1120
4
mau
mau
lebens-gefahr, in welche ihn ein kaufmann , so aber deswegenhingerichtet worden , bringen wollte. Er restiruirte auch derGräfin Aemilia Walpurgis Mörs wiederum, nachdem sie vondem feinde die Neutralität erhalten. Weil die Spanier flch ver-schiedener örter in dem Clevischen bemächtiget/ gieng Mauritiusgleichfalls dahin/ und nahm ihnen Emmerich wieder weg. An.isyy. vertheidigte er wider diese feinde die stadt Bommel, undbemächtigte sich im folgenden jähre der vesten schantze St. An-dreas / welche die Spanier erst im jähre zuvor an einem sehrbequemen orte aufgebauet s und sich dadurch eines unvergleich-lichen passes über die Maas und Waal recht in das Hertz vonHolland versichert zu haben vermeynten ; wiewol diese glückli-che und wichtige eroberung dem Printzen nicht so leicht wurdevon statten gegangen / oder vielmehr gar nicht unternommenworden seyn / wo ihm nicht die empörung der Spanischen gar-nifon wegen vielem ausstehenden sold die erwünschte gelegenheitdazu gemachet hätte; wie er denn im accord versprochen / denqrösten theil dieser ihro von Spanien noch schuldigen rückstän-de an dessen statt zu bezahlen. In eben diesem jähre giengengleichfalls verschiedene vestungen an die vereinigte Staaten über;und als Mauritius Nieuport belagern wollte/ die Spanier aberzum entsatz anrückten / kam es zu einem blutigen treffen, inwelchem er gar einen wichtigen sieg erföchte. Gleich das jährdarauf nahm er die Grafschafft Mors in besitz / welche ihm dieletzte Gräfin dieses Hauses in ihrem testament vermacht hatte.Er eroberte auch Rbeinberg wiederum / und machte verschie-dene anschlüge der Spanier zu nichte. Zu gleicher zeit fiengendie Spanier die belagerung von Ostende an, welche aber dreygantze jähr währte. An. 1604. bemeisterte er sich Erkelens undanderer örter / als St. Catharinen - schantz / Sluys / rc. Errepoußirte auch Spinolam / welcher diesen letztem ort entsetzenwolltet In den folgenden jähren 160;. 1606. und 1607. ge-wann er nichts sonderliches / an. 1603. aber schlug er die Spa-nier bey Sanken. An. 1609. wurden endlich die stiüstands-tractaten geschlossen / in welche aber Mauritius anfangs nichtwilligen wollte. In eben diesem jähre brachte er in den wegender Arminianischen lehre entstandenen Händeln die stadt Ut-recht / welche sich dabey am meisten widersetzet hatte / zum ge-horsam. Es wurde aber der gedachte stillstand durch den toddes letzten Hertzogs Johann Wilhelms von Jülich einiger Mas-sen unterbrochen. Denn weil Spanien sich des Hauses Pfaltz-Neuburg annahm, so trat hingegen H olland auf die Chur-Bran-denburgische feite, da denn der Printz Moritz die vestung Jü-lich innerhalb fünf Wochen mit accord einnahm; ohne daßdarum zwischen Holland und Spanien ein unmittelbarer kriegund friedens-druch entstünde. Der krieg wurde nachgehendsmit allem eifer fortgesetzt. Er entkam auch zu eben dieser zeitabermals einer gar grossen lebens-gefahr/ indem sechzig tonnenpulver nahe bey ihm in brand geriethen. An. 1611. half erden commercien-tractat zwischen den Staaten und dem Türcki-schen Kayser Achmet / der deswegen einen Abgesandten an ihngeschickt, schliessen. Zu ansang des jahrs 161;. überschickte ihmder König Iacodus in Engelland den orden des Hosenbandesmit einer pension von 1000. pfund sterlings. An. 1614. versi-cherte er sich der vestung Jülich , darinnen bisher von Branden-burg und Pfaltz eine gemeinschafftliche garnison gelegen hatte,so bekam er auch Reeß ein. An. 1618. starb Philipp Wilhelm,Printz von Oranien , der ältere bruder Mauritii, welcher