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sich sonderlich in einer conferentz auf die Maxime ihrer vorfah-ren , daß die verborgene fehler der Fürsten verheelet, die zwei-felhafften zum besten ausgelegt, und ihre öffentliche gebrechen,so ferne als sie nicht den ruin des gemeinen Wesens nach sichzögen, mit gedult ertragen werden mästen. Da sie nun untersich selbst uneinig waren, konnten sie leicht gedämpfet werden,wobey Rizio den Vorschlag that, daß man ihre güther confisci-ren sollte, und daß die Königin etliche von den vornehmsten desAdels hinrichten lassen, und eine garde von auslandern haltenmöchte. Indem aber dieses Rizio ansehen täglich wuchs,erlosch in der Königin ziemlicher Massen die liebe gegen ihren ge-mahl, welcher auf des Rizio einrathen unter einem gewissenvorwande vom Hose weggeschickt wurde. Desgleichen setzte dieKönigin in allen öffentlichen schriften oder patenten ihren nah-men vor ihres gemahls seinen, und Rizio muste mit einem ei-sernen siegel des Königs nahmen auf die proLlsmationes dru-cken , welcher inzwischen mitten in dem härtesten Winter nebsteinem kleinen gefolge an einen weit entfernten ort geschickt wor-den. Wie nun also die Königin dem Rizio gar zu ohnfehlbarezeichen einer gegen ihm tragenden sonderbaren affection an dentag legte, und der König den ärgerlichen Umgang , den sie miteinander hatten , gar leicht mercken konnte, so entschloß er sich,diesen bnben aus dem Wege zu räumen. Zu solchem ende ver-söhnte er sich mit dem Adel, welchen die Königin auf des Rizioeinrathen in der nächsten Versammlung in die acht zu erklärenwillens war, ohngeachtet ihr die Französische und EnglischeAbgesandten das gegentheil riechen, indem sie vorher sahen, wassür traurige folgen diese sache haben würde; allein Rizio war sohochmüthig worden, daß,als die Königin in Schottland einstenseinen briefvon der Königin in Engelland las, worinn selbigeihr in diesem Handel einen heilsamen rath ertheilet, er sie nichtweiter fortlesen lassen wollte, vorgebende, daß sie schon genugdavon gelesen hätte. Nachdem der König und der mißvergnüg-te Adel einige auf Rizio tod zielende artickul unterschrieben, undder König sich selbst vor dieses wercks urheber bekannt und un-terzeichnet hatte, gienqen sie in der Königin gemach hinein, alssie nebst der Gräfin von Ärgste, ihrer natürlichen schwester, unddem oft erwehnten Rizio des abends tafel hielt, und holten denletztem mit gewalt heraus, da er denn von ihren dienern mitvielen wunde» ermordet wurde, wiewol wider des Adels ab-sicht, gestalt sie willens waren, ihn öffentlich aufhcncken zu las-sen. Da sich nun darauf ein tumult erhub, und den bürgerndie Ursache dessen unbekannt war, kamen sie hauffemweise aufdas schloß gelauffen , allwo der König aus dem fenster zu ihnenredete, und ihnen sagte, daß sowol er als die Königin noch ingutem zustande sich befänden,Rizio aber auf seinen befehl hinge-richtet worden wäre, worauf sie wiederum weagiengen. Dadieses geschehen , schalt die Königin auf Patrick Ruven, wel-cher zunächst dem Könige mit in ihr gemach kommen war;allein derselbige sagte ihr ins gesicht rund heraus, daß sie in öf-fentlichen angelegenheiten , woran des Reichs Wohlfahrt hien-ge, den Adel und nicht verlanffene kerls um rath zu fragen hät-te ; gestalt die Schotten nicht durch den willen eines einigenmenschen, sondern nach ihren gesehen und nach dem willendes Adels regieret werden müsten. Hierauf stellte sie sich, alswenn sie wider diese antwort nichts einzuwenden hätte, bisdie leibwacht sich vereiniget hatte. Alsdenn gieng sie durchbeystand einiger von dem Catholifchen Adel fort, nahm denKönig mit gewalt