Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Vorrede.

Nevers dem Könige Madislao IV. in Polen, als deren verlob-ten gemahl zuzuführen und zu überliefern. Da ließ sichs viel-leicht muthmassen, der gelehrte Herr Verfasser möchte vonden Gesandtsthaffts - Verrichtungen der gemeldten Dame zwarirgendwo etwas gehöret oder gelesen, aber sich gleichwol beymaufsetzen des artickuls nur obenhin davon erinnert haben: wo-bey dann wegen stltenheic der fache bey einem, welcher davonnicht vollkommen unterrichtet war, die irrung sich noch leicht-lich hätte ereignen mögen, daß man also gefolgert: Wo beyeiner Gesandtfchafft eine Ambassadorin, da müsse auch ein Am-bassador, nemlich jener ihr mann , sich befinden ; und weilalso die oftgedachte Marschallin ihre reife, als Ambassadorin,vollzogen , so müste nothwendig auch deren Ehe-Herr, derMarfchall, als Ambaffador, dabey gewesen seyn; derowegcnes dann besser, dieses letztem, nemlich des Manns , nahmen,als des weides, herzusetzen, und so fortan. Der fehler wärezwar aufdiese weise etwas kleiner, als nach der erster» arl, undzeigte, daß man wenigst vor langem etwas im gründe von derfache gelesen oder gehöret, aber gleichwol sehr übel gefaßt undverstanden habe; an statt auf der andern feite die ehre gar ge-ringe ist, nur den Moreri ausschreiben, und wann der auchaufs deutlichste weiber angezeiget hat, aus denfelbigen män.ner machen wollen. Allein neben dem, daß die lustige Ver-wechslung des manns mit dem weide deimoch bliebe; soist ferner die völlige erzehlung über 1s Laboureur also offen-bar aus Moreri hergeholet, daß dergleichen gedancken wenigplatz finden können.

Im artickul von der stadt Lacedämon, welcher bald auf denLaboureur folget, wird durch eine noch grössere, oder mit un-serm gelehrten Herrn Gegner zureden, durch eine nochgrotes-quere metamorphosirung ein gantzes kloster,voll weiber inlauter männer, nemlich Nonnen in Mönche, verwan-delt. Von Moreri war die fache aufs allerklareste ausgedrücktworden: dlcm loin äe-lä eil I« sslebre Non-äkere cls ksnäa-nefti, czul npLi'tisnt si cies Lalmeres, ou Kelißisules 6s l or-ckre äs 8. Lsüle. Hier zeigen ja die Worte Lgloiere» und steli-gieuses lediglich und allein aufNonnen, und verstehet jeder an«fänger in der spräche, daß man, wo es Mönche gewesen , L-i-loisrs und Keligieux hätte setzen müssen. Allein weil der HerrÜbersetzer vermuthlich das Wort k-mäsnoll! für ein Lateinischesnomen Plurale mslsuliuum , oder wenigst für ein Italiänischesnomen plumle von diesem geners, als die auch solche termina-tion haben, angesehen, und im übrigen nicht so vest in derFranzösischen spräche gewesen ist, daß er Laloisrss, von 03-loiers, und Ilelixieuls8 von Leligieux sicher und klar zu unter-scheiden gewußt; so haben uns kurtzum diese Nonnen müssenin Mönche verwandelt werden, und Hechts nun in gar schö-.ner und reiner Teutschen mund-art p. 57. col. 2. lm. ,6.17.Nicht weit davon ist das berühmte kloster derworinnen Bastlianer-Mönche sich befinden.

Nicht minder grmesgus kommet heraus die zusammenschmel-tzung eines gantzen trupps von Bacchantinnen oder durch desBacchi raserey, diesem abgotl zu ehren, eingenommener wei-ber, in eine einzele Person , und zwar so, daß auch zugleichdurch eine zweyte Veränderung die viele und erbitterte ftindin-nen zu einer einigen getreuen freundin und gefährtin gemachetwerden. Moreri schrieb also in seinem artickul kemlfts:

Os stisu ( Lasckus) voulsnc 8'en v-uiger, trsnfports ü kort<ls kureur Lgavs, üllc äu Idol 0sämu8, <L mers äs ce kembss,gwetant ä la sompgMie äe8 Msnaäeb, sile8 s'lmaginereM,gue e'etoit un fgnglier, L Is tuersnt. Ausser dem, daßdie fabel vom Penlheo ja mehr als zu bekannt ist; so wird auchderer M-ensäum bey den alten Poeten immer gedacht, und be-darf es ferner keine gar grosse känntnis der Französischen spräche,um zu sehen, daß erstlich clss Mr>-uls8, sowol als die folgendeWorte: elle8 8'imagirisreM, - - - <L Is werem, nothwendigvon einer mehrern zahl gelten; und denn zweytens, daß bey die-ser beschaffenheit und gantzer einrichtung oder structur der rede,das folgende: etant 3 la Lvmpggme clss Nensäes, auf niemandanders, als auf die Agave zielen könne. Doch diß alles hatnichts verhelfst» mögen. Kurtz: Die gantze dollmetschung istalso eingerichtet worden , als walln man sich recht beflissen hät-te , denjenigen eine lust und annehmlichkeit zu erwecken, wel-che eines theils die fabel sechsten schon zuvor ein wenig verstun-den , und dann anderseits die mühe nehmen wollten, den Fran-zösischen text des Moreri mit denen an desselben platz gesetzten rei-nen Teutschen ausdruckungen zu vergleichen. Dann wie heißtsuns zu Teutsch: Hierauf setzte dieser gott, um sich an pen-theo zu rächen, (sollte lkgaven heisst«, und hat die-

sen Griechischen nahmen nie kein kcnner nach Lateinischer art de-clinirt) des Rönigs Cadmi tochter und penther mutter,in solche raserey, daß sie ihn, als er mit Menade in ae-seUschaffl war, vor ein wild schwein ansähe, und tod-tere. Nun solche schöne dinge finden sich, nur was die Ver-änderung oder Verwechslung der Personen betrift, in den beydenvorigen ausgaben des TeulschenHistorischcn stexissohne daß nurdie letztere dem so heiter gethanen versprechen gemäß die fehlerder ersten aufläge lm geringsten ausgebessert hätte. Und unserallzu heftiger Herr Gegner darf noch, indem es um ein sol-ches werck zu thun ist , andern etwas von Zwre8gue8 vorwerf-fen , wann diese nur einige redens-arten ihres vatterlandes ge,brauchen; da sie ja in der that weder von selbst schuldig ge-wesen sind , noch sich auch sonst verpflichtet haben , gilt

Sächsisch zu schreiben? Allem wrr sind noch nicht am ende die-ser grms8gus8, auch nur nicht aller deren, welche durch ver-wandelung der Personen sind gemacher worden.

Noch ein stück von solcher art,obwol etwas geringer und gleich-sam eine grocekgus en mimmure, ist, wann solche manner-nahmcn, welche bey den Alten, und also auch unter den heu-tigen kennern durchaus eine wrmimriomm mglsullmm be-halten , nur wegen den zweydeutigen Französischen endigungs-fylben auch im Teutschen eine reiminscionsm ksmimn->m be-kommen haben. Ein exempel unter vielen mag man an dem sobekannten Iberischen Könige Rhadamistus sehen, welcher indem ihm absonderlich gewiedmeten artickul immerzu Rhadanü-sta heissen muß; nur weil Bayle und Moreri nach der gewohn-heit ihrer mund-art LK-iärmMs geschrieben hatten. Allein dieseart ist zu geringe, um davon mehrere proben anzuführen. Essind noch wichtigere stücke vorhanden.

Was für eine angenehme grote8gue von einer gantz neuengattung leget man uns nicht erst vor, wann der beschryeneAtreus demjenigen kinde, so aus der dlutschande feines brudersThyestts mit seinem, des Atrei, weide war gebohren worden,die nase abschneiden, und diese kinds-nafe dem Thyeftt überder tafel prasentiren muß, im artickul Thyestes? War-um doch dieses ? Moreri harre ja gesttzet: lltres , xour 8'snvsnZer , clscoup-i kenksnr , gui snewitus, L le xrekenta kurt->K1e 3 Tb^ests. kler heißt ja bey den Franzosen eine nase.Daher muß Thyestes zur strafe seines Verbrechens von feines ei-genen kindes nase eine mahlzeit halten. Also lautets einmaljetzt in der nettesten und reinsten Teutschen schreib-art durch bey-de vorhergehende Leipziger ausgaben: welcher sodann, (nem-lich Atreus) um diesen schimpf zu rächen, dem kinde al-sobald nach seiner geburt die nase abschnitte, und esThyesti über dem tische präsenttrte. Der miterscheib in derorthographie, zwischen nsr und ns, und daß Moreri so deutlichgemeldet: kenkani:, HM en ewit ne, ist da von geringer Wich-tigkeit, und wann die so veränderte gcschichte nur tn saubererTeutschen spräche ausgedrucket wird , so hat das übrige ebenwenig zu bedeuten. ^

