Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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1038
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sie sich über hals und köpf auf das berg-schloß Carlat flüchtenmuste. Als sie sich aber auch hier einer verrätherey besorgte,und deswegen abermals entwich , ward sie unterwegenS durchden Marquis von Canillac gefangen, und auf das schloß zuUsson geführt. Allein sie fand gelegenheit, den Marquis, dersich in sie verliebt hatte, zu hintergehen, ihn aus dem schloß zutreiben, und sich desselben selbst zu bemächtigen, wie sie esdenn bis an. 160;. inne gehabt. Ob sie sich nun wol solcher gestaltselbst von ihrem gemahl gesondert, dieser auch unterdessendurch absterben ihres bruders zur Französischen Cron kommenwar, wollte sie gleichwol von keiner ehescheidung hören , bisnach der Hertzogin von Veaufort tode, welcher sie ihren platznicht gern einräumen wollte. Denn als dieselbe an. 1599. ge-storben war, suchte und erhielt sie solche bey dem Papst. Weilsie aber doch nach der ehescheidung gern wieder an dem Hoftgewesen wäre, entdeckte sie dem Könige des Grafen von Anver-ane heimliche practicken mit den Spaniern, die sie ausgeforschthatte, und erlangte damit, daß sie an. rSo;. nach Paris kom-men durfte, aüwo ihr von ihrem gewesenen gemahl und des-sen neuen gemahlin alle ehre widerfuhr. Sie starb auch da-selbst den 27. mart. an. 1615. Sie war eine schöne und verschla-gene , dabey aber sehr unkeusche Printzeßin , wie man ihr denngar blut-schande mit ihren brüdern beymessen wollen. So vielist gewiß, daß sie sich zeit ihres ehestands mit vielen liebes-aben-theuren gewaltig beschimpft, daher sie auch ihres gemahls aus-schweifungen so gedultig ansähe, auch wol gar seinen mai-tresscn in kindes-nöthen beystund. Ja selbst in ihrem alter, obsie wol die meiste zeit mit andächtigen Übungen und ftndirenzubrachte, konnte sie doch nicht gantz ohne galanterien bleiben.Man weiß nicht, daß sie jemals Ander gehabt, wiewol von etli-chen behauptet werben will, daß sie einige unehliche zur weitgebracht. Sie hat von ihrem leben bis aufdas jähr 1582. selbstNachrichten geschrieben, welche man nach der zeit gedruckt hat.

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«loges äes Lames illustres. *

Rönrginnen von Schottland;

* Margaretha, Königin von Schottland, eine enckelin Ed-munds II. Königs von Engelland, und tochter Eduards, dervon Canuto ums Reich gebracht ward. Sie kam aus Ungarn,wohin sie vor ihren feinden geflohen war, nebst ihrem bruderEthgaro Adelingo an den Hof des Englischen Königs EduardsIII zurück, der sie an Malcolmum lll. König von Schott-land , vermählte. Daselbst lebte sie in grossem ansehen, undin guter Vertraulichkeit mit ihrem gemahl, daher sie auch durchdie Nachricht von seinem an. 109;. erfolgten tode dermaßenbetrübt ward» daß sie vor kummcr noch in selbigem jähre am, 6 . nov. starb. Sie war eine sonderliche gutthäterin der ar-men , wie sie denn täglich über zoo. armen in eigener personbediente, und ihnen die speisen auftrug. Sie pflegte vor Osternund Weihnachten, 40. tage lang sehr streng zu fasten, übteauch andere buß-wercke sehr fleißig. Als man an. 1251. ihrereliquien von ihrem ersten begräbnis-orte in ein anders bringenwollte, und sie vor ihres gemahls, Malcolmi, grab vorbey trug,konnte man sie von derselben gegend nicht weiter bringen, bisMalcolmi leichnam auch ausgegraben, und mit ihr transfe«rirt wurde. Ihr Haupt ward an. 1627. nach Douay in denNiederlanden gebracht. Jnnocentius IV. canonisirte sie im22;r. jähre, und setzte den 19. jun. zu ihrem verehrungs - tagean, weil an solchem die translation geschahe. Nachgehendsward solcher auf den rc>. jun. verlegt, V«»,?»»-»«,. Lar//er,vies ckes 8amts.

