Vorrede.
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"N 1 mchrereS zu erwehnön, und mag m der that die weitlaufii-gere vergleichung aller jetzt erwehntcn stellen vielmehr für dieMaterie einer ausführlichen critischen dissertation , als eines ar-Nckuls in das Historische und Geographische Lericon, angesehenwerden ; um so mehr als nach den einmal genug entdeckten er-sten Haupt-quellen des Nili, sowol als der Ursachen von dessenalljährlichem Wachsthum sich anjetzv aus tausend Lesern kaumewer darum bekümmert, was auch alle alte scribenten für ein-vtldungen davon gehabt, und wie weit sie sich über solche ent-weder würcklich gezweyet haben / oder nach genauer aufmer-ekurrg annoch mit einander vergleichen lassen. Allein weil sicheinmal der anlas von sechsten also gefüget hat, und unser ge-lehrte Herr Gegner widrigen falls noch wol mit neuen klagenaufziehen möchte, will man sichs eben an diesem orte nicht zu-wider seyn lassen. °
3n der that findet fich an jedem der drey angeführten scriben--wn etwas auszusetzen. Herodotus hat die falsche einbildung""Egyptier, oder vielmehr seines Gallischen Grammati-sten oder Verwalters der güther Minervä vorgebracht, alsvv die Nil-quellen in der that zwischen Syene und Elephantine,"eben zwey hohen berg-klippen sich befänden, und gantz gewiß"on einer unergründlichen riefe wären , aber doch dieselbtge"erlachet: «i-s? -kl ^o« ich glaubte fast, der
kerl wolle damit meiner spotten. Doch mag er ebenMuin der fache noch zu viel gethan, und sich durch zweydemig-ml der Worte haben bekriegen lassen; wann er dasjenige, was"achhero auch von Seneca ist bekräfftiget worden, (daß«emlich in Ober-Egypten würcklich gewisse sehr reiche Wasser-fallen sich befanden, welche die einwohner venss dliti hiessen,)"erstanden hat, als ob die leuthe dadurch die erste undvverste Urquelle des stroms anzudeuten vermeynien. Einmalund die dlili venss bey dem Seneca, mit den disix«des Herodoti, oder vielmehr seines Saiten, gantz ein nähme.Mvch mit dem allem bleibet noch der starcke Egyptische auf-Mstt zurücke, in ansehung dessen, so der gedachte mensch von.f-w tiefsten abgrunde besagter quellen dem Herodoto hat weißmachen wollen, und welches dieser dahero billich ausspottet;viewvl sich jedoch fast muthmassen läßt, der mensch möchtetz/Ul, unterscheid der spräche von Herodoto nicht genug seynmanden worden; und börste er lediglich die sogenannte klei-pki/v LLMrrsHgs ^iü verstanden haben, als welche die Egy-wvk ^dch wohl können kante« und venss dlili genennet haben:
am ende dieser anmerckungen ein mehrers. Straboq,7j"ddt auch gar nichts von dem dinge, und möchte sich also,tzsgw dem vorigen scribenten darinnen etwas übereilet haben,von ^ öle gemeldte wasser - quelle gäntzlich verläugnet; alsca" "e"en gleichwol nicht allein Seneca, und aus demselben Lu-Wan ' sondern auch einige zeit nach diesen zweyen, und so vieldex p?ermuthen mag, ohne dieselbige anzuschauen, Aristidesirx-t Aar die deutlichste erwehnung gethan hat. Im übrigenschn, strabo noch viel gewisser, da er ferner dem Herodotostellet stoben will, ob hatte er den albern fabeln glauben zuge-dvtjHva doch das gegentheil aus den eigenen Worten Hero-stürsgenug ist dargethan worden. Seneca endlich hatsitze». ste darinn unrecht, daß er für eine gar gewisse Wahrheitdie -f *"an verspürete das Wachsthum des Nil-flnsses erst umuytz M angedeutete gegend. Denn diß ist ohnstreitig falsch,wachMr der natur und wahrhafften ursach der jährlichen an-ca dq. "L des Nili offenbar zuwider; aber vielleicht von Sene-vbcrg-,"" so leichtlich geglaubet worden, weil er den ersten undfaiigens, M i„ Egypten, von welchem der bericht über die an-iand v» "ufschwellung des stroms alljährlich durch das gantze""Minen ausgebreitet zu werden, für den ersten ort ge-stern zu "der verstanden hat, allwo sich der anwachs der was-ücher, Wen beginnen sollte. Und ist diß um so wahrschein-stachen b». . Seneca auch überhaupt von den würcklichen ur-stey vl,„^"derstcömung des vielgedachten siusses nicht zum be-st" , dak'Ddirel hat, und sonderlich am wenigsten muthmas-sehr wiche von denen in Aethiopien eben zur sommers - zeitdesto sM fallenden regen herkomme. Die fache machet ihmehe nwn ^ere ehre; weil nicht allein allbereit Herodotus,wen, "" w durchwanderung der örter auf den gründ kom-
