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Vierdter Theil. He - Mc.
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1058
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Franckreich geführt, aklwo man ihm durch absonderliche hier;»verordnete Richter im may an. i6;r. den Proceß machen/ undden köpf abschlagen ließ. Seine freunde haben vorgegeben /es habe ihn blos der Cardinal Richelieu / wider welchen er feiteinigen jähren mit der Königlichen Frau Mutter unterschiedeneanschlage gemacht / feiner mache aufgeopfert. Andere hingegenbehaupten, daß zum wenigsten die wider ihn vorgebrachten be-schuldtgmige» wegen vielfältiger in feinen bedienungen begange-nen Ungerechtigkeiten und Verwahrlosung der Königlichen ange«legenheitenchie er sonderlich im Italiänischen kriege/um den Car-dinal desto leichter zu stürtzen / gehindert / nicht ohne gründ ge-wesen. So will auch von feinen Verdiensten nicht durchgehendswohl geurtheilet werden/ indem man ihm zwar in turnieren undleibes-übungcn eine besondere gefchicklichkeit/ in wahren kriegs-verrichtungen hingegen weder verstand noch hertzhafftigkeit ge-nug zugestehet / gestalt er sich denn / sonderlich in der belagerungvon Röchelte / gar schlecht soll aufgeführt haben / auch in demtreffen bey Pont-6s-Cs, da er auf selten der Königin das ober-commando gehabt/ nach dem zeugnis beyder theile die anstatt/welche er gemacht / so schlimm gewesen / daß sie nicht schlimmerhätte seyn können. Es wird dannenhero der erlangte Mar-fthalls-stab nicht sowol für eine delohnung seiner dienste / alsfür eine von der alten Königin und seinem bruder erzwungenefache angesehen. So schreiben auch einige / daß Henricus IV.gar wenig auf ihn gehalten / und ihn zuweilen seine Verachtungdeutlich mercken lassen. Er hatte sich in ein Fräulein aus deralten Königin ihrem frauenzimmer/ die mit dem Hause Medicisverwandt war / verheurathet / dadurch er fleh des beystandesder gedachten Königin versicherte. Seine frau starb / ohne lin-der von ihm zu haben / währenden seines arrests für Verdruß.

bitt. 6es 0 Kielers Le. O« aVa/le/cr, oblervnt. für la vle 1»

eonciannatloii 6s Älarillse. A/zz'/e. *

* Marillac / (Michael) Herr von Faget / Siegel-Bewah-rer von Franckreich / war der dritte söhn Wilhelm; Marillac/. Herrn von Ferneres / den ihm seine erste gemahlin / MariaAligret / an. i;6;. den 9. oct. zu Paris gebohrcn hatte. Erwurde an. 1536. Parlcments-Rath, an. 159;. Requetenmei-ster/ und an. >624. Staats-Ralh/ und Intendant der Finan-jcn. Weil er flch dem Cardinal von Richelieu in allen dingen/sonderlich in der gegen den Marquis von Chalais niedergesetz-ten Commißion / davon er Präsident war / gefällig erzeigte;so bekam er an. 1626. den i. iun. zu Paris aus den Händendes Königs die siegel. Allein wie die verwittibte Königin / Ma-ria von Medicis / mit dem Cardinal zerfiel / verließ er dessel-ben partey gleichfalls / und bemühete sich eifrigst / denselbenvom Hofe zu entfernen; sahe sich aber an. i6;o. den 12. nov.den tag nach der sogenannten journee 6ss 6uxss, genöthiget,die siegel niederzulegen. Er ward hierauf gefangen auf dasschloß zu Caen / und von dar auf das zu Chateaudun gebracht/woselbst er an. i6;2. den 7. aug. das zeitliche gesegnete. Seinleichnam wurde von bar nach Paris abgeführet / und in seinerbey den Carmelitern in der Vorstadt St. Jaques befindlicheneapelle beerdiget. Er war ein frommer mann / führte ein ex-emplarisches leben / und half nicht wenig dazu / daß -er Car,mcliter-orden in Franckreich aufenthalr fand. An. 1627. hater eine saiymlung von gesehen und Verordnungen heraus ge-geben / welche insgemein le Lo6s Nick-M genennet wird.Ausser diesen hat er auch an. 1625. eine sammlung seiner Poe-sien / die in einer Übersetzung der 150. Psalmen / und verschie-dener seiner eigenen geistlichen gefangen bestehen / zu Parisausgehen lassen, Kilt. Zenssl. wm. VI. p. 5^4.

