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Vierdter Theil. He - Mc.
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bohren, so in Holländischen kriegs-diensten als Brigadier ge-standen , und an. 1706. die regierung über das HertzogthumHolstein-Plön, nach absterben des vörgedachten unmündigenPrintzen Leopoldi Augusti, angetreten. Seine erste gemahlinwar Magdalena Juliana , PfaltzgrafIohannis Caroli zu Bir-ckenfeld tochter , so den 1. nov. an. ,1720. zu Plon nach einemfünftägigen bethlager gestorben; die andere aber, Christian«Charlolta, Fürst Christian Eberhards von Ost-Frießland toch-ter, so an. 1721. zu Braunschweig mit ihm vermählt wurde.Er starb den 2;. jan. an. 1722. ohne männliche erben zu hinter-lassen. Sein bruder Christian Carolus, so den 20. aug. an.1674. gebohren, gieng in Preußische dienste, hat sich an« 1702.an Fräulein Christinam von Atchelberg vermählt, von der erneben Wilhelmina Augusta einen söhn, nahmens Friedrich Carl,Herr von Carlstein zugenannt, so den 4. aug. an. 1706. geboh-ren , und den 15. dec. an. 1722. von dem Könige in Dänemarckneben seiner schwester zu Printz und Printzeßin von Königlich-Dänisch-und Hertzoglich-Holsteinischem geblül erklärt, auch indas Hertzogthum Norburg eingesetzt worden. Er folgte seinesvatters bruder, Hertzog Joachim Friedrichen, in der regierung.Die succeßion wurde ihm zwar von seinem Vetter zu Rethwischstreitig gemacht. Inzwischen belehnte ihn der Konig in Dane-marck mit dem Schleßwigischen Amt Norburg , bis endlich an.1729. Der streit völlig gehoben wurde. Hierauf hat er Norburgdem Könige in Dänemarck wieder abgetreten. An. 17; o- ver-mählte er stch mit Christian« Jrmengardis , Graf Christian!Detlev von Reventlau tochter, welche ihm zwey töchter geboh-ren. Der dritte söhn Hertzogs Joachimi Ernesti, des stamm-vatters der Plönischen linie, Ioachimus Ernestns , wurde den;. octob. an. 16;7. gebohren. Er bekam aus vätterlicher erb-schafft das Amk Rethwisch, gieng in Spanische dienste, und weiler die Catholische religion annahm, wurde er General - Lieute-nant, Ritter des güldenen Vliesses, Admiral von Ostende, Ge-neral über die reüterey in Flandern, und Grand von Spanien,und starb den 4. jul. an. 1700. zu Madrid. Seine gemahlinwar Jsabella Margarelha Francisca , Marquiffn von Wester-loo, des Barons von Petersham Wittwe, von welcher Johan-nes Ernestus Ferdinandus, iö de» 4 . dec. an. 1684. gebohren,und an. 1704. Grand von Spanien worden, er residirte zuRethwisch, und besitzet die Grafschafft Westerloo in Brabant,die er von seiner mntter geerbt. Der vierte söhn Joachimi Er-nesti, des stamm-vatlers dieser linie, war Bernhardus, so den;i. jan. an. 16^9. gebohren, starb den ;. jan. an. 1676. Derfünfte, Carl Heinrich, gebohren den 20. mertz an. 1642. starbden 20. jun. an. 1655. zu Wien. AufNeichs- und Kreis- lägenführt das Hochfürstl. Haus Holstein wegen der theilung zweystimmen , und zwar die Königliche linie eine unter dem nahmenHolstein-Glückstadl, und die Hertzogliche eine unter dem nah-men Holstein-Gottorp. In 1 'eülons aber ist ein unterscheid, in-dem Holstein-Glückstadt, wiewol mit contradiction von Hessenund Würtemberg, unter die sogenannte alternirende Häuser mitaufgenommen worden , Holstein-Gottorp aber, jedoch untereinem Kayserlichen IKIvswrio äs non xriejuäic:inäo, densel-ben nachsitzet. Die lehens-reichung, so ehemals aus besondermxrivllsgio, von den Bischöffen zu Lübeck im nahmen des Kay-sers geschehen , wird zwar seit an. 1544. von dem Kayser un-mittelbar verrichtet, jedoch nicht beyden linien zugleich, son-dern so, daß jede einen besondern aüum vor dem Kayserlichenthron zu celebriren pflegt. Unter den vorzögen der FürstlichenHäuser ist auch das Privilegium äe neu sppsllsuäo , so dieselbevon Maximilian» II. an. 157V. erhalten, welches in liquidenschuld-civilen-injurien-und einigen andern fachen ohn-Iimitirt,jm übrigen aber auf die lummam sppellsbiiem. von 500. Rhei-nischen gülden eingeschränckt ist. Das gemeinsame Land - Ge-richt , dahin die gxpellntioues in dem lande gemeiniglich gehen,und vor welchem auch die hohe Landes-Herrschafft sechsten zuerscheinen pflegt, wird wechsels-weise von jähren zu jähren inSchleßwig und Holstein gehalten; damit aber hierdurch die fa-chen nicht verzögert werden , so sind in Holstein die Quartal-Gerichte angeordnet, welche aus dem Land-Cantzler, zwey Ade-lichen und einem gelehrten Rath bestehet, und die fachen ent-scheiden. Von dem sogenannten Holsten-Land-Recht, folget einbesonderer artickul. Der Adel im Holsteinischen besitzet schönegüther, die mehrentheils allodial sind, jedoch mit dem bedingan die töchter vererben , daß die söhne solche um einen geringenanschiag behalten können. Die vornehmsten geschlechter sindAhlefeld, Blumen, Brockdorff, Buchwald, Bülowe, Damm,Gadendorp, Hatten, Hellen, Höckeu, Kielmann, Magnussen,Meinsdörffer, Pentzen, Petersen, Plessen, Pogwischen, Qua-len , Rantzowen, Ratlowen, Reventlowen, Rumoren, Seh-stedt, Wedel, Wensien, Wisch, Wittorpen, Wonsflethe, Woyen rc.Von der Hertzoglich-Gottorpischen linie siehe Gottorp.

