer armer bey dem strengesten Winter fei-nen Unterthanen zu hülffe, und langte mit grossen Marschen denio. jan. an. 1679. in Marienwerder an. So bald der feindvon seiner ankunft Nachricht bekommen, eilte er davon, wurdeaber durch unterschiedene kleine treffen, stetiges nachhauen, wieauch kranckheiten und Hunger so aufgerieben , daß von denr üooo. mann kaum 1000. gesunde wieder rn Liefland angelanget.Damit wurden auch die anschlüge des Königs in Polen zunichte,welchen die Schweden das Hertzvgliche Preussen zu überliefernversprochen hatten; doch hielt der Churfürst nicht vor rath-sam, sich zur zeit öffentlich zu beschweren. Daß er aber vondiesem abermaligen siege über die Schweden nicht gnug pro-fitiren können, war ursach, weil unterdessen auch die Kayser-lichen und Lüneburger zu Niemägen mit Franckreich undSchweden, mit ausschliessung Danemarck und Brandenburg,friede gemacht hatten; dawider die beyden letztem vergebensprotestirt, und die ratification zu verhindern gesuchet. Weilman sich nun von den übrigen Mitten gantz verlassen sahe, unddie Franzosen in dem Hertzogthum Eleve nach belieben Haushielten, wider welche der Churfürst mit seinen 6000. mannwenig ausrichten, seine andern völcker aber in Preussen nichtentbehren konnte, muste er sich erstlich zu einem monatlichenstillstand auf den april an. 1679. bequemen, und dessen erlan-gerung auf 14. tage zu erhalten, Wesel und Lippstadt denFranzosen einräumen, endlich aber, da die feindseligkeiten aufsneue angiengen, gar den frieden zu St. Germain, den 29.jun. eingehen, nach welchem alles auf den fuß des Westphäli-schen friedens gesetzt wurde, und der Churfürst von allen seinenconqueten nichts behielt, als dasjenige, so er in dem Stettl-nifchen vergleich an. 16?;. von Hiuter-Pommern an Schwedenabtreten müssen; nemlich den strich nebst der Oder, ausserDamm und Golnau, welche im Westphälischen frieden selbstan Schweden gekommen waren; doch sollte der Churfürst Gol.nau so lange behalten, bis ihm die Schweden 50000. rthl.auszahlen würden ; ferner traten die Schweden ihren theilan den Hinter-Pommerischen zölle» ab, der König in Franck-reich aber versprach dem Churfürsten alle seine vestungen undlande wieder abzutreten, ;ooooo. rthl. auszuzahlen, und ihmin seinen prätensionen an etliche kleinere Stande des Römi-schen Reichs beförderlich zu seyn. Noch in diesem jähre warddurch des Churfürsten Vermittelung die irrung zwischen Dane-marck und Hamburg beygelegt, bey welcher gelegenheit auchdiese stadt 125000. rthl. vor die winter-quartiere in vorigemkriege abgetragen. Zu ende des jahres kam ein TartarischerGesandter nach Berlin, dessen anbringen aber nur in compli-meyten und präsentirung eines strupichten Pferdes bestund,wofür er mit ansehnlichen gefchencken abgefertiget worden;fein dollme'fcher hatte eine höltzerne nafe und keine ohren. Weilder Churfirst in dem Französischen kriege hauptsächlich demReich zürn besten, mit Franckreich und Schweden gebrochen,und ihm dessentwegen durch ein Reichs-conttulum zu Regen-spurg die indemnisation versprochen worden, so verlangte erNunmehr, daß ihm zu solchem ende die epectantz auf Ost«Frießland , ferner dre Reichs-städte Muhlhausen, Nord-haufen und Dortmund , und über diß die freyheit gegebenwerden möchte, einige Canonicate in seinen Stiftern einzuzie-hen , er konnte aber in keinem von diesen Puncten reußiren. AnSpanien hatte der Churfürst auch noch 1800000. rthl. subsidien-gelder zu fordern, und weil diese zwar die schuld nicht laugne«ten, aber weder mit geld noch der inful Trinitados in Americabezahlen wollten, so gab der Churfürst seinen 8. kriegs-fchif-fen, die er währenden kriegs im Balthischen meere gehabt hatte,und nun zu etablirung der commercien nach Guinea schickte,vrdre, gegen die Spanische schiffe repressalien zu gebrauchen,nachdem er vorher die alte defensiv-alliantz mit Franckreich ge-schlossen , und insonderheit auf diesen fall seine Clevischen landewider der Spanier einfall sich von dieser Crone garantiren las-sen, Diese escadre war auch in so fern glücklich, daß sie einschiff vor Ostende, und zwey andere in America aufbrachte;als sie aber bey dem vorgebürge St. Vincentii auf die silber--otte kreutzten, wurde sie von 12. Spanischen kriegs-fchiffenangegriffen, und muste sich, wiewol ohne sonderlichen Verlust,in den Portugiesischen Hafen Lagos retiriren. Dieses 1680. jährwar das Haus Brandenburg darinnen glücklich, weil in demsel-ben durch den tod des bisherigen Läminittraroris des StiftsMagdeburg dasselbe wurckltch m des Churfürsten Hände kam,wie er dann ohne einige contradiction oder difficultät die pos-seßion, und dessentwegen auch sitz und stimme auf dem Reichs-tag ergriffen. An. 1681. wurden.defensiv-alüantzen zu erhal-tung des Westphälifch-und Nlemägsschen friedens mit Hannoverund Sachsen geschlossen; von der erb-verdrudernng aber mitdem letztem nichts gedacht. Mit den Polen hatte der Churfürstauch in diesem jähre einige Verdrießlichkeit , wen sie die Ver-mahlung MarggrafLudwigs mit der RadMlrfchen Printzeßinhintertreiben wollten, als durch welche ansehnliche gucher inPolen an das Brandenburgifche Haus fallen konnten; wobeyman sonderlich urgirte, die Vermahlung wäre ohne des Kö.

