Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
Seite
14
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Vorrede.

14.

In der ersten vorrede hat man aus den zweyen damals in dendruck gekommenen bänden achtzehen neuster dergleichen gedop-pelter artickul und gleichsam zerschrantzter erzehlungen ange-führet ; bey welchen allen ohne ausnahme das versehen weitgrösser, als bey der zweyfachcn Vermeidung des Abdtßi, gewe-sen ist. Allein weil unser Herr Gegner mit solchem ffeiß nichtzufrieden , und gar heftige klagen führen darf, daß noch etwasvon dieser art fehlern zurück gelassen worden; so will man dem-seldigen aus den dißmal zum Vorschein kommenden bänden miteiner annoch grösser» anzahl dienen.

Was spricht er denn erstlich zu der kurtzen Historie des altenLongodardischen Reiches, welche so gar,mit einbegriffder aus-gesetzten reihe aller Longodardischen Könige gerade auf zweyblättern nach einander gedoppelt erscheinet, das erste mal un-term nahmen Lombardey, und das zweyte mal unter Lon-gobarden? Die fache ist so beschaffen, daß fast nicht- zu be-griffen , wie doch, da die artickul ohne zweisel von verschiede-nen Gelehrten sind eingeliefert worden, nicht zum wenigsten dieHerren LorreÄores, oder auch der geringste Setzer der drucke-rey den fehler in acht genommen, und davor gewarnet habe.Der berühmte Rabbi Salomon Iarchi kommet vor unterdem Haupt-worte Salomon, und wiederum unterm nahmenIarcht. Der Ost-Jndianische see-hafen und handelö-ort Ma-deraspatan findet sich zweymal auf einem blat unter Mad-despatan aus dem Englischen Oictiormsire des Collier, weilnemlich die Engeüänder den nahmen also ausfprechen, und fer-ner unter Maderaspatan, weil Moreri auf diese letzte weisegeschrieben hatte. Die ziemlich berühmte stadt Maslipatanin dem Königreich Golconda auf der küste von Coromandel ste-het zweymal in Maliopatan, und in Masulipatam. Ma-jhomed oder Mohamed Lhertf erscheinet unter dem jetztge-meldten nahmen p. 287 . lowol als schon vorher unter Lherif;und zwar so, daß an dem erstgemeldten orte das rechte Haupt-wort , oder der eigentliche nähme des manns stehet, aber imübrigen der bericht viel geringer und unvollkommener ist ; un-ter Cherifhingegen der bericht besser und ausführlicher, aberanstatt des Haupt-worts nur ein sehr gemeiner tttul gesetzet wirb,welchen , weiß nicht wie viele andere, gleich diesem Mahomed,geführet haben. Der bekannte Gelehrte aus dem anfange desXVII. ürculi, Theodorus Marcilius, hat auch richtig seinezwey artickul, nemlich Marcilius und Marsilius; da der letz-te nähme ohnstreitig falsch, und nur aus Vermischung der buch-staben cunds, welche etwan von unkündigen der Französischenspräche beschiehet, hergerühret seyn muß.

Der berüchtigte Dominicaner-Mönch und Widersacher Luthe-rs , auch öilogillsr laeri k-llstii zu Rom, Silvester prierias,so in der that nach seinem eigentlichen geschlechts - nahmenMazzolim geheissen, wird uns beschrieben unter Mazzolim,und unter prierias; und zwar also, daß an dem letzter» or-te von dem nahmen Mazzolim nur nicht gedacht wird. Aegi-dius von Laval, Herr von Netz, Marschall von Franckreich,im XV. ürcolo, der aber nicht minder durch seine Unthatenund schmählichen tvd, als durch die erzehlte würde, oderdurch die im kriege erzeigte tapferkeit beruffen ist, findet sich eben-falls gedoppelt, in Laval, und in Rets; wobey noch dasschlimmste ist, daß, wo man auch beyde artickul zusammenschmoltze, dennoch verschiedene wichtige umstände mangelnwürben. Das getichte von Mestra, der tochter Eryfichthonis,stehet auch zweymal da, unter Mestra, und unter Metra;wiewol noch an beyden orten fehler mit eingelauffen. Siehe ingegenwärtiger ausgäbe den artickul Mestra. Über Montlam-bcrt, Herrn von Esse , oder Desse, wie der nähme in Franck-reich öfter geschrieben wird , einen gar berühmten Französischenkriegs-mann, unter den Königen Ludvvico XII. Francisco I.und Henrico II. war schon das merckwürdigste in dem Werckeselbst an seinem orte eingebracht worden; und ist daher schwerzu begreiffen, wie es dazu kommen, daß man einen viel kleinernartickul von diesem manne, als gantz neu, ererst in das 8 upx>le-mentum eingerücket, gleich als ob zuvor von selbigem indemLexico noch nicht wäre gedacht worden. Der fehler ist lediglichdaherkommen, daßBayle, welchem man das 8 ux>plemsmumabgeborget, für Momlambert geschrieben hat Montelam-bert; wie denn die Franzosen den nahmen wol auch vst Mvn-lalambekt setzen. Aber hat der so kleine unterscheid genug seynsollen, bey gantz gleichen thaten und schicksal, aus einem man-ne zween zu machen ?

