Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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suchen will, und sollen sie längst der Weichsel bis an dessen ein«lauf in das Balthifche meer gewöhnet haben. Andere sagen,daß es die aus Asien gewesen, welche, um ein besonderesland zu suchen, aus ihrem vatterlande gegangen, sich in Bos-nien , Thracien und Bulgarien niedergelassen, und von darbis in Scandinavien ausgebreitet haben. Es ist aber sichererIornandi zu glauben, welcher selbige aus Schweden führet,weil noch in selbigem Reiche die provintz Gothland gelegen.Ihren nahmen will Petrejus von einem ihrer Regenten, nah-mens Guthi, herführen. Weil aber ihre menge dergestalt an-wuchs , daß sie in dem lande nicht sattsamen unterhalt findenkonnten, schickten sie, damaliger gewohnheit nach, eine ziem-liche partey von sich, um sich anderwärts niederzulassen. Dasie sich dann anfänglich in West-Gothland, auf der insul Born-holm , und in der insul Gothland, ferner in Esthland, auch indem Europäischen Scythien, (wormnen die grosse Wallachey,)in Mösien, Siebenbürgen, und endlich in Teutschland ausge-breitet. Einige jähre vor Christi geburt haben sie eine neueMigration angestellet, und sich m Pommern und Preussen,theils auch in Sachsen niedergelassen, zu welcher zeit sie in dieOst-und West-Gothen eingetheilt gewesen, und zwar nach ihrenersten sitzen, die sie in Schweden gehabt, welcher unterschiedaber nachmals beständig geblieben. Unter dem Kayser Decioum das jähr 250. begunten sie von Thracien her in das Römi-sche gebieth einzufallen, und wiewol sich Decius ihnen entgegensetzte, kam er doch in selbigem kriege um. Unter dem KayserGalliens brachen die Gothen in Thracien, Griechenland undSiebenbürgen ein. Unter dem Kayser Claudio aber erlitten sieeine grosse Niederlage bey Martianopel in Mösien, worinnenderen zroooo. mann sollen geblieben seyn, dahero auch derKayser den nahmen Oorkisus erhalten. Die wenige, so nochin Illyrico übrig waren, thaten den Christen unter CostantinolVl. grossen tort an. Unter des Kayfers Valentis regierungwurden sie zwar Christen, nahmen aber den Arianischen irr-thum an, welcher Kayser sie auch in Thracien wohnen ließ.Allein sie wußten ihm schlechten danck dafür, weil sie ihn mitkrieg überzogen, da er denn in z. schlachten wider sie glücklichwar, in der 4ten aber unterliegen muste, und als er sich in einHaus retiriret hatte, steckten sie selbiges an, und verbranntenihn darinnen. Der Kayser Theodosius ÄI. trieb die Gothen an-fänglich aus Thracien, nachmals gab sich Athanaricus, derGothen König, unter dessen schütz, und als selbiger verstorben,unterwarfen sie sich sämtlich unter dessen regierung. Als abernach Theodosii tode das Römische Reich zertheilet wurde, steti-gen sie an in den Römischen provintzen gar übel zu Hausen, dadenn Ruffinus, des Kaysers Arcadii Vormund, aus verräthe-rifthem absehen, Alaricum, der West-Gothen König, in Grie-chenland rief, welche nicht allein selbiges land nebst Ungarn,sondern auch an. 41z. die stadt Rom selbst eroberten. Nachdemdie West-Gothen durch die Wandalen aus Italien vertriebenwaren , brachte Theodoricus, der Ost-Gothen König, als erzuvor Odoacrum, der Heruler Hertzog, an. 49;. überwunden,Italien unter sich; von welcher zeit an die Gothen von ItalienMeister geblieben sind, und ob gleich Rom ihnen abgenommenwar, eroberte es doch Totilas an. 546. und 549. wieder. Alleinder Kayser Justinianus machte durch seine Generale, Belisa-rium und Narsetem, als er Totilam und Teiam überwunden,der Gothen Reich in Italien ein ende. Die West-Gothen abererhielten von dem Kayser Honorio Spanien, woselbst sie unterihrem Könige Aistulpho ihr Reich anrichteten, welches auch bisaufRodericum an. 71z. gewähret, da die Saracenen sich desKönigreichs Spanien bemeistert. Auch richtete Aistulphus dasKönigreich der West-Gothen in Aquitanien an, welches nochjetzo das Gothische Marggrafthum heisset. Sie hatten ihre be-sondere gesetze, müntzen und gewohnheiten, und rühren vonihnen meistentheils die lehnschafften her. Oock.

