Vorrede.
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macht , daß Iamblichus der eigentliche nähme des aurborissey. Man glaubt auch vestiglich , die citation gesetzt zu haben :Äslakus 6ve ssinblicsius cle viw k^tbaZorre. Doch wie demallem, so muß gewißlich der Herr Gegner etwas wunderlichseyn, wann er unterstehet zu behaupten, es sey zu Basel so garunbewußt, daß angedeutetes buch dem Jamblichv zugeschrie-ben werde. Es ist ja solches 1.) im artickul selbst unter Iam-blichi nahmen angeführet. 2.) Hat man Bayle , wie aus denzugaben zu sehen , gantz offenbar mit dem Leipziger artickul zu-sammen gehalten; Bayle aber thut da bis aufdas zehende maldes buchs Meldung unter dem nahmen Jamblichi. ;.) Ist sol-ches erst noch an. 1700. mit gleicher betitlung von dem berühm-ten Obrecht zu Straßbnrg ; auch noch ferner an. 1707. vonKüsters heraus gegeben worden: Ohne jetzt noch von der voll-ständigen öibliotKeLs 61'Xca kabricil zu reden , welche man ge-wißlich zu Basel so oft in Händen hall, und so werth schätzet,als in Leipzig von dem Herrn Gegner und seinen Mitarbeiternbeschehen mag. Wegen Kustero kan noch der besondere um.stand vermeldet werdest , daß der Verfasser der zugäbe zum arti-ckul Abaris mit selbigem noch erst vor zehen jähren , und ebenin den letzten sechs mostaten dessen lebens zu Paris die genauestebekanntschaffr gepflogen, und nicht nur von den allbereit ausge-gebenen schritten dieses manns, sondern auh von dem, so ernoch künftighin vorhatte zu verfertigen, sehr vieles erfahren,oder, noch besser zu sagen, mit äugen gesehen habe. Indessenist man doch allezeit der meynung geblieben, und behält diesel-bige noch jetzo , weil das oft angedeutete werck in Teutschlandhauptsächlich durch die ausgäbe Riltershusii, uns unter demnahmen Malchi ist bekannt gemacht, (wozu jedoch Rittershu-sius noch gesetzct hatte, live korxkyiü, Massen Malchus eigent-lich der zunähme dieses Weltweisen gewesen ist) auch solcheswürcklich aus diesem anlas bisher gar vielfältig unter Malchinahmen ist ciliret worden; so habe man noch jetzo Ursache ge-nug , in dergleichen fällen den beynahmen Malchus nicht auszu-lasten , und wenigst, wie man vermeynt gethan zu haben,Nalckus live ^mblickus zu setzen. Unserm gelehrten Gegnerwird ja nicht unbekannt seyn, wie lange die bekannten Virs: Lor-nelü bleporis unter Lmilli l'robi nahmen seyen herum getragenworden, und wie oft auch diejenige, solche Vitas im citiren VitasLmilli krobl geheissen, welche so gar das gegentheil anderwärtsausdrücklich gemeldet und erwiesen hatten. Will denn jetzt der-selbige diese alle gleichermassen mit den kennern schlagen, odermit einem höhnischen gespötte auf solche verweisen ?
Im übrigen wäre man im stände, sich auch bey diesem vor-wurf, eben wie schon bey den vorigen geschehen ist, mit gargutem Nachdruck einer retorsion zu bedienen, und nicht falscheingebildete, sondern gantz offenbare und unlaugbare fehler an-zuführen , weiche in den zwey vorigen ausgaben über verschie-dene citirte alte, und besonders Griechische auckores sind be-gangen worden; wo man nicht besorgte, solche möchten demLeser etwas verdrieslich fallen. Doch mag vielleicht noch einigeannehmlichkeit haben der Constantinus Os-farsus, dessen kleinerschuft äe Lomana lliüorin im artickul Zegabenus Meldung be-schieher. Nun wird da in dem zunahmen Lrelärevs gar ein nahm-haftster fehler begangen, der svwol eine ziemliche Unwissenheit inder Griechischen spräche als schlechtes kenntnis des scribentenanzeiget. Dieser wird im Griechischen geheissen,
welches denn gar kein beynahme ist, sondern lediglich des mannsvatterland bedeutet / und also nicht OXtareuZ, sondernlienlis muß gesetzet werden. Den fehler hat zu allererst äu Ver-dick begangen, Morerr hat selbigen von clu Verdier, und dievorige zwey Leipziger ausgaben aus Moreri nachgeschrieben.Wäre es hier nicht mehr zeit gewesen, sich zu der klick. 6r. un-sers weltberühmten Fabricii zu verfügen, oder, damit wir nochgenauer reden, das buch Leonis Allatii aufzuschlagen, welchesmehrbelobter Herr Fabricius in dem zehenden theil des gedachtenwercks wieder hat auflegen lassen ?