vor-mals wegen seines vatters durch die Spanier von der Universi-tät Löven weggenommen, und in Spanien auf die Catholischereligion war auferzogen worden. Weil er nun keine kinderhatte, erklärte er Maüritium, als seinen bruder, zum erben,wor-auf er durch seinen Gesandten sogleich posseßion zuOranieu neh-men ließ. Immittelst entstunden gewaltige Unruhen durch dieArminianer in den vereinigten Niederlanden , deren aber derPrintz Mauritius sich zu seinem Vortheil bedienet; theils sich andenjenigen Magistrats-pcrsonen zu rächen , welche wider seinenwillen auf den stillstand mit Spanien gedrungen hatten; theilssein ansehen und gemalt noch mehr veste zu setzen, indem er beydiesem anlas auch das commando über diejenige militz behaupte-te , welche jede stadt der vereinigten Niederlande für sich selbstund zu ihrer eigenen beschützung aufbringen mochte. Und wol-len gar einige versichern, es sey da so gar alles aus besondernStaats-absichten geschehen, daß im übrigen der Printz, welchersich zum Haupt der sogenannten Gomaristen aufgeworffen , inder that den Arminianischen meynungcn beygepflichtet habe,Olden - Barneveld hingegen, der flch an die spitze der Armi-nianer gestellt, die Prädestination gar vest geglaubt, und nurdas allzuhart vorgestellte clLListum sblolmum, oder den un-umschränckten schluß GOttes über des menschen heyl oder Ver-dammnis nicht billigen wollen. An. 1621. gieng der oben ge-troffene stillstand mit Spanien zu ende, da denn beyde theilewiederum zu den Waffen griffen. Mauritius verlohr das fol-gende jähr die vestung Jülich, entsetzte hingegen Bergen opZoomund Sluys. An. 162;. entrann er glücklich den Nach-stellungen einiger Mörder, starb aber darauf an. 162;. den 2;.april, und zwar, wie gesägt wird, aus gram, weil er Breda dasvorige jähr zweymal vergeblich entsetzen wollen. Er hatte kei-ne gemahlin, zeugete aber mit Madame äs Beverwerth zwey na-türliche söhne, Wilhelmum und Ludovicum. Der erste davon,so gleich seinem bruder den titul eines Herrn von Leck halte,wurde Vice-Admiral von Holland und West-Frießland,und ver-lohr an. 1627. «n der belagerung von Groll durch eine canon-
kngel das leben. Ludovicus wurde Gouverneur zu Bergen opZoom, hernach aber zu Hertzogenbusch, und starb an. ib6;.drey söhne und vier töchter nach sich lassend. Diese söhne wa-ren Mauritius Ludovicus,Herr von Leck, so an. 1688. WilhelmAdrianus Herr von Odyck, so den 22. sept. an. 17°;- und Hen-ricus,Herr von Owerkerke, General-Feld-Marschall der Hotlan-der , so den i8. oct. an. 170g. gestorben, und nur allein männ-liche descendentz hinterlassen. Der Kayser Leopoldus hatte die-se drey brüder zu Grafen von Nassau ernennet. Was die übri-gen gemüths-gaaben dieses tapfern Helden anlanget, so berichtetman,daß er nicht nur viel aufanderer kriegs-invenrionsb gewen-det, sondern auch selbst verschiedenes erfunden, wie denn bey ihmdie weite perspectiv-gläser, die galerien bey belagerten vestungen,die linien und verschantzungen der armeen, die art vestungeneinzuschliessen, und sowol die belage'rungen mit grossem: Nach-druck zu treiben, als die belagerte städte langer und besser zu be-schützen , und andere nützliche stücke aufkamen. In welchemallem man weiß , daß dieser Printz die alte art krieg zu führen,welche bey den Griechen und Römern in Übung gewesen,sich garsehr beflissen hat zu verstehen, und, wo es sich thun liesse, nachzmahmen. Sonsten hielt er viel von einem netten leibe, ließ sichnicht gern contradiciren, und war der ungebührlichen liebe ge-gen schönes frauenzimmer etwas zu viel ergeben.