(H/a-riw« Er«, üp.

in rivLell'. kilior. Holsteinische

chron. Spangenb. Schaumburgische chron. Hamelmannsund winckelmanno Oldenburgische chron. Holstein,chron. Danckwerths landes-beschr. von Schleßwig und Hol-stein. topogr. circ. 8sx. inf. introci. in bist.

Lkerson. Limbr. l^IIog. iM. gsnesl. P-108. /Ml-o/. no-

tir. Lroc. Imp. lib. iv. n. 9. p. 262. Europäis. Herold, k. I.leck. II. p. 517. L L. II. p. 7;8. Lünigs Reichs-Archiv, ksrt.fpLL. II. contin. 2. forts. 4. abth. 10. abs. p. i-!4l. Lc. Ge-nealogisches Handbuch.

* -Holstein-Gottorp , (Carolus Fridericus, HerM Äwar der einzige söhn und erbe Hertzogs Friderici von HEI-,Gottorp , und Hedwig Sophiä, Königl. Printzeßin vonSM'den, Konlgs Caroli XI. ältesten tochter, die den 22. dec. ^1708. zu Stockholm gestorben. Den 19. apr. an. 17°°- E-,er auf dem damaligen Fürstlichen residentz-schlosse Gottosv? -

bohren, verlohr aber seinen vatter durch einen unglücklichen m,in dem treffen bey Pintschow in Polen, da er nicht älter oc2. jähr und 2. monate war. Weil er sich nun nicht imst", ^befand, der ihm zugefallenen regierung selbst vorzustehen,' ^nahm der bruder seines verstorbenen vatters, Hertzog CW 7 ,nus Augustus, Bischoff zu Lübeck, die vormundschafft und"ministration der lande, die er auch , wiewol nicht zu stndArem Vortheil des Hochfürstlichen Hauses, bis an. 1717- E,»,ret hat. Unser junge Hertzog befand sich indessen in SclMv flwohin ihn seine Frau Mutter gleich nach seines vatters tooe' §sich genommen, als sie sich dahin gewendet, um die zeit ss-.,wittwenschafft daselbst zuzubringen. Er genoß an dem ELlichen Hofe zu Stockholm unter der aufsieht der Frausowol, als Frau groß-mutter, der damaligen verwittibten Lnigin Hedwig Eleonorä, einer edlen erziehüng , indem er «I ^nur zur gottesforcht und allen Christ-Fürstlichen lügenden,'hj,dern auch zu allerhand nützlichen wiffenschafften und am^gen leibes-übungen angeführt, auch ihm die damals »E-,Staats-reguln des Schwedischen Hofs, und die sitten dEtwn beygebracht wurden. Die administration seinerführte mittlerweile sein obgedachter vetter mit grosser auE'-und klugheit. Er wollte an. 1706. das ehemals an dasRantzau verkaufte Amt Bramstede wieder einlösen, nahmches auch, ohngeachtet der Rantzauischcn prvtestation, inmuste es aber nachgehends dem Kreis-Ausschreibe-Amt L-,questration überlassen. An. 1707. den 10. oct. ließ er bev-m,.ser Josephs die Reichs-lehen in empfang nehmen, an./I^aber den 5. jun. zu Hamburg wegen einiger annoch se'dTravendahlischen frieden unausgemachten Puncte mit derDänemarck einen vergleich treffen. Das 171;. jähr war' ^unglücklich vor das Hochfürstliche Haus, und besondersfern jungen Hertzog. Denn weil gedachtes Haus in dem be-kriege die Schwedische partey hielte,

