Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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kractaten mit dem Könige in Spanien , verglich an. 1609. in-terims-wcise Churfürst Johann Sigismunden zu Branden-burg und Pfaltzgraf Wolfgang Wilhelmen zu Neuburg wegender Iülichifchen fucceßion persönlich zu Dortmund, wohnte an.r6n. dem Chur-Sächsischen und Brandenburgifchen Conventzu Iüterbock , und an. 1612. des Kayftrs Matthia crönung zuFranckfurt am Mayn, wie auch an. 1614. dem erb-verdrüde-rungs-convent zu Naumburg, zwischen den Häusern Sachsen,Brandenburg und Hessen, bey. An. 1615. schickte er seine Ge-sandten zu beylegung des Braunschweigischen krieges , und ließsich auch sonsten zu entscheidung vieler unruhen hin und wiedergebrauchen , gleichwie er sich selbsten mit dem Churfürsten znMayntz , Bifchoff zu Paderborn und Abt zu Fulda , wegen ei-niger grentz-streitigkeiten verglichen. In feinem lande richteteer viel neue schlösser und gebande auf, hielt einen sehr prächti-gen Hof, und machte sonderlich seine Fürsten - schule zu Casselsehr berühmt, weil er selbst kein bedencken trug, die Gräfliche undadeliche jugend mehrmals in wissenschaffken zu unterrichten.An. 1620. trat er von der oben gedachten nnion ab, und an.1621. nahm er den Grafen von Waldeck ihr land, unter demvorwande, daß sie die lehn bey dem Kayser und nicht bey ihm ge-suchet, ferner in grosser mißhclligkeit mit der stadt Corbach leb-ten , und endlich in dem verdacht wären, daß sie heimlich mitden Svanicrn colludirten. Allein die Grafen sind an. 1622.durch den Kayserlichen ausspruch restituiret worden. So fander auch sonst bey dem Ertz - Hause Oesterreich gar wenig gunst.Denn es wurde ihm beygemessen, als hätte er in dem Teutschenkriege die Chur-Pfältzische parken allzu deutlich ergriffen , ja alsKreis-Oberster des Ober-Rheinischen kreises dem Hertzog Chri-stian von Vraunschweig bey dessen einfall in die Ober-Rheini-schen lande favorisirct. Zwar brachte er wider diese beschuldi-gungen seine nothdurft vor; allein er konnte sich doch nicht al-les argwohns entladen , so daß auch an. 162;. sein Fürstenthumdurch die winter-quartiere von dem General Tilly gar hart mit-genommen worden. Der Landgraf, welcher in den gedanckenstund,als hielten es stineLand-Stände mehr mit denOesterreichi-sthen , als mit ihm selbsten , ficng an sie hart zu verfolgen, sodaß viele vom Adel aus dem lande zogen, die aber, als die Kay-serlichen aufs neue in die Heßifchen lande eingerücket, sich gleich-falls wiederum dahin begaben. Der Landgraf hielt sich immit-telst zu Dessau auf, und wurde endlich, da der Kayferliche Ge-neral, Graf von Gronsseld, an. 1626. vor Cassel selbst ge-rückt , genöthiget, die landes - regierung seinem ältern söhn,Landgraf Wilhelm, an. 1627. abzutreten. Hierauf führte erein privat-leben in dem also genannten Obersten-Hof zu Cassel,war aber nicht dahin zu bringen , daß er zu diesem seinem söhngekommen wäre. In solchem seinem stillen leben ist er endlichan. l6;2. den iz. mark. gestorben. Das war das ende einesder berühmtesten Fürsten in gantz Teutschland, welcher bey deinKayser Rudolpho II. in grossen gnaden stund, und die ehre ge-habt, an seinem Hofe nicht nur von Französischen, Engelländi-schcn , Dänischen und Schwedischen,, sondern auch PersischenGesandten besucht zu werden. Im übrigen hatte er zwey ge-mahlinnen: Die erstere, welche er sich an. 159;. beygelegt,hieß Agnes, Graf Johann Georgens zu Solms tochter, die ihmgedohren Otlonem, Mmimstrawrem zu Hirschfcld ; Mauri-tium, der in dem zwölften jähre seines alters verstorben; Wil-helmum, welcher ihm in der regierung gefolget; und endlichElisadetham, Hertzog Johann Albrechts zu Mecklenburg ge-mahlin. An. 160;. hielt er mit Juliana, GrafJohann desmittlern zu Nassau-Diüenburg tochter, sein anderes beylager,und zeugte nur ihr sieben Printzen und eben so viel Printzeßm-ncn. Unter den ersten sind zu mcrcken Philippus, so an. 1^26.m dem aasten jähre seines alters in der schlacht bey Lüt-ter das leben verjähren; ferner Hermannus Fridericus, derdem Könige m Schweden gedienet, und von den Polen an.1655. niedergemacht worden ; und endlich Ernestus, welcherdie Rheinfelsische linie aufgerichtet. Unter den Printzeßinnenwurde Agnes Fürst Johann Casimirs zu Anhalt - Dessau;Magdalcna Graf Erich Adolphs zu Salm - Neifferscheid ; undendlich Sophia Graf Philipps zu der Lippe gemahlin.