«VM datlnsu. /ai,. bist.

8nec. Oe/i-e-re, äs lVlsrck. Korb. 8canam illustr.

res 8uLso-6ot!i. orig. Limbr. <L Ootdo-

rnm. ünck-LIuverius. ätlantiea.

notL sä Locdlseum äs vitn Ttieoäorici.

Gothenburg, lal. 6otkoburgum, eine berühmte Handels-stadt und vestung an dem 8inu Loäuno, mit einem schonen Ha-sen. Sie liegt in West-Gothland, 2. oder;. meilen von Bahus.Allhier starb an. 1660. Carolus Gustavus, König in Schweben,invent. 8usciX.

Gothenburg , eine Nord - Americanische stadt in Neu«Schweden, welche von den Schweden erbauet worden. Anfangsbemächtigten sich dre Holländer derselben, nachgehends aber dieEngelländer. Ls.

LOHE!, ein altes volck m Deutschland, welches sichgegen dem Oder-siuß zu, und gegen die östliche seite der Mar-comanner aufhielte. Einige wollen zwar, es sty eine Griechischenation gewesen; allein es ist wahrscheinlicher, daß es einige reli-quien der Bojen seyn, als sie aus Bohmen vertrieben worden.Heut zu tage gehört ihre landschafft theils zu Schlesien, theilszu Mähren. äemor. 6erm. eommsnt.

8ilek. L. I. H. 18. Lucä Schles. thron. p. Z4-(gothland, lat. 6ockia, oder das land der Gothen, ist eineprovintz von Schweden , welche zwischen dem eigentlich soge-nannten Schweden, Norwegen und dem Belth liegt, und inWest-Ost-und Sud - Gothland unterschieden wird. Die pro-

vintzen von West-Gothland sind: Westro-Gothland,Wermeland; von Ost-Gothland, Ostro-Gothland, Sw 'Oeland und die insul Gothland; von Süd-Gothland ,nen, Halland und Blekingen. Diese ;. letztem verpM',,Konig Christophorus II. in Dänemarck dem Hertzog '" 00.stein, welcher sie an. i;zo. dem Könige in Schweden vormarck silbers verkaufte. An. i?4i. nahm sie der Konig "nemarck wieder ein, an. 1658. aber musten die Danen m>schildischen frieden selbige den Schweden wieder8ues!se. invent. 8uec.

8uec. ^

Gothland, lat. Ootblsnäm, eine Schwedische -erder Ost-fee, welche von norden gegen süden zu 12. menei>lange, und von osten gegen Westen zu 5. meilen in der vm ^tragt, und zu Ost-Gothland gehöret. An. rzsr. wst-» Dinsul von den Dänen eingenommen. Nach diesem w" MeAlbertus, König in Schweden, derselben wieder an,, uns »sie den Creutzherren in Preussen vor 20000. EnglM^ übelnachdem aber der König gefangen war, kamen die RMerrechte. Denn erstlich ward biese insul von einer art jee^^ fichdie sich Vitalianer nennten, eingenommen. Hernach w ^ ,Ericus X. König in Schweden und Dänemarck derund legte auf Schweden eine schatzung, damit den Creu^Man. 1408. das capital konnte abgetragen werden; Maber nur mit ioooc>. noblen vorlieb nehmen. Vonan ist Gothland nicht zu Schweden, sondern nackKönigs Erici X. der sich 10. jähr hier ausgehal ten, dM a»-Pommern an. 1449. zu Dänemarck geschlagen, und am»

164;. im frieden zu Bremsebroe den Schwedenden. Es liegt darauf die einzige stadt Wisby;

invent. 8uecisc. .