mit sich , und brachte es dahin, daß ersich von der an dem Rizio begangenen Mordthat ausschlies-sen, hingegen wider alle diejenigen, so damit zu thun gehabt,eine proclamation heraus geben muste, worauf einige vonden gemeinen gestraft wurden, da immittelst die grösten undvornehmsten sich aus dem wege machten. Ferner ließ sieauch den Rizio in das Königliche begräbnis legen, ihrenqemahl aber hielt sie nicht allein sehr verächtlich, sondernvedrohete ihn auch mit allerley harten Worten. Da nundiese Zerrüttung ein wenig gestillet war, kamen die beydenGrafen von Ärgste und Murray wiederum in gnaden, unddie Königin gebahr den iy. jun. einen Printzen, so nachqe-hends Jacobus VI. genennet wurde. Gleichwie sie aber bis-hero wenig merckmale einer gebührenden Hochachtung gegenihrem gemahl von sich spüren lassen, also verachtete sie nun,da ihre fachen in einem etwas bessern zustande sich zu finden be-gunten, denselben mehr, als zuvor je geschehen, und ver-sagte ihm alle eheliche Pflicht, da unterdessen Jacob Herburn,Graf von Bothwell, ihr Hertz besaß , und alles regierte, wiesie denn auch sich mit ihm heimlich auf das schloß Alway begab,da immittelst der König sich nach Sterling retirirte. Daraufwar sie bemühet, sich von diesem scheiden zu lassen, als sie abersahe, daß solches nicht angehen wollte, wurde ein anschlag ge-macht , den König hinzurichten, worinnen sich Bothwell alsdas vornehmste werckzeug den 10. febr.an.1z67. gebrauchen ließ.Nichts destoweniger aber wurde durch eine politische list alleschuld dieser Mordthat auf den Grafen von Morton und Murrray geschoben, welchen letzter» Bothwell aus dem Wege zu räu-men sich entschloß. Als der Graf von Lennox, des Königs vot-ier , wie auch sonst iederman Bothwelln anklagte, und der andem Könige verübten Mordthat beschuldigte, vertheidigte sichselbiger dargegen vor einem unrechtmäßigen gerichte. Nachge-hends machte er geschwind mit der Königin Heurath fort, stell-te sich, als ob er sich derselben mit gewalt bemächtigte, undführte sie also mit sich hinweg, worauf der Adel zu ihr schickte,
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und sie aus seinen Händen zu erlösen versprach ; allein siete solche erlofung nicht annehmen, sondern Bothwell eryvon ihr wegen seiner entführung und an ihr begangenen»waltthätigkeil , wie auch für alle seine andere, dost thu(worunter des Königs mord, obwol nicht ausdrücklich vew ^met, begriffen war) pardon. Zwar wurde ihm wegen »scheidung von seiner ersten gemahlin einige schwierigken »macht, er half sich aber dadurch, daß ihn dieselbe vor einedeswegen angestellten gerichte des ehebruchs beschuldigen manklagen muste. An dieser Vermählung hatte jederman einsolchen abscheu, daß kein ausländischer Abgesandter selbige n .seiner gegenwart beehren wollte. Als nun der Adel sahe^ .der junge König in gefahr war, beschloß er ihn mit gejaw»Hand zu beschützen, so daß es hierdurch zu einer offenesruptur kam, und ein krieg entstund , worinnen Bothweuschlagen, und die Königin gefangen wurde. Da es nun «Bothwelln so mißlich stund, und selbiger der Königin gewoyliche leichtfinnigkeit erwegte, schickte er einen von seinen " .trautesten dienern auf das schloß Edenburg, ihm von dannein klein kästlein zu holen, worinnen alle intriguen von ihrer nund dem Königs-mord unter der Königin eigener Hand m.vmbriefen enthalten waren, die zwar Bothwell auf der Koms--befehl, so bald er sie gelesen, verbrennen sollen, aber m» 0 zaufgehoben hatte, weil er meynte, man könnte ihm dlM" ^nicht beykommen, solange er zu erweisen vermöchte, das".Königin daran theil hätte. Allein da der Gouverneur vschlosses dem Adel