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Abhandlungen bei Begründung der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, am Tage der zweihundertjährigen Geburtsfeier Leibnizens / hrsg. von der Fürstlich Jablonowskischen Gesellschaft
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ln der Handschnftensammlung der leipziger Stadtbibliothek belindel sich eineansehnliche Zahl an einen Herrn Christian Philipp gerichteter Briefe, unter ih-nen sechsundzwanzig von Leibniz*) geschrieben, die, so viel sich hat er-mitteln lassen, mindestens zusammen noch nicht im Drucke erschienen sind.Diese bei einer Siicularfeier, welche in Loibnizens Geburtssladt zu seinen Ehrenveranstaltet wird, der Oellentlichkeit zu übergeben, liegt schon aus demGrunde nahe, dass es sich wohl ziemt, bei solcher Gelegenheit etwas gellendzu machen, was von seiner Hand stammt und in seiner Geburtsstadt aufbe-wahrt wird; ausserdem aber sind jene Briefe nach Inhalt und Form sehr ge-eignet, Art und Kunst ihres weltberühmten Verfassers unter einem besondern Ge-sichtspunkte anschaulich zu machen. Zwar geben sie nicht etwa reiche Ausbeutelür die Wissenschaften, welche Leibniz pliegte; sie enthalten nicht etwa tiefdurch-dachte und in bündiger doctrineller Form dargelegte wissenschaftliche Erörterun-gen; sie zeigen vielmehr Leibniz nur als den, welcher mit dem vielseitigstenInteresse an Welthandeln und Wissenschaft**) in einer vertraulichen und ganzzwanglosen Privatcorrespondenz sieb ohne alle meditative oder stylistiscl.e An-strengung gehen lässt und so zu sagen im Neglige dem Papiere anvertraut,was ihm eben in den Sinn kommt. Wir sehen in bunter Mischung Nachrichtenund Anfragen über Kaiser und Reich, über Frankreich, Schweden, Dänemarkund andere europäische Staaten, über Kriegshändel, Rüstungen, Friedensver-handlungen und diplomatische Sendungen, über Höfe, fürstliche. Reisen undBesuche, die Oper in Hannover etc.; wiederum Mittheilungen über mathemali-

*) So, nicht Leibnitz sind diese Briefe,' abgerechnet diejenigen welchezur Unterschrift haben, unterzeichnet, und so hat Leibniz, dessen Vater sich neu tschrieb, in jener Zeit und nachher im Deutschen und L ranzos, sehen s 11 hand-geschrieben. Herr Doclor Grolefend zu Hannover hat die Güte gehab , n hesia

schriftlicher Hinterlassenschaft deshalb eine Nachforschung anzustcllcn, und_ diese besu-ügl, dass die Schreibung Leibnitz, in der schon seine Zeitgenossen nach ihrer V « bebebir Häufung der Gonsouanten übereinsthnmen, durchaus keine Gevva lr . j ® dasHandschrift hat, vielmehr in dieser sich nur Leibniz vorfindet \\ie ruh» mit einem i - Leibniz statt Leibnüz - vertauscht habe, .st schwer ich z.enndm der leipziger Inscriptionsmatrikel vom Jahre 4033 im bonuner wo ihn», nao 1 e nem

lhauche, <l Pr sonst bei Söhnen lein/mer Professoren vorkam, inulhmasslu h zum Gebur

als siebe,.jalmg , " I Znk mit dem sogenannten Doposd.onsseheme

gen,acht wordm iS, steht Leipniz; doch ist das nicht seine eigene Handschr.fi, undnichts darauf zu geben; auf seinen ersten Dissertationen stellt noch Leibnuziu».

* ») Brief II.: ,T e vous suuplie Monsieur de me faire part aussi de ce que vous appiendrcs a 1 egard des oilaires aussi bien fjuc des leltres.

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