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Genttus, (Georg) wurde an. 1618. zu Dahme gcbohren ,allwo sein vatter anfangs ein fchmied und gast - Wirth war,nachgehends aber unter andern das land-guth Glinick an sichkaufte. Nachdem er unterschiedliche Universitäten in Hol-land , Engelland und Italien besucht, und sich in den spra-chen/ in der Mathematic und in der Artzney-kunst veft gesetzthatte, fand er zu Amsterdam eine gelegenheit, mit nachEonstantinopel zu gehen. Daselbst wußte er sich bey demMuffti dermaßen zu instnuiren , daß er ihm nicht allein al-len Vorschub that, fast den gantzen Orient zu befehen, son-dern auch letztens, da er an. 164?. mit dem KayserlichenAmbaffador wieder zurück nach Teutschland gieng, ein recom-mendations-schreiben an den Kayftr Ferbmandum III. mitgab.Hierauf hielt er sich bald zu Hamburg, bald zu Amsterdamauf, bis ihm der Churfürst zu Sachsen, Johannes Geor-giusll. die charge eines Raths ertheilte, und jhn bey den Ge-sandtschafften als einen dollmetscher gebrauchte, inmassen er La-teinisch, alt und neu Griechisch^ Hebräisch, Chaldäisch, Syrisch,Persisch, Arabisch, Turckssch, Sclavonisch^ Svanisch, Englisch,Holländisch, Französisch und Italiänisch vollkommen redenund schreiben konnte. An. 16; 8. befand er sich mit unter demChurfürstlichen comitat aufdem wahl-und cronungs-tage Kay-ftrs Leopoldi zu Franckfurt am Mayn, und hatte die ehre,daß er dem Abgesandten von der Ottomannischen Pforte, aufdessen an den Kayfer abgelegte gratulation, in Türckischer sprä-che antworten muste. Er stund nicht allein bey gedachtemChurfürsten in grossen gnaden, sondern behielt auch seine be-stallung bey dessen Nachfolger Johanne Georgio III. wiewol er,da sich bey herannahendem alter eine kleine Verwirrung desHaupts an ihm äusserte, und seine aufführung etwas seltsamwar, in ziemliche Verachtung gerieth. Endlich, als er an.»687. mit der Chur-Sächsischen Gesandtschafft, welche bey demKayser die lehn empfangen sollte, nach Wien gehen wollte,wurde er unterwegens zu Freyberg kranck, und gieng daselbst,nachdem er 4. Wochen bethlagerig gewesen, mit tode ab, da erdenn auf des Raths und N. Bayers, eines Predigers zu St.Nicolai, kosten begraben worden; fället also Morhofs Nachrichthinweg, daß er zu Berlin betteln gegangen, und daselbst in grö-sser armuth gestorben sey. Man beschuldigte ihn, daß er denMahometanischen glauben angenommen , welches er abernoch auf seinem tod bethe gegen erwehnten Prediger von sichablehnte. Er hat unterschiedliche schriften, und unter anderndas buch 8ckebec suäs,'I'ribu8 suclse, so er lliliorism ^uäsicsinnennet, und das Persische llollirlum politi'cum Alurl-rälm 8säl,in die Lateinische spräche übersetzt, und beyde an. 1651. zu Am-sterdam drucken lassen. Das letztere hat er mit anmerckungenversehen, und dem Churfürsten zu Sachsen, Ioh. Georgio I.dedicirt.
