289
Kraft den Gehalt der Quellen erzeugen. In Gemäfsheitdesselben leugnete namentlich Steffens das Vorhanden-seyn der Thermalquellen in Urgebirgsarten. Allein manerkennt in solchen Hypothesen offenbar das Bestreben, dieNaturerscheinungen auf unbekannte Kräfte zurückzuführen,denn sonst hätte das Widersprechende auffallen müssen,'Welches darin liegt, dafs die nämlichen Berge als produ-circnde Maschinen dazu ausreichen sollten, wozu sie alsProduct für unzureichend gehalten wurden, da sicher nochn *e eine Volta'sche Säule eine eben so grofse Menge Erzeug-nisse der Zusammensetzung oder Zerlegung geliefert hat,als ihr eigenes Volumen beträgt. Noch auffallender abermufste es bei dieser Ilypothe seyn, dafs sie sich der Müheüberhob, zugleich nachzuweisen, woher denn die ver-meintliche Säule die durch Zusammensetzung oder Zerle-gung erzeugten Bestandteile der mineralischen Quellengenommen habe, da sie doch aus Nichts zu schaffen un-möglich das Vermögen haben kann. Daher erklärte sichgleich anfangs v. Humboldt *) sehr bestimmt gegen dieseAnsicht, das erwähnte Auffinden der unermefslichen Salz-iger an den verschiedensten Orten diente gleichfalls zurWiderlegung, und neuerdings hat Struve 5 ) factisch dar-gethan, dafs die Mineralquellen durch Auslaugen der in denGebirgen jener Gegenden enthaltenen Fossilien erzeugt''erden können.
Die Temperatur der Quellen ist in der Begel die milt-lei ’e iles Ortes, wo sie entspringen 3 ), und wechselt so vielReuiger mit den Jahreszeiten, je tiefer sie liegen. Daherlst die Temperatur der nahe unter der Erdoberfläche lie-genden Quellen zu verschiedenen Jahreszeiten nicht seltenü| igleich, im Allgemeinen aber sind die tiefsten Quellen amgleichbleibendslen hinsichtlich ihrer Wärme, also im Som-mer kälter, im Winter dagegen wärmer als die flacher lie-genden, und man kann die Tiefe ihrer Lage aus dem Gleieh-meiben ihrer Temperatur und dem Zusammentreffen der-s elben mit der mittleren der Ocrter beurtheilen. Die Salz-quellen machen hiervon eine Ausnahme, indem sie nicht
*) Reisen. Deutsche Uebers. T. III. p. i‘2.
a ) Ueber die Nachbildung der natürlichen Heilquellen u. j. \v«ls u. 2s lieft. Dresden u. Leipzig 1825 u. 182fi.
^ v : „Humboldt Ib is. II. p. lt». Wahlenberg in Gilb. Anna]. XLI.H5. L. v. buch u. v. a. vergl. §. 231).
19