* Margaretha, Königin von Schottland, war eine tochter

Erichs, Königs von Norwegen, und Margarethä, welcheAlexanders III. Königs von Schottland tochter gewesen. Ver-möge der groß-vätterlichen Verordnung, sollte sie, nachdem ihreMutter bereits todes verblichen, an. ir8;. in Schottland succe-diren. Aber die Reichs-Stände verlangten sie nicht, und ihrvatter meldete sich ihrentwegen nicht eher, als an. 1289. dadurch seine bemühung der Konig Eduard I. von Engelland dieSchottischen Stände vermochte, sie unter gewissen bedingungenals Königin zu erkennen. Bald daraufward mit einwilligunggedachtes Stände zwischen ihr und des Eduards Printzen glei-ches nahmens eine ehe-verbindung gestiftet, aber die Printzeßinstarb, kurtz nachdem sie aus Norwegen abgereiset war, unter-weges aufeiner insul. Kitt. wm. III.

Margaretha , Königin von Schottland, gebohren an.1490. Sie war eine tochter des Königs von Engelland Hen-rici VII. und Elisabethä, deren vatter Eduardus IV. gleichfallsKönig von Engeüand gewesen. Den 2;. jan. an. i;o;. wardsie mit dem Könige von Schottland, Jacobs IV. durch einenGevollmächtigten vermählt, und brachte demselben 10000.Pfund sterlings als eine mitgäbe zu, dagegen ihr 2000.zu ihrem leib-gedinge versichert wurden. An. i;i;. vcr-lohr dieser ihr gemahl die schlackst in Floddenfield gegen die En-gellander , und zu gleicher zeit sein leben, nachdem er sie vorherzur Regentin und vormünderin des mit ihr erzeugten und da-mals nur zweyjährigen sohns, Jacobi V. ernennet hatte. DieSchottländer, welche vorher noch niemals eine frau hatten übersich herrschen lassen, bestätigten diese Verordnung, gaben ihraber gleichsam zum Mit-Regenten Jacodum Beton , Ertz - Bi-schvff von Glasko und Cantzler, nebst dem Grafen von Hunk-

ley, von Angus und von Aran. Ihr erstes war, daß sie ^Königreiche Schottland von ihrem bruder, dem KonigeSei-co VIII. von Engelland, friede zuwege brachte. Hiernach!«,"kaum 6. monate nach ihres gemahls tode verflossen waren, «tzheurathete sie sich wieder an Archibaldum Duglas, Gratvon Angus, einen von den grösten Herren in Sck>otuA-/Bey ihren Unterthanen verursachte dieses ein allgemeinesvergnügen, zumal da dieser neue gemahl sie bey der gewa» ^ner Regentin zu erhalten suchte, ungeachtet sowol Jacob«''testament, als der Stände einwilligung, sie aufden M e»'neuen Vermahlung davon ausgeschlossen hatte. Alexanderme, Groß-Cämmerer, formirte gegen solche prätensio» "starcke partey, da es denn auch endlich so weit kam, dav^hann Stuart, Hertzog von Albanien, von dem Schou»Parlemente zum Regenten erkläret wurde. Dieser ward o»den Lord Hepburn, Grafen vonBothwell, sowol wider ".Grafen von Duglas, als wider den gedachten Hume gerUweswegen diese beyde sich vereinigten, und den jungen K0''AIacobum V. unter dem vorwande, daß ihm der neuenach dem leben und nach der Crone stünde, heimlich nach ^gelland zu bringen anstatt machten. Allein der HerWAlbanien bekam Nachricht davon, und schickte sowol den 1 uns :König, als dessen mutter auf das schloß zu Sterling. W>cwer sie nun beyderseits daselbst genau bewachen ließ, so fand"noch der Graf von Duglas ein mitte!, seine gemahlin davon^führen. Er flöhe mit ihr in Engelland, blieb aber auf oft ^Henrrci Vlli. in Northumberland, aüwo bald hernachmahlin eine tochter gebühr. Hume war zugleich mit ihnenwichen, ließ sich aber so treuhertzig machen, daß er wiederrück kehrte, da er denn als einer, der an dem tode Jacob'häursach gewesen, ingleichen wegen vieler concnßionen, » ^seinem bruder enthauptet ward. Nach ihrer Niederkunft'i;i6. kam Margaretha nach Londen , allwo zu gleicher Mschwester Maria , so an den König Ludvvicum XII. von -ftw'reich vermählt gewesen, sich einfand; da denn ihr bruderricus VIII. ihnen beyden zu ehren viel freuden-feste an»".'..,

