54 hkn
hen
an. 1512. mit einer armee in Franckreich gieng, und inGuienne einbrach. Nachdem aber die Spanier sich mit der ero-berung von Navarra aufhielten, und nicht ihre trouppen zu denEngelländern ftossen liessen, lief dieser zug fruchtlos ab. Dasfolgende jähr gieng Henricus mit einer armee von 40000. mannpersönlich in Franckreich , und nahm in Flandern Terouaneweg, schlug die Franzoftn, als sie selbigen ort entsetzen woll-ten, bey Guinegat den 18. aug. und bekam den HcrtzogvonLvngueville gefangen. Diese Wacht wird in Franckreich iafournee lies öperon« genennet, weil die Franzosen, indemsie die flucht gar zeitlich ergriffen, sich hierbey mehr der fporcnals des degens gebraucht. Hierauf nahm er Tournay ein,machte aber bald hernach mit Franckreich friede, indem er seinefchwester Mariam an Konig Ludovicum XII. vermahlte. Inwährender zeit sielen die Schottlander in Engelland ein , wel-che aber in dem treffen bey Floddon bis aufs Haupt geschlagenwurden , wobey auch zugleich ihr König Jacobus IV. ums le-ben kam. Als hiernächst der Kayser Carolus V. und Fran-cifcus I. von Franckreich mit einander in krieg verwickelt wa-ren , bewarben sie sich beyderseits um Henri« freundschafft.Anfänglich zwar meynte Franciseus I. ihn auf seine feite zu zie-hen, zu welchem ende auch zwischen beyden eine zusammen-kunft veranlasset war, aber Carolus V. kam den 26. mayan. i?2v. «„vermuthet in Engelland an, steckte sich hinter denCardinal Wolsey, welcher das meiste bey dem Könige zu spre-chen hatte, versprach ihm zu der Päpstlichen würde zu helssen,und zog dadurch Henricum auf seine feite, kam auch den 26.may an. 1522. zum andern mal in Engeüand, versicherte denKönig , daß er ihm wiederum zu seinen landen in Franckreichbehülflich seyn wollte, und verlobte sich unter grosser betheu-rung mit seiner tochter Maria, weshalben Henricus frischesvolck in Franckreich schickte, so aber wenig ausrichtete. Alleinletztlich zog ihn der Cardinal Wolsey zu der Französischen Par-tey , dergestalt, daß er währender gefangenschafft Francisci mitFranckreich ein bündnis machte, welches nach dessen befreyungbestätigt ward , so gar, daß er mit in die heilige Isgus gegenden Kayser trat, und ihm an. 1528. den krieg ankündigte. Erhatte sich lange zeit um den Papst wohl verdient gemacht, in-massen er widerLutherum an. 152,. geschrieben, und damitden titul erhalten , daß er vssenlor Kclel genennet wurde; al-lein hernach verdarb er es gäntzlich mit dem Römischen Hofebey folgender gelegenheit. Wolsey hatte ihm in den köpf gesetzt,daß seine Vermählung mit der Catharina von Aragonien , sei-nes bruders Arthuri hinterlassener wittwe, die er ohne dem wi-der seinen willen geheurathet, nicht bestehen könnte, welches eraber blos that, dem Kayser Carolo V. der Catharinä anver-wandten, dadurch tort zu thun, indem er auf ihn deshalbennicht allzu wohl zu sprechen war, daß er ihm nicht zum Päpstli-chen stuhl geholffen, auch das Ertz-Bißthum Toledo, worzu erihm doch anfänglich Hoffnung gemacht, versagt hatte. Wiewolandere wolle», dieser scrupel wäre ihm zuerst von dem Präsi-denten zu Paris, der wegen einer Heurath zwischen Henri« roch-ier Maria und des Königs Francisci anderm söhne tractirte, erre,get worden, indem selbiger gezweifelt, ob auch Maria aus recht-mäßiger ehe gebohren; jedoch will vorgegeben werden, daßHenricus den Franzosen selbst hierzu anlas gegeben, damit erdesto eher zu einer ehescheidung schreiten könnte. Andere mey-nen, Henricus wäre der Catharinä überdrüßig worden, und we-gen ferner liebe zu der Anna von Boulen ihrer gern los gewesen.Die fache gelangte an den Papst, welcher den Cardinal Campe-gium nebst Wolsey und andern verordnete, dieselbe zu untersu,chen, und