Vorrede.
Z
schreib - fehler, welche ja in Sachsen eben sooft und'so leichtgemachet werden, als in der Schweiß, für wichtige ausbesse-rungen verkauft werden wollten ; da wird gewißlich der HerrGegner mit seinem allzu grossen aufheben gar sehr zu kurtz kom-men , und die blosse und Parteylichkeit der gemachten vorwürf.fe in kurtzem von sechsten bekannt werden.
Fünftens endlich ist man auch befügt, den Herrn Gegner zufragen: weil er über die Baselische schreib - art so gar unge-halten ist , und kurtzum will, die gute damit ausgedruckteMaterien erscheinen in einer sehr unförmlichen gestalt,und gleichsam en groresqus; wie rein und nett dann auchnach dessen sinn eine schreib-art seyn müsse, welche alle die vorder Baselischen ausgäbe in dem Historischen stexiao befindlichgewesene fehler entschuldigen und gut machen möge? oder,welches von beyden mehr en grocssgue heraus komme ; die al-berste und lächerlichste fehler in der saubersten und Teutschenschreib - art vortragen ; oder dieselbige fehler in andern obwolschlechtem ausdrückungen verbessern ? Ist nicht das sllorcimsntoder die vergesellschafftung noch viel seltsamer, wo man elendeMaterien mir besonderer wohlredenheit auszieren will; als woguter zeug in unreiner spräche vorgetragen wird ? Damit aberder Herr Gegner, und wer nur denselben mag bestellet haben,der Baselischen schreib - art Hohn zu sprechen, die fache nochklarer einsehen möge; auch damit etwan dem geneigten Lesernach seiner sonsten freylich nicht gar angenehmen discußion nochZuletzt eine kleine belustigung gemacht werde; so läßt man fichsnicht zuwider seyn , bey so gutem gegebenem anlas einigeziemlich artige muster von dergleichen lachens-würdigen sch-ürn anzuführen, welche uns die vorhergehende auflagen inder allerreinesten Teutschen schreib - art vorgelegt hatten. Wo-dey man doch dieses zum voraus erinnert, wie sehr sonsten der-gleichen muster und proben, seit der vorrede zum ersten bän-de , auch aus den zwey letzten theilen des stexici von vielen Le-sern verlanget worden; so würde man doch ohne die jetzt lin-ker Handen häbende censur für dieses mal gerne unterlassen,Mue exempel davon anzuführen, um doch endlich nach lan-ger und verdrieslicher arbeit einige tage eher der erwünsch-ten ruhe gemessen zu können. Die folgende vorwürffe un-sers geschickten Herrn Gegners werden ebenfalls, ein jeder an>emem orte, zu anführung anderer nicht ungleicher beweis-UUmmer und exempel der schwachheit sehr vieler arlickul?rr vorigen ausgaben, gelegenheit machen; so daß der Leser?Metzt alle die vormal gesetzte clsües von nahmhassten fehlem,A nach gegebener gelegenheit annoch etliche neue gattungen der-Men, vor sich finden wird; nur daß die ordnung anjetzoreinlicher Massen verändert, und lediglich nach erforderung^ vom gegentheil gemachten vorwürffe muß eingerichtetMden. Der Herr Gegner wolle also zuerst die Zrorssguss an-Men, und hernach das urtheil selbst fällen, welchem von bey-"Ntheilen die gröste schuld davon zu geben sey.