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nigs als obersten Vormunds wissen geschehen, ««dAUKe.ftlrsten das zugestandene chis iustlgenstus dijhlitlrnchJedoch wurde die jache ohne grosse weitläuftigkert beW^»^und an. 168;. gar ein besonderer vertrag erriciM,welchem der König sich verband, den Marggraftn unvgemahlin besonders bey ihren in Polen und Litlhauen»den guthern zu schützen. In diesem jähre wcw dem. ,-Hei»surften, vermöge seines LonLreöwrii an dem WeitpNrMkreis, aufgetragen worden, den Ost-Friesischen ^^11,welche sich über die kränckung ihrer privilegiertzu hülffe zu kommen, da er bann erstlich zu einemrieth, und seine Mediation anbot. Da dieses vergevuw Zer-ließ er, nachdem zu Embden mit den Ständen gemacm. perei»gleich, das schloß Grietsiel mit;ooo. mann besetzen, M he-im fall der noth wider die Unterdrückung der freyhen zudienen, welchen auch die Stände monatlich 1250. ' e,ugeben versprochen ; worüber-sich die Holländer, U^rteN'alter recht hiezu zu haben vermeynten, vergebens bei",

Diese Verbindung mit den Ost - Frießländern gab tt» ^ peusurften gelegenheit , die Afrikanische Compagnie , MHandel auf Guinea desto besser zu etabliren; welche vc-toir und Haupt-sitz zu Embden hat; wie denn damalsstung Friedrichsberg auf dem berge Montfort, erM n" ^dem rres kuntas angelegt, und mit den einwog xeulWterfchiedene vergleiche gemacht worden. Da unterdesie» stcyland über die Französische reunlones allarmirt war, ^ ^der Churfürst nicht, wie ihm angeboten wurde, m^Mnannte association mit dem Kayser, Engell-und Msondern richtete vielmehr an. 1682. den 12. jaii. zu-eiFranckreich ein neu bündnis auf, darinnen er sicy^ -^ Manfalle weife den frieden zwischen dem Teutschendieser Crone zu befördern, hingegen sollte Franckrem,nions-Cammern aufheben, und so lange einige poimfrieden übrig , nicht zu den Waffen qreiffen. M "!

