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Abhandlungen bei Begründung der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, am Tage der zweihundertjährigen Geburtsfeier Leibnizens / hrsg. von der Fürstlich Jablonowskischen Gesellschaft
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Herausgegeben von W. Waciismutii.

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teil kaum begonnen, als er starb. Nach einem Briefe von 0. Mencke ist dasin den Actis, Januar 1C82, p. 192 seq. befindliche Excerpt aus den Philo-sophical Transactions, eine von Rob. Boyle erfundene Lampe betreffend, dasgewöhnlich mit dem Namen Job. Bohn angeführt wird, eine Arbeit Philipps.Zur vollständigeren Erkennlniss seiner geistigen Begabtheit würde nun zumeistaus seinen Briefen an Leibniz, deren gegen sechszig in der königlichen Biblio-thek zu Hannover aufbewahrt werden, zu gelangen sein. Es konnte deshalb,aber auch in näherer Beziehung auf die Briefe von Leibniz an ihn, in Fragekommen, ob nifcht mit diesen auch Philipps Erwiederungen zu veröffentlichenseien. Indessen mahnte davon ab der Bedacht, dass cs hier nicht sowohl aufPhilipp als auf Leibniz ankommt, dass der Briefwechsel zwischen beiden nichtvon einer Beschaffenheit ist, wo die Briefe Zug um Zug sich ineinander schie-ben und zusammengliedern, einzeln aber ihrer Selbständigkeit ermangeln, dassvielmehr die Briefe von Leibniz, einige geringfügige Punkte ausgenommen,ohne Philipps Antworten verständlich sind, das minder Verständliche aberdurh wenige kurze Bemerkungen aufgeklärt werden kann; endlich hatte dieFurcht, aus dem Bedacht auf Vollständigkeit sich mit Ucbcrllüssigkeit blosszu-stellen, ihre Stimme. Es wird also zur doppelseitigen Beleuchtung diesesBriefwechsels genügen, wenn einige Briefe Philipps an Leibniz als Probe-stücke seines Styls abgedruckt werden (s. die Noten zu Brief VI. XII. XVII.XXIV.); zur Vermittlung der Abschrift hat Herr Doctor Grotefend in Hannoverfreundlichst die Hand geboten. Ferner war fraglich, in welcher Art bei denminder verständlichen Stellen in Leibnizens Briefen dem wissbegierigen Leserdie Mühe des Nachsuchens erspart werden könne. Glossirung jeglicher Stellen,wo von Personen oder Dingen die Rede ist, die nicht in den Briefen selbstnäher bezeichnet sind und vielleicht nicht jedem Leser sofort gegenwärtigsein werden, drohte die Sorgfalt des Herausgebers nicht selten zu dem lästi-gen Geschwätz eines redseligen Cicerone, der auf jede Bagatelle himveist, zumachen; auch kommt es bei diesen Briefen nicht darauf an, dass Alles undJedes, was sie berühren, zu selbständiger Anschaulichkeit gebracht werde;es handelt sich nur um den Lichtschein, der davon auf Leibnizens Subjec-tivitätzurückfällt; ohne diesen würde fast Alles, was in den Briefen vorkommt, indem betreffenden Gebiete der Staatshändel oder Gelehrsamkeit als vollkommenaus- und abgemacht, zum Theil auch als der Vergessenheit mit Recht verfal-len gelten müssen. Daher konnte dem Herausgeber eine vollständige und aus-führliche Commentirung nicht in den Sinn kommen, und auch die wenigenBemerkungen, die dem Texte der Briefe zugegeben worden sind, bittet er, nurals eine ganz anspruchslose (Hilfsleistung für diejenigen seiner Leser anzuse-hen, welche sich nicht die Mühe geben mögen, einen Zedier, Niceron, Jöchcr,Gmelin, Fischer, Wachler, Guhrauer etc. bei Lesung dieser Briefe selbst zurHand zu nehmen. Auch im Allgemeinen hat der Herausgeber, was die zu-nächst in Frage kommenden, in Leibnizens Briefen vielfältig erwähnten, Staats-angelegenheiten jener Zeit betrifft, nur Weniges zu erinnern. Die ersteren vonjenen sind in der Zeit geschrieben worden, wo der grosse, 1072 begonneneKrieg sich seinem Ende nahte, ausser dem Kriege zwischen Frankreich unddessen Gegnern aber ein zweiter, Schwedens gegen Dänemark, Brandenburg,