Genua, Franz, dönss, ist eine Ertz-Bifchöffliche stadt inItalien, und zugleich eine souveraine Republick am Mittellän-dischen meere. Sie ist die Haupt-stadt von dem lande, lo 8w-to ciella Kepublica äi Oenu.-r, oder la kivrers <1, 6enoua ge-nannt, welche sich von dem flusse Var an, bis an den fluß Ma-cra erstrecket, und ungefehr 160. Italiänische Meilen in der län-ge , -6. aber in der breite austräget. Gegen mittag stößet esan das Mittelländische meer, gegen morgen an das Groß-Her-tzogthum Florentz, gegen Mitternacht an die HertzogthümmerParma, M<whmv und Montferrat, und gegen abend an dieGrafschasst Nizza. Das gantze land wird in In lliviera cll?o-nente den westlichen, und Riviera cii l.evsnte den östlichen stricheingetheilet. Genua, als die Haupt-stadt, liegt recht in der mit-ten. Die innerste gegend des landes ist etwas bergicht; diefee-küste aber überaus fruchtbar und lustig. Jedoch übertriftder westliche theil dißfalls den andern, als welcher mit citro-uen-und pomerantzen-bäumen starck besetzet ist. Die vornehm-sten städte selbigen Staats, ausser Genua, sind: Savona, Sar-zana, Lerice, Älbenga, Noli, rc. Genua ist also gelegen, daßdle mittägige feite an dem ufer des meers stehet, theils auf ei-ner ebene, und theils auf Hügeln, die an das Apenninische ge,bürge stoßen. Es ist die vornehmste Handels-stadt in gantzItalien, hat ohngefehr 5. oder 6. meilen im umfange, und»st mtt starcken mauren, einem guten walle, und 5. thoren ge-gen Westen versehen, welche insgesamt mit grossen stücken be-setzet sind. Der Hafen von Genua war vor zeiten gefährlich;allem man hat zu dessen Versicherung mit grossen lösten weit indie see ymem aebauet, wodurch die anfurth sicher gemacht, undder gefahr gröstentheils befreyet worden. Die gebäude derstadt sind so prächtig und regulär, und die stadt mit so vielenherrlichen pallasten angefüllet, daß sie allerdings den zunahmen1a 8uperba oder die stoltze verdienet. Der pallast des vorneh-men geschlechts Dona ist per alleransehnlichste, welcher sichvon der see an bis an dre spitze des berges erstrecket. Die darin-nen befindliche zimmer find überaus groß und prächtig , diemeublirung kostbar, und alles, was man nur davon siehet, istein zeugnis grosser barauf gewandter kosten. An den maurenstehet diese inscription: durch GDttes und des Rönigsgnade gehöret dieses alles dem Herrn des Hauses. Eswird gesagt, daß diese Worte nicht blos aus Hochmuth daraufgesetzt worden, sondern nur einen Gouverneur von Maylandschamroth zu machen, welcher zu einer Königin von Spanien,so darinnen logiren sollte, sagte, die vornehmsten meublenwaren nur zusammen geborget. Auf der neuen straffe ,welche die schönste in gantz. Genua ist, stehen nichts als lau-
gen
ker pallaste und prächtige Häuser ; die vornehmsten ^ vckbliquen gebäuden sind folgende: der ksIsWo , I»
Königliche pallast, worinnen allemal der Doge re>'Imperiiiie, das zeug-haus, 12. Pfarr-kirchen,sonderlich der Dom oder die St. Laurentii-kirche,ist, worinnen sich eine schüssel von einem eimgen 'befindet, von welcher man sagt, daß Christus das ^ Ar.darinnen gehalten; die kirche äell Lnnonclaclv; v'e«Ambrosii, so den Jesuiten zustehet, und die kirche v Mtiner zu St. Cyr genannt, nebst einigen andern "Men U
einwohner sind jedesmal gute fee-leuthe gewesen, v Aieauch bey verschiedenen gelegenheiten wohl hervor ge>y ^ Mi»treiben starcke handelschafft und manufacturen'sagt, daß mehr als 20000. familien mit äroltsszeug umgehen. Die Republick unterhält viel gMeer^haben viel particular-perfonen dergleichen. Es g>e"' vnzwcyerley gattungen von adelichen familien, die am> xje 4-neuen. Der erster» sind an der zahl 28. unter w»», yo-vornehmsten sind, die 6rim»läi, kieLki, ,