in concin. Äeici. l>Iloxs bist ge-

NLLl. Lc. *

^ tauritius von Stwoyen , ein jüngerer söhn des berühm-ten Hertzogs Caroli Emanuelis I. und Catharina, einer tochterPhillppi II. Königs von Spanien. Er ward gebühren den io.lau. an. i zyz. und von Paulo V. an. 1607. mit dem Cardinals-h"t befchenckt. An. 1622. trug man ihm die protection der Cronüranckrelch an dem Römischen Hofe auf. Nach dem zu Chie-saico an. i6;i. geschlossenen frieden begab er sich auf eine zett-lang an den Französischen Hof. An. i6;4. verließ er wegen e>-Mger durch den Cardinal Richelieu verursachten verdrieslichker-ten die Französische partey, und schlug sich zu der Oesterreichi-lchen. Als an. 16;?. sein älterer bruder, Victor Amadeus I.wit lode abgegangen,machte er dessen hinterlassener wlttwe Chri-llMa, einer tochter Königs Henrici IV. von Franckreich, die vor-wundschaffl über ihre zwey lohne, Franciscum Hyacmthum und^arolum Emanuelem ll. mit solcher Heftigkeit strerttg, daß es zuMiem blutigen kriege kam , worinnen ihm die Cron Spamen,stin jüngerer bruder Thomas, hingegen seiner schwagerm° e Cron Franckreich deystund. Nach vielen abwechselungen desfllucks der Waffen, kam es an. 1640. zu einem vergleich/ welcherHistor. Theil»

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zwar bald wieder gebrochen, doch nach zweyen jähren, nemlichden 14. jun. an. 1642. auf solche art »erneuert ward, daß dieverwirlibte Hertzogin Christina die vormundschasst behalten, undihre älteste rvchler Louisen Marien Christinen an Mauritiumvermählen sollte. Diesem letztem zu folge legte er noch in dem-selben iahre den Cardinals-Hut ab, und hielt mit der gedachtenPrintzeßin, welche damals noch nicht das vierzehenbe jähr ihresalters zurück gelegt hatte , würcklich beylager. Zugleich nahmer den Mut eines Fürsten von Oneglia an, und ward des jungenHertzogs Carl Emanuels II. General - Lieutenant M der Graf«schafft Nizza. Weil er fleh auch wieder vor Franckreich erklärte,so gab ihm der König Ludovicus XIII. eine jährliche pensionvon ivoooo. Französischen Pfunden, nebst der Versicherung, daßnoch ansehnlichere gEistcsriones darauf erfolgen sollten. Sei-ner gemahlin verehrte eben dieser König einen schönen schmuckvon edelgestcinen, ivoooo. thaler an baarem gelde, und auf ih-re lebens-zeit eine considcrable pension. Er starb den 4. octob.a». 16^7. ohne leides - erben; seine wittwe aber den r;. mayan. 1692. !>, bist. äs Louis XIII.