Ott Kilt. 6es Lkanseliers p. 776.

Kilt. tom. IV. , mslanges rom. V. V'-rs» 6« Vr/l/ec,

ksrrmlls kräng.

Marimont / ein Königliches lust-schloß in der Niederländi-schen provintz Hennegau , an dem fluß Haine / andcrthalbe mei,je von Binch / welches die schwester des Kaysers Caroli V. Ma,ria / verwittwete Königin von Ungarn / und Gouveruantinvon den Niederlanden / aufbauen / und nach ihrem nahmennennen lassen. Der König von Franckreich / Henricus II.ließ es an. iz zH in die asche legen / weil nicht lange zuvordie Niederländische trouppen mit seinem schloß Folembray /in der Picardie / zwischen Noyon und Laon / eben also um,gegangen waren. ^2^^, Kilt. 6s krgnss tom. II. p. 1090.

Marinella / oder Marinelli / (Lucretia) eine. Venetiani-sche Dame, hat sich durch ihre gelehrsamkeit bekannt gemacht,und unter andern schriften In Xobilitä s LksssIIenM 6ei-le vonns con li äilserti e MLncsmenti 6s gli Huomini, her-aus gegeben / darum sie zu behaupten sucht / daß das weib.jiche geschlecht dem männlichen in der gefchicklichkeit nicht nurgleich komme / sondern auch selbiges weit übertreffe. Es istfolches an. 1601. zu Venedig in 4. gedruckt worden.

Marineilo, (Johannes) ein berühmter Italiänischeräisus V der im XVI. lseculo sehr bekannt gewesen / und überden Hippocratem überhaupt und dessen öpkorilmos einenOommenwrium verfertigt / wie auch andere tractate vom sie-ber und von der Pest, und Is Neäicins pgrtinsnti nlls In-fermitä 6elle llonne verfertiget,

* Marmeus, (Lucas / oder wie er sich nachgehends nennete/Lucius) ein Sieilianer , ist sowol wegen seiner gelehrsamkeit,

mar

als ber.ungemeinen Verdienste gegen Spanien berühmt. ^lebte zu ende des i;. und im anfange des 16. iahrhunvrund legte den gründ seiner studien in seiner geburts-stavl ^Giovanni 6i Btdini / mit solchem eifer / daß seine cltcen, ^ihn gäntzlich davon abzuhalten sich bcmüheten / nichwmochten / ob sie ihn gleich dißfalls ohne alle hülsse liesieN' -kam aber bald darauf nach Catanea / und nach vcrßttMMiVnes jahrs zu Johann Naso von Palermo / der ihn in der *teinischen spräche / wie Jacob Mirabelia in der GricchÜMmit gröster sorgfalt unterwiesen, worauf er sich »ach Rvwgeben/ und die beredtsamkeitnebst andern wissenschafften ^dem Pomponio Läto und Sulpitio erlernet. Alser>um> ,eine gute zeit hier aufgehalten / berufte man ihn nach vhmo / die wissenschafften daselbst zu lehren / so er auch ^mit grossem rühm verrichtet / bis er sich endlich im jährbereden ließ / nach Spanien zu gehen/ und daselbst einglück zu suchen. Ob er nun gleich zu Palermo kernen mgel hatte/ so ward er doch in seiner Hoffnung nicht bM»« .Er Kam noch zu einer solchen zeit in Spanien / da dre ^senheit durchgehends herrschte / und fand dahero gcnugiamrlegenheit seine gefchicklichkeit zu zeigen. Gleich cmtMM ^gab er sich nach Salamanca zu dem Antonio Xekrillen», ,