Gothofredus, (Dionysius) ein berühmter Rechtswar zu Paris den 17. oct. an. 1549. aus einer vorneyi" gMlie gebohren, und studirte zu Löven, Cöln und Heldew^^-,5der Pariser blut-hochzeit getrauete er sich nicht langer w Hgs inreich zu bleiben, und entwich dannenhero nach Ge«i'ihn daselbst zum krolellore suris machten, nahm er ^ »chzu Orleans den ZrLäum Oaetoris an. An. 1599-w" gelegndem Könige in Franckreich dreyen am gebürgeAemtern vorgesetzet, und zum ausserordentlichen oyen,Rath gemacht. Aber auch hier wurde er von den UgjoE .vertrieben, welche ihn um alle seine haabe und schone^brachten. Weswegen er sich, mehrerer sicherhelt w ° gjMTeutschland begab, und erstlich von Genf auf.E/M, EVon bannen wurde er, aus einrathen v. Philtppl ^krokessione kanäscisrum nach Straßburg berussell / ^ Ean. i;yi. antrat. An. i6oo. berufte ihn Fridericus ^sürst in der Psaltz nach Heidelberg. Nach anderty»kam er wieder nach Straßburg, doch wurde er an. ,

sinnes, und gieng wieder nach Heidelberg.er eine vocation nach Bourges an die entledigtejacii, an. 1609. nach Änjou, und an. 1610. nach ^ M. ^so gar König Henricus IV. selbst um seine dimißwn w ,-0-begehrten ihn auch die Staaten von West-Frießla^ voc^durch einen eigenen Abgesandten; er schlug aber au- Mtionen ab, ob ihm gleich iooo. bis zu 1200. cron» -chen bestallung versprochen wurden. Endlich/„Teutschland die unruhe rechtangieng, undzwarw"

Verheerung der Pfaltz, begab er sich an. 1621. w« .M,-

Straßburg, allwo er sich bey Matlhia Berneggero am 0.^an. 1622. starb. Er war in seinem alter noch vu gvtn ^dächtnisse, daß er die vornehmsten stellen aus au-ru .^,nr' ^bus zu sagen wußte. Cr hatte zwey söhne, perEso-Koniglicher Ilikoricus wurde, und Jacobum, ems^p E pe-Rechtsgelehrten. Er hat sich durch seine M .

phischen schristen sehr berühmt gemacht, unterfinden : Lorpus äuris Livilis cum notis; Ooniuertum <L krovinclsrum LalliL; krgxis Livilis eX sestbw ^cenrioribus äuÄoribus; äs ssutslls Llsccarullv, ogllise' ^^5»rÜ8 ; dloess in N. 1. Liceronem; 8tstutu ll-egw ^ ^ ^

krÄncorum, Lurgunäionum, Lotdorum ^ cuw

Lermanisarum in e-l äominsntium, Oooluetuci viusommuni coll-iw <L Lomment-rrü« illustrsta- 'äec. I. in tiisutro.

Gothofredus, (Jacobus) ein berühmter^ NApfwar Dionysii söhn, an. 1587.Paris gebohren^ H>^gleich ansangs sonderbare tust zu den Human 0.^ pck-wurde er krofellor 5uris zu Gens, und vachm Mch ghckdaselbst. Nachdem Petrus Cunaus «».starben war, wurde er zwar an dessen stelle verui^ gesE^sianicht. Erstarb endlich an. 1652. und hat vl»^als: XotA8 in kdiloliorgium ; äs Imxeri ,^jg,

Xhoäi-im; Hiliorism ^un8; sonte8 gustv krsecau8tmu kggsnoruin ; äs konlikcsw ^luxiwo,

äs velunäis issulisribus; und einen h^rruch g,«tonM^ chsickÜber den Loäisem Tkeoäosisnum, welche ^ ^^l todlius, ein Jurist vonValence, erst nachGotMhat. äisriurn biogrupdic. aä un. ^ ^ ^

notir. suüor. juriäicor. tz-ecim. 2. n. L- ^ex. 9-4t-46.