ftn mntb^ ^es durch die ersahrung erläutert hatte,, aus blos-«nd inis ^kstungen, die aber an sich selbst gar vernünftig sind,Wen, y.f" nochmals geprüften fache sehr wohl ubereinstim-zeit nach sichelt darinn getroffen; sondern auch weil etwasschrich.,: ^"vdvto, aber noch viele stecuis, ehe Seneca ge-^winer ^ den krolem^is angestellte, und daraufdas «ank-gebliebene schiffahrten und reisen in Aethiopienftlst einerdurch die alljährige ersahrung und vermit-^llein kürs^«^ "'""st" zeugen vollkommlich bestätiget hatten.)."sidecholet knn^E fehlet jetzt auch Seneca nothwendig, undsi»en urm "»en schön lange vor seinen zeiten verworf-
*"."ssers, welck-""sschnitt, von der ungemeinen mengeals den/», er 'dm gemeldte quellen geben sollten;
des iährl?chen übcttchw^n? wenigsten einen nahmhafftm theil'"an schön etwa« N"v zumessen will. Denn ob
"cht gar begehrte m beystimmung Ariffidis die fache" wollte bevvllicliten^a?^""^ und hierinnen Salmasio qer-"vMuleu^^uu"'W wogen doch zwey dinge in obacht ge-«ste, daß e nmm Senecä sehr zuwider sind. Das
mat diejeiblge quellen nicht gar mercklich und was-
serreich haben seyn können: weil nicht nur Strabo, der dochselbst in Obcr-EgYPten gewesen , solche niemals gekannt; son-dern auch die neuen reise-beschreidungen der besagten gegcndenhievon gäntzlich stillschweigen., Das andere ist ^ daß, wo diefache in der that wahrhafftig wäre, die vielgedachte quellen denNil-strom ja offenbar nicht lediglich für etliche monate, sonderndurch das gantze jähr müsten anlauffen machen ; weil einmalSeneca selbst obige quellen ohne einiges bedencken durch dasgantze jähr fliesten machet. Endlich soll nach diesem allen nichtverschwiegen werden, wie vermuthlich die drey vielgemeldte nu-tstor«« sich allesamt darinn betrogen, daß sie die kleinere catarra-cten, oder wasserstürtzung des Nil-stroms, welche die Egyptier ingewissem verstände noch wohl haben die quellen des Nili heißen,für dessen eigentliche und erste quellen genommen, ober vielmehrdergleichen meynung den Egyptiern zür ungebühr beygelegt ha-ben ; wiewol im übrigen sie sechsten auf solchen fall noch fernerin ansehung des orts verfehlen. Denn Herodotus und Strabosagen deutlich, die Egyptier hatten selbige quellen zwischen Sye-ne und Elephantine gesetzt, welche jedoch schon beyde unterhalbder kleinen catarracten lagen. Und Seneca, ob er gleich vonden gedachten zwey ftädten nichts meldet, unterscheidet sie den-noch gar ausdrücklich von dem Wasserfalle des Nili, und will,daß sie einen ziemlichen strich unter demselbigen anzutreffen seyen»
Allein diese digreßion hat schier zu lange gewähret. Indessenmag nun unser gelehrte Gegner aus allem obigen deutlich erse-hen , baß, wann man in Basel zu Verbesserung gewisser arti-ckul auch Salmasium gebraucht hat, solches darum eben nichtblindlings geschehen; wie er die leuthe gern bereden wollte.Doch soll ihm anbey noch dieses nicht ungemeldet bleiben : Wieman sichs in Basel eines theils gar für keine schände zu rechnenhabe, einen solchen grundgelehrten mann, als Salmasius ge,wesen, öfters zu rath zu ziehen , obschon im übrigen nicht un-bekannt , daß auch dieser habe irren können, und sich biswei-len noch ziemlich verstoßen hat; also wäre es im gegentheil fürdie zwey vorige ausgaben des Historischen und GeographischenI.oxiLi noch gar eine erwünschte fache, wo darinnen nie kein feh-ler wäre begangen worden, als so oft man da in Leipzig wenigstSalmasium zum Vorgänger gehabt, und demselben etwa« auftreu und glauben allzuleicht gefolget.
4.) Der vierte vorwnrf belnft den artickul LImoba lVlons.Wie dieser gantz neu in das Lexicvn ist gebracht worden, so ge,het er zwar den Verfasser dieser vorrede nichts an; und der HerrLmstor selbst, welcher noch mehr dergleichen geographische arti-ckul zu verfertigen für gut befunden, hat es der mühe nichtwerth geachtet, die scder darüber anzusetzen. Weil aber jedochdie antwort an sich sechsten nicht schwer; so will man auch hierdem Herrn Gegner gerne ein genügen leisten. Dieser setzet dennzwey stücke an dem gedachten artickul aus. i.) Daß man ineinem Teutschen Mexico nicht hätte sollen bez?m tttul einLateinisches wort, wie mons ist, behalten. 2 .) weilptolemaus darüber cttiret worden, hätte man auch zumelden gehabt, daß selbiger nicht Llmoba, sondernin seiner Griechischen spräche gefeyet. Beydes,wie der geneigte Leser siehet, sind kleinigkeiten. Allein dasschlimmste ist noch, daß unser gelehrte Herr Gegner auch darinneben gar wenig recht vor sich behalten mag.
Was das beywort mon« betriff, so dienet ihm , daß wir dennahmen des berges lediglich von den Alten herhaben, und als»selbigen billicher Massen setzen können, wie solchen jene zu setzenpflegen. Nun aber bring» deren gewohnheit alst mit sich, daßzu den nahmen fremder berge, welche bey ihnen nicht eben all-zubekannt waren, fast durchgehends das wörtlein man«, undim Griechischen ist gefüget worden. Wir finden Meldungvom berge Abnoba aus den Lateinischen scribenten bey Plini»Ilb. IV. L. 12 . bey Tacito äs mor. 6erm. c. I. bey MarcianoCapella, und bey Festo Avieno. Und gleichwol ist keiner unterallen, der schlechterdings den nahmen Abnoba gebraucht hätte,sondern jeder füget sogleich das Wort mon« bey. Die zween er-stere thuns noch auf eine besondere weise, indem sie juZum undMZL montis äbnobK setzen : liier ortus in (lerlNLMK juZismonti« Lknob-L, und Oanukiu« molli <L clementer ecücamontis LbnobN jugo etkukus. Avienus hat folgenden Vers überdiesen berg : llbnoba mon« Istro Pater eü; csäit ltbnobX lug»tu. Von Martiano Capella ist die anmerckung zu machen, daßsich zwar in dessen ersten ausgaben der nähme Abnoba nicht fin-den lasse, aber die Gelehrten langst in acht genommen haben, wiedessen ort von Abnoba durch einen ungeschickten schreiber verder-bet , und W0 es heisset : kiliier stuviu« ortus in Oermrmia äscacumine montis aä novom ksxsgints amnes aäkumens ermmOsnubius vooit-itur, an statt montis sä novem, müsse gelesenwerden montis LdnobkL. Gantz ein gleiches beschiehet fast im-mer bey andern solchen bergen, und kommen uns weiß nichtwie oft VoZekus mons, üurslkns mons, Istubestg mons , Im-msmons, mons Vocetius, und andere in den schriften der bestenscribenten vor; da hingegen die blosse nahmen ohne das bey»wort mons nicht so oft gefunden werden. Die lebende sprachenkönnen uns ebener Massen dce muster bey Hunderten an die Handgeben, allwo das Wort Mont, Nonte, herct, je nach der eigensschafft einer jeden mund-art, den nahmen bald vor, bald nach ge«setzt, endlich selbst ein theil der Nahmen, entweder von solchenbergen, oder von den daran gebauten städten und flecken ausge-machet hat; st> daß man dasselbe jetzt nicht ohne nahmhasften
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