zwar soll der Papst anfänglich geneigt gewesen seyn,Henrico zu willfahren, auch zu dem ende eine bulle an Campe-gium geschickt haben , jedoch mit befehl, sie bis auf weitereordre heimlich zu halten. Als aber nachmals Caroli V. fachenglücklich liefen, befahl er Campegio, die bulle zu verbrennen.Henricus setzte deshalben eine Cvmmißion an, vor weicher aberdie Königin nicht stehen wollte, sondern sich auf des Papsts aiis-spruch berief. Nachdem nun der König verschiedener Academienund Pheologorum bedencken in Franckreich, Italien undTeutsch-land eingeholet, und selbige die ehe vor nichtig erkläret, ließ ernochmals bey dem Papste um der fachen erörterung ansuchen ;als aber selbige nicht erfolgte, ließ er die fache in dem Parle-mcnte abhandeln , und sich den 2z. may an. i;;i. durch denErtz-Bischoffvon Canterbury, Thomam Cramer, von Catha-rina scheiden , worauf« sich den 14. novembr. an. 15,2. mitAnna von Boulen wiederum vermählte. Als ihn aber der Papsthierüber in den bann that, sagte er demselben allen gehorsam auf,machte sich selbst zum Haupte der Engellandischen kirche, ver-bot die anruffung der Heiligen, verwarf das fegfeuer, zog dieklöstcr und kirchen-güther ein, ließ die Priester Weiber nehmen,befahl die Bibel in Engelländischer spräche zu lesen, unterjagtedie appellationen nach Rom, hub den Peters-penny und bishe-rigen jährigen zins, so nach Rom geliefert worden, auf, undlegte also den gründ zu der Reformation in Engelland , wiewoler sich zu Lutheri lehre nicht bekennete, und noch den meistenkatholischen lehren und gebräuchen anhieng. Diejenigen, sohierwider sprachen, (worunter Johannes Fischer, Bischofs zuRöchest«, und Thomas Morus, der gelehrte Cantzler in Engel-land , die vornehmsten waren) wurden nebst vielen andern hin-gerichtet , wie denn auch viel, die von dem heiligen Abendmahlenicht nach der Catholischen lehre glaubten, das leben lassen mü-ßen , und die anzahl derer, so damals sterben müssen, wird
auf 70000. geschahet. Von den eingezogenen kloster - guthern,die sich auf 186512I pfund stcrkings jährlichen einkommens be-lauffen sollen, wendete er einen grossen theil zu aufrichtung sechsneuer Bißthümmer und Cathedral-kirchen, auch Profeßionenauf Academien an. Ein gut theil hat er auch verschencket, oderum ein geringes geld an die vornehmsten familien verkauft,. da-mit sie allezeit die reduction zu vertheidigen verbunden waren.Hierauf erregten sich zwey merckwürdige empörungen, und zwarbeyde an. iz;6. eine in Lincolnshire, und die andere in Dorck^hire, welche aber bald unterdrückt wurden. Desgleichen brachauch in Jrrland eine rebetlion aus , welche des Grafen von K"-dare und fast seines gantzen Hauses Untergang verursachte. D"provintz Wallis wurde unter dieses Königs regierung der Cronevon Engelland incorporiret, und Jrrland an. 1541. zu einemKönigreich, gemacht. An. 154;. gab es einen krieg mit denSchotten) welche, als sie in Engelland einfielen, von wenig En-gelländjfchen geschlagen wurden , worüber sich Jacobus V. vonSchottland dermaßen betrübte, daß er vor hertzeleyd starb. Hen-ricus schlug hierauf eine Heurath zwischen dessen hinterlassenerPrintzeßin Maria und feinem Printzen Eduards vor, um diesebeyde Cronen mit einander zu verknüpfen , welches auch ang«gangen wäre, wofern es nicht der Cardinal und der Ertz -schoff von St. Andrews verhindert hätte; und weil dieses durchanrettzung Franckreichs geschehen, veranlaßte selbiges einen kriegzwischen diesem Königreiche und Engeüand, indem er sich muCarolo V. verband, und die abrede nahm, daß ihre armem bevParis zusammen flössen sollten, um selbige stadt zu plündern, undalles bis an die Loire mit 80000. mann zu fusse und 22000. Mpferde zu verwüsten. Aber keiner