z.) Der dritte vorwurfunsers gelehrten Gegners ist überausangenehm, wo man nur das glück hat, solchen vollkommlichzu verstehen, welches eben so gar leicht nicht ist. Selbiger isterzürnt, weil er in einer gewissen nachsuchung grosse und ver-gebliche mühe genommen hat. Und gleichwol darf er nicht gardeutlich sagen , warum er zörne; müssen er noch sehr besorget,und dieses zwar nicht ohne genügsame Ursache, wie man ihmalso gleich zeigen soll, er möchte dabey einen fehl-schuß thun.Doch hat er zu seinem Unglück schon zu viel, obwol mit grösserdunckelheit, gesägt, um den Baselifchen gäntzlich zu entgehen.Die fache wird dem geneigten Leser bald klar werden, und viel-leicht noch wol eine kleine Vergnügung machen können.
Unser Herr Gegner beklagt sich erstlich überhaupt, daß die ei-gentliche orte aus Herodoto und Strabone, auf welche mansich in der zugäbe zu dem artickul Abatos beruften, nicht mitbenennung der dücher und capitel seyen angeführet worden.Allein was liegt daran, wann nur die beyde scribenten das sa-gen , was man aus selbigen vorbringet ? Alles bestehet derowe-gen auf dem, ob denn der Herr Gegner läugne, daß die ange-zogene berichte sich bey Herodoto und Strabone endlich findenlassen ? Wer sein blat mit bedacht liefet, kan bald sehen, wie ersÜberaus gern läugnen wollte, und gleichwol durch weiß nichtwas noch davon abgehalten werde. Um den geneigten Leser nichtlange aufzuzielen; so ist die Ursache in der that diese. Herodo-tus sowol als Slrabo melden freylich dasjenige, was man zu
Basel aus denselbigen citiret hat. Allein wie dabey keiner vonbeyden den nahmen Abatos brauchet, welches auch die Baseli-sche Vermehrung gar nicht vermeldet; so ist die fache weder inden registern angemercket worden, noch auch sonst in ihren wer-cken von jedem so leichtlich zu finden. Weil denn auch unser ge-schickte Lcnlor in diesem stücke nicht mag allzu glücklich gewesenseyn , und also einen sehr starcken argwohn gefaßt hat, Hero-dotus und Slrabo sagten vielleicht gar nichts von der fache;um so mehr, als auch Salmasius, der zwar selbige darüberangezogen, keinen ort meldet, wo sie von den dingen handelten:so wagt er endlich ein kühnes stück, und bringet solche werte für»deren er sich wol immer würde enthalten haben, wann er hätteversichert seyn mögen , daß ihm sowol die örter der beyden au-tkorum könnten angezeigt, als auch deren Worte selbst darge-legt , und mit dem artickul verglichen werden. Da heißt esdenn: der gange artickul müsse aus r^lm-Mo in 8oli-num auf treu und glauben seyn genommen worden.Man würde sonst Herodort und Strabonis stellen etwasgenauer angezeigt, und Senecä nicht schuld gegebenhaben, daß er glaube, was jene verlachen. Ungeachtetdes Zweifels, worinn der Herr Gegner allhier noch gesteckt ha-ben mag, sind doch seine Worte in so weit klar genug, daß ermit feiner aufs ungewisse hin gemachten critic anjetzo gar umviel zu kurtz kommen muß, so bald man ansänget, ihm genauzu antworten. Man will also erweisen, 1.) daß die klage we-gen unterlassener genauern anzeigung der örter Herodoti undStrabonis gar unrecht gemachet werde. 2.) Daß Herodo-tus und Strabo dasjenige würcklich melden , was man ihnenzugeschrieben, und also die beschuldigung falsch, als ob man daschlechterdings Salmasio gefolget hätte.