ligen Nordischen „ _ . .. ._

zu seinem Unglück geschehen, daß, da der SchMdische.^itral, Graf Steinbock, nach erhaltenem siege bey Gadcbulm §seiner armee , die ohngefehr noch aus 14000. mann best"EFdie Holsteinischen lande rückte, und durch die ihm auf dem ^nachfolgenden feindlichen trouppen der Russen, SacknchMKDänen genöthiget wurde, sich nach Gärdingen unter die >der vestung Tönningen zu ziehen, der dasige Commem^BWulff, ihn, zu folge einer geschriebenen ordre, dieervo» ^jungen Hertzoge aus Stockholm erhalten, den 14. stbrum- ^seiner gantzen armee einnehmen durfte. Hierdurch wur^,„Hochfürstlichen lande nicht nur zu einem jämmerliche"platze des kriegs gemacht, sondern solche dem Hertzogegantz und gar entrissen. Der Schwedische Generalzwar nach erhaltenem succurs aus Schweden die feindeaus dem lande zu schlagen; allein, da der »erhoffte st'E,,»^sen blieb, muste er sich den 16. may mit allen seinen Van den König in Dänemarck zu kriegs-gefangenen ergeben ^gautze land gerieth darauf in Königlich-Dänische Hände ,stungs-wercke wurden geschleift, und das schöne residentz ^MGottorp aller seiner Herrlichkeit beraubet. Tönningen glEMt'an. 1714. nach einer langwierigen bloquade an die Dam''

Der Hertzog hatte nunmehro keinen fuß breit land inm' z»der LämilMrgwr selbst sahe sich genöthiget nachretiriren, weil er seiner Bischösslichen lande beraubet w" ye»wie er denn auch an. 1726. daselbst gestorben ist. An. ^

2. febr. wurde unser Hertzog zu Stockholm in beysey» ^Printzen von Hessen-Cassel, jetzigen Königs in SchwedMkEdes geheimen Raths-Lollegü , in den studien und wissav^^l^examiniret, da er denn wegen seiner erlangten profe<stuv>lob davon trug; jedoch das darüber geschöpfte vergnE^^Eihm nicht lange hernach gar sehr verfaltzen, als der too' t l

ter-mutter, die verwittibte Königin, Hedwig Eleonor"i^Eihm mit besonderer liebe zugethan gewesen, auch seit dem ^ ^z,rseiner leiblichen Frau Mutter die meiste aufsicht über Zhung gehabt, aus dieser weit nahm. Jedoch die gm.,^g 7.,rückkunft seines Vetters des Königs Caroli XII. die zu amfolgenden jahrs nach vieljähriger abwesenheit erfolgt' ^diesen Verlust reichlich, weil er das glück hatte,lebhafftes wefen bey demselben in besondere gunst Äi.fl'l»'tung zu setzen, worzu der Baron von Görtz und derHw«'

Rath, die aus dem Holsteinischen in des Königs drenmLst ß 'und bey diesem Monarchen damals in sehr grossen gm' hjclden, nicht wenig beytrugen, als die beständig seineund zu allen zeiten vor ihn und sein interesse das vem^stU,An. 1717. imjan. ließer sich majorenn erklären,zu seyn, die regierung über seine lande, die aber daim"nig in Dänemarck noch in besitz hatte, selbst zu fuhrst ^denselben zu abtretung dieser lande zu nöthigen,. ttzm x-s 7,in Schweden an. 1718. zum andern mal einen einsän 1 ^ ^ Knachbarte Norwegen, wohin ihn der Hertzog neon ^ in ,,Printzen von Hessen - Cassel begleiteten. Bey ChE^ridas eis unter seinem Pferde, als er über einen ström.' ^

dergleichen auch selbst dem Könige begegnete; siebeyde noch von ihren bedienten glücklich gerettet. tm