chen kam er auch treulich nach, und ließ zu Regeni^M,dem grösten Nachdruck zum frieden rathen, MittenSÄ.?

daß man sich durch die übereilte tractaten zu Mmav

ausser den stand gesetzt hatte, dermalen den Französierzu widerstehen; er widersetzte sich auch dem Laftwbundnis, als wodurch der krieg befördert wurde. ^ i>machte er mit dem Könige in Dänemarck einennach vermögen den frieden befördern, doch aber^ siejeder ivooo. mann aufden deinen haben wollten, ENeutralität behaupten könnten. In dieses bundnis vrder Bischoff zu Münster, und nachaehends dehM AussECöln aufgenommen. An der andern stire unterließ ^ vauch nicht, den Franzosen alle nöthige Vorstellunggemeine ruhe zu befördern, auch verlangte er, daß w'dien-geldern an die Hand gegangen werden mochte ' .M M,sich desio besser in den stand fetzen könnte, die neutr ,deren feinde im fall der noth mit gemalt zu behal>P^.Ky.u.er in beyden stucken schlecht gehör fand. Als qar Mterdeffen grosse progressen machten, und an.belagerten, wollte der Churfürst dem Kaystrrwt r AetEzu hülffe kommen. Aber der Französische Gestatt MP> ,wußte die sache/o zu karten, daß der Kaystr oESdiese völcker mochten ordre haben, die Schlesist^^hat'^thummer, worauf das Haus Brandenburg lEA Myeii" Abesitz zu nehmen, und dessentwegen so harce cv>w^^. V,schlug, welche der Churfürst unmöglich eingehen müberließ er dem Könige in Polen i roo. mann ,des langen Marsches aus Preussen erst nach ae»stadt Wien ankamen , jedoch bey erobermlg stjii «7,^gute dienste thaten; da unterdessen der Churstmr'stes anwendete, den krieg zwischen Danemarcr « ^ye gst zyzn verhüten, und das letztere Haus vielmehr ^

zu ziehen. Auch bemühete er sich vergebens,

Franckreich von den harten proceduren .wiv^von Oranien Französische länder abzubringenChurfürst wegen seiner ersten gemahlin em"Nw H ^e,te. Endlich kam es doch an. 1634. mitaehind/7 »ott«Luneburg, so bisher des Churfürsten vorhabe» s ss Hannzu einer defensiv-alliantz, wie ;. jähr vorher,allein gemacht worden war, und gleich, ro- MM

derlich auch durch des Churfürsten bemuhung. .stillstand des Reichs mit Franckreich. In diei hie TN.^/derselbe dem Könige in Polen 2000. nmnn w« h . jyzu hülffe , welche aber keine sonderliche ge> s ^ Estyihre bravoure sehen zu lassen. Endlsth nah ^ der ^^ydiesem jähre den titul seines uralten stamm-VM'^ ett<S

von Hohenzollern wieder an, um stmfall der succeßion zu versichern. Zu snstnL ^burgPickenerlangte er die solenne investitur über ssiost,"

lnvestltur - briefe über die übrigen lm WeM^ praA^kli-erlangte provintzien. Mit den jn den

über, und der interceßion der Pwtestante ^ Denchen erb-landern , wurde er mcht gehn tt.^Mli

dieses jahrs wurde die alte defensiv-alliantz

erneuert, und bis zu ende des tssculi prolv ^ die Meß >des Churfürsten prätensionen also erleM'

Der ihm 440000. rthlr- innerhalb Guinelst^^,stiii'

auch wurde anstatt gemacht, daß es wegen yer^ xer,pagnie des Churfürsten, und der Mst-JnttM