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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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Wenn grofse Lager Steinkohlen entzündet werden, sobrennen sie oft eine geraume Zeit ganz ruhig, ohne eigent-liche vulcanische Explosionen, z. I». das Steinltoblenllöt®bei Dutweiler, welches 1780 seit 120 Jahren brannte.Nach dem 1780 geschriebenen Berichte von Habel *)machte ein Hirte vor etwa 120 J. auf einem Stoch, derauf einer Halde des Landgruben Kohlenllötzes stand,Feuer an, welches in dem Raume niederbrannte, und end-lich in die alte Arbeit selbst drang- Hier ergriff es dieBühnenhohlen und die ganz aus Hohlen bestehende Stollen-sohle. Die Einwohner von Dutweiler, hierauf anfangs nichtaufmerksam, sahen den stabileren Brand, und wollten ihnmit Wasser löschen, wodurch er aber noch stärker wurde.Das Feuer ging seitdem stets der alten Arbeit nach, undbrennt da am langsamsten, wo es derbe Steinkohlen undAlaunschieferlagen findet. Uebrigens brennt das Flötz nochgegenwärtig fort.

Aehnliche ruhig brennende Steinhohlenflötze finden sichbei Creusot in Frankreich , w'o Breislak einen St.einhoh-lengang seit mehreren Jahren ruhig brennen sah. NachPatrin liegt ein Ort la Galcre am Ausflufs der Rhone , MOdas Feuer jährlich eine Menge Kohlen verzehrt. Im Säch-sischen Erzgebirge sind solche Gänge nach Bonnardschon seit mehreren Jahrhunderten im Brande. Eine Stein-liohlenmine am Meisner brennt seit 180 Jahren, und nachPallas brannte ein Steinhohlenllötz in l’ersien seit 12 Joh'reu. Die Braunkohlen im sogenannten Mittelgebirge i"Böhmen entzünden sich leicht durch Zutritt von Wasserund Luft, und es haben sich daher dort mehrere brennendeLager gehildet. Namentlich findet sich ein solches bren-nendes Flötz bei Milsau, auch trifft man mehrere bereitsausgebrannte in jenem Lande i) 2 ). Das auffallendste Beispielist zu St. Etienne in Dauphine. Hier ist bei Riccamary einebrennende Steinkohlenmine, von welcher als solcher schonin Nachrichten aus dem I4 tcn Jahrhunderte geredet wird.Die Flammen brennen ruhig und ohne Explosion, sind alsomit vulcanischen nicht zu verwechseln 3 ). Häufig findetman diese fortwährend ruhig brennenden Feuer endlich in

i) Lichtenb. Mag. T. I. p. 127.

a) Reufs Lelirb. der Mineral. T. IJI. p. 486.

3) Bondaroy in Mcm. de l’Acad. 1765. p. 389.