ria. Die 24. übrigen sind, die Lalvi, Latt-mei' n OessLibi, LiZala, kornari, krsncki, Oiulllniani ,tilli, Imperiali, Inrerism, llescari. Lomelliw '.Wegroni, ksIIaviLini, kinsiü, kromontorii, liehe» .E
gi, Vlvsläi und Velo äi msrs. Die anbern ave , Wschlechter, welche sich an der zahl auf 4?7vgleichsam ein anhang der vornehmsten 28. und .DM'legung ihrer vorigen nahmen einige der erst-beruhrn» HM",ter nahmen annehmen müssen, zu der zeit/.^perEDoria in dem XVl.LcuIo die alte freyheitund das stadt-regiment von neuem einrichtete. per salso für nöthig befunden, um dadurch die elstrs«« Mewschlechter wider einander, als die einige ursam s-ME'gen Zerrüttungen und unruhen, aus dem gründe «",- '
hat auch in der that bisher eine ziemliche wurckunvEs finden sich unter selbigen etliche, die so reich "" ^rtiE'sind, daß man ihnen auch kein Gouvernement Mwill, aus beysorge, sie möchten sich gar darvon A Vchen. Es haben sich indessen zu allen zeiten v>"? chpdcnerale und Admirale unter dem Genuesischen M»
Die stadt ist sonsten ziemlich alt, und man si'ss" ^ jsimehr als 1900. jähren in den Historien gedacht'gantz unrecht; wenn man deren nahmen von d"" ist cuführen will, als welcher daselbst nie gewesen. ^«1lich den Römern, hernach den Langobarden ^ uiltuv^zeit den Kaysern Unterthan, und vielen innerlE M ^unterworffen gewesen, dergleichen man wol bey vet^,^von Italien sonst findet. In der regierung hat m-Meiv .rung gehabt, zumal von an. 1494. bis 1;r8. indeww ^pii»bald Grafen, bald Bürgermeister, bald koäelta, baw ^ .
und Gouverneurs, bald Lieutenants, bald lleAf^rtzoge ^bald übbates des volcks, bald llekormLtore», öald -V ^ ^ tE ^adelichen oder bürgerlichen familien gewesen. -A ,es eine Aristocratie, deren Haupt Doge genenner ^
aber solche würde nicht länger als 2. jähr nach " ^ltzet. Es ist auch nicht zu vergessen, daß diese stA' »escreutz-fahrten beygetragen,und daß sieden Mtel»"cam, Sardinien und Cypern, nebst der mi.m.Chio abgenommen; inqleichen daß aus sslbtge- ' ^
4. Päpste, und sonsten viel vornehme leuthe ^Die Italiäner sagen von Genua: Man dabeohne treu und glauben, ein meer ohne fische, As" voret^Mel>/sind frauenzimmer ohne schamhafftigkeitVeränderungen in der regierung belangend,daß sie ohngefehr von an. 1099. bis an. "?7-^
Meister regieret worden, so lange bis Gmiielm» ^von dem volcke zum Präsidenten oder Haum' ^ t>ee ^wurde. Er blieb in solcher würde bis ßn. "°^ches "'"A,sich des gouvernements wiederum anmassete / facl'^/bulz;9. währte. Es erwehlete hierauf des vow ^ ^emonem Boccanegra, unter dem titul elnes Hss-^ger wurde an. 1144. vertrieben, und an ftmev» MMurta erwehlet, welcher bey ablauf des Mhres l>wJohann cle Valenti wurde an seine stelle erw^ ^pterwaber den y. oct. an. i??;. ab, und dre Genu^^pd,sich dem Johanni Visconti, Ertz-Bischoffvon
Dltzmar aoer wurocn oie isenue,er zudurch verschiedene grosse Niederlagen zur see, ^Venetianern erlitten, sonderlich in der letzten , ^ xe»
vor den Sardinischen kusten war gehalten wo E^ih-sie nun hierauf durch hülffe dieses Nsscontl,
Marchese Guilielmo Pallavicini zum Gouvtt die^^en ^re fachen in bessern stand gesellet, und furnewi ^ner gleich daraufin einer grossen schlacht erl g ^ Iol>- A Mdoch noch ein»o-n iollp?n . da der Ertz-Bss^ .„,,abo u 2 » v0?
wazzo an «eine pari regierten, oic V-oete "7-
sich, und restituirten den Simon Bo.ccanegrm^ x^eg .
nete den Adel, relegtrte die mächtigsten d«»,,chen
denen Visconti, wurdeMahlzeit an. i;6z. mitceditte, und blieb bis