welchem er sich äusserst angelegen seyn liesse/ dieBarvmrv^vertreiben / demnach lehrete er sowol die Grammatrc, w ^Oratorie und Poesie / und zog viel gelehrte leuthe., D-rnrg Ferdinand/ und seine gemahlin Isabella beruften ihn vu ^nach Hofe / damit er sowol ihre Geistliche als die jungenleuthe in der Lateinischen spräche unterrichten sollte, wemver auch mit so gutem fortgang that / daß viele standcs-pe >nen lust bekamen / die Poesie und Oratorie zu begreiffen'König selbst aber ihn gantz ausserordeuklicher gnadente. Unter andern erhielt er von demselben die Abtey Ss-riä 6e Bardonaro in Siciiien / die er aber erst nachan. i?ic>. in besitz bekommen / und an. 1525. mittung,Caroli V. wiederum aufgegeben. Ferdinand ertheilauch wegen der damals von ihm angefangenen SpannHistorie den titul eines KliiwrioZwpKi, und nahm ihn a>- > ^nen Hof-Caplan mit sich nach Neapolis / daher einigebriefe von diesem ort datirt sind. Er blieb auch nmir ^bey Carolo V. in der würde eines Hof-Caplans / Andern ^de ferner auch von selbigem zum Lsnoniso der Palerw' ^sehen Archen und Lbb»rs Lommsnüutorio 8. ßo-imus umicis gemacht. Als er nun bey nahe ;o. jähr dem EKönigreiche vortrcfliche dienste geleistet, starb er envnws^.das jähr und hinterließ folgende schriften: 1.) ^

6ikus ÜispLniL lik. VII. 2.) 6s LrsßoniT Kegikusrum Kerum xstkirum Xsrrrltions . Üb. V. Saragossa i V

fol. so Johann von Molina ins Spanische übersetzt, ^

1^24. in sol. z.) 6s Keims UisvAnicS memorsblkv ^

XXII. Alcala 1;;;. Franckfurt 1 z?9. in fol. 4-) L?,.)rum klmiiisrium lib. XVII. Valladolid rzl4. wLsrminum lik. II. ib. 6. ) 6e karsis lib. I. ib. 7- ^tiones vsriss; 8.) 6e Loikorum in üispsnisln gäventu, ?in 8. 1597. u. a. M. in diki. Wco/.

Hich. ^ko»Zr/o^ , Kibl. 8icula.

* Marinier , (Anton) befand sich im jähr 1546. mit am ^allgemeinen kirchen-versammlung zu Trident, und war / i ^Punct von der erb-sünde aufs tapet kam, und iniondcryc"/ ,g,der H. Augustinus hiervon für gedsncken gcheget, der

daß er in diesem stücke zweifelhafftia gewesen zu seyn '^ß dieda er in seiner schrift wider den Iulianum srsctzel,

Inst fünde wäre, in seinem briefe an den Grafen Bonn Ar-aber dieselbe für keine fünde, sondern nur für die uriaw ^selben ausgegeben , und in seinem wiederholten gurawvon gar nichts gedacht hätte, folglich diese fache jhMglaudens-artickul gehalten haben müste. Allein mA.? Mc/zur antwort, daß Augustinus zweyerley lüste gelcyr"die vor der taufe vorhergienge, und die andere, w ambe folgte, die erste wäre eine Widersetzlichkeit WenGOttes, und diese sey stündlich , die andere aber mun^ve;die geböte, und sey die Ursache der volldringuiig PI i^heodaß er die böse lust für fünde gehalten habe muiftE^ffkaber auch überzeugt gewesen wäre, daß dieselbe durcyder taufe gelilget wurde. ,

* Marinis , (Leonhard6e) war aus einemakett« ^il»nuesischen geschlechte gebohrcn, und ein söhn des Marw ' j^splCasa Maggiore. Er kam auf die weit an. 1aw

Chio, und trat sehr jung in den Dommicaner-orven.

ordens-brnder trugen ihm nach und nach verschWcstellen auf; endlich gab ihm der Papst Paulus IU- *iutorey des Bißthums zu Perugia. Dessen uachsow s.Julius III. wlderrufte dieses, und machte w ^ y,i!>mart. an. i;;o. zum Bischoffe von Laodicea wzum 8ussrsx!meo des Cardinais Herculls von Gouz ^„gjcl-eucher Bischoff zu Mantua gewesen ist. Von dem . SpMPapst ward er zwey jähr hernach als ^unuus n /nien zu Carolo V. geschicket , und hatte das glua^^p,eseine Vermittelung und ansehen viele strettiMten / ^ jhcM

Spanischen Bischöffe theils unter einander, ' h^cc-kirchgenossen hatten, beyzulegen, wodurch er /der PW,langte. Auf der andern feite aber >var er so lehram^lichen partey, -aß es sich mit dem Hof-interesse mcy