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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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Als einen hauptsächlichen Bestandteil unseresErdballes haben wir den Wassergehalt desselben anzu-sehen, M elcher auch an sieb mannigfaltige Gegenständeder Untersuchung darbietet. Im Allgemeinen ist die'■'ufserste Kruste der Erde überall von Wasser durch-drungen , und nimmt dasselbe aus der AtmosphäreVermittelst zahlreicher Processe auf, wodurch zunächstdie Quellen entstehen, welche sich nicht blofs durchihre verschiedene Stärke, sondern auch durch die auf-gelöseten Theile, ihre Temperatur und sonstigen Ei-ßenthümlichkeitcn unterscheiden.

Theils durch den Niederschlag des verdunsteten Was-sers, theils durch Capillar-Anziehung aus griifserer Tiefe,theils durch den hydrostatischen Druck vieler Wasserbehälterauf der Erde ist die Oberfläche derselben fast überall feucht,und findet sich im Allgemeinen im Niveau grofser Seen oderFlüsse stets Wasser, welches zum Theil die gegrabenenBrunnen speiset. Kühle und schattige Orte, namentlichdie mit Moos bewachsenen oder belaubten Bergspitzen,s 'nd allezeit feucht, meistens bedeutend nafs, weil siehauptsächlich den Thau und die Nebel aufnehmen, undÜberhaupt ziehen die mitunter durch beständiges Eis er-kälteten Berggipfel die atmosphärischen Niederschläge ingrofser Menge an. Wo dieses nicht der Fall ist, Sonnen-strahlen und waime Luftströmungen dagegen eine fort-dauernde Verdunstung erzeugen, da entsteht Dürre,■"'eiche um so gröfser ist, je weniger das Erdreich dieFeuchtigkeit festhält.

Wenn das Wasser wegen einer Thonlage oder vorhan-dener, für dasselbe undurchdringlicher Felsen , namentlichder Urgebirgsarten, nicht in die Tiefe hinabsinken kann,(§. 234- N. 30 sich daher in kleinen Behältern der Erdeänsammelt, und in grösserer oder geringerer QuantitätVon selbst hervordringt, so entstehen Quellen. Ueber denUrsprung derselben hat man von den ältesten Zeiten herdie verschiedensten Hypothesen aufgestcllt. Ilirchcrglaubte sie aus der Capillaranziehung erklären zu können,Mario tte dagegen leitete sie richtiger aus atmosphärischenNiederschlägen ab, uud zeigte, dafs das Erdreich zwar