Äie ist denn jetzt der ort im artickul Mantius TorquatusgMehen, wann da in dem schönsten und reinesten TeutschMgt wird : dieser habe von dem Römischen Rathm beseht bekommen, daß er einen nage! in den schlafvastb gewissen abgotts schlagen sollte, damit die stadtbcher grossen>eft befreyet werden möchte? Beyg^cri stunde es : sts stenst le cstoilit pour planier un elondx>? le remple ä'uns cermine äivinite. Nun Will man hierck^ Herrn Gegner eben nicht verdrieslich fallen durch anmer-stvL Mehrerer'in diesem artickul des Manlii begangenen hi-vvr^u fehler; als daß vatter und söhn vermenget, beyderUiitxAwm, welche doch in den Römischen gcschichten zumder der Personen so nöthig, ausgelassen, und letztlichanstg^unus klelüs, so den ältern Mänlium angeklagt, uns
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dacwi ^ §rors8gue8. Allein wie verhält es sich mit demin ' welchen man einem gewissen abgott hat müssendefrevp Mas schlagen , um die ftadt von der pest zupest^bN ? Die OiÄaiores clavi pangenäi eanlla creati seiwa»d , welche dann selbigen nagel in die rechte
der ten,,,, cmpels lovis Oxtimi Nsximi, gegen der feite, woRömisch- Minerva stund, einschlagen musten, sind ja in denreri gcschichten so gemein, und nur die worte des Mo-
cherlich ^ klar, daß, wer mit ffeiß dieselbe falsch und lä-
in den ^setzen wollte, sich kaum dergleichen verstand sollteschickte.s,-! kommen lassen. Nichts destoweniger hat der ge-ncn und ^dersetzer des artickuls an diesem orte den gemei-^wpel mii ^'tlichen verstand des Worts remple,, da es einenbedeut„«is^t' für das mal verschmähet, und eine rarere"nie unst?v-N^w wollen. Also muste uns dann die gantzc>usg^,..°.^ystch sehr angenehme art, die pest zu stillen,Agott eine» ' daß man zu selbigem ende einem gewissenq U u»M m den schlaf gepflegt habe zu Magen.
allen ist noch, daß, wann dasUches richtia ^chple. den schlaf am Haupt bedeutet,Morexj hwaeaen ^eneris ist, und man sagt: la remple ;
feuere Nicbt/Ün^wllch gesetzet hat , le remple; in wei-nten werden/ ^ ^ ^ als ein tempel, dadurch kan ver-
hcrnach artickni eine Aratssgus , wann man baldrm artickul Manosque, so eme stadt in Provence,
gantz sicher meldet: i.) Solche stadt wäre vermuthlichvon den Barbarn aufgebauet worden, welche in Pro-vence öfters eingefallen. Nun stehet es ja bey Moreri,elle tut ruinee par les Larbares , und weiß ohne dem ein jeder,wie dieser räuberischen leuthe gewohnheit vielmehr gewesen ist,städte zu verheeren, als aufzubauen. Doch weil der fehler garzu groß, und schier nicht zu begreifen, wie ein Übersetzerruiner und bätir habe mit einander vermengen können; so istman von sechsten geneigt zu glauben, dieser, erste ort möchtenoch wol durch blosses versehen also falsch gedollmetfchet wor-den seyn. Das schlimmste ist nur, daß sich von den zweyennachfolgenden verflössen in dem nemlichen artickul nicht so baldein gleiches muthmassen läßt. 2.) Dann da muß es uns fürszweyte heißen: Manosque wäre aufs neue erbauet worden,von den einwohnern, welche sich in drey bis vier be-nachbarten kleinen wäldern aufhielten, an statt es imFranzösischen stunde: äe rrois en quarre bameaux voiiins, all-wo denn lmmeau bey weitem nicht einen kleinen wald , son-dern lediglich ein kleines dörfgen bedeutet. Der dritte fast lä-cherliche fehler ist endlich, wann ferner, da von den vor meh-rerer» jahrhunderten ausgestorbenen Grafen von Forcalquier dierede ist , das Französische Präteritum Imperfectum für ein pr°e-fsn8 genommen ,, und zu mehrmalen also geredt wird, als obdas gedachte Gräfliche Haus annoch würcklich in vollem florstünde, und die Grafen von Forcalquier sich die winters - zeitimmer richtig zu Manosque pflegten aufzuhalten: welche sichin dieser stadt, allwo sie einen pallast haben, gemeintg.lich des winters über aufhalten.