An. 1519. gieng vermöge der tractaten, welche jetztge*- ^Henricus VIII. mit Francisco I. geschlossen, der HertzogAlbanien zurück in Franckreich, und überließ die Regen« §stelle von neuen der Konigin Margaretha, welche auch desnH^mildem Grafen von Duglas wieder in Schottland kam.gen einer jungen Schottischen Dame ward sie auf diesengemahl eifersüchtig und zugleich so sehr auf ihn erbittert» ^sie an. i;2i. wider ihres bruders willen und interesse, U-rückberuffung des Hertzogs von Albanien vermittelte,den die administrativ» des Reichs übergab, und bey demordentlich verlangte, von dem Grafen von Duglas E-Mzu werden. Hierbey gründete sie sich auf ein gerächte, oT.yj,gemahl Iacobus IV. nicht sollte würcktich in der FloddeMsehen schlackst geblieben, sondern noch unbekannter weise a»^den seyn. Ihr bruder hintertrieb dieses mal solche eyei^düng, konnte aber nicht verhindern, daß nicht der HerM^Albanien den Grafen von Duglas nebst dessen bruder aus 7^Königreich Schottland verbannet hätte. Zu ausgang des«^-r; 22. gieng dieser Hertzog in Franckreich, um von dann«« ^der Engelland hülffe zu holen, brachte auch solche das fo's^jtjähr, gieng aber, nachdem Margaretha einen stiWNv ^Engelland zuwege gebracht, abermal in Franckrelch- Mwahrender dieser feiner abwesenheit ließ Margaretha wE.^zusage, so sie ihm vorher gethan, an. 1524. den jungenvor mündig erklären. Bald daraufkam der Graf von -U^e»nebst seinem bruder wieder in Schottland, fand aber ftw"mahlin noch immer so ergrimmet, daß sie durchaus ruck»» - sieihm wissen oder hören wollte; ja es fehlte nicht viel, "hät-nicht die Gesandten ihres bruders, der sich seiner annahm«^ ^te in arrest bringen lassen. Weil sie sich auch ebendaw"die gute gestalt Henrici Stnarts verliebt hatte, welcheraus einem hohen Hause, aber ohne vermögen und ohneehren-amt war, so vermehrte sich ihr haß gegen denvon dem sie endlich zu Rom (oder wie Leslev sagt, d»^MErtz-Bischoff von St. Andrews) geschieden ward, ei»sie den gedachten Henricum Stuart, welchen Jacob»» Emae zeit hernach zum Großmeister von der artillerrewurcklich heurathete. Sie und Duglas formirte» tz" ^rivzwey factionen, welche die person des jungen Korns» «Mfolglich die Verwaltung des Reichs, gleichsam »m b"einander aus den Händen zu reisten suchten, wobey§y.meistens die oberhand behielt. Unter andern erlebe ,hä,1526. bey Linlithquo die tronppen der Königin Mars ^V>welche ihr neuer gemahl commandirte; als aber Js"ein mitte! gefunden, an. 1527. aus seiner gewatt r»men; berief er ein Parlement, welches den D»w"»seiner familie proscribirte. Durch die macht, weicyein den Händen hatte, nöthigteer diesen seinen Konssr^Eeinen stillstand auf fünf jähr mit ihm eingehen muste,, Vltz'sich aber nachgehends in Engelland, allwo ihm Hc"A,cobi v-eine ansehnliche pension gab, bis man ihn nacy^o«tode in Schottland restituirte. Die Königmstarb an. 1440. und ward in der Carthäuser - kE--yMbegraben. Durch sie bekam ihr ur-enckel, Jacob»» ^ E»dem absterben der Königin Elisabeth das recht zu der ^gelland. Oe , Kitt. ckünZlet. tom. I. ?' I,r;;. iL7- »Z4- 4Z». Mw