- Der preis - würdige Venetianische Gelehrte und Staats-mann , Andreas Naügerius, tritt nicht minder zweymal aufden schauplatz, das erste unter Navager , wie der Italiäni-sche geschlechts-nahme lautete, das zweyte unter Naugerius,so wie er sich selbst vor seinen Lateinischen schriften Heister, auchinsgemein von andern Gelehrten ist genennet worden. Arta--xerxes Ochus, ein Persischer König, und welcher ja bekanntgenug, hat gleichfalls seine zwey artickul, in Artaxerxes undin Ochus ; an dem letztem orte wird auch nur nicht gemel-det , daß er vornemlich Artaxerxes geheissen; ohne noch zumelden, daß so gar aller wichtiger bericht von dessen regierungund thaten allda untergeschlagen werde. Von ReginaldoPeacock, dem Bisthoff zu Chicester in Engelkand, um die mit-te des XV. ÜLcuIi, welcher von seinen lands-leuthen nicht unbil-lig unter die vorläuffer der Reformation gesetzet wird , war inder that gar ein guter artickul, und an seinem rechten orte unterdem nahmen peacock angeführet worden. Aber wie geschiehet

es, daß von gleicher Person annoch ein anderer, in Wahrheitziemlich magerer bericht, beym Haupt-wort perok sich antref-fen läßt; da noch eines theils Perok ein blosser schreib-vder druck-fehler des -mtllorib, welchen man ausgeschrieben, und doch ebendie dabey gesetzte Verbesserung Peacock von dem verstoß hätte an-zeige thun können ? Vielleicht hats der vornähme verursachet,welcher an dem letzten orte durch eine gedoppelte irrung an stattReginaldus, Renaldus heisset. Der in den kirchen-geschichtendes IV. l-LLuli sowol, als wegen einiger gelehrten schriften be-rühmte Bischoff von Agen, Phocbadius, findet sich auch gedop-pelt, und zwar beyde mal weitlauftrg genug ; i.) unter phe-badius, da aber die orthographie sehlhafft, und der Griechi-schen spräche zuwider, 2 .) unter phocbadius.

Der bericht von Phorco, dem söhne Neptuni, kommt unszweymal gerade aufeinander, nur mit dem artigen unterscheid,daß zuerst für das Haupt-wort phorcus oder Phorcys; daSzweyte mal nur mit veränderter ordnung phorcys oder Phor-cus gesetzet wird: Wiewol die sonst an sich selbst gleiche umstän-de deraestait mit theils abgewechselten, theils fehlerhafften aus-drücküngen erzehlet werden, daß noch wohl zu begreiffen ist,wie gewisse Verfasser oder Übersetzer dabey eine Person für zweyhaben ansehen können. Von der in Thracien, oder, wie diegegend anjetzo heißt, in Romanien befindlichen stadt Philippo-poli war in dem Wercke schon aller bericht, den man mitzuthei-len hatte, unterm nahmen Philtppt gegeben , auch zugleichangemercket worden : daß die stadt heut zu tage oft Philippopo-lis hiesse. Und dennoch muß in dem 8uppiem. ein neuer arti-ckul Philippopolis zum Vorschein kommen, der jedoch blosden zehenben theil desjenigen sagt, so vorher unter Philipptgemeldet worden. Der so bekannte Venetianische Aryt undkroksffor zu Padua , Prosper Alpinus, hat dennoch zweymalmüssen angemercket werden , anfänglich in Alpini, wo er ei-gentlich hin gehörete; das ander mal aber in Prosper, so nurder Vornahme des manns gewesen ; und diß auch noch so kleinund mager, daß man dessen aus zweyfacher Ursache gar wohlhätte mangeln können.

