Vorrede.
fehler davon trennen konnte. Mus; man dem Herrn Gegnerdiest anmerckung durch ein excmpel erläutern; so mag er nur andie bisherige ausgaben des gegenwärtigen Lexici gewiesen wer-den, da es tm artickul Samt Severe gar nicht fein stehet, wannman meldet: die stadt dieses nahmens tage drey stunden vondem berge Marjan, wofür Baudrand und Moreri, aus wel-chen der ort genommen ist, Nont Narl-m geschrieben hatten ;als welches in der that der nähme einer gar bekannten Französi-schen stadt ist, die solchen aus der ^beschriebenen ursäch em-pfangen hat. Dahero denn gewißlich der berg Narsan, anstatt Llont Mrs-in, den wahren und verständlichen nahmen desorts anzudeuten gar nicht bester gesprochen ist, als wo man diestadt Montpellier den berg keiner, Montbelllsrä den bergLeillarä oder keliesrä, und so ferner nennen wollte. Was denfehler noch in etwas vergrößert, ist dieses, daß die Franzosen dengedachten ort sonsten noch eben so oft Monr äeMarlsn, alsNonr Murksn nennen, auch das Teutsche Lexicon im artickul-tont äe Msrlsn eben diese schreib-art beliebet hat. Wann alsoje in formirung des tituls Lbnobs Mons, annoch etwas wenigesqeirret wäre, hätten es die Herren Verfechter der Leipziger aus-gaben noch für einen guten Vortheil zu achten, wo man selbigesversehen gegen ihren berg Marsan jetzt wollte auswechselnlassen.
Mit dem des Ptolemai hätte der Herr Gegner nochvielmehr sollen zurück bleiben. Denn wer weiß nicht, daß esalso der Griechen beständige gewohuheit mitbringe, wo sie eini-ge von den Römern entlehnte nahmen und Wörter anführen, dasLateinische b mit ihrem auszudrücken; so gar, daß derglei-chen unterscheid schon längst nur für die geringste vsrianremleckionem nicht mehr gehalten wird ? Wie oft kommt uns dochan statt klsvius, Lr<rv-tir,-tv°c für Velxsüsnn8,L«tz°c für Veru8, c)'«-r-iA,r für Oätsvir>8, für Victor,
für Lorvinus, für Vitlerius, für
Leverus Lc. vor ? Oder wo man andere Wörter, so keine nah-men sind , verlanget, gebrauchen nicht die vermeldte Griechender mittlern zeiten gar vielfältig für vinäiäks,
und D/ttX-r, für viglliL, für Lrevs oder Lrevisrium,
für virgs, für verns, für vewrMU8,
und unzehliche andere von gleicher art, deren alte 6lollsr>svoll sind ? Ja die Lateiner selbst haben die gedachte zween buch-staben, das K und v conkonsn8 zum oftern vermischet. Daßwir nicht weit gehen, mag uns gleich der Lateinische nähmeV-mubius, als welcher fluß aus dem berge Abnoba entspringensoll, und nach verschiedenen Gelehrten von selbigem so gar dennahmen erstlich empfangen hat, zur probe dienen, Massen dieRömer solchen ohne unterscheid auf diese zweyerley arten II-mu-t>iu8 und Osnuvnw geschrieben, welche auch in den müntzenTrajani gleichsam einander abwechseln. Im übrigen, da un-,ser gelehrte Herr Gegner sonsten so viele surkore8 mit gröster mü-he aufgeschlagen, um darinnen einige Waffen wider die Baselerru finden ; ist es schade, daß er hier nicht auch auf den furtref-lichen Rhenanum gefallen, welcher eben bey anlas des bergesAbnoba diese deutliche anmerckung gemachet hat: Nee eursn-clum, Lknoks Lribsrur, an äbnovs; pro h. cnim u. 5 Limu 8usurpari. Üb. III. rer. Oerm. guo loco clsvs-
nubio sgit. Das gelehrte aus Ptolemäo wurde solchenfalls unfehlbar zurück geblieben seyn.
5.) Der fünfte vorwurf betrift den gedoppelten artickulAcrotatus. Bey dem ersten klaget der Herr Gegner, baß mandie 3ucbore8 nicht angeführet, aus welchen der allda vorgebrach-te bericht ist genommen worden. Die antwort ist, daß die ar-tickul sowol des ersten, als des andern Acrotatus, ausdrück-lich an einander gehänget worden, und also die dein artickul desletztem beygefügte cicsrione8 auch für den ersten dienen;wrrwol freylich ein ort des Drodori 8-culi aus dem neunze-henben buche zu diesem erstem noch absonderlich gehöret hätte,und von dem nrheber der zugäbe, so viel ihm bewußt, nachnewobnhelt unten am artickul war vermeldet worden. Dochwill man bey diesem anlas gerne em für alle mal die erklämngtlmn , wie man gar nicht gedencke davor zu stehen, wann bis-weilen die Herren drucker dergleichen anhange, welche manwr iwendig hat an den rand setzen müsse», übersehen und aus-aelcMn haben. Es ist einmal an dem, daß wer dem kublicoMoriMe oder geographische berichte mittheilen will, den hie-durch ^ danck auf keine weise verdienen kan ,
M wann er solche berichte aus guten und sichern Urkunden her.holet. Wo nun dieses in der that geschehen , wie es der HerrGegner vorn artickul Acrotatus gestehen muß ; da wird wolkein verständiger glauben: man habe sich mit Aß den tort an-thun wollen , die guten Passagen der alten gesucht - schreibet,so man würcklich vor äugen gehabt, und durch deren anzugnoch einige ehre einlegen können, mit flerß zu unterschlagen. Imübrigen ist es auch in den vorigen Leipziger auflagen nur zu oftgeschehen, daß eben die besten scribenten , und aus welchen diearücknl hauptsächlich genommen waren, entweder in den dru-ckereycn oder von den Herren Verfassern selbst sind zurückgelassenworden; ohne daß jemand in den sinn kommen wird, über eineso zufällige fache grosses Wesen zu machen.
Von dem artickul des zweyten Acrotatus wird erstlich vorge-worffen: man meide darum, dieser sey. noch viel lodenswür-
diger gewesen als fern grsß-vatter, der erstere dieses nah-mens , da doch derselbe, als überhaupt lafterhafft abge-mahlet worden. Wann je der Herr Gegner allhier durchausrecht hätte; so wäre doch das versehen von keiner gar gefährli-chen folge, weil die Worte sich deutlich auf den vorhergehendenartickul beziehen, aus welchem ein jeder leichtlich ersehen mag,ob denn, und wie ferne auch der erste Acrotatus zu loben gewesen.Mein eben aus diesem zugleich unter äugen gelegten artickul läftset sich jetzt im gegentheil vhnschwer erkennen , wie in der thatAcrotatus I. von den lugenden, eines Regenten und Feldherrn,als nach welchen beyden qualitäten ein solcher mann vornemlichin der Historie anzusehen ist, nicht weniger besessen habe. Dennerstlich war sein im artickul selbst vermeldter widerstand gegendie amnestie, mrd also die einige ursach des Hasses, darin» er zuSparta geschwebt, für ein muster der alten Spartanischen ernst-hafftigkett und scharfen knegs-zucht zu achten, durch welche sichdiese Republick unter allen Griechischen Ständen empor gesschwungen hat. 2.) Zeigen ja des mannö Verrichtungen in Ita-lien, sonderlich in anschung der wenigen mannschafft, welche erdahin mit sich gebracht hatte, keine gemeine gefchicklichkeit inkriegs-und regierungs-geschäfften. Geben aber jetzt diese zwey stü-cke nicht ursach genug zu der gebrauchten redens - art ? und hatunser gelehrte Herr Gegner so gutes recht sich darwider aufzulaj-sen: Das klinge wunderlich ? Mein l Wann nur nicht inden zwey vorigen ausgaben vieles noch viel wunderlicher ge-klungen hätte?
Noch ein anderer gar kleiner vorwurf über gegenwärtigen ar-tickul ist der, daß man nicht gemeldet, wie der letzte Acrotatusendlich auf erfolgten tod seines vatters Arei noch für einige jäh-re zur Spartanischen regierung gelanget sey. Nun diß ist wahr.Es wird aber der Herr Gegner bekennen müssen , daß von demgantzen regimente Acrotati nur die blosse jetzterwehnte magereWorte hätten angemercket werden mögen; weil die alten scriben-ten gar keiner that, welche er, als König, verrichtet, gedacht ha-ben. Hätte man gedult tragen wollen, bis zu Vollendung deranjetzo ausgehenden zwey letzten bände des Wercks, würde diesekleinigkeit auch ohne die uns von Leipzig aus beschehene erinne-rung unter den druckfehlern gewiß angetroffen worden seyn.
6.) In dem sechsten vorwurf gehet unser gelehrte Herr Gegnerabermals wider seine eigene Leipziger ausgäbe an. Er vermi-net da man in Basel den artickul Adiatorix ohnedem meist„ verändert, als welcher auch dessen gar sehr nöthig gehabt; so„ hätte man zugleich ausstreichen mögen, daß solcher Vierfürst„ in Galatien gewesen; weil sich solches aus Strabone nicht be-„ weisen lasse. „ Diß konnte zwar von den Baselischen ohneNachtheil gestanden werden; und käme auf solchen fall den vori-gen Leipziger ausgaben nur ein neuer fehler zu laste. Allein da -man gleichwol in ziemlich gewisser Muthmaßung stehet, unserHerr Gegner thue hierinnen seinem eigenen Mitarbeiter unrecht;will man die dißfalls habende beweise gerne vorstellen.
1. ) Ist der vatter dieses Adiatorix, nahmens Dcmeneclins,
unstreitig, nach den ausdrücklichen Worten Strabonis, einrrsrells oder Vierfürst gewesen. Nun aber war dieses der gemei-ne gebrauch der Römer, daß, wo einmal dergleichen tilul zujamrder dadurch angedeuteten gewalt einigen perfonen oder^efchlech-tcrn ertheilet worden, selbige nachhcrv den söhnen und enckemdavon wol eher den titul ohne die gewalt, als die gewalt ohneden titul zu überlassen gerührten. Die excmpel mehrerer kleinesHerren, aus Syrien, Iudea, rc. sonderlich aber aus Galatien,allwv Adiatorix floriret, beweisen diß genugsam , als welche oftauch bey dem besitzenden kleinsten stückgen landes, wo sie nur da-bey noch von Tetrarchen herstammten, ebenfalls dergleichen nah-men getragen haben. Bey welchem anlas denn noch dieses ""fürübergang kan bemercket werden, wie zwar anfänglich, undkrafft der ersten bedeutrmg des Worts, letrsrcks einen solche»Fürsten angezeiget habe, der von einem in vier theile zerthetiwnReich oder land ein stück befasse; aber daß der nähme einer ^c-trarchie bald hernach auch solchen Herrschafften sey beygelegtworden, in welchen dergleichen theilung nie vorgegangen, und woes also keineswegs um ein geviertes stück eines Reichs oder ian-des zu thun war. Die excmpel und beweise aus Cicerone, SttAbone, Appiano Mex., Dione Caßio, Josephs, und mehr ander»könnten in ziemlicher menge angeführet werden. ,
2. ) Da sich aus obigem gründe schon gar wahrscheinlich
gern lässet: weil einmal Adiatorix zugleich eines Letrarchcn fty'gewesen, und noch dazu eine ziemliche Herrschafft inne geha^'müsse demseldigen auch der titul eines Tetrarchen nicht gern»'gelt haben: So kommet jetzt ferner ein zweyter ort Skrabow,dazu, welchen unser Herr Gegner vermuthlich nicht gesehen'obschon er dem erster», den er vor äugen gehabt, nur um nblat vorhergehet. Da meldet uns Strado : Der grosse Po> -pejus hätte nach Überwindung Mithridatis die lcmdschafftlatien unter verschiedene Herren getheilet , so allesamtVierfürstlichem stamme gewesen : -r-rft
10H L-7-a T-kn-r Nun ist zu mercken, öav
kaum etlich und zwanzig jähr verflossen sind , MIen oczeit, da Pompejus die bemeldte titul und länder in Gawmausgetheilt, und zwischen deren, in welcher Adiatorrx, " .als eines allbereit verstorbenen Galatischen Viersürsten, ncm" ^des Demeneclii söhn, vorkommt, und zwar als einer , orzdem nemltchen lande würcklich für sich selbst "n maairigHerr gewesen sey. Wer wollte denn bey solchen umltarw^