solches zu wissen gethan hatte, nahmen >den boten samt dem kästlein hinweg, und kamen also ymden gantzen Handel. Nach diesem redeten ihr die Standedaß sie ihre sache von Bolhwells seiner absondern , und nun .bigem, als dem Mörder ihres gemahls , nichts mehr zu E'fen haben sollte, versprachen dabey, wofern sie dieses tyaihr treu und gehorsam zu verbleiben ; allein da sie sich amweigerte, wurde sie letztlich gezwungen, die regierung .jungen Printzen zu übergeben , welchem sie die vornehmstenIAdels an. 1567. zu Gouverneurs oder Hofmeistern zuordne 'Ihr natürlicher bruder aber, der Graf von Murrav, wmnach seiner zurückkunft aus Franckreich zum Regenten erw ^let. Im folgenden Parlement wurde der Königin fachesucht, und durch die aufgefangenen briefe öffentlich erwieu ,daß ihr gemahl auf ihr anstiften ermordet worden. Hle-"nun wollten zwar einige, daß man sie nach der höchsten .der gesetze abstrafen sollte; allein man beschloß endlich em»thiglich, daß sie deshalben nur aufewig gefangen gesetzt wensollte. Wie sie nun nachgehends aus ihrer gewahrsame emihen war, ergriff ihre partey die Waffen, wurde aber wunibarlicher weise geschlagen, worauf sie ihre zuflucht in Engen» ^nahm, von wannen Elisabeth einige Abgeordnete in Schoru» ^schickte, um von der Königin Maria sache völlige und gewNachricht einzuziehen, welche sie auch dermaßen erhielt, >.sie von der Schottländischen Stände verfahren nicht übntheilen konnte. Als nun diese unglückselige Fürstin naMhends sich mit dem Hertzoge von Norfolk in eine correspmweingelassen , welcher vorhatte, sie zu heurathen , die Kon'vElisabeth aber hinzurichten , und die Englische Crone auf im ^köpf zu setzen, beschleunigte dieses den bekannten und lammechen ausgang ihres lebens, da sie nemlich um besagter co>»^ration willen den 18. febr. an. i zg?- aus dem schlösse A ^ringay nach einer achtzehenjährigen gefangenschafft enttM^wurde. Sie war ohnstreitig die schönste Printzeßin zu lvecr °und sehr fertig in der Lateinischen spräche, worinnen ste ^schiedliche reden hielt, wie auch eine grosse liebhaben» dersie, und darinn nicht unerfahren, .stürtzte sich aber durcy ^re inclination zu den Guisen, die alles ihr thun regierten,,verderben. Zwar längnet Camdenus ihre strafbare ltevcs-c>del beständig, will auch nicht gestehen, daß sie an der en»düng ihres gemahls schuld gehabt habe, und beschuldigt vao,Buchananum, aus dessen schriften diese Nachricht genom' ^einer Parteylichkeit; allein es folgte ihm gleichwol hier' ,nicht allein Tbuanus, ohngeachtet selbiger ein Catholicr ^sondern auch Melvil, der an den Schottischen Staatsdieser zeit grossen antheil gehabt, Knox und andere, w.wn, ^zu einer zeit lebten. Über dieses berichtet 0 . Burnet mreflexivnen über Ar. Varillas, daß, als Thuanus sich ?Ahen,beklagt, daß Camdenus von diesem Handel anders geicyn sichals er selbst von ihm berichtet worden; dieser gelehrte manalso entschuldiget, daß er nicht anders thun dörfen, wen ' §allein der Königin Mariä söhn, Jacobus VI. dasjenige,^,er davon geschrieben, durchgelesen, sondern es auch demfen von Northamvton, des um der conspiration wm^ <^erhaupteten Hertzogs von Norfolk bruder, gegeben , m ^darinnen, was er gewollt, geändert habe. Damit avigleichen ins künftige nicht mehr geschehen möchte,haves.'ponmsmoirss Thuano zugeschickt, dessen söhn in Engeua ^dem Könige Jacob» um deswillen sehr hart trackirel ^
, memoires Lc. v. restexicms fürt
rillas. lull. ä'llnglet.
Römginnen von Ungarn und Böhmen' ^
U!aria , Königin in Ungarn , war eine tochter Ludov ^lVlLZm, Königs in Ungarn, und schon bey lebzeiten ihresmit Kayftrs Caroli IV. söhne Sigismundo, dazuma» AB»