agirte dem gedachten Wulstgemäß, und Henricus hielt sich mit eroberung von Boulogne aus/welches er in dem an. 1546. geschlossenen frieden inner acht jäh-ren gegen 800000. cronen wieder zu geben versprach, so auchunter Eduardo VI. an. würcklich geschahe. Letztlich wur-den auch von diesem Könige sechs neue Bißthümmer aufgerich-tet , nemlich Westmünster, Opford, Peterborough, Bristol (Ehester und Glocester,welche noch allesamt, ausgenommen WcssMünster, bis auf den heutigen tag Bifchöffliche sitze sind. Er hat-te sechs gemahlinnen, die erste war Catharina von Aragonstwvon welcher er sich, wie bereits erwehnt worden, scheiden ließ-Die andere war Anna von Boulen,welche er wegen beschuldigt«untreue an. 15; 6. enthaupten ließ. Hierauf vermählte er sich sskfort mit der dritten , Jana Seymour, welche an. i;;7- w/sie einen jungen Printzen Eduardum zur wett gebracht, in der g«burt starb. Die vierte gemahlin war Anna, Hertzogin von C>e-ve, welche aber, weil sie ihm nicht schön genug,, auch MUein leides - gebrechen hatte, unberührt wieder zurück gefthn«ward. Die fünfte war Catharina Howard, des Hertzogs vo"Norfolk tochter, mit welcher er sich an. i;4o.v«mahlte, fo>Uaber, weil sie vor der ehe nicht keusch gelebt, auch, nachdem «cwürcklich mit dem Könige getrauet war, von neuem sollte geftv-l« haben, (wiewol sie doch dieses letzte sehr geläugnet) bald cm-haupten ließ. Die letzte, so er an. 1442. heurathete, war ern«Lords tochter, und allbereit eines andern, nemlich Mylord Etimers wittwe, Catharina Parre, welche sich in seinen wund«"chen sinn wohl zu schicken wußte, und dahero bis an feinIss^blieb; wiewol auch sie einsmals in ledens-gefahr kam, da Ick o>Protestirende religion mit einigem ernst wider den König ^fochten hatte, und ihre feinde Gardiner, Bischofs von Wincwst«, und Thomas Howard , Hertzog von Norfolk, mit den«der damalige Cantzler, und Bonner, Bischofs von LondeN,diesem stück hielten, solche gelegenheit in acht genommen , umvon Henrico eine unterschriebene erlaubnis zuwege gebracht, d«Königin wegen gewissen religions-artickuln den Proceß zuchen ; und ward sie gleichsam durch ein wunder gerettet, als o«Cantzler die Königliche Unterschrift aus seinem sacke fallen mPeiner aber aus ihren Edelleuthen diestlbige ungefehr fände; ma>sen sie dadurch noch in zeiten gewärmt, den König, ohnemelden, daß sie von ihrer gefahr etwas wußte, um verzelv««^der gebrauchten freyheit bat, und sich durchaus also vor d« .selben demüthigte, daß er hernach den Cantzler sehr hart aiilw«sen ließ, als dieser zur bestimmten zeit die Königin, welche e«mit Henrico im garten spatzierte, mit gewafneter Hand im »§fängnis führen wollte. Von diesen seinen gemahlinnen hmauf seinem tod-bethe folgende verse gemacht:
ssbree liste«, tvvoo Nsns, sncl one ssne i veclcleä ;
One 8psnisk, one lutck, anäkour Xnglisk vvives;
Lrnrn Nvoo i «-s« clivore' cl, tvvoo I beheaclecl,
One ä/ä in elnlä-bech snck one ine lnrvive«.
AufTeutsch; Drey Räten, zwey Annen, und eine Nne, freyte ichr eine Spanierin, eine Teutschstevier Engellandtsche weiber. Von zweyen liest ich n«scheiden, zwo ließ ich enthaupten, eine starb «11chen-bethe, und eine überlebte mich. Er starb den 28-«V,4an. 1547. als er sieben und fünfzig jähr alt war, lind hkUAjsa-drey kinder: Mariam,von der Catharina von Aragonien; xbetham.von der Anna von Boulen; und Eduardum VI- vo«Jana Seymour, welche einander von dem Eduards an m ^regionmg gefolget sind. Im übrigen soll auch dieses Königsschlckllchkeit nrcht gantz vergessen werden; Massen gewißer in der Scholastischen Philosophie und Theologie nach 1,j,ner zeit ziemlich beschlagen gewesen, und an Verfertigung 0«--er Dockor Lulhern unter seinem nahmen geschriebenen 0»«?^