annal. Leig. bist. Lelg. , snnsl. Kolli öel-
xici. Äk /a inemoires pour
LbiK. äs la 6r. Lret. bistaire metslligue cle ls liLPubb-
gne äe Hollsncle, com. I. <L II. LudvIfS schau-bühne, wm. I-Lucä, in Oraniens triumph-fahne?. 167.504. *
Mauritius , (Ericus) einer der berühmtesten Rechtsgerlehrten deSXVI. lKculi, wurde den ic>. aug. an. i6zi. zuJtzchoe in dem Holsteinischen gebohren, und war sein vattergleiches nahmens unter Friedrich lil. König in Dänemarck,Regierungs - Rath und Vice - Cantzler der HertzogthümmerSchlcßwich und Holstein. Nachdem er in Hamburg den gründin üumsnioribu« geleget, gieng er an. 1647. nach Wittenberg,von dar nach Franckfurt an der Oder , und endlich nach Glei-sen , an welchem letztem orte er unter Gregorio Fulsnero dieLillertationem cle klbvlitione hielt. Hierauf promovirte eran. 1654. zu Tübingen unter Lauterbachio invoätorem, undgieng als Hofmeister mit dem jungen Hertzog von Holstein-Plön, Carl Heinrich, nach Wien, und nach einigem auftM-halt nach Franckreich, Engelland, Schottland, Jrrland, Ita-lien , und nach seiner rückkunfl nach den Spanischen und ver-einigten Niederlanden, wo er sonderlich mit Nicolao Hemsioin vertrauliche bekanntschafft gerieth. Als er seine reise voll-bracht , erlaubte ihm Carl Ludwig, damaliger Churfürst vonder Pfaltz , das sublisum in Heidelberg zu dociren, als ersich aber kaum ein jähr allhier aufgehalten , verlangte ihn derHertzog von Würtemderg, Eberhardrrs ill. an. 1660. zu dervrotttlion ^nris 1'ublisi und kLuäsli.-! nach Tübingen , welche»amt er auch so lange verwaltete, bis ihn der Hertzog von Hol-stein, Christian Albrecht, an. 166;. auf die von ihm neu-ang^legte Äcadenue zu Kiel berufte, die er nebst seinem bruder, N>eo-iao Mauritio, Uoriiliuin srnkbllbre, und Mvrhvsio in bojond -res ansehen brachte. An. 1672. wurde er üsseckor bey dem Ca>mmer-Genchte zu Speyer, gieng hierauf an. 1689. »ach FrrwAsurt am Mayn , und von dar nach Wetzlar, wohin wegen ocdamaltgenFranzösischen unruhe gemeldtesGerichte verlegetden, an welchem orte er auch den 10. sept. an. 1691. gestorv»und begraben lieget. Er hat mit seiner^hefrau, Magbaic«.Schondachin, keine kinder gezeuget. Seine schriften sin"'Onnlilis Xilonienlis ; Oisseriiuivnss äs krincipüs ^uris kubu »6srm3mci impriiML; äs Libiis)uris Lomin»nis;
KeLslubus; üe Komano-OsrmsniLi imperii AlritriLul» l ^Origine LleÄorum, Lomitü« LleÄorLlibus; cle biobiUimxrimis Lermonics ; iknnotstioneg sei Lspitulst. .
und andere, welche Ioh.Nicolaus Hertius zusammen zu Frau "fürt am Mayn an. 1692. in 4. heraus gegeben. Viel.sä äickert. ök opusculs Nouritii.
* Mauritius, (Caspar) ein sskevlogus , gebohren zu T"dern im Hertzvgthum Schleßwig an. 161;. den 2. mertz, 'sde, nachdem er zu Rostock und Königsberg studiret, erstreÄor der schule zu Bordlsholm , ferner krotellor der Log' ?Rostock, nachgehends Vockvr und krokessor der Theou' > ^wie auch Superintendent daselbst , und endlich ksstor zu ^Jacob in Hamburg, woselbst er an. 167;. den 14. apm gei ,,den, und zugleich mit seiner ehefrau begraben worden.hat von ihm: i.) Lxercitgtiones Ümi-Lslvini-WL8,
166;. in 8- 2.) änti-8oLinisn3S, Hamburg 1669. in 8. ^
gicas, Rostock i6;o. in 4. 4.) kolmcas, ib. 1650. lN 4^«20- Lslvini Rociorum, ib. i6;o. M 4-
yrgwi-o-8ocmi L 8ocinisnorrim , ib. 16; r. iN 4-vecoäem visputt. in Lormulsm Loncvräi« ,
6->
7-1
in vormmiiln ^oncvrnise , ib. '
8 .) Tbetes cle Lonssssione L Lblotmions privs» , welwder LiblimkeLs Lremensi stehen; 9. ) LxerLitationemmoni 3 , Rostock lS<: 8 . in 12. 10.) vickertkitt. cle Orittm
biii; ii.) cie OstiLiv Lbristianoiuin elencbciLv, 3 !ostuckin 12. 12.) cle Xeüorionismo ; 1;. ) cle ölorbis lkeruwp ^
csrum ; 14.) den besten Weg zur Reinigung, ErleuclMM »Vereinigung, Hamburg 1676. in 8- is.) Lntheri Caiecw!lehre, ib. 167;. in 8. 16.) Leichen-predigten; 17 )^. ^>)«) äs Lemonürstions; b) äs lnvocarions Lsnüorum > ^