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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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wohl durch Capillarische Anziehung feucht werden, dafssich aber kein Wasser in solcher Menge, als die Quellenliefern, auf beträchtlichen Höhen durch diese Kraft ansam-meln könne. Die Gegner Mariotte’s wollten eine VVi-derlegung seiner Meinung in der Menge des YYassers finden,welches die Flüsse enthalten, und die sie zu hoch angaben,wogegen andere 1 ) zu zeigen suchten, dafs die atmosphäri-schen Niederschläge hierzu völlig hinreichten, wie neuereUntersuchungen volllionnnen bestätigt haben 2 ). Dafs siesich meistens auf den Berghohen finden , beweiset nichtsdagegen, denn eben die Berge ziehen nicht blofs wegenihrer niedrigen Temperatur die atmosphärische Feuchtigkeitan, sondern eben dort finden sich vorzugsweise diejenigenFelsarten, welche dem Wasser der Hydrometeore das Ein-dringen nicht gestatten, und aufserdem versiegen die hochlie-genden Quellen bei grofser Dörre wirklich, wie namentlichbei der Brocken-Quelle 1786 der Fall war, welche nur lSf'unter der Spitze des Berges liegt 3 ).

Meistens finden sich in flachen Gegenden und Thälcrndiejenigen Quellen, welche gegrabene Brunnen speisen, inden Lagern des groben Kieses, welcher über mächtigenThonschichten oder seltener über dem Urgebirge liegt,wenigstens mufs man in der Regel bei gegrabenen Brunnenbis auf diese herabkommen, um Wasser zu erhalten, wo-gegen die zu Tage gehenden Gebirgs-Quellen aus den ver-schiedensten Felsarten entspringen. Befindet sich solcherKiessand zwischen zwei übereinander liegenden Thon-schichten, und sinkt das Wasser von einer gröfseren Höheherab zwischen diese, so erhält man beim Durchgrabender oberen die sogenannten Artesischen Brunnen. Sie findensich häufig in der Grafschaft Artois , woher sie den Namenerhielten 4 ), und sonst vielfach, z. B. in der Wüste Cobi»

1 ) Phil. Trans. X. p. 417 vom Jahre 1671.

a) Mariotte Traite du mouvement des eaux cet. in Oeuv. Leide1717. 4. T. I. p. 326. ln den Streit mischten sich viele Ge-lehrte, und er wurde mit grofser Heftigkeit geführt, indefs istman jezt aus überwiegenden Gründen allgemein dieser Meinung«Vcrgl. Otto in Gilb. Annal. XII. 614. Bergmann phjsicalischeErdbeschr. §. 70.

3) Mangourit vovage en Hannovre. Par. 1805. p. 479.

4) Considcrations geologiques et physiques sur la cause du jaillis*sement des eaux des puits fores ou iontaines artificielles cet. p® rM. le Vicomte Hericart de Thury. Par. 1829.