Mauritius , Printz von Oranien , Graf zu Nassau, einerder vornehmsten Kriegs - Helden, wurde zu Dillenburg an.r;67. den 7. septemdr. gebohren, als sich eben sein vatter Wil-hcimus nebst der mutter Anna, Churfürst Moritzens zu Sach»sen tochter, in dem exilio bey seinem bruder an dem gedachtenorte befand. Anfänglich wurde er auf die hohe schule zu Hei-delberg , und von danncn nach Leiden geschickt, daselbst den stu-dien obzuliegen. Nachdem aber sein vatter an. 1584- durch ei-nen meuchel - Mörder entleibet worden , liessen die Stände inHolland Mauritium eilend nach Delft holen, und vertrautenihm sofort die Statthalterfchafft über Holland , Seeland, West-Frießland und Utrecht, wie auch die Admiral-charge. Dochweil er noch etwas jung war, wurde ihm Graf Philipp von Ho-henloh an die feite gefetzt. Die ersten jähre feines Gouverne-ments liefen sthr unglücklich vor die vereinigten Niederlande,indem ihnen die Spanier unter anführung des Hertzoqs Alexan-dri Farncsii,, Antwerpen, Gent, Dendermonde, Brüssel, Me-cheln, Niemägen, und viel andere Plätze abnahmen. Daher»trugen sie die protection über sich der Königin Elisabeth in En-gclland auf, die an. i?86. den Grafen von Leicester nach Hol-land abschickte, allwo ihn die Staaten zu ihrem General-Gou-verneur ernennete». Allein weil sie nachgehends mit seiner wun-derlichen regierung nicht allzuwohl zufrieden waren, forderte ihndie Königin Elisabeth nach Engülland zurück, und befahl ihmdas bisherige Gouvernement abzulegen. Als nun solches ge-schehen , wurde dem Printzen Mauritio das höchste commandozu waffer und lande an. i; 87 . aufgetragen, nachdem er vorherin eben demselben iahre, da der besagte Graf von Leicester einereise nach Engelland gethan halte, das Jnterims-General-Gorr-vernemcnt erhalten gehabt, auch würcklich in Brabant zn selbegezogen war. Gleich das andere jähr brachte er Nord-Holland,allwo Dietrich Sonnoy gar zu sehr den Engelländern gewogenwar, zur devotion, eroberte Mcdenblick, und zernichtete deSGouverneurs zu Vlißinge» gefährliche anschlüge. Zu gleicherzeit entgieng er der gcfahr, da ihn der Englische Admiral gefan-gen nehmen, und nach Engelland überführen sollte. Er verlohraber durch untreu seiner foldaten die vestung Gertruydenberg,hingegen bekam er an. 1590. mit einem rorfsschiffe , worinn er70. foldaten versteckt halte, Breda durch list ein , entsetzte auchglücklich die vestung Heusden, verlohr aber Rheinberg. Ineben diesem iahre bauete er auch die schantze Knodsenburg auf,wurde Gouverneur über Gelderland, und nahm Hemert, Cre-vecöur, Steenbergen , Terheyden und andere Plätze ein. An.1591. eroberte er Zütphcn, Deventer, Delffziel, Hülst undNiemägen, und trieb den Hertzog von Parma von der be-lagerung Knodsenburg ab. An. >592. eroberte er Steenwick,Otmarsen und Cövorden , und schlug den Spanischen entsatzzurück, wurde aber bey dem ersten orte, nemlich vor Steen-wick , im gesichte verwundet. An. 159;. eroberte er Gertruy-denberg , und das folgende jähr entsetzte er Cövorden. Ernahm auch die stadt Groningen weg, davor er in den appro-schen mit einem schusse zur erde gemorsten wurde, der ihm aberkeinen schaden that, weil er nicht durchgegangen. Er bemei-sterte sich auch verschiedener kleinen schantzen, hatte aber vergeb-liche anschlüge auf Hertzogenbusch und Mastricht, und entkamzweymal einer lebens-gefahr, darein ihn etliche meuchel-mördevstürtzen wollten. Das folgende jähr wurde nichts ausgerichtet,indem er die belagerung Groll bey annäherung des Spanischenentsatzes aufheben muste, auch da er hieraufdie Spanier ange-fallen, mit -Verlust des Grafen Philippi zu Nassau, und desGrafen Ernesti zu Solms repoußirt wurde. An. 1596. eilte erder belagerten stadt Calais zum entjatz zu , die aber noch vor fei-ner aukünft übergeben worden. Als er diese mißliche zeitungvernommen, schiffte er nach Dovres in Engelland über, und stif-tete nach feiner znrückkunst ein bündnis mit dem Könige Hen-ricv IV. in Franckreich. An. 1597. war er glücklicher, indemer erstlich die Spanier bey Tournhout, allwo sie ihre armee ver-sammelten , überfiele, „nd mit ziemlichem Verlust aus einanderjagte, und darauf Rheinberg, Mors und die Spanische platzein Ober-Ml einbekam. Man rechnet, daß er dieses jähr sie-den flüffe paßiret, eine schlacht gewonnen, auch neun vestestädte, fünf schlösser, drey Graf-und eben so viel Hcrrschafftmsich unterwürfig gemacht. An. 1598. entkam er abermal einerBdbhbr lebcns»