Der söhn des Englischen Königs und Hertzogs in Norman»die, Wilhelmi Lonquettoris, Richardns, stehet auch zwey-mal eben unter dem Worte Richardus I. als ein Englischerprintz, und zweytens als Hertzog der Normandre. Je-doch ist hier anzuzeigen, daß man bey gegenwärtiger Baseli-schen ausgäbe für gut befnnden habe, mit diesem letztem an-ders zu verfahren , als mit den übrigen gedoppelten artickul».Da von jenen immer der unrecht gesetzte ist weggethan worden,hat man hingegen beyde artickul von Richarbo mit gutemwissen beybehalten , aus Ursache, weil der letztere , ob er schonnichts wichtiges in sich enthielte, so nicht gleicher Massen imvorhergehenden angemercket wird, dennoch genügsame probenmit sich führte, welche anzeigen, daß er von guter und gelehr-ter Hand, für welche man also solche achtung billig und gerneträgt, auch weil anbey die örter der scribenten, aus welchenjeder umstand weitiauftiger kan hergeholet werden, genauer undrichtiger angeführet worden, als in dem ersten artickul. Deralte Römische Poet Sabinus, so ein freund Ovidii gewesen,und auf einige von dessen LMolis Ileroiäum geantwortet,kommt zweymal gerade nach einander vor. Die Ursache, war-um sich der mann also in zwey Personen hat müssen zertheilenlassen, ist fast angenehm. Es geschahe nur darum, weit beydem letztem bericht der vornähme Aulus durch einen fehler inClodius war verwandelt worden; obschvn sonsten Crinilus, auswelchem der letztere artickul soll genommen seyn, die allerdeut-lichste kennzeichen sehen läßt, wie er keinen andern Sabinumverstanden habe, als lediglich denjenigen, von welchem der vor-hergehende artickul in dem Lexico lautet. Antonius Gadeel,ein sehr berühmter Französischer Reformirter MeoloZus, sollteaus dem 8uxp1em. einen gar kleinen und magern artickul em-pfangen , da doch unter Lhandieu, wie des manns Franzvjt-scher nähme gelautet, schon eine viel ausführlichere beschreibungwar gegeben worden. Das versehen hätte sich um so eher mei-den lassen, als der Verfasser des 8upi,lem. noch selbst erinnert hat,wie das geschlecht dieses MeoloZi Chandieu geherssen.

Samt Hippolyte, das städtlein in Ober-Elsaß, welches zuTeutsch Sant pelt heisset, ist ebenfalls richtig gedoppelt, undunter jedem dieser zwey nahmen , ob warens so viel besondereörter, eingeführet. Also ergieng es auch mit der stadt St. Mau-riz im Walliser-lande, die unter Gant Mauriz und Saint-Maurice; mit Mont-Saint-Michel in Normandie, so gar zumdritten mal,unter Gant Michael, Samt Michel, und Mont-Saint-Michel; mit Gant Veit im Luxemburgischen , wel-ches zweymal nach einander nur mit darzwischensetzung der stadtSant Veit in Kärndten; mit Garnen in dem EydgenoßischmUnterwaldner-lande, so in Garna und Garnen; mit Elsaß«Hadern, so beydes unter diesem nahmen , und unter der Fran-zösischen benennung Saverne, sich antreffen lassen.

Der berühmte Züricher IKeoloZuL, Joh. Casp. Suicerus,hat auch nothschicklich seine zwey artickul empfangen müssen,als Schweitzer, und als Suicerus. Die insul im Aegeischenmeer Seriphus , heut zu tage Gerphino, findet sich gleich-falls unter jedem dieser zweyen nahmen. Der Gothische Komain Spanien Sisnandus auch so , in Gisenaldus und in Sn-nandus ; der abgott Succoth Benoth in diesem jetztgedach-ten worte, so allein das wahre ist, und inSiccuth; Telespho--rus, ein anderer abgott, den die Griechen verehret, in Telespho«