Was das erstere betrift, so ist zuvorderst klar, wie bey einemso grossen Wercke» da die gröste eil muß gebraucht werden, unddennoch die anzüge fast in unzehliger menge geschehen , es sichunmöglich thun lasse, daß ausser den nahmen der smkorumauch buch, capitel und blat jcweilen aufs richtigste angezeigtwerden. 2.) Ist biß eben nicht von einer so grossen Nothwen-digkeit , wo nur die nahmen der amlmrum sechsten recht ange-führet sind; «nassen alsdenn die, so den ort genau aufzuschla-gen und nachzusehen wünschen, solchen immer wohl zu findenwissen. Würde diß auch meistentheils unnütz werden, unddie so grosse genommene mühe dennoch ohne frucht abgehen, woman nicht zugleich vor sich nähme, jede correclur der brucker-bögen selbst zu machen; weil fonsten, bey der so grossen mengevon verschiedenen zahlen gar leicht an alle orte fehler einschleicheusollten. Bayle hat solches noch unterfangen können, weil seinwerck sehr langsam, und niemals geschwinder, als er selbst be-gehrt , ist gedrucket worden. Allein bey allem fleiß, den er an-gewandt , mangelt es doch eben in den angedeuteten zahlen, anfehler«, nicht, «reiche oftmals dem, so nachsuchen will, mehrmühe geben, als wann allein der aurkor überhaupt wäre ge-nennet worden. 4.) Stehet dergleichen vorwurf insonderheiteinem Verfechter der vorigen Leipziger ausgaben nicht zum bestenan; als darin« uns ja so viele tausend citativnen vorkommen,welche gleichfalls lediglich auf dem blossen nahmen des aurbonsbestehen. Doch diß erste stück der angebrachten klage war nocydas geringste.
Wir kommen also auf das zweyte, ob wenigst dergleichen or-ter bey Herodoto und Strabone anzutreffen, und ob solche damelden, was man ihnen zugeschrieben. Nun, der ort Herodottfindet sich in dessen anderm buch ain 23. cap. und »vill solcher,was er da erzehlet, aus dem munde eines Rechnungs-meisters,oder Verwalters der für den dienst der gdltin Minervä zuSais gewiedmeten gllther und einkünfte gehöret haben. DieWorte des Strabo hingegen stehen im siebenzehenben buch dessenGeographie am 945. blat der ausgäbe Xylandri zu Bafel beyden Henricpetrinifchen an. 1571. gedruckt. Also bleibet noaiallein die frage übrig , ob jetzt diese zwey scribenten basiemgeverlachet haben , was von Seneca in ansthung des N>ü erstnachmals ist geglaubet worden. Um diß ohne grosse schweng-keit zu erörtern, darf man nur anmercken, wie ja Seneca drestzwey dinge ausdrücklich vermelde, i.) daß sich die jährliche auf-schwellung des Nil-stroms zu allererst bey der inful Phila mer-cken lasse; in welcher gegend er denn auch, eben sowol als P"-nius und Lucanus den seifen Abatos setzet. 2.) Daß uochunter diesem orte zwey seifen sollen anzutreffen seyn , welche «kne grosse menge Wassers geben, auch von den einwohnern d""venL genennet werden. Zwar hat dieser gelehrte Römer >wVanbey freylich genugsam zu erkennen gegeben, wie er darumweder die erste quelle des Nil«, noch auch dessen völliges Wachs-thum von diesen zween seifen herzuleiten begehrte: als welchesja ohnedem von einem manne, wie Seneca war, und der <on-derlich in einer solchen zeit gelebt hat, da die Römer ihre yerr-schafft schon längst bis an die örter, von welchen die rede ist, er-strecket hatten , niemand gedencken wird. Allein es ist lehon ge-nug , daß er von den jetztgemeldten zwey stücken anregung tym,um zu setzen: er glaube, was Herodotus und Strabo verla-che». Weil d«e örter Herodoti und Strabonis nun emm«klar genug angezeiget sind; so möchte man sich begnügen , demHerrn Gegner, sowol als den Lesern, welche lust tragen, o *fache genauer einzusehen, die zusammenhaltung derselben Unes theils mit Seneca und denn auch anderseits mit der zuEzum artickul Abatos, sechsten zu überlassen. Es ist auch wur««lieh lan dem letzterwehnten orte nicht gut befunden worden-