Was ist das ferner für eine Moresgue, wo man in der net-testen Teutschen mund-art Männer in weiber verwandelt, vielePersonen in eins zusammen schmeltzet, und was der angeneh-men metamorphosirungen noch mehr sind; und diß alles insolchen fabeln oder gcschichten , welche sonsten auch den erstenanfängern im studiren nicht unbekannt sind ? Wer kennet nichtden unglückseligen Hippolytum, des Thesei söhn, auch nochferner das von seinem betrübten schicksal annoch unter demnahmen Senecä vorhandene trauer - getichte? Gleichwol daman hievon im artickul phädrus (Thomas) aus Bayle Mel-dung zu thun hatte, und Bayle zu folge der Französischen schreib-art , den nahmen schlechterdings llippohrs gefetzt hatte, sodaß derselbige in ansehung der Französischen termination oderendigungs-sylben, von einem, der die fabel sonst nicht verstünde,auch für einen weiber - nahmen mochte angesehen werden ; damufle es alfobald in der that ein weib seyn, nahmens Hippoly-ta. Und doch wird ja alles Unglück des guten jünglings, wel-ches der an dem orte angedeuteten tragödie zum gründe gedienethat, von den alten Lichtern lediglich daher geleitet, weil er einmann und nicht ein weib gewesen ist. Im gegentheil wird Alc-mena, die so bekannte Mutter Herculis, zu einem manne ge-machet und solches in gar nettem Teutsch ausgedruckt, im ar-tickul Zeuxis: es scheine, dieser berühmte mahler habegar viel auf feinen Alcmenes gehalten, weil er die Agri-gentiner damit beschencket. Die Ursache der unglücklichenVeränderung ist «dermal, weil der lustige Bayle die schlim-me zweydeutige worte in seinem artickul hatte einstießen las-sen : II ^ a äe l'aparence qu'il kailoit LSS äs lon ülemene.
Die berühmte Marschallin von Guebriant muß auch zueinem mann werden. Moreri hatte unter den wercken desle Ladoureur gedacht: il kr imprimer le voiage äe ja steinecie knlogns , avee la relstion , äu retour äs la Marecliale ästluebriant. st-r Mlarecliale für das weih eines Marschalls vonFranckreich ist ja so rar nicht, und das angezogene buchselbst vom Laboureur auch in Teutschland unter den Gelehr-ten aller orten bekannt genug. Doch hatS alsobald in guterund reiner Teutschen mund-art. heißen müssen: Die reiseder Rönigin von polen, welche er nebst einer relationvon der zurückkauft des Marschalls von Guebriantdrucken lassen. Und damit der gelehrte Verfasser des arti-ckuls uns noch deutlicher zeigte, wie vest er in dieser Mey-nung gestanden, daß es um den Marschall sechsten zu thun,und la Nsreclmle, entweder nichts anders bedeuten könne,oder durch einen druck - fehler also müsse gesetzet seyn worden;so folgen gleich darauf bey beschehender Meldung von dem le-ben des Marschalls äe Guebriant, welches le Laboureur gleich-falls verfertiget hat. Nach diesem arbeitete er an der Hi-storie Carolt VI. des vorhergedachten Marschalls vonGuebriant, und an den Memoires von Laftelnau - Mau-vißiere.- Gleichwol hatte sich Moreri in Vermeidung glei-cher schriften, worunter dann freylich auch eine Historie desMarfchalls von Guebriant, und nicht der Marschallin, be-griffenj ist, gar fleißig gehütet, den vorgedachten Mar-schall zu setzen. Wann nicht der gantze artickul schlechterdingsaus Moreri, so gut man nur gekonnt , verteutscht wäre;möchte etwan jemand gedencken, es sey hierin» noch ein ge-lehrter fehler, wie man denselben nennen mochte, begangen wor-den. Es ist nemlich an dem, daß die vorgedachle Marschal-lin von Guebriant, als sie schon einige jähre von ihrem mann,dem Marschall, eine wittwe war, den für ihr gefchlecht frey-lich sehr raren und besondern character und gemalt einer äusser-ordentlichen Ambassadorin gegen ende des jahrs 164;. vonder Königlichen Mutter in Franckreich, als vormünderin Kö-nigs Ludovici XIV. erhalten hat , um in solcher qualität dieGonzagische oder Mantuanische Printzeßin Mariam von
a» Revers