Eine andere grote^us ist diejenige im artickul s,lamment-tus, wann man diesen Egyptischen König zur straft, weil ernach seiner Überwindung durch Cambyftn, unter den Egypnerneinen aufruhr hatte erregen wollen, bis an sein ende ochsen-blut trincken laßt. Mein! Wie hat doch der gelehrte Ver-fasser des artickuls nicht gewußt, daß in dem alterthum fastnicht minder üblich gewesen ist, die leuthe durch austrinckung,frischen ochsen-bluts, als durch gift, zum tobe zu dringen?Oder war es auch anderseits nicht leicht genug, diese Worte des. Moreri : il Is coMrsignk cls boire äu k-mg äs lsuresu ; SS quilui ävnns ls mort, von den folgenden zu unterscheiden : il lsc. ä. b. ä. f. ä. r. jusgu'ü ja morr , oder SS gui äurs jukgu'üssmort, welche letztere Worte man hier in der that scheinet fürgleichgültig mit denen, so das Französische Lericon gebraucht, an-gesehen zu haben ? Die straft ist einmal neu und seltsam genug,jemand durch seine übrige lebens-zeit keinen andern tranck, alsochsen-blut, zu sich zu nehmen verstatten. ^ ^

In Franckreich muß es ebenfalls für eine nahmhaffte grotes-gus paßiren, wo man den kleinen fluß Loir mit der so veruym-ten Loire verwechselt; umso mehr als beyde nicht '"w von em>ander gantz unterschieden, obwol endlich noch der kleinere Lowsich in den Haupt-strom der Loire ergießet; sondern auch vor-nemlich darum, weil der Loir msksulmi 8^"^ , uno v eLoire in kemwlno ausgesprochen wird. Doch ^ diebeyde gar offenbar vermenget, und ü> einem emzem ttrom ge-macht : erstlich im artickul perche, da Lorre m derlandschafft perche entspringen muß, w°hl

hundert Meile» davon an dem fuß der Sevennes ihren ansangnimmt: und dann fürs andere mal Gi arnckul Vendome, allwo man die stadt dieses nahmens hertzhafft an dre ^orre fetzet,nur weil Moreri geschrieben: Lli- ek kur le c.»>r.

Eine gleichfalls sehr artige Zro^gus gtebts ab, wenn manim artickul Menagius unter die von dlestm gelehrten manneherausgegebene wercke in grvstem erttst geftiftt hat. l Ouvr-i^sksvori; da doch dieses bey leibe mcht der 'E^^j^f/ondernvon Menagio verfertigten buchs, sondern allein dleiemge aus-drückung ist, durch welche sowol er als andere des mannsgrosse assection oder neigung für eines seiner Wercke, und zwarvermuthlich für die von ihm ans licht gegebene klimme äs 82-ble haben andeuten wollen, als die selbiger allen andern schuf-ten , so von ihm in druck erschienen sind, pflegte vorzuziehen.

Es geschiehet davon deutliche Meldung in den sogenannten lvw-N3gi3n>8 x. 2 Z 7 . wie nicht weniger in dem LIvM von Mena-gio, so diesem letztem buche vorgesetzet wird; und ist auch da-her unter den freunden des Menage vormals das sprüchworrentstanden : Lbssun s kmi8sbls; um anzudeuten, es grichryefast einem jeden , daß er sich in eines seiner wercke, oder in ei-nige deren qualitäten , so er zu besitzen vermeynet, absonderlichverliebe, aufweiche weist zum exempel unsers Herrn Gegnerssein 8sble anjetzo das reine und nette Teutsch wäre, womiter alle mängel der vorigen Leipziger ausgaben vollkommen zuersetzen vermeynet. '

Was hält jetzt noch ferner der Herr Gegner davon , paßiertsbey ihm für keine ßrotengue, wann der tauf-nahme Cosinus,weichen verschiedene Groß-Hertzoge von Fiorentz gefuhret, undder in Französischer spräche immer Lüme geschrieben wird , m