Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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18
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HotiSleben und Hoierstorp, sind an die Freyherren-von War-perg verkauft worden. Anno aber wandte sich nach Zelle, ver-heurarhete sich mir Henrici von Hosingen tochter, und erhieltdadurch verschiedene güther im Hertzogthum Lünedurg. Seinesöhne waren Henricus, Hartwidus, Conradus und Anno, weilaber der ersten gar wenig gedacht wird, scheinet eS, daß siejung gestorben. Anno, welcher sich in dem Calenbergischen an-gekauft,hatte 2. söhne,Martinnm und Annonem. Dieses letzternsöhne waren Johannes,Heino,Anno, Harwicus und Martinus.Diese hatten anfänglich ihren sitz zu Adensbeck im HertzogthumLüneburg, verkauften aber nachmals selbige güther, und kauf-ten sich andere davor. Johannes war Lknonicus zu Minden;Anno hatte mit dem Rath zu Magdeburg verschiedene streitig-kciten. Dahero, als er einstens auf ihrer Heer-messe in die stadtMagdeburg kam, und deshalben von dem volck ein tumult er-regt wurde, nahm ihn der Rath, wiewol wider des Ertz - Bi-schoffs willen, in arrest, und findet man nach diesem keine Nach-richt mehr von ihm. Martinus hat allein das geschlecht sort-gepstantzet, dessen söhne erster ehe waren, Volcmar und Anno.Weil aber Volcmar Lsnonicus zu Minden war, und Anno vordem vatter starb, so verehlichie sich Martinus in dem 70. jähreseines alters zum andern mal mitGesa von Stederin, und zeug-te mit selbiger einen söhn, Martinum, das kind genannt. Die-ser hat bis an. 1482. gelebet; dessen söhne sind Martinus, An-tonius, Henricus und Aschwinus, welche von Hertzog Henricodem altern, und von Erics dem jünftern den zehenden in Ln-ne, das selb zu Wunstrop, und die güther Benniessen zu lehnerhielten. Martinus zeugte Henricum, dieser Heinonem, vondem Martinus, so Justum Heinonem hinterließ. Dessen 2.söhne waren Martinns von Heimburg und Fridericus vonHeimdurg, Erb-Herr in Göttern, und Wolffenbüttelischer ge-heimer Rath, von dem der folgende art. handelt, H/eröo»»«-,

äs Zernis Heimkur^. orig. L progreck.

* Heimburg, (Friedrich von), Braunschwelg-Lüneburgi-scher Staats-Minister zu Wolffenbüttel, wurde gebohren denr. oct. an. 1624. und von Hertzog Friedrich Ulrich selbst ausder taufe gehoben. An. 1648. erhielt er von Hertzog Augustendie stelle eines Cammer-Junckers bey dessen Printzen RndolphAugusten, mit welchem er die reise nach Eleve angetreten,vor sich aber an. 1652. nach Franckreich gereiset. Wahrenderkriegs-unruhen begab er sich nach Mastricht, Aachen, Mayntz,Franckfurt, Sveyer, Genf, und nach dreyjährigem aufenr-halt von da nach Lyon, Rohan, Orlcans, endlich aber nachParis, und bald darauf nach Regenspurg, besähe an. 16;;.die crönung Königs Ferdinand» IV. und gieng über Nürnbergwieder nach Hause. Bey der anknnft wurde er im nahmendes gantzen Fürstlichen Hauses zur lehens-empfahuna nachWenden zum Abt geschickt, und erhielte bey der zurückkeyr den-character eines Legakions - Raths. Das jähr darauf gieng ernebst v. Heilanden zum Kreis-Eonvent nachHamburg, vertratauch die stelle seines Herrn bey dem leichen-begängnisse Her-tzogs Boleslai XV. in Pommern, und erschien im vctob. aufdem Kreistage zu Braunschweig. An. i6;e. ward erzumHof-Rath ernennet, und erhielt dabey die aufsicht über die gemein«schafftliche bergwercke auf dem Hartz, nebst dem titul einesOber-Berg-nnd geheimen Raths. In eben dem jähre wurdeer nach Götlorp zum Könige in Schweden geschickt, muste auchim nahmen der drey regierenden Hertzoge zu Braunschweig ei-ne Gesandtschafft nach Berlin verrichten, und auf den Kreis-tag nach Lüneburg abreisen. An. r6?8. gieng er wieder alsGesandter zum Könige in Schweden nach Schleßwich, und an.1659. nach Berlin. An. 1664. wurde er zum Vice - Hof - Rich-ter und an. 1666. zur Ober-Hof-Marschalls - und Cammer-Raths-würde erhöhen, mit dem nahmen eines Berg - Haupt-manns, ingleichen mit der Dom-Probstey zu St. Biasii undCyriaci begnadiget, an. 1668. aber mit der Cammer-Präsiden-ten-stelle und an. 1674. mit eines Hvf-RichterS bedienung ver-sehen. Bemeldten jahres im mertz gieng er nach Minden, anGothischen und Dreßdner Hof, folgte auch den Braunschwei-gischen trouppen nach dem Elfaß. An. 167z. begab er sich inden Haag ; an. 1676. im febr. fand er sich bey der zu Hildes-heim angestellten conferentz ein, wohnte derselben zwey Wochenbey, und trat den 7. may die reise nach Coppenhagen an. An.1S77. hielt er sich wegen kriegs - angelegenheiten meistens zuZelle und Alton« auf, und half an. 1673. den sogenanntenZeüischen frieden, wie auch den zu Lude und Ostorpff bey Pyr«mont mit den Paderbornifchen und Münsterifchen Ministern zustände bringen. Hierauf muste er den zu Pinneberg angestell-len vereinigungs - schlössen beywohnen.. An. iSFi. reifete erzum Könige von Dänemarck nach Plön. An. 168z. den iy.may wurde er nachmals in seinem hohen alter nach Dreßdenund Berlin geschickt, bey der rückkehr aber erhielte er die frey-heit, sich nach Blarickenburg zur ruhe zu begeben, woselbst ihmdie direction dieser Grafschafft gegeben, und er noch immerzu geheimen rathschlägen gezogen wurde. An. nM. muste erzum letzten male nachDänemarck wegen der Hamburgischen Un-ruhen gehen. Endlich nahm an. 1690. die schwachheit dergestaltzu, daß er im monat junio in eine schwere kranckheit verfiel,und bald darauf im 64. jähre entschlief, nachdem er als eintreuer und unermüdeter Staats - Minister dem Hause Braun,schweig viele dienste geleistet, pfeffmgers hist. von Brau«.schweig-Luneb. IV. 14. p. 449. v. 9. p. 2;. ,72. segg.

Heimburg , (Gregorius) s V. 0. war aus Franckeri gebär.

tig, hatte mit Aenea Sylvio, wie dieser annoch in niedrigermstände, und Bischvff zu Trident war, ziemliche freundschafft ge-pflogen, wozu sonderlich anlas gab ein discurs, den Heim-burg amKayserlichen Hofe, welcher sich damals zuNeustadt auf-hielte , ohne einige vorhergegangene Meditation in gegenwartAenea und vieler ändern über die edien studien hielte; wie danndieser Heimburgen noch selbigen tag seine Verwunderung hierü-ber durch ein schreiben zu erkennen gab; worinnen er aber zu-gleich scheinet anzuzeigen, daß ihm solcher vorher nicht sonder-lich wäre bekannt gewesen; woraus derjenigen fehler mag er-kannt werden, welche schreiben, Heimburg wäre auf dem Base-lifchen Loncilio des Aneä Syivii schreiber gewesen. An einemandern orte ziehetSylvius diesen mann an beredtsamkeit und er-fahrung im Rechten allen Teutschen seinerzeit weit vor. Erward von der stadt Nürnberg zu ihrem 87116100 bestellt, wobeyer sich jedoch meist ausserhalb an Hosen aufhielte; wie er dannan. 1460. von dem Hertzoge in Tyrol Sigismundo, welchen derPapst in den bann gethan, weiter den Cardinal Nicolaum äsCusa gefangen genommen, nach Rom geschickt worden. Alleiner führte sich daselbst gegen das Oberhaupt der Arche, Pium II.der ihn sonst, wie allbereits gedacht, gar wohl leiden mochte,dergestalt auf, daß dieser sich genörhiget sahe, ihn selbst zu ex-eommuniciren, zumal da er sich unterstund, wegen der ihm an-vertrautest comniißivn an ein allgemeines LorisiUum zu appel-liren, und solches öffentlich an den kirchthüren anzuschlagen ,auch anmerckungen über das Päpstliche krevszu schreiben, dar-gegen Theodorus Läiius, Bischvff von Feltri, vor den Papstgeantwortet, HeiMburg aber seine apvlogie, und in dem lagervor Wien bey St. Marx eine inve0Avsm wider den CardinalNicolaum äs Cusa verfertiget, weiche schriften zu ansang deSXVII. üsLuli zusammen gedruckt, auch in Melch. Goldasti Uo-nsrcliin 8. Kom. Imp. tom. II. vost x. l?7ä. bis i6zi. zu fin-den sind, darinnen gleichfalls tom. I. von p. 557-bis 76;. seineLämonitio äs injukis usurpscionibuz kspsrum Kam. sä Iw-ver. R,egs8 L Principes Lkristi-rnos, welche Flaccius in äncilo-eis ksp°e ediret, enthalten. Er bekam nachgehends bey dem Kö-nige in Böhmen,George Podiebrad, die stelle eines Raths, undwar nebst Rockyzan hauptsächlich schuld daran, daß sich dieserKönig gegen den Apostolischen stuhl nicht gar zu geneigt bezeug-te. Letztlich berief ihn Di.echerus, Churfürst zu Mayliss, <u» stt-nen Hof, nachdem der Böhmische König gestorben. Sonst warHeimburg verheuralhet, scheinet aber mit seiner srauen nichtzum besten vergnügt gewesen zu seyn. Einmal erzehlet eben Ae-neas Sylvius dieses als einen lustigen und geschwinden einsänvon Heimdurg: Als er einst vom Hofe zurück nach Nürnberggereiset, und ihm jemand nahe bey der stadt als eine frölicheund angenehme botschafft angekündet, daß er seine frau frischund gesund antreffen würde, habe er zur antwort gegeben: Lebtmeine frau und ist gesund, so bin ich todt. HM. so-120. L 4.00. it. lib.III. äe äiök. LIsA.älplionjl ksAis. jvai'a/tz'.ä»8sxoru prosopogr. vine sLt.

Heimo , siehe Haymo.

* Heimreich, (Johannes) ein kkilologns und iVleäicus,stammte zwar aus einem ansehnlichen Dänischen geschlechte,war aber zu Schwambach, einem dorfe des Amts Tanneam Rhön-gebürge, woselbst sich sein vatter zur zeit des dreißig-jährigen kriegs niedergelassen, und vom ackerbau genehret, den2;. jan. an. 1676. gebohren. Als sich seine fähigkeit bey früherjugend äusserte, nahm sich der damalige Inspector der Tannl-schrn vi«ce8 selbst die mühe, ihn in den anfangs-gründen derwiffenschafften zu unterweisen, worauf er auch die schule zuSchmalkalden und hernach an. 1694. die Jenaische Äcadennebezog. Nachdem er nun daselbst der Weltweisheit und Medicin,desgleichen auch der Orientalischen literatur mit allen kräffteUobgelegen, ward er an. 1097. MiiMer, und erlangte hierauf iuseinen eigenen leÄivmbus sehr grossen beyfall, wie man den»auch meldet, daß er öfters um 2. uhr in der nacht zu studirenund zu lehren angefangen, auch damit bis auf den späten abenoin unverrückter vrdnung fortgefahren habe. In dem jähr > 7 °Awurde er läcsmiLtus öileäisin«, und begab sich sodann nacvEisenach, allwo er mit sehr glücklichem erfolg practicirte,hiernächst die ihm fast jährlich nachgezogene 8wäiolo8NL sowol in der theorie noch vester setzte, als auch zu der pr».mit anleitete. Nach diesem nahm er an. 170^. die würde eine»Ooctoris an, und wurde folgends an. 1715. krolestor der Achdicin Und Physic, wie auch der Orientalischen sprachen, desglei-chen üibliocksonriiis auf dem 67MNN60 zu Coburg, welche am-terrrmit grossem rühm verwaltet, bis er endlich an. 17zo.ee>'18. oct. das zeitliche gesegnete. Er war nicht nur im HeörAscheu, Chaldäischen, Syrischen und Rabbinischen, sondern au^in dem Samaritanischen, Arabischen und Aethiopischen "Emein bewandert, und wußte diese sprachen auch andern aMne leichte art beyzubringen. Von seinen schriften sind !»cken : kroä,omi>8 krgininsticse HebrM faciliori3; Oaw 3 "i.ter coritrLäicen8, Villertntions8 und verschiedene leftns-wuro.ge OblervLtioaes, so den LÄib Lruäitis L Lurioüs kranoo" ,,einverleibet, von welchen sein hinterlassener ältester söhn, -stus Fridericus Justus, öfleä. Voötor, Sachsen - Coburg

nungischer HoMeäious, wie auch der Academie

riosorum , und der Königlich-Preußischen Societät der willschafften Mitglied, der Verfasser ist. Sonsten hat er auA,weitiäuftiges werck von der L113I7Ü Lrsmmsciss, necenru» ^Nator» MAßN